Karl Jürgen Skrodzki

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Karl Jürgen Skrodzki, Lohmar

Else Lasker-Schüler im Rundfunk

Einen Überblick über Else Lasker-Schülers Lesungen im Rundfunk der Weimarer Republik gibt das Deutsche Rundfunkarchiv. – Texte von Else Lasker-Schüler werden nach der »Kritischen Ausgabe« (KA) der »Werke und Briefe« (11 Bände. Frankfurt am Main [Bd. 11: Berlin]: Jüdischer Verlag, 1996–2010) zitiert.

Aktualisiert: 3. Januar 2016.

7. Februar 1926 (Sonntag) • 13.10–14.10 Uhr (Funk-Stunde AG Berlin): »Die Stunde der Lebenden: 1. Einleitende Worte (Hermann Kasack). 2. Aus eigenen Werken (Else Lasker-Schüler). 3. Aus modernen Frauendichtungen (Fränze Roloff und Hermann Kasack).« Quellen: Funk-Stunde (Berlin). Nr. 6 vom 7. Februar 1926. S. 130; Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 64 (Sonntags-Ausgabe) vom 7. Februar 1926, 2. Beilage (»Rundfunk-Programm. Funkstunde am Sonntag«). – Besprechung: Frank Warschauer: Radio-Woche. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 75 (Abend-Ausgabe) vom 13. Februar 1926: »Else Lasker-Schüler. Sie spricht nicht: sie stößt ihre Gedichte hervor, wirft dem Hörer ungeduldig die Worte um die Ohren, hüllt ihn in einen Mantel von Rhythmen und Bildern, aus denen die nun schon historisch gewordenen Sterne leuchten. Wer sie kennt, wird erfreut gewesen sein, sie zu hören; wer sie nicht kennt, wird kaum erfahren haben können, wer sie ist. Zumal die Einführung Kasacks sehr allgemein gehalten war, und dann noch eine kleine Auslese: ›Frauendichtung‹, folgte, von Kasack und Fränze Roloff gesprochen. Nicht einmal eine einzige volle Stunde hat man für diese Dichterin! Das ist keine Ehrung. Zumal auch diese Stunde jetzt an den Sonntagen sehr ungünstig gelegt ist. Überhaupt mag hier gesagt sein, daß es Gelegenheiten gibt, wo jede Rücksicht auf die Bequemlichkeit des Publikums zu fehlen hat: hier war eine, und deswegen hätte man kein Potpourri: Frauendichtung zusammenstellen sollen.«

17. März 1927 (Donnerstag) • 21.00–21.30 Uhr (Funk-Stunde AG Berlin): »Die Lyrik unserer Zeit. Theodor Däubler – Else Lasker-Schüler« (Einleitung von Kurt Pinthus; Gedichte von Theodor Däubler und Else Lasker-Schüler [»Zebaoth«, »Meine Mutter«, »Täubchen, das in seinem eigenen Blute schwimmt«, »Die Liebe«], vorgetragen von Gerda Müller). Quellen: Funk-Stunde (Berlin). Nr. 11 vom 13. März 1927. S. 329; Radio-Wien (Wien). Jg. 3, Nr. 24 vom 11. März 1927, [Beilage:] Die europäischen Sende-Programme (München). Jg. 2, Nr. 11 vom 13. März 1927. S. 12.

14. Februar 1928 (Dienstag) • 16.30–17.00 Uhr (Funk-Stunde AG Berlin): »Zeitgenössische Frauendichtung« (Ricarda Huch, Lulu von Strauß und Torney, Ina Seidel, Agnes Miegel, M. L. Fleißmann, Paula Ludwig, Héloise von Beaulieu, Else Lasker-Schüler [»Frühling«]). Vortragende: Charlotte Christann. Quellen: Funk-Stunde (Berlin). Nr. 7 vom 10. Februar 1928. S. 203; Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 71 (Morgen-Ausgabe) vom 11. Februar 1928, 2. Beilage (»Funk-Programm der neuen Woche«); Rigasche Rundschau. Jg. 59, Nr. 36 vom 14. Februar 1928. S. 3 (»Heute im Rundfunk«).

17. März 1929 (Sonntag) • 15.55–16.30 Uhr (Schlesische Funkstunde AG Breslau): »aus eigenen Werken«. Quelle: Arbeiter-Zeitung für Schlesien und Oberschlesien (Breslau). Jg. 11, Nr. 64 vom 16./17. März 1929 (»Rundfunk-Programm«).

16. April 1929 (Dienstag) • 22.15–23.15 Uhr (Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG Frankfurt): »Vortragsstunde Else Lasker-Schüler und Arno Nadel«. Quellen: Südwestdeutsche Rundfunk-Zeitung (Frankfurt am Main). Jg. 5, Nr. 15 (Ausgabe B. Mit Auswärt-Programm) vom 14. April 1929. S. 9; Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 73, Nr. 280 (Zweites Morgenblatt) vom 16. April 1929. S. 6 (»Radio-Programme«). – Dazu heißt es in »Das Programm der Woche« der »Südwestdeutschen Rundfunk-Zeitung« vom 14. April (S. 2): »Vortragsstunde von der gefeierten Dichterin Lasker-Schüler und von Arno Nadel, die beide aus eigenen Werken lesen«.

30. Mai 1929 (Donnerstag) • 12.00–12.25 Uhr (Westdeutsche Rundfunk AG Köln): »Lebende Dichter. Else Lasker-Schüler: Dichtungen«. Quelle: Die WERAG (Köln). Jg. 4, Nr. 21 vom 26. Mai 1929. S. 17.

3. Juli 1929 (Mittwoch) • 16.30–17.00 Uhr (Deutsche Welle GmbH Berlin): »Dichterstunde: Peter Hille. (Else Lasker-Schüler.)« Quellen: Deutsche Welle (Berlin). Jg. 2, Nr. 26 vom 28. Juni 1929. S. 415; Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 302 (Morgen-Ausgabe) vom 29. Juni 1929, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 149 (»Was sendet Europa?«); Die WERAG (Köln). Jg. 4, Nr. 26 vom 30. Juni 1929, [Beilage:] Weltfunk. S. 8. – Auf S. 408 der Rundfunkzeitschrift »Deutsche Welle« vom 28. Juni 1929 ist Else Lasker-Schülers Essay »Peter Hille« (später »St. Peter Hille«) (Wieder einmal entzückt es mich …) (KA, Bd. 4.1: Prosa. 1921–1945. Nachgelassene Schriften. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki und Itta Shedletzky. Frankfurt am Main 2001. S. 181 f.) abgedruckt, am Schluß der Hinweis: »Zum Vortrag am 3. Juli«.

7. Oktober 1929 (Montag) • 20.35–21.10 Uhr (Ostmarken-Rundfunk AG Königsberg): »eigene Dichtungen«. Quellen: Deutsche Welle (Berlin). Jg. 2, Nr. 40 vom 4. Oktober 1929, [Beilage:] Die Rundfunkwoche. S. VIII; Königsberger Allgemeine Zeitung. Jg. 54, Nr. 469 (Post-Ausgabe B) vom 6. Oktober 1929, 2. Beiblatt (»Was der Rundfunk bringt«). – Besprechung: K. R.: Rundfunkecho. Von Sonnabend zu Sonnabend. In: Königsberger Allgemeine Zeitung. Jg. 54, Nr. 481 (Post-Ausgabe B) vom 13. Oktober 1929, 5. Beiblatt (»Film und Funk«): »Daß eine so anerkannte Größe wie Else Lasker-Schüler mit eigenen Rezitationen am Mikrophon unbedingt fesseln mußte, ist eine Selbstverständlichkeit.«

23. Oktober 1929 (Mittwoch) • 21.00–21.30 Uhr (Süddeutsche Rundfunk AG Stuttgart): »Else Lasker-Schüler rezitiert aus eigenen Werken / 1. Gedichte. – 2. Hebräische Balladen. – 3. Aus ›Der Prinz von Theben‹«. Die Sendung wurde zeitgleich von der Südwestdeutschen Rundfunkdienst AG Frankfurt ausgestrahlt. Quellen: Deutsche Welle (Berlin). Jg. 2, Nr. 42 vom 18. Oktober 1929, [Beilage:] Die Rundfunkwoche. S. XVI und XVIII; Schwäbische Tagwacht (Stuttgart). Jg. 49, Nr. 245 vom 18. Oktober 1929 (»Programm des Südfunks«); Südwestdeutsche Rundfunk-Zeitung (Frankfurt am Main). Jg. 5, Nr. 42 (Ausgabe B. Mit Auswärt-Programm) vom 20. Oktober 1929. S. 10; Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 74, Nr. 791 (Zweites Morgenblatt) vom 23. Oktober 1929. S. 6 (»Radio-Programme«). – Dazu heißt es in »Das Programm der Woche« der »Südwestdeutschen Rundfunk-Zeitung« vom 20. Oktober (S. 2): »aus Stuttgart eine Vortragsstunde der lyrischen Dichterin Else Lasker-Schüler […], die auch neulich im Frankfurter Sender aus ihren Werken vorlas«. Besprechung: K. W.: Stuttgarter Radioquerschnitt. In: Schwäbische Tagwacht (Stuttgart). Jg. 49, Nr. 254 vom 29. Oktober 1929. S. 7: »Else Lasker-Schüler war als Vortragende eigener Dichtungen geradezu unmöglich.« – Am 14. November schreibt Else Lasker-Schüler an Leopold Marx in Stuttgart: »Ich bin erstaunt, daß man mich hinterging im Verein. (gelinde gesagt!) Seitdem luden mich ein 6 Funkhäuser. Ich selbst schrieb ja dem Stuttgarter Radiohaus vorzutragen.« (KA, Bd. 8: Briefe. 1925–1933. Bearbeitet von Sigrid Bauschinger. Frankfurt am Main 2005. S. 225.)

10. November 1929 (Sonntag) • 20.00–20.30 Uhr (Schlesische Funkstunde AG Breslau): »Der Dichter als Stimme der Zeit. Else Lasker-Schüler liest aus eigenen Werken«. Quellen: Deutsche Welle (Berlin). Jg. 2, Nr. 45 vom 8. November 1929, [Beilage:] Die Rundfunkwoche. S. I; Arbeiter-Zeitung für Schlesien und Oberschlesien (Breslau). Jg. 11, Nr. 263 vom 9./10. November 1929 (»Rundfunk-Programm«). – Am 26. Oktober schreibt Else Lasker-Schüler an Marcel Brion: »I have spoken my poems till now in Königsberg and in Stuttgart and the 10. Nov. in Breslau and Berlino. also in Radio.« (KA, Bd. 8. S. 225.)

2. Februar 1930 (Sonntag) • 11.30–12.00 Uhr (Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG Frankfurt): »Vorlesung aus eigenen Dichtungen«. Quellen: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 74, Nr. 88 (Zweites Morgenblatt) vom 2. Februar 1930. S. 12 (»Radio-Programme«); Südwestdeutsche Rundfunk-Zeitung (Frankfurt am Main). Jg. 6, Nr. 5 (Ausgabe B. Mit Auswärt-Programm) vom 3. Februar 1930. S. 7. – Dazu heißt es in »Das Programm der Woche« der »Südwestdeutschen Rundfunk-Zeitung« vom 3. Februar (S. 2): »Im literarischen Programm steht das Auftreten von Else Lasker-Schüler, der großen lyrischen Dichterin, voran.« – Am 30. Januar schreibt Else Lasker-Schüler an Max Dienemann: »Ich spreche am 2. Februar hier in Frankfurt auch meine hebräischen Balladen – einige im Funkhaus.« (KA, Bd. 8. S. 229.) Erneut am 1. Februar: »Ich spreche nicht im Vortrags-Saal, aber am Radio. Hier im Südwestdeutschen Rundfunk von 11 Uhr 30 Min. bis 12 Uhr vormittags morgen 2. Februar.« (KA, Bd. 8. S. 229.)

17. Februar 1930 (Montag) • 18.20–18.40 Uhr (Deutsche Welle GmbH Berlin): »Else Lasker-Schüler liest eigene Arbeiten.« Quellen: Deutsche Welle (Berlin). Jg. 3, Nr. 7 vom 14. Februar 1930. S. 125; Die Sendung (Berlin). Jg. 7, Nr. 7 vom 14. Februar 1930. S. IX. – Besprechung: Dr. AKH.: [Das Ohr im Äther.] In: Die Sendung (Berlin). Jg. 7, Nr. 9 vom 1. März 1930. S. 150: »Else Lasker-Schüler trat mit zwei Geschichten aus ihrer Elberfelder Jugend, in denen sie von ihren Eltern, von ihrem Gärtchen und von ihren Freunden erzählte, vor das Mikrofon des Deutschlandsenders. Sie war eine Enttäuschung, diese halbe Stunde, und die lag eben in diesen beiden Jugendgeschichten. Denn die Lasker-Schüler muß, wenn sie aus ihrem Werk vorträgt, Verse sprechen, diese ihre eigensten, von Melodie durchglühten Verse.«

24. Februar 1930 (Montag) • 19.35–20.00 Uhr (Funk-Stunde AG Berlin): »Else Lasker-Schüler spricht eigene Gedichte«. Quellen: Funk-Stunde (Berlin). Nr. 8 vom 21. Februar 1930. S. 230; Die Sendung (Berlin). Jg. 7, Nr. 8 vom 21. Februar 1930. S. VIII. – Besprechung: – r.: Rundfunk. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 98 (Morgen-Ausgabe) vom 27. Februar 1930, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 49: »Else Lasker-Schüler findet für ihre genialen Dichtungen keinen Verleger, aber nun wenigstens den Rundfunk und der Rundfunk sie. Wie müht sie sich um den Hörer! Wie erfüllt sie jede Zeile, jedes Wort mit Leben! Ihre Emphase hat die Kraft des Echten, und wenn sie in einer Karawanenballade das Melos zu Hilfe ruft und das Wort zu psalmodierender Musik steigert, ist man den Quellen ihrer Dichtung näher, als es je im Buch geschehen könnte.« – Am 10. Februar schreibt Else Lasker-Schüler an Marcel Brion: »Ich könnte am 26. II. in Marseille sein. Ich habe vorher noch Radio angenommen und mein Herz war auch wieder so krank.« (KA, Bd. 8. S. 230.)

3. November 1930 (Montag) • 19.40–20.00 Uhr (Westdeutsche Rundfunk AG Köln): »Lebende Dichter. Else Lasker-Schüler: Die Bäume unter sich – Mein Bruder«. Quellen: Die WERAG (Köln). Jg. 5, Nr. 44 vom 2. November 1930. S. 140; Die Sendung (Berlin). Jg. 7, Nr. 44 vom 1. November 1930. S. IX. – Am 5. Oktober schreibt Else Lasker-Schüler an Adolf von Hatzfeld: »Ich komme November, ich sprech in Köln Radio und dann sind wir alle zusammen einen ganzen Tag in Godesberg oder wo Sie wollen.« (KA, Bd. 8. S. 240.)

16. November 1930 (Sonntag) • 18.50–19.20 Uhr (Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG Frankfurt): »Stunde der Frankfurter Zeitung: Else Lasker-Schüler liest aus eigenen Werken«. Quellen: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 75, Nr. 857 (Zweites Morgenblatt) vom 16. November 1930. S. 10 (»Radio-Programme«); Südwestdeutsche Rundfunk-Zeitung (Frankfurt am Main). Jg. 6, Nr. 46 (Ausgabe B. Mit Auswärt-Programm) vom 16. November 1930. S. 9. – Am 12. November schreibt Else Lasker-Schüler an Paul Goldscheider: »Ich bin noch hier in Frankfurt. Am Sonntag lese ich in der Funkstunde, fahre dann wieder Berlin –« (KA, Bd. 8. S. 247).

1. Februar 1931 (Sonntag) • 11.30–12.00 Uhr (Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG Frankfurt): »Erlebte Geschichten von Else Lasker-Schüler«. Quellen: Die Sendung (Berlin). Jg. 8, Nr. 5 vom 30. Januar 1931, [Beilage:] Die Rundfunkwoche. S. 1; Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 75, Nr. 85 (Zweites Morgenblatt) vom 1. Februar 1931. S. 12 (»Radio-Programme«); Südwestdeutsche Rundfunk-Zeitung (Frankfurt am Main). Jg. 7, Nr. 5 (Ausgabe B. Mit Auswärt-Programm) vom 1. Februar 1931. S. 7. – Dazu heißt es in »Das Programm der Woche« der »Südwestdeutschen Rundfunk-Zeitung« vom 1. Februar (S. 2): »In der Reihe ›Erlebte Geschichten‹ wird am Sonntagvormittag eine Arbeit von Else Lasker-Schüler vorgetragen, deren Erzählungen die gleiche lyrische Glut der Sprache zeigen wie ihre Gedichte.« Besprechung: li.: Stimme aus dem Leipziger Sender. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 75, Nr. 99 (Abendblatt) vom 6. Februar 1931. S. 1: »Welch alles überwindende Kraft des Wortes, wenn die Dichterin es lispelt, summt, singt und ruft! Aus der Erinnerung nahmen die drei erlebten Geschichten, die sie uns erzählte, ihren Glanz: die Bilder waren leibhaftig. Sie krähte einmal wie ein Hahn, und er streckte den Hals, hob die Flügel und war, das bunte Gefieder, im Zimmer. Er entsprang dem braunen Kästchen, als wäre es eine Zauberbüchse. / Nach der letzten Erzählung dauerte es ein paar Sekunden, bis der Ansager oder Sprecher funktionierte. Flugs, wie eine Mutwilligkeit, aber aus lebendigem Herzen, rief Else Lasker-Schüler noch etwas nach: ›Ich grüße meine Frankfurter Freunde und Freundinnen!‹ / Wie schön war dieser private Gruß, gleichsam erstohlen war er abgesendet, er ließ die ganze Veranstaltung im Stich und verwandelte die offizielle Vorlesung der Schriftstellerin in ein Erzählen von Mund zu Ohr! / Alle technischen Dinge werden beiläufig, wenn das Wesentliche sich auswirkt.« Die Sendung war von der Mitteldeutschen Rundfunk AG Leipzig nach Frankfurt übertragen worden. – Am 24. Januar schreibt Else Lasker-Schüler an Paul Goldscheider: »Ich bin am 1. Febr. in Frankfurt/Main Funk. Bin aber in paar Tagen wieder in Berlin.« (KA, Bd. 8. S. 260.) Am 4. Februar an Adolf Grimme: »Immer gefällt mein Vortrag überall, auch kürzlich in Frankfurt Main (Frankfurter Zeitung (Funkstunde) und meine Dichtungen am Frankf. Funkhaus.« (KA, Bd. 8. S. 262.)

22. März 1931 (Sonntag) • 18.30–19.00 Uhr (Funk-Stunde AG Berlin): »›Tag des Buches‹ / (Veranstaltet vom Ortsausschuß Berlin) / Mitwirkende: / Jakob Schaffner / Ina Seidel / Else Lasker-Schüler«. Quellen: Funk-Stunde (Berlin). Nr. 12 vom 20. März 1931. S. 324; Die Sendung (Berlin). Jg. 8, Nr. 12 vom 20. März 1931, [Beilage:] Die Rundfunkwoche. S. 1; Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 136 (Morgen-Ausgabe) vom 21. März 1931, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 63 (»Was sendet Europa?«). – In seiner »Programm-Vorschau« schreibt Hermann Kasack: »Und endlich um 6.30 nm. eine vom Ortsausschuß Berlin eingerichtete Veranstaltung zum ›Tag des Buches‹, bei der neben Jakob Schaffner die Dichterinnen Ina Seidel und Else Lasker-Schüler an das Mikrophon treten werden.« (Funk-Stunde. Nr. 12 vom 20. März 1931. S. 321.) Der »Tag des Buches« wurde jährlich vom »Verband deutscher Erzähler« am 22. März, Goethes Todestag, veranstaltet. Er stand 1931 unter dem Motto »Frau und Buch«: »Der offizielle Abend, veranstaltet vom Ortsausschuß Berlin für den Tag des Buches, verlief merkwürdig glanzlos. Der Plenarsaal des Herrenhauses mäßig gefüllt – wo waren die Frauen alle – sie hätten hinzuströmen müssen, denn unzählige Verbände standen auf der Liste der Beteiligten: Jakob Schaffner, Ina Seidel, Else Lasker-Schüler lockten auf dem Programm und gaben von ihrem Besten. […] / Else Lasker-Schüler, psalmodierend, ekstatisch, singend, klirrend, in alle genialen Höhen, in die skurrilen Spielereien ihrer Dichtung führend, – trotzdem blieb die Versammlung schwunglos. Möglich, daß die ins Endlose gedehnte Rede von der Aufgabe der Frau, die Muttersprache lebendig zu erhalten – Stimme der Frau – Stimme der Zeit – der Dr. Marie Schlüter-Hermke es war, die larmoyant auf die Stimmung gedrückt hat.« (L. Z.: Frau und Buch. In: Vossische Zeitung [Berlin]. Nr. 139 [Abend-Ausgabe] vom 23. März 1931.) – Am 9. März schreibt Else Lasker-Schüler an Friedrich Andreas Meyer: »Ich spreche Sonntag von 6 Uhr 30 bis 7 Uhr Funk hier dann abends Herrnhaus um 8 Uhr am Buchtag wieder.« (KA, Bd. 8. S. 268.) – Else Lasker-Schülers Lesung wurde mitgeschnitten und ist im Verzeichnis der »Schallaufnahmen der Reichs-Rundfunk G. m. b. H. von Ende 1929 bis Anfang 1936« (S. 471) mit der Nummer 2327 (Bln 621) aufgeführt: »Else Lasker-Schüler liest ihre Gedichte: / 1. Josef in Ägypten / 2. Dank der Juden an den Papst« (Länge: 3 Minuten und 45 Sekunden). Die Aufnahme ist nicht erhalten, der Titel des zweiten Gedichts dürfte nachträglich von der Redaktion des Verzeichnisses geändert worden sein. Die Beiträge von Ina Seidel und Jakob Schaffner wurden nicht mitgeschnitten.

24. Mai 1931 (Sonntag) • 11.00–11.30 Uhr (Südwestdeutsche Rundfunkdienst AG Frankfurt): »›Der Dichter Peter Hille‹, Vortrag von Else Lasker-Schüler«. Quellen: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 75, Nr. 382 (Zweites Morgenblatt) vom 24. Mai 1931 (»Radio-Programme«); Südwestdeutsche Rundfunk-Zeitung (Frankfurt am Main). Jg. 7, Nr. 21 (Ausgabe B. Mit auswärtigem Programm) vom 24. Mai 1931. S. 8. – Dazu heißt es in »Das Programm der Woche« der »Südwestdeutschen Rundfunk-Zeitung« vom 24. Mai (S. 2): »So erzählt am Sonntagvormittag Else Lasker-Schüler von dem Freund, der ihrem Wesen am nächsten gestanden haben dürfte, dem Dichter Peter Hille. Der Referent der Programmvorschau erinnert sich noch genau einer Szene, die er als Kind mit erlebte, und die heute etwa 25 Jahre zurückliegt. In Schlachtensee bei Berlin versammelte sich auf einer Waldwiese unter der Leitung der Brüder Hart, die zu den Begründern des Naturalismus gehörten, eine Schar von Künstlern, die sich unter dem Namen ›Die Neue Gemeinschaft‹ gefunden hatten. Die Szene war bezeichnend dafür, um wieviel mehr sie eigentlich Romantiker als Naturalisten zu nennen waren. Junge Mädchen tanzten einen Reigen, und in der Mitte der Zuschauer saß als schwarzäugige Orientalin die Dichterin Else Lasker-Schüler, in deren Schoß Peter Hille seinen bärtigen Waldschrattkopf geborgen hatte.« – Im Nachlaß Else Lasker-Schülers ist folgende Notiz erhalten: »Ich grüße die wundervollen Frankf. Freunde im Namen des großen Dichterpropheten. / Ich werde zwei der kleinsten Gedichte von Peter Hille vortragen, da es außerordentlich verantwortlich ist, den Vers eines anderen Dichters wiederzugeben. Ich gehöre ja nicht zu den Interprälaten und Interprälatinnen, wie ich die allzueifrigen Deklamatoren zu nennen pflege, die sich (noch meist ungefragt) tollkühn in die rauschende Flut der Dichtung stürzen.« (KA, Bd. 4.1. S. 316.) Am 18. Mai 1931 schreibt Else Lasker-Schüler an Rudolf Presber und Werner Scheff: »Ich bin leider am 29 Mai voraussichtlich nicht in Berlin. Aber in Frankfurt Main wo ich im Funkhaus am 24. Mai über St. Peter Hille und von Ihm lese.« (KA, Bd. 8. S. 272.) Am 22. Mai an Carl Krall und Klaus Gebhard: »Ich spreche Sonntag vormittags Pfingsten 11–11,30 Min von St. Peter Hille und über Ihn für den Frankfurter/Main-Funkhaus. (KA, Bd. 8. S. 273.)«

3. Juni 1931 (Mittwoch) • 20.30–21.00 Uhr (Radio Verkehrs AG Wien [RAVAG]): »Aus eigenen Werken. Einleitende Worte: Dr. Fritz Lehner«. Quelle: Neue Freie Presse (Wien). Nr. 23965 (Morgenblatt) vom 3. Juni 1931. S. 16 (»Radio-Programm«). Die Lesung wurde in der Programmzeitschrift »Radio-Wien« (Wien) (Jg. 7, Nr. 35 vom 29. Mai 1931. S. 40) mit folgendem Text angekündigt: »Else Lasker-Schüler, eine gebürtige Elberfelderin, lebt in Berlin. Ihr erstes Werk – vorher waren nur ein Gedichtband ›Styx‹ erschienen –, ›Das Peter Hille-Buch‹, ist dem Andenken Hilles gewidmet. Else Lasker-Schüler, eine begeisterte Jüngerin Peter Hilles, ihm irgendwie wesensverwandt, weiß hier interessante Erinnerungen an den Meister zu geben, mit dem sie ›auf messianischen Wegen und Höhen, in Zeichen und Wundern‹ gewandert war. Tragen Peter Hilles Märchenwelten nordische Züge, so ist Else Lasker-Schüler ›Beduinin, Wüstentochter, ihre Märchenwelt der Orient‹. Deutlich zeigt sich dies im ›Prinz von Theben‹, in der kriegsgewaltigen Kaisergeschichte ›Der Malik‹ und in der Erzählung ›Die Nächte des Tino von Bagdad‹. Ein Drama, ›Die Wupper‹, symbolisiert in expressionistischer Art die Menschheit von heute. Ein Roman, ›Mein Herz‹, läßt ebenso wie die Erzählungen und Essays (›Gesichte‹) Else Lasker-Schülers besondere Eigenart erkennen, in jedem ihrer Werke sich selbst, ihr Sein zu gestalten. Die Lyrik (›Meine Wunder‹, ›Hebräische Balladen‹, ›Die Kuppel‹) ist durch eine besondere Auswahl prächtiger Bilder bei gleichzeitiger sparsamer Wortwahl und durch einen besonderen Rhythmus ausgezeichnet. Hier findet sich mancher Parallelismus zu den Psalmen. So zeigt sich Else Lasker-Schüler in dem Selbstbekenntnis ihres Werkes als eine besondere Erscheinung unter den deutschen Dichterinnen unserer Zeit.« In »Das Kleine Blatt« (Wien) (Jg. 5, Nr. 150 vom 1. Juni 1931. S. 3 [»Die Ravag in der laufenden Woche. Das Wichtigste aus dem Wochenprogramm der Ravag«]) erschien folgende Ankündigung: »In literarischer Hinsicht gibt es in der kommenden Radiowoche nur zwei interessante Vorlesungen. Die eine (Mittwoch um 20.30 Uhr) wird von der großen Lyrikerin und Romanschriftstellerin Else Lasker-Schüler bestritten, die, von Dr. Fritz Lehner eingeführt, aus eigenen Werken vorliest. Dann spricht (am Freitag um 17 Uhr) die Burgschauspielerin Marie Mell über Lily Braun, die Schriftstellerin, deren Werke, Memoiren einer Sozialistin, ›Im Schatten der Titanen‹, zu den gelesensten Büchern der Jahrhundertwende gehörten.« Die Lesung wurde in der »Arbeiter-Zeitung« (Wien) (Jg. 44, Nr. 162 vom 13. Juni 1931. S. 8 [»Aus der Radiowoche«]) besprochen: »Dr. Fritz Lehner gab zur Rezitation der Dichterin Else Lasker-Schüler eine inhaltlich durch verständnistiefe Einfühlung, formal durch Stilkunst und Sprachschönheit hervorragende Einleitung. Lehner ging von einem Vers ›Hinter meinen Augen stehen Wasser, die muß ich alle weinen‹ aus und kehrte nach Schilderung der rassig kraftvollen Eigenart der in ihrem deutschen Geburtsland an der Wupper wie in ihrem Stammland, dem semitischen Orient, gleich echt beheimateten Dichterin zu diesem Vers, der die Qual der Vereinsamung eines originalen Geistes spiegelt, zurück. Die Rezitation der Dichterin bot bildkräftige Lyrik metaphysischer Versenkung, Blitzlichter von sehnsuchtsvollen Wanderungen in dunklen Gefühlslabyrinthen und farbenglühende Vergeistigung orientalischen Mythos.« – Bereits am 16. Juni 1927 hatte Else Lasker-Schüler bei Paul Goldscheider angefragt: »Wohin kann man sich Wien: Radio Funkhaus wenden?« (KA, Bd. 8. S. 137.) Erneut am 15. Januar 1931: »Wie heißt das Funkhaus in Wien?« (KA, Bd. 8. S. 259.) Am 21. Mai 1931 teilt sie dann Paul Goldscheider mit: »Ich komme 3. Juni Wien, ich sprech dort am 4. Juni im Funk.« (KA, Bd. 8. S. 272.) In seinen Erinnerungen an Else Lasker-Schüler schreibt Paul Goldscheider: »Es gelang mir, für Else Lasker-Schüler einen Vortragsabend bei der Ravag in Wien zu arrangieren. […] Nach wiederholtem Verschieben saßen wir endlich in einem Vorraum oder Warteraum der Ravag. Else Lasker-Schüler, ein Dozent der Germanistik, der ihren Vortrag einleiten sollte, meine Frau und ich. Lasker-Schüler hatte Lampenfieber. Der Dozent auch. Wahrscheinlich auch ich. […] / Der Radiovortrag war sehr schön. Sie las die Hebräischen Balladen.« (P. G.: »Wo ich bin, ist es grün«. In: Lasker-Schüler. Ein Buch zum 100. Geburtstag der Dichterin. Hg. von Michael Schmid. Wuppertal 1969. S. 50–54.)

8. Oktober 1931 (Donnerstag) • 18.15–18.30 Uhr (Funk-Stunde AG Berlin): »Else Lasker-Schüler liest neue Gedichte«. Quellen: Funk-Stunde (Berlin). Nr. 40 vom 2. Oktober 1931. S. 1086; Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 466 (Morgen-Ausgabe) vom 3. Oktober 1931, [Beilage:] Finanz- und Handelsblatt (»Was sendet Berlin?«). – Besprechung: – r.: [Wir hörten im Rundfunk.] In: Vossische Zeitung. Nr. 477 (Abend-Ausgabe) vom 9. Oktober 1931, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 237: »Wenn Else Lasker-Schülers Stimme sich erhebt, spürt man momentan die dichterische Besessenheit dieser Frau und wird magisch in den Kreis ihrer dichterischen Konzeptionen hineingezogen. Neue Gedichte las sie –, es sind die alten, verändert um eine Nuance religiöser Inbrunst und mystischen Gotterlebens. Und am Schluß, in der Karawanenballade, kommt sie hart an die Grenze szenischer Darstellung, sie illustriert das Gedicht durch ein realistisch kaum deutbares Klirrgeräusch, und ihre Stimme hebt sich wie zum Ruf des Kameltreibers, während die biblische Landschaft eine kraftvolle Erneuerung erfährt. Hinter dem nüchternen Schlußwort des Ansagers bleibt ihre prophetische Gebärde seltsam groß in der Erinnerung hängen.«

24. Mai 1932 (Dienstag) • 17.30–18.00 Uhr (Funk-Stunde AG Berlin): »›Der letzte Schultag‹ von Else Lasker-Schüler. Sprecher: Die Autorin«. Quellen: Funk-Stunde (Berlin). Nr. 21 vom 20. Mai 1932. S. 488; Die Sendung (Berlin). Jg. 9, Nr. 21 vom 20. Mai 1932, [Beilage:] Die Rundfunkwoche. S. 13; Berliner Tageblatt. Jg. 61, Nr. 242 (Morgen-Ausgabe) vom 24. Mai 1932 (»Radio-Spiegel«). – Auf den Vortrag wurde in der »Funk-Stunde« mit folgendem Text hingewiesen: »Ihre ersten Dichtungen waren für die moderne Literatur wegweisend. Ihr Lebenswerk, das heute in zehn Bänden vorliegt, nimmt in der Frauendichtung aller Zeiten eine hervorragende, einmalige Stellung ein. Ihre Lyrik beschwört in prophetischen Visionen die Gesichte ihrer Seele, und fern von aller Problematik des Mannes zaubert uns ihr Herz eine bunte Märchenwelt hervor. Ihre Sprache ist einfach und locker, ein schwebendes Spiel von Gedanken und Bildern. Und immer von neuem überzeugt uns in ihrem Schaffen eine gläubige Kindlichkeit, mit der sie das Wesen von Menschen und Dingen zu gestalten weiß.« (Ks.: Else Lasker-Schüler [Zur Veranstaltung am Dienstag, 24. Mai, 5.30 nm.]. In: Funk-Stunde [Berlin]. Nr. 21 vom 20. Mai 1932. S. 493.) In »Het Vaderland« (’s-Gravenhage) (Jg. 64) vom 21. Mai 1932 (Avondblad B. S. 1) ist folgende Ankündigung abgedruckt: »Elze Lasker-Schüler leest 24 Mei door de Berlijnsche radio uit haar nieuwe boek voor.« Vgl. auch Algemeen Handelsblad (Amsterdam). Jg. 105, Nr. 34221 (Avondblad) vom 23. Mai 1932, Blatt 1. S. 2 (»Programma’s voor Dinstag 24 Mei«): »Else Lasker-Schüler draagt voor«. – Besprechung: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 256 (Abend-Ausgabe) vom 28. Mai 1932, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 147 (»Im Rundfunk«): »›Mein Herz war eine frische Herzkirsche, und das war’s ja eben – die Schule ließ mich immer den Kern spüren‹ – sagt Else Lasker-Schüler in ihrer Erzählung ›Der letzte Schultag‹, deren kühne und farbig-große Bilder ihre Stimme mit neuem Sinn erfüllte. Wie schwach wirkt dagegen, was uns sonst als zeitgenössische Lyrik aufgetischt wird: etwa die gepflegten, formal glatten Verse, die Georg A. Goldschlag las.« – Am 23. Mai schreibt Else Lasker-Schüler an Klaus Gebhard: »Ick erzähle morgen: Aus Elberfeld; im Funkhaus 5 ½ –6 Uhr (Funkstunde!) (Der erste Schultag)« (KA, Bd. 8. S. 298).

28. August 1932 (Sonntag) • 14.50–15.05 Uhr (Westdeutsche Rundfunk AG Köln): »Aus eigenen Dichtungen«. Quelle: Die WERAG (Köln). Jg. 7, Nr. 35 vom 28. August 1932. S. 395.

16. Oktober 1933 (Montag) • Else Lasker-Schüler an Carl Seelig: »Ich frage Sie wieder etwas: Kann ich wohl mal hier im Radio sprechen? Wie mache ich das? Wohin wende ich mich?« (KA, Bd. 9: Briefe. 1933–1936. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki. Frankfurt am Main 2008. S. 50.)

7. Februar 1934 (Mittwoch) • 21.30 Uhr (Radio-Genossenschaft Zürich). Am 6. Februar schreibt Else Lasker-Schüler an Leon Hirsch: »Ich spreche morgen Mittwoch 7. II. Radio um ½ 10 Uhr abends paar Gedichte.« (KA, Bd. 9. S. 86.) Im Brief an Emil Raas vom 6. Februar heißt es, ihr Beitrag werde »zwischen Orgelkonzerten« (KA, Bd. 9. S. 86) gesendet. Im Radioprogramm sind folgende Sendungen angezeigt: 21.10 Uhr (Radiogenossenschaf Zürich): »Barock-Musik«; circa 21.40 Uhr (Radio-Genossenschaft Zürich): »Zürcher Organisten spielen auf unserer Studio-Orgel.« Quelle: Schweizer Illustrierte Radio-Zeitung (Zürich). Jg. 11, Nr. 5 vom 2. Februar 1934, [Beilage:] Ausführliches Europa-Programm. S. 15. Jakob Job, der Direktor der Radio-Genossenschaft Zürich, hatte Else Lasker-Schülers Lesung erst kurzfristig ins Programm aufgenommen. Er schreibt am 31. Januar an Else Lasker-Schüler, dass er die »Vorlesung am 7. Febr., von 21.30 h. an, ins Programm einreihen« könnte, »so dass ein Orgelkonzert durch die Gedichte jeweilen unterbrochen würde.« (The National Library of Israel, Arc. Ms. Var. 501 [Else Lasker-Schüler Archive], File 5:26.) – Else Lasker-Schüler war von der Reaktion auf ihren Vortrag enttäuscht. Am 8. Februar bietet sie Jakob Job die Rückzahlung des Honorars an. Sie schreibt: »Daß ich pathetisch spreche, was mir gerade bei sogen. Deklamatorinnen auf die Nerven geht – war von Ihnen sicher nur eine Wortverwechslung. – Denn ›stark‹ sprechen und pathetisch verunglimpfen Dichtungen im Vortrag ist gerade das Gegentheil. Gerade im Radio mußte ich immerfort sprechen, da ich nicht pathetisch sprechen kann. Ich schreibe das nicht aus Eitelkeit, auch nicht aus Erschütterung – aber aus Trauer. Nie – höre ich hier von Schweizern ein liebes Wort.« (KA, Bd. 9. S. 88.)

31. Juli 1934 (Dienstag) • Else Lasker-Schüler bittet Jakob Job, Arthur Welti im Radio aus dem Schauspiel »Arthur Aronymus und seine Väter« lesen zu lassen: »Noch einen Vorschlag zur Güte – vielleicht – soll vielleicht oder wird vielleicht Herr Welti 1 oder 2 Bilder meines neuen Schauspiels vorlesen wollen? Sollen wir mit ihm sprechen? Das wäre sehr schön; vielleicht hören es dann Direktoren hier.« (KA, Bd. 9. S. 138.)

5. November 1934 (Montag) • 18.30–19.00 Uhr (Radio-Genossenschaft Zürich): »Von Blumen und Vögeln. Zwei Geschichten von Else Lasker-Schüler, gelesen von Arthur Welti.« Quelle: Schweizer Illustrierte Radio-Zeitung (Zürich). Jg. 11, Nr. 44 vom 2. November 1934, [Beilage:] Offizielle Radio-Programme für jedermann. S. 6. – An Emil Raas schreibt Else Lasker-Schüler in ihrem am 4. November begonnenen und am Tag darauf fortgesetzten Brief: »Ich war heute um 4 Uhr auf der Post; ich fand keinen Brief. Hörte dann meine zwei eigenen Geschichten: Vögel und die weiße Georgine von Dr. Weltli gesprochen im Radio-Studio. Ich war ganz alleine im Kramhof: Musikladen gegenüber von uns. Ich war sehr gerührt und saß wie dies arme Kind in den Sternthalern. Ich hörte die beiden Geschichten zum ersten Mal. Ich habe wirklich nie schleichende Gedanken – ich bin nur sehr traurig und hab Angst im Dunkeln.« (KA, Bd. 9. S. 164 f.) Den Vorschlag, »Die weiße Georgine« und »Vögel« im Schweizer Radio lesen zu lassen, hatte Else Lasker-Schüler Jakob Job am 9. August 1934 unterbreitet: »Wie fänden, Sie, Herr Doktor, ich schrieb so einen Cyklus über die Tiere und Blumen? Mir lege das sehr. Könnte man dann ab u. zu Nº 2 und Nº 3 und Nº 4 und zuguter letzt Nº 5 vorlesen lassen den Hörern der Schweizer Städte??« (KA, Bd. 9. S. 139.)

10. Mai 1935 (Freitag) • 15.30–15.59 Uhr (Radio-Genossenschaft Zürich): »Frauenstunde. Arthur Welti liest Geschichten u. Gedichte von Else Lasker-Schüler.« Quelle: Schweizer Illustrierte Radio-Zeitung (Zürich). Jg. 12, Nr. 18 vom 3. Mai 1935, [Beilage:] Offizielle Radio-Programme für jedermann. S. 25. – Am 19. Mai schreibt Else Lasker-Schüler an Jakob Job: »Ich habe leider nicht gehört als meine Dinge gelesen wurden und ich bin wirklich traurig darüber.« (KA, Bd. 9. S. 225.)

10. September 1936 (Donnerstag) • 18.30–19.00 Uhr (Radio-Genossenschaft Zürich): »Arthur Welti liest aus den Werken von Else Lasker-Schüler.« Quelle: Schweizer Radio Zeitung (Zofingen). Jg. 13, Nr. 36 vom 5. September 1936, [Beilage:] Offizielle Radio-Programme für jedermann. S. 21. – Am 12. September schreibt Else Lasker-Schüler an Jakob Job: »Ich schrieb schon eben Herr Dr. Welty wie schrecklich, daß ich nicht zu meinen Gedichten kommen konnt. Er wird es Ihnen sagen. Noch nicht mal hören konnte ich sie privat wo. Zu schmerzlich, zumal Herr Doktor Welty versteht zu lesen.« (KA, Bd. 9. S. 399.)

18. Januar 1939 (Mittwoch) • 20.10–20.40 Uhr (Palestine Broadcasting Service): »›Stage Artists’ Platform‹ – 3. Miryam Ben Gavriel. a) ›Hebrew Lesson,‹ Max Brod. b) ›My People,‹ c) ›Esther,‹ E. Lasker-Schuler. Interlude. d) ›Miryam’s Lullaby,‹ R. Baer-Hoffman. e) ›At Night,‹ S. Ben Chorin. f) ›Yaacob,‹ H. Politzer. Interlude. g) Extracts from ›A Palestinian Oratorio,‹ M. Y. Ben Gavriel.« Quelle: The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 15, Nr. 3855 vom 18. Januar 1939. S. 4 (»Wireless Programmes«).