Karl Jürgen Skrodzki

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Karl Jürgen Skrodzki, Lohmar

Else Lasker-Schüler

Gedichte aus dem Nachlass

Erkenntniß [1]

Herren Julius und Heinrich Hart und Landauer zugeeignet

Schwere steigt aus allen Erden auf,

Und wir ersticken in diesem Bleidunst.

Jedoch die Sehnsucht reckt sich und speit

Wie eine Feuersbrunst.

Es tönt aus allen wilden Flüssen

Das Urgeschrei

Adam und Evas Lied!

Wir reißen uns die Hüllen ab,

Vom Schall der Vorwelt hingerissen:

Ich nackt! Du nackt!

1.

Hasche mich .... fasse mich, ....

Eh’ der Nordsturm mich packt,

Dir fort,

Über Felsen und Klippen!

Sieh’ die Blüten zwischen den glitzernden Gräsern –

Sie duften nach Paradiesäpfeln und Kinderodem

Und küssen Tag von Deinen Lippen.

Riesengroß

Steigt aus unserm Schoß,

Zuerst wie Erfüllung zagend,

Dann sich ungestüm raffend,

Sich selbst schaffend:

Gott-Seele! –

2.

Diese brennende Furcht

Vor dem Unsichtbaren,

Vor dem Rätselklaren,

Vor der Schöpfung-Seele!

Verstecke mich Du!

Denn meine wilde Angst

Wird Scham.

Verstecke mich Du

Tief in das Auge der Nacht,

Daß mein Tag Nachtdunkel trage!

Gräber reißen ihre Höhlen auf,

Abgründeweit,

Und gieren nach uns.

O, dieser heißen Todesstille

Leichenschrei!

An dem frierenden, schwarzen Herzen des Tods

Röchelt

Unserer Sehnsucht sterbende Einsamkeit.

3.

Wie wächst diese Seele

Über die Welt hinaus!

Ihren Anfang verlierend,

Vorseits dem Morgenrot,

Über alle Zeit hinaus,

Das Ende überragend,

Ewigkeit überschweifend!

4.

Siehst Du wie der Tod uns nachstarrt,

Als ob er Augen habe,

Augen, die nicht weinen können?

Tränenmeere, die versteinert sind? –

... Schwarz geht das Auge unter,

Die blickende Sonne Gottes,

Hinter den züngelnden Ästen

Des Erkenntnißbaumes. –

Fern flüchten wir dem Paradies

Vertrieben von uns. – –

5.

Fühlst Du, wie Gott-Seele lächelt,

Unser ewiges Kind,

Und auf blauen Enzianen ausruht?

Sieh mich an, ob ich mit ihm lächle,

Das Grauen hat mich verirrt in mich!

.... Ob nicht ein Stern brennt

Rückseits der Erde?

Diese Glut, die mich umsonnt. –

Träume ich seeletrunken?

Fiebere ich im Mark der Unsterblichkeit?

Wie Abbittend

Lächelt Gott-Seele

Unser ewiges Kind.

Und spielt uns voran

Wieder ins Paradies.

Du mußt mich streicheln [2]

Jethro Bithell zum Geschenk

Ich kann die Sprache

Dieses kühlen Landes nicht

Und seinen Schritt nicht gehn.

Auch die Wolken, die vorbeiziehn

Weiß ich nicht zu deuten.

Die Nacht ist eine Stiefkönigin.

Immer muß ich an die Pharaonenwälder denken;

Und küsse die Bilder meiner Sterne.

Meine Lippen leuchten schon

Und sprechen Fernes.

Ich liege auf deinem Schoß,

Ein fremdes, buntes Bilderbuch

Aber dein Antlitz spinnt

Einen Schleier aus Weinen.

Meinen schillernden Vögeln

Sind die Corallen ausgestochen

An den Hecken der Gärten

Versteinern sich ihre weichen Nester.

Wer salbt meine toten Paläste –

Sie trugen mächtige Zinnen aus Gold

Und alle Gebete meiner Vorfahren

Versanken im heiligen Fluß.

Ein Lied aus Gold [3]

An Kete Parsenow

Nun kentert meine Seele

Du schlanke, goldene Fischin.

Durch deines Leibes Gewebe

Schimmert kühles Gold.

Ich schenke dir einen Strand

Mit goldenen Muscheln

Und mein Herz, das rauscht.

Mein Herz möchte

In deinem goldenen Schooß liegen,

Dein goldenes Spielzeug sein.

Seitdem du da bist

Seh ich die Sterne nicht mehr –

Vor lauter Golddichten.

O, du meine goldene Nacht –

Goldsyrinxe ......

Das Lied des schmerzlichen Spiels [4]

Als ich aus steigender Spiellust

Euch folgte,

Waren da nicht meine Lippen, wie bange Turteltauben –

Aber Euch ekelte vor dem lallenden Singsang meiner Liebe,

Denn Ihr saht den kahlen Himmel meines Herzens.

Ich bin geplündert, wie ein Herbstabend

Ich erwache nur noch im Sterbehemde ....

Aber ich liebe die schwarzen Lenze Eurer Nächte

Euer junges Honiggeträufel.

Ich sehne mich nach Eurem Schwirren und Summen,

Goldhonigträufelnde Nachtbienen seid Ihr.

Sind nicht meine Lippen, wie geopferte Kinder –

Aber der Sturm naht und raubt meine letzte, verwelkte Weise.

Tausendmal tausend den Gram um den Hals geschlungen,

Um Sternenewigkeit taumelnd

Jäh losgelassen! Und wie ich mich drehen muß,

So kommt doch und spielt mit mir,

Ich stöhne vor Spiellust.

Schwang sie nicht jubelnd mein Leben zu Tode,

So kommt doch und spielt mit mir

Ihr goldenen Bienen alle,

Ihr goldträufelnden Schelme und Schelminnen.

Ein Geigenliedchen [5]

Die jungen Rosen sprossen

Und erbleichen in stiller Sehnsuchtsglut.

Ich habe sie heimlich begossen

Mit meinem sprudelnden Blut. –

– Ich liebte ein kleines Mädchen

Mit sonnenfarbigem Seidengelock.

Und küßte das holde Gretchen

Oft hinter dem Rebenstock .....

Ich mußte durch Welten Wandern

Und küßte seitdem manchen rothen Mund.

Mein Mädchen und die andern,

– Sie gingen in Sehnsucht zu Grund. – – – –

Abraham Stenzel [6]

Begraben sind die Bibeljahre längst.

Wir beide tragen nur noch sehnsüchtig

Den Flor um unseren blauen Hut.

Mein Spielgefährte Hamid Stenzel:

Er gärte mit dem Mark im Stamm

Der Gottesbäume auf dem Libanon.

Der Sturm vertrieb ihn aus der Heimat

In ein hartes Land.

– Man ihm die ehrwürdige Sprache steinigte.

Und seine Zunge stolpert über das Hebräisch.

Er spricht seitdem des Gettos: Jiddisch Platt.

»Werklich«!

Stark und hilflos –

Weit gehen seine Blicke auf und schimmern,

Klar, grün, man sieht auf keuschem Grund

Der großen Jordanaugen.

Die erinnern

An die Erzväter sich.

Ein inniginnerlicher Dichter,

Und seines Herzens Unverfälschheit

Macht ihn liebwert.

Wenn wir nach Mitternacht

Im Winter durch die Straßen

Zwei edle Lasttiere trabten

Zusammen leiernd durch den Schnee –

Wie in der Wüste klangs –

– Kopf gebeugt – überall: Saharah ......

Und jedem Winde blickt er nach,

Der liebreich über seine schwarzen Haare streicht,

Denn seiner Verse Muse Kabala

Trägt ihn im Arm.

Fritz Lederer [7]

Man braucht nicht erst ins Riesengebirge reisen –

Neuschnee zu sehen;

Fritz Lederer malt ihn auf jedem Bilde.

Er ist der Sohn Rübezahls

Aus Stein und Bergklee gestaltet.

Man muß sich schon warm anziehn,

Gefütterte Schuhe nicht vergessen,

Wenn man in sein Atelier steigt;

Und nicht frieren will beim Betrachten

Seiner schneienden Landschaften

In hölzernen Rahmen.

Lederers Schöpfung – jede – eine weiße Welt!

Wenn man den Maler schon von ferne sieht

Weiß man, der kann was.

Denn nur vom Wesen künstlerischer Reinheit

Fällt so weiße Seele.

Er läßt sie glitzern, zaubert Sonnenröte,

Und goldendunkeln, still bedacht,

Vom Mond.

Er malt und schminkt nicht

Er zeichnet leuchtendweiß und hinkt nicht

Und macht nicht Moden auf der Leinwand mit.

Kunst ist eine Welt aus Blut.

Und keine Bühne, auf der man sich versucht.

Die Kunst ist Gottes und nicht degenerierbar.

Und es weißzeugen von der echten Pracht

Die wundervollen Schneegefilde

Unsers jungen Rübezahls:

Fritz Lederers.

[Es ist der Tag im Nebel völlig eingehüllt] [8]

Es ist der Tag im Nebel völlig eingehüllt

Nur angedeutet ist das Land

Fast durchsichtig gezeichnet wie auf einem Bild

Und keine Leidenschaft bewegt sich auch nicht du und ich

Kein Wunsch erzittert, regt sich.

So lange war kein Herz zu meinem mild

Die Welt erkaltete, der Mensch verblich

Der Dichter nur trägt unverändert mit sich

Des Feldes wogend Liebesbrot und seiner Blume Ebenbild.

Wo weilt der Wunderodem, der aus meinem Leben wich?

Ich streife heimatlos ein flüchtend Wild

Durch bleiche Zeiten träumend, denn ich liebe dich.

Doch deine Lippe, der der meinen glich

Ist wie ein Pfeil gespitzt, auf mich gezielt.

So einsam ist die Dichterin wohl ewiglich.

Unser Liebeslied [9]

Es fallen die Kastanien von den dunkelgrünen Bäumen,

Die du so liebst – elf schattenmächtige Feeen,

Die treu dein Haus und dich, du Rauschender, beträumen.

Wir leben lange schon im höheren Geschehen,

Ein weißer Damast liegt auf allen Seeen

Aus Zauberseide wie in meinen Reimen.

Von einem jähen Hauche kann der Vers verwehen.

Es gilt den Augenblick nicht zu versäumen,

Da Heimat gegenseitig wir im Auge sehen.

Am Hange unserer Liebe silbersüßes Schemen,

Erblüht die Königin der Nacht aus den Cakteeen.

Schwer in den Wolkenbergen – es beginnt der Herbst zu keimen, –

Taumelt um Sternenrebenüberschäumen,

Der trunkene Winzer – und beleuchtet die Alleeen.

Ein trübes Lied [10]

Ich will am Abend tauchen in die Sterne,

Daß ich den Weg zur Heimat im Gemüte nicht verlerne,

Umflorte sich auch längst mein mich vertriebenes Land.

Ich weiß du hältst wie früher meine Hand ......

Verwunschen hatten wir uns beide gerne –

Und meine Seele rauschte als dein Mund es mir gestand.

Es ruhten alle Herzen liebverwandt

Gepaart in einer Schale wie zwei Mandelkerne.

Nun aber reißt der Haß an unser Vaterland –

Die Engelschaaren klagen es dem Herrne.

Charlotte Bara [11]

Dem Doktor Rütters

Charlotte wandelt an den Nachmittagen

Durch ihre Gartengänge grünen Heiligensagen

Von frommer Dämmerung ins Himmelreich getragen.

Die heiligen Jesusfrauen: Ihre Fee’n ....

Sie hört wenn sie vom Leiden Christi klagen,

Der schon im Weltenanfang sah die Welt verwehen.

Sie aber lernte auf den Spitzen ihrer Füße stehen

Von den Cypressen, die das Weltenende überragen.

Zu einem sanften Tanze hebt sich leicht ihr Gehen.

Zwei weiße Schäferhunde folgen ihrem Wagen,

Erzählten ihre Gliederweisen uns vom höherem Geschehen.

Marianne von Wereffkin [12]

Ihrem Santos

Marianne steht schon in den Morgenstunden,

Perlenborden grüngelbrote um den Hals gewunden

An dem Autokarren mit den anderen Kunden

Und kauft Kirschen, die ihr ganz besonders munden.

Marianne kleidet sich so ungezwungen

Und ihr Temperament macht Ehre allen Straßenjungen.

Doch auf ihres Herzens Balaleika,

Ist das süße Liebeslied noch nicht verklungen.

Mariannens heiße Bilder offenbaren

In der bunten Wildnatur die Tänze der Tartaren.

Zwischen Schellen in der Troika

Naht ein Brautpaar,

Das sich auf der Zauberleinwand »gerad’« gefunden.

Mein Volk [13]

Mein Volk wird morsch, dem ich entspringe,

Und meine Gotteslieder singe.

Jäh stürz ich vom Weg

Und riesele ganz in mir

Allein, fernab über Klagegestein

Dem Meer zu!

Hab mich so abgeströmt

Von meines Volkes Mostgegorenheit –

Und immer immer noch

Der Widerhall in mir

Wenn schauerlich gen Ost,

Das morsche Felsgebein,

Mein Volk zu Gott schreit!!

Dänischer Prinz [14]

Ich schloß die Augenlider

Immer wieder und

Öffnete die Augen immerfort

Ich sah Euch spielen am geheimnißvollen Ort.

Und dann im dänischen Palast.

Das Licht fiel grün und dann wie Flieder

Ihr Hoheit, gönntet Euch nach dem Erlebten keine Rast.

Und fechtetet mit dem Rapir

Wie ich auch einst gefochten

Halb furchtbar

Und halb wie beim Spielen

Um dann die Spitze in das Herz des Anderen zu kühlen.

Marianne von Wereffkin [15]

Der großen Malerin

»betet für sie« ... So stand es in der Traueranzeige.

Marianne spielt mit den Farben Rußlands malen:

Hellgrün, rosa, weiß;

Das Kobaltblau, ihr innigster Spielgefährte.

Marianne von Wereffkin –

Ich nannte sie den adeligen Straßenjungen

Schon früher in der Russenstadt, im ganzen Umkreis

Den Streich gepachtet.

Ihren Vater, der Verweser Alexanders,

Trug sie im Medaillon um ihren Hals.

Marianne malte ihn – achtjährig war sie erst:

»Es fiel vom Himmel eine Meisterin.«

Goldene Saat wächst auf ihrer Landschaft,

Wenn gottgefällig sich ein Bauernvolk

Im Kreise um die reiche Ernte freut.

Man hört vom Turm Geläut, malt sie den Sonntag.

Mariannens Bilder sind Geschöpfe,

Sie atmen und voll Leben strömen sie.

Und wie ein Meer und wie ein Wald

Bergen sie auch tiefsten Frieden in sich.

Mariannens Seele und ihr unbändig Herz

Spielen gern zusammen Freud und Leid.

Genau wie sie die Melancholie

Hinmalt in zwitschernden Farbentönen.

[Sir!] [16]

Sir!

Wenn man in Cafés oder Bars,

Noch – hintern Sternen – – gestern wars,

So viel verzehrt und Gläser leert,

Und Memphis raucht und Parisienne –

Dem gehts nicht allzu schlecht – und wenn!

Doch einer Rüge höchstens wert.

Ich bin der Schimmelpfennigrappen Detektivbureau

Und so –

Und aus Erfahrung kenn ich meine Leute.

Es geben welche, die zu schwelgen pflegen heute

Und morgen pauvre essen irgendwo.

»Fleischlen« im Herzen, Sonne in der Milz.

Wenn etwas aber auszufressen, mir es gilts.

Im Grunde – weinte ich gerührt, etwas – geziert,

Beim Lesen jeder Ihrer Büttenseiten.

Guirlanden glaubt man Ihre Schrift von weitem,

Und nicht zerpflückt wie bei mir hingeschmiert

Und nachträglich erst manicürt.

Wie Sie, Thorquato, hat noch nie jemand erkannt

Bis in die Ein und Ausgeweide,

Mich und mein zweites Mich, ich glaub wir sind verwandt,?

Wir beide –

Vielleicht am Wahltag wahlverwandt.

Gedicht zu singen auf die Melodei: Wär ich geblieben doch auf meiner Haide.

Sascha [17]

Senna Hoy

Er war schön und klug

Und gut.

Und betete wie ein Kind noch:

Lieber Gott mach mich fromm,

Daß ich in den Himmel komm.

Ein Magnolenbaum war er

Mit lauter weißen Flammen.

Die Sonne scheint –

Wir spielten um ihn fangen.

Seine Mutter weinte sehr

Nach ihrem »wilden großen Jungen«

Neun Jahre blieb sein Leben stehn,

Neun Jahre mit der Zeit gerungen

Hat er! Mit Ewigkeiten.

Da er den Nächsten liebte

Wie sich selbst,

Ja, über sich hinaus!

Verloren: Welten, Sterne,

Seiner Wälder grüne Seligkeit.

Und teilte noch in seiner Haft

Sein Herz dem Bruder dem –

Gottgeliebt, da er nicht lau ist;

Der Jude, der Christ ist

Und darum wieder gekreuzigt ward.

Voll Demut stritt er,

Reinen Herzens litt er, gewittert er!

Sein frisches Aufbrausen

Erinnerte an Quelle .....

Aller Quellen.

Doch in der Finsternis zwiefacher,

Böser Nüchternheit des Kerkers,

Schrieb er mit Ruß der Schornsteine:

Lebensernste.

Rindenherb, hindusanft

Erlöste ihn der Tod.

Hinter kläglicher Aussicht Gitterfenster

Unbiegsamen Katzenpupillen

Starb er im Frühgeläut.

Leopold Krakauer [18]

Leopold Krakauers Zeichengemälde

Sind Geschöpfe.

Von der Gestalt ungeheurer Kameelbuckel

Oft grau und sandfarben enthäutet.

Man vernimmt das Herz des Wüstenberges

Noch entschlafend pochen auf dem Bilde.

Es wartet wie die Hingeschiedenen in der Gruft des Ölbergs

Auf seine Auferstehung.

Auf seinen Rebstock

Auf sein Blumerblühen.

Der Zeichner haucht, ein Schöpfermensch,

Den Bildern Seele ein.

Liebreich wie Gott den Heiligen Bergen:

Sinai, dem Gestein Moabs und Gilboas.

Des Künstlers Höhen erheben sich,

Weit über Zeichenblatt zur Ewigkeit empor.

In ihren Stein umrissenen Schalen,

Ruhen Adern, Gewebe, und Organe.

Und – überall, und grenzenlos –

Einsames, greises Schweigen.

Ursprüngliche Bauten, Kuppel über Kuppel.

Es sucht ein müder Gotteswanderer die Pforte.

Erzsynagogen der Engel –

Die sich versammeln zur Flügelgemeinde.

Im Hauch der schlichten Schöpfung

Spielt des Zeichners Versunkenheit.

Die stolzen Sarkophage auch auf dem Bogen,

Bewahren Gottes verlorenes Ebenbild.

Der Menschheit verlorene Schatz .......

Was sind wir Geschöpfe ohne Gottes bewegendes Lächeln?

Erkaltete Hügel und Berge.

[Melech David in Juda saß] [19]

Melech David in Juda saß,

Leutselig auf dem Throne,

Wenn er Kartoffelpuffer aß.

Auf seinem Kopf die Krone.

Mit Pfaunfett backte ihn sein Koch

Nach neustem Kochbuchhefte;

Und wenn der Melech ihn nur »roch«!!!

Vergaß er seine Staatsgeschäfte;

Und Bathsebâh und Salomo und Absalom

»Was wissen die vom Puffer schon!!«

Wenn aufgewärmt die allverehrte Kochperson

Dem Melech früh und höchst servierte –

– Mit Händen manikürte, –

Den Puffer in Gesellschaft einer Cafébohn.

Werner Kraft [20]

Ein Troubadour tiefsten Formats.

Er singt vor dem Wolkenfenster der leisverschleierten Welt.

Ist sie doch seine unsterbliche Geliebte, –

Herre Werner ihr ehrerbietiger Kavalier.

Hört! die Welt ist nicht verloren –

So lang ein Sänger sie besingt! ..

Ein edler Rittersporn steigt er empor

Am Bogenfenster seiner Dame,

Der Welt! ......

Mit großer Zucht geschrieben,

Tönen Vers an Vers gereiht,

Melancholisch – Krafts Gedichte.

Es blutet sehnsüchtig des Verses Herz.

Über ureigenes versunken

Entgleitet er jäh.

Verwundert erwacht sein Auge

Im Glanz des Mittags.

Das Buch seiner Gedichte:

Abbild des innerst innigen Menschen.

Man lese in seinem Buch:

Traum und Erwachen.

Und zweite dir gereichte Versgabe

Das wundervolle Gedicht: Orpheus.

Ungeheuer, hold zu gleicherzeit:

Die Verwandlung der Angst.

So verdunkelt und gelichtet,

Ist nur ein wahrer Dichter im Stande zu dichten,

Der schon bei Lebzeiten

Sein Körperverließ von sich abzuschütteln vermag,

Die ihm anvertraute Seele,

Ganz im befreienden Licht steht.

Tausendmal verzaubert sein Wort,

Ehe des Verses Melone dem Leser gereicht.

Werner Kraft [21]

Meinem feinen Freund

Ein Troubadour tiefsten Formats.

Er singt vor dem Wolkenfenster der leisverschleierten Welt.

Ist sie doch seine unsterbliche Geliebte.

Herre Werner ihr ehrerbietiger Kavalier.

Hört! Die Welt ist nicht verloren –

So lang ein Dichter sie besingt!!

Edler Rittersporn steigt er empor

Am Bogenfenster seiner Dame:

Der Welt! ....

Mit großer Zucht geschrieben,

Tönen Vers an Vers gereiht –

Melancholisch – Krafts Gedichte.

Es blutet sehnsüchtig des Verses Herz.

Das schon bei Lebzeiten

Sein Körperverließ abzuschütteln vermag.

Die ihm anvertraute Seele

Ganz im befreienden Lichte steht.

Tausendmal verzaubert er sein Wort

Bevor er des Verses Melone dem Leser reicht.

Ein Lied [22]

So sag mir doch –

Ich liebe dich –

Bevor der Tag ganz dunkel wird.

Mein Lebenlang

Und immer noch

Bin müde ich umhergeirrt.

Ich liebe dich.

Ich liebe dich.

Ich liebe dich .......

Es färben deine Lippen sich –

Die Welt ist taub,

Die Welt ist blind;

Und ihre Wolke

Und das Laub.

Nur wir und noch –

Der Anfang sind.

Ich liebe dich ......

An – [23]

Es ist so dunkel heut am Heiligen Himmel

Ich und die Abendwolke suchen nach dem Mond,

Wo beide wir einst vor dem Erdenleben

Schon nahe seiner stillen Leuchtewelt gewohnt.

Darum möcht immer ich die Hand dir geben –

Ich hab so Angst um Mitternacht.

Es schreckt ein Traum mich aus vergangnem Leben

An den ich gar nicht mehr gedacht.

Ich pflückte mir so gern vom Morgenweinberg Reben –

Doch hat die Finsterniß »mich« auserdacht –

Und deinem tiefen Wunderleben

Als heiliges Opfer dargebracht.

Doch es verblutet, was du mir, ich dir gegeben –

Und auch das ewige Sternenzeichen

Unserer engverknüpften Hand.

Und neben mir und dir und fern daneben

Tröstet mich ein Fremder übermannt.

Ich habe einen Liebsten, Holdester, nunmehr,

Am Abend warten vor der Tür.

Da du, ein Stein mich stießest in den schlammigen Sand,

Gefährdend mich auf seinem Weg dem Zweiten überließest.

Die Dichterin [24]

An Ernest Apoll

Ich säume liebentlang im Morgenlicht – – –

Längst lebe ich vergessen im Gedicht.

Du hast es einmal weich gesprochen.

Ich weiß den Anfang –

Weiter weiß ich nicht.

Doch – höre ich mich schluchzen im Gesang,

Wenn in des Psalmes blauer Melodie,

Du feierlich die Völker tauchst und liebest sie.

An – [25]

Mein Angesicht liegt nachts auf deinen Händen

Es leuchten stille Kerzen von den Wänden

Und werfen um mich einen feierlichen Schein.

Ich will dein heiliger Widder sein

Führ mich zur Opfergabe in den Hain

Die Welt bricht auf an allen Enden

Und an den Stöcken glüht in zarten Ampeln süßer Wein.

Und Mond und Sterne gehen auf mit meinem Herzen im Verein.

Um meine Lenden sprießen feierlich verzückt: vergessene goldene Legenden.

Und die Welten um mich streiten sich

Und berauschen sich am blutigen Weine.

Weißt du noch im Mondenscheine?

Du und ich –

Ehe noch mein Herz verblich

Und ich deinem Herzen glich

Tausendmalundeins verklärt um dich –

Bette meine Liebe fürsorglich

Zwischen leisverpochenden Gebeine –

Müde bin ich wie der rote Rotdorn

Und der weiße Kleine –

An der Hecke drüben und – sich mußten lieben

Und – nie fanden sich –

Mein armes Lied [26]

Ach die Tage lassen mich

Und ihre finsteren Abendstirne ganz alleine

Und die Welten um mich streiten sich

Und berauschen sich im blutigen Weine.

Weißt du noch im Mondenscheine

Du und ich –

Ehe noch mein Leib verblich

Und ich deinem Herzen glich –

Tausendmalundeins – Allleid verstrich –

Bette meine Liebe fürsorglich

Zwischen leisverpochendem Gebeine –

– Müde bin ich wie der rote Rotdorn

Und der weiße Kleine

An der Hecke drüben – und sich mußten lieben –

Und nie fanden sich.

Ich schlafe in der Nacht – [27]

Ich schlafe in der Nacht an fremden Wänden

Und wache in der Frühe auf an fremder Wand.

Ich legte mein Geschick in harten Händen

Und reihe Thränen auf,

So dunkle Perlen ich nie fand.

Ich habe einmal einen blauen Pfad gekannt

Doch weiß ich nicht mehr

Wo ich mich vor dieser Welt befand.

Und – meine Sehnsucht will nicht enden! ....

Vom Himmel her sind beide wir verwandt

Und unsere Seelen schweben übers Heilige Land

In »einem« Sternenkleide leuchtend um die Lenden.

Mit dir, Goldlächelnden. – [28]

In meinem Herzen wächst ein Rosenzweig

Sein Duft berauscht so weich den Sinn.

Vernimm das Bächlein rauschendes

In meiner Grube tief im Kinn.

Und immer kommt die Nacht –

Nach ihr der Tag im kühlen Wolkenlinn’.

Springt eine Welle an den Strand

Ergreif ich sie ganz schnell mit meiner Hand.

Zu spiegeln mich – daß ich noch bin

Und du in meiner dunklen Pupill.

Dann schweben wir unmerklich still

Ins blaue Land empor beseeligend traumhin

An Ernest von Ehmals [29]

Noch lächelt zitternd mein Gerank

Beseeligend von deinem Engelhold Gesang, Ernest.

Ich bin eine Blüte, die nur blüht

Und nimmer denkt, Ernest.

Du weißt es wenn dein Knie sich senkt

Im Gebet.

Es ist so kalt und spät, Ernest,

Ernest.

Die Welt wird greis und alt

Sie löscht mein Herz aus bald.

[Du kannst nach Haus] [30]

Du kannst nach Haus –

Ich baute dir dein Heim

Aus warmen Wort in meinem Reim.

Ich aber liege zwischen Stern und Stein – Ernest.

Mein Blut fließt hin –

Dunkler Wein

Durch die Gassen ....

Es reicht mir manchmal,

Ernest, eine hohle Hand

Mitleidsvoll wie in pochenden Tassen

Einen Trank, Ernest.

Wenn blütenhaft von deinem Holdgesang

Mein Auge ihn betrachtet lang und bang.

Abschiedslied an Ernest [31]

Ich kann die Augen nicht mehr öffnen weit,

Die einst verschwistert auf und niedergingen mit der Zeit.

Auch hat die Dämmerung sie trüb gefärbt

Vom Gold des Lichtes unerbitterlich enterbt.

Am Abend klagen die Sterne .........

Ernest, ich halte deine Hände fest! ..

Innigverwachsenes Geäst

Deine und meine beiden.

– Es sang ein Vogel heut im Nest

Im Mandelbaume in den Weiden

Ein weiches Lied von uns und meinen Leiden.

Ernest ......

Sag einmal nur: Ich »liebe, liebe, liebe liebe« dich

Daß meine Seele länger nicht vor Scham erröte –

Wenn auch von deiner Lippe Pfad

Das blaue »Glückskleeblatt« verwehte.

Beseeligt blühte auf vom Hauch des Lethe

Die Trauerrose meines Leibes Beete.

Es sammeln Wolken sich aus Wüstensand

Verschleiern die süße Himmlischkeit der Ferne –

Ich lege meine Hand in deine Hand

Im matten Mondenschein so gerne.

Sie ist mein Ruheort mein Heimatland.

Bald trägt auf seinen Rücken mich der Ozean

Zurück in die verlassenen Städte

In der ergrauten Früh im Riesenkahn.

Die Wellen bilden eine Liebeskette.

Wer säet auf deinen Wegen – Poesie?

Wir werden uns begegnen, Ernest, fürder nie –

Selbst unsere Erinnerungen meine deinen nie, Ernest.

Es zieht das Pferd den Karren unter schwerbeladener Müh,

Und Peitschenhieben, Ernest.

Doch es erzählt beim Grasen auf dem Rasen

Hinter Kraut und Farren allem Vieh

Von eines Menschen »irrigem« Liebes-Herzen,

– Es kommt der Wolf und

Frißt es mit dem Liebesschmerzen.

Doch niemals meine Hand die deine – läßt. – –

Hüll »diese« Zeile

In die Note deiner holden Stimme ein –

Und verweile – Ernest – – – – –

An Ernest [32]

Ich kann die Augen nicht mehr öffnen

Vor starrer Müdigkeit –

Die einst verschwistert auf und untergingen mit der Zeit.

Auch hat die Dämmerung sie trüb gefärbt –

Vom Gold des reichen Lichtes grausamlich enterbt

...... – Am Abend weinen die Sterne – ......

Es sammeln Wolken sich aus Wüstensand

Verschleiern dicht den Strahl der Ferne

Ich lege meinen Kopf auf deine Hand – im matten Mondenscheinen.

Sie ist mein Ruheort, mein Heimatland –

Sie birgt Erinnerungen – seltsame, die weinen.

Mein Abschiedsbrief [33]

An Ernest

Ich kann die Augen nicht mehr öffnen weit,

Die einst verschwistert auf und untergingen mit der Zeit.

Auch hat die Dämmerung sie trüb gefärbt

Vom Gold des Lichtes grausamlich enterbt.

– Am Abend klagen die Sterne –

Ernest – – – – –

Ich halte deine Hände fest –

Innigverwachsenes Geäst

Deine und meine beiden.

Es sang ein Vogel heut im Nest

Im Mandelbaume in den Weiden:

Daß ich nicht mehr vor Scham erröte:

Ein weiches Lied von meinen Leiden.

Ernest .....

Sag einmal nur: Ich liebe dich!

Und wenn von deiner Lippe auch

Das blaue Glückskleeblatt verwehte –

Es blühte auf die Trauerrose auf dem Beete

Leuchtend meines Leibes, Ernest.

Bald trägt mich hohe See

In noch verschlafender Früh

Zurück in die verlassenen Städte.

Und niemand säet auf deinem Pfade, Ernest, Poesie.

Und werden uns begegnen, Ernest,

Selbst unsere Erinnerungen, meine

Deinen nie, Ernest .....

Ich aber werde weiterstreifen, Ernest,

Durch nachtergraute Früh.

Es zieht das Pferd den Karren

Schwerbeladenen mit hoffnungsloser Müh –

Und – Peitschenhieben.

Doch es erzählt beim Grasen allem Vieh

Auf dem Rasen von meines Herzens treuen Lieben

Zwischen Weiß und Rotdorn, Ernest.

»Ach niemals meine Hand die deine läßt« ....

Hüll »diese« Zeile, Ernest,

In deine Stimme verweile Ernest holder Noten ein ..

Es sammeln Wolken sich aus Wüstensand

Im matten Mondenscheine,

Verschleiern die süße Himmlischkeit der Ferne

Ich lege meinen Kopf auf deine Hand

Sie ist mein Ruheort, mein Heimatland

Und birgt verblaßte Träume seltsame, die weinen

[Ich wollte wir lägen an einer Bucht] [34]

Ich wollte wir lägen an einer Bucht

Wo sich Wellen zwängen durch steinerne Spalten

Noch unerlöst und unversucht.

Du, unsere Liebe ist am Erkalten

Glühend erhalten blieb nur

Sie konnte im Frühling sich nicht entfalten

Ein Liebeslied [35]

Nun stirbt das Laub der Bäume wieder

Und aller Vögel weiche Liebeslieder

In jedem einzigen späten Blatt.

In deinen dunkelen Indianerhaaren

Duftet noch des Nadelwalds Gefieder.

Die Sonne küßte seine Farbe satt.

Bald schneien kalte Wintersterne nieder

Sie reifen weiß im Silberarm der Wolkenglieder

Ich weiß noch, – als sie Wölkchen waren

Der Himmel öffnete die jungen Augenlider –

– Wir waren eingeschlummert beide müde –

Mild übte sich der Lenz im Regnen der Etüde.

[Es war im Frühling] [36]

Es war im Frühling

Den ich feierlich empfing

Bis dahin führte ich

Ein betusam Leben

[Die winzigen Mönche am Baum] [37]

Die winzigen Mönche am Baum

Behüten alle Gärten in ihrem Blumentraum

Herbstmänner mit Wolkenbärten

Stürmen über dem Weltenraum

Es künden Stürme an ihre himmlischen Depeschen.

Im Garten [38]

Es wachsen dieses Jahr auf unserem Beete

Lilare und gelbe Fingerhüte

Von gleicher Farbe

Wie Bonbons in Walters Düte.

Der Walter ist mein Bräutigam

8 Jahre alt!

Wir beide sind genau so alt,

Im gleichen Alter.

»Das Naschen, Kinder, ungesund«!

Pipst seine Großma’ Friederike.

Ich nicke – und stecke mir ein gelbes dickes in den Mund.

Die Jette unsere Köchin meint

Der Walter läßt mich kalt –

Den Ernst von drüben habe ich viel lieber!

»Ach seine edele Gestalt« ....

»Und frischen Strümpfe um Wadenglieder.«

.... »Ach .....«

Und Jette dampft mit allen Suppennudeln im Fieber.

Der Ernst sitzt auch mit mir auf unserer Bank.

.... Wir zählen dann die – Sterne.

Auch seine Murmeln

Gläserne hab ich so gerne

Er schiebt mir ab und zu die bunteste in meine Hand.

Um seinen Hut trägt Ernst dasselbe Band

Wie ich ein Gürtel um die Taille.

Mit einem Schloß wie Mandelkerne aus Emaille

Und gucken immer in die Ferne.

.... In die Ferne .....

[Hat man die Gelbsucht und wird gelb und gelber] [39]

Hat man die Gelbsucht und wird gelb und gelber,

Ist es die Hauptsach, daß sie einem steht.

Das weiter heilt sich von selber,

Und weiter weiteres vergeht.

Ich wär so gern von Kerem Abraham gekommen

Wo ich mit zweien Hunden in Pension.

Mit Chokoladenplätzchen und Bombommen

Ich sagte es schon Ihrem Sohn durchs Telephon.

Ich wünsche Besserung und alles Schöne,

Und grüße Sie und die Sirene

Und grüße immerwieder noch einmal.

Mir ist zu Mut so oberflächlig, halbwegs kahl

Tatsächlich

[Was hat die Lieb mit der Saison zu tun] [40]

Was hat die Lieb mit der Saison zu tun

Was sollen diese Possen, ....

Ich weiß mir sind im Januar

Die heißesten Thränen geflossen.

[Fleißig wie ein Bienenschwarm] [41]

Fleißig wie ein Bienenschwarm

Schreibt die Hand an meinem Arm

Schon in aller Tagesfrühe

Wie es Euch nun geht und wie es

Bleibet hier im Alpenlande

Zwischen Ostbühlalp und Mondkalbalp.

Zwischen Wolken u. Gestirn

Sterne glitzern in den

Das Lied vom Gutsein mit dem Gutschein [42]

Ich hab ein Reich beseessen von Haupt und Scheitelstädten

Und immer war es drinnen warm, es kannte keine Nässen

So reich war niemand einst wie ich war! Wetten?

Ich tat nur Gutes, ach ich könnt es sonst vergessen.

Gutes und wieder Gutes und noch einmal – Gutes – fast vermessen.

Contre myself – – – ich trüge heute goldene Schulterketten.

Statt einem alten Regenschirm, wenn Wolken sich zusammen pressen.

Ich war so gut, mir wird noch weiland übel und beseessen.

Vor Gutsein – und gilt es heute auf der Hutsein oder ohne Hut sein,

Doch Frühjahr kommt und ich erhole mich vom Gutsein zwischen Blattsalat und Kressen

[Meine Freiheit] [43]

Meine Freiheit

Soll mir niemand rauben.

Sterb ich am Wegrand wo, liebe Mutter,

Kommst du und hebst mich

Auf deinem Flügel zu Himmel.

Ich weiß dich rührte mein einsam Wandeln,

Der spielende Tiktak

Meines Kinder Herzens.

[Die mich hassen] [44]

Die mich hassen

Die mich lieben

Durch Straßen und durch Gassen

Zusammen mit dem Lasttier ruhelos getrieben

Von Herz zu Herz von dir nach mutwilligem Belieben

Durch Schmerz und Schmerz

Mich im Liebesweh zu üben

O in der Dämmerstunde meine Traurigkeit – – –

Ich fahr allein, denn war bereit

Mein Ziel noch hinter Mond und Ewigkeit.

[Die Dämmerung holt die Sichel aus der Dunkelheit] [45]

Die Dämmerung holt die Sichel aus der Dunkelheit

Und steckt sie mir ans Wolkenkleid

Ich bin die Nacht

Verletz dich nicht an mir, gieb acht

Noch hat der Hirt die goldenen Lämmer nicht gebracht

[Ich friere] [46]

Ich friere

Und halte mich vor deiner Türe

In Schneegedanken wie ein Greis

In der Erinnerung Eis

Es     meine Glieder.

[Mich führte in die Wolke mein Geschick] [47]

Mich führte in die Wolke mein Geschick –

Wir teilten säumerisch mein erdentschwertes Glück.

Ich dachte viel an Julihimmel –

Du sahst das Blau in meinem Blick.

Und schwebten mit den Vögeln auf

Ein Silberrausch .....

Bevor die Welt brach das Genick.

Und auch wir beide blieben nicht verschont

– Und träumen trübe unterm bleichen Rosenstrauch im Mond

Die Lande unter uns: verblichnes Mosaik.

[Wir treiben alle durch den Ozean der Luft] [48]

Wir treiben alle durch den Ozean der Luft.

Und jedem Wind weiht jede Blume ihren Duft

Und immer landet nur der Tod

Wenn Gott vom Deck den Müden ruft

Nach schöpfungsaltem Urgebot.

Es wachsen bleiche Sträucher doch sie blühen rot

Ein Lächeln steigt aus meines Herzens Gruft

Doch bunte Sommer sind vom Wetter schwer bedroht

Der Mensch ahnt nichts von ihrer Not

[Man muß so müde sein] [49]

Man muß so müde sein

Wie ich es bin

Es schwindet kühl-entzaubert meine Welt aus meinem Sinn

Und es zerrinnen alle Wünsche tief im Herzen

Gejagt und wüßte auch nicht mehr wohin

Verglimmen in den Winden alle Kerzen

Und meine Augen sehen alles dünn.

Dich lasse ich zurück mein einziger Gewinn

Und bin zu müde dich zu küssen und zu herzen

Man muß so müde sein ........ [50]

Man muß so müde sein wie ich es bin

Es schwindet kühl entzaubert meine Welt aus meinem Sinn

Und es zerrinnen meine Wünsche tief im Herzen.

Gejagt und wüßte auch nicht mehr wohin

Verglimmen in den Winden alle meine Kerzen

Es bricht mein Leib bevor ich dein noch bin

Dich lasse ich zurück, mein einziger Gewinn

Ein nicht zu teilender

Es teilen sich in dir die Nächte meiner Schmerzen.

[Ich bin so müde] [51]

Ich bin so müde

Und es senken sich

Gottes Augenlider

Ewiger Friede

Über mein Herz

Engel meiner Brüder heben mich

Aus dieser Welt voll Schmerz.

Ich bin so müde

Tag und Nächte trennen sich.

Ich lasse meinen Leib gehüllt in Flieder

Dem letzten Tag des März.

Ich schaue – Gott im Himmelssüde ....

So stirbt der Mensch und du und ich.

[Ich weiß nicht] [52]

Ich weiß nicht

Wie ich sagen soll –

Man wird von Armut schließlich toll,

Den Menschen groll.

Ich bin so traurig übers Maß –

Da ich einst auf den Zweigen saß,

Des frohen Liedes voll.

Mein Wort den alten vis à vis

Den Mensch und Menschen jung wie die

[O Gott ich bin so müde] [53]

O Gott ich bin so müde

Von Augenlide zu Augenlide

Schwimmt mein Gedanke hin

Und bin nicht wo ich bin

Das Lied in der Etüde

Das stille Blau im Sinn

Nimm von mir all all Gewinn

Und kommt einmal der Friede

[Die Thräne, die du beim Gebete weinst] [54]

Die Thräne, die du beim Gebete weinst

Verklärt dein Angesicht

Und hebt es bis zu Gott

Doch dein Lächeln

Pflückt sich ein Engel aus den Winkeln Deines Mundes

[Am Freitag in der Abendstunde] [55]

Am Freitag in der Abendstunde

Knieen wir vor unseren Kerzen

Gott erweiche ihre Herzen

Am Freitagabend brennt das Licht

Und welches aufsteigt in die Himmel

Gott übersieht die kleinste Kerze nicht

Freitag abend ruhen wir in Gott

Und Gott in unseren Herzen

[Ich falte meine Hände betend in der Abendstunde] [56]

Ich falte meine Hände betend in der Abendstunde

Und auch dasselbe höre ich aus aller Juden Judenmunde

Die wir am Freitagabend knien vor den Kerzen:

Erbarme dich lieber Vater und erweiche ihre Herzen.

Mein Leib und meine Seele sollen weiter fasten

[Ich falte meine Hände betend in der Abendstunde] [57]

Ich falte meine Hände betend in der Abendstunde

Und auch dasselbe höre ich aus aller Juden Judenmunde

Die wir am Freitagabend knieen vor den Kerzen

Gott, lieber Vater erweiche ihre Herzen.

Weil wir die kleinste Zahl unter seinen Völkern Ihm gewesen

Hat Er uns lieb, die Liebe hält uns wach ein brennend Mal

Und unseren älteren Brüdervölkern ans Herz gelegt

O Gott erweiche ihre Herzen

Wir weinen alle in der Abendstunde

Und knieen vor den Sabbatkerzen

Wir flehen alle Gott erweiche

[Ein einziger Mensch ist oft ein ganzes Volk] [58]

Ein einziger Mensch ist oft ein ganzes Volk

Doch jeder eine Welt

Mit einem Himmelreich wenn er der Eigenschaften uredelste pflegt:

Gott.

Gott aufsprießen läßt in sich

Gott will nicht begossen sein mit Blut.

Wer seinen Nächsten tötet,

Tötet in ihm aufkeimend Gott.

Wir können nicht mehr schlafen in den Nächten

Und bangen mit den

Wir wollen

[O Gott wie soll dich meine Klage rühren] [59]

O Gott wie soll dich meine Klage rühren

Da alle Menschen auf der Erde fast

In ihren Herzen tragen tiefe Last

Und ihre Kinder hungern hinter allen Thüren

Darum auch sollen meine Lippen schweigen

Die Not ist groß,

Dämmerung [60]

Ich suche eine Hand der meinen gleich

Ich hab das Leben, es hat mich verstoßen

Und lebe angstvoll nun im Übergroßen

In irdischer Leibeshülle schon in Ewigkeit

Und bin ich auch am Morgen blütenreich

Und übernacht froh aufgeschossen

Vom seligen Zauber übergossen

So färben meine Wangen meine Spiegel bleich

Dämmerung [61]

Ich halte meine Augen halb geschlossen

Graumütig wird mein Herz und weich

Die Welt verwandelt sich, ein grenzenloser Teich

Und heilige Angst hemmt seine Flossen

Am Morgen war ich blütenreich

Und über Nacht froh aufgeschossen

Vom Zauber meiner Tränen übergossen

Nun färben meine Wangen meine Spiegel bleich

[Ich suche eine Hand der meinen gleich] [62]

Ich suche eine Hand der meinen gleich

Mich hat das Leben, ich hab es verstoßen

Und lebe angstvoll nun im Übergroßen

Im irdischen Leibe schon im Himmelreich.

Und in der Frühe war ich blütenreich

Und über Nacht froh aufgeschossen

Vom Zauber eines Traumes übergossen

Nun färben meine Wangen meine Spiegel bleich

Mein Sterbelied [63]

Bin welk und mürbe –

Mir ist, als ob ich stürbe –

Ja, gestorben »bin.«

Entblättert ist mein Sinn, –

Das Licht meiner Augen – trübe.

Der Himmel meiner Liebe

Sank in die Grube,

In mein steiles Kinn

Es blühen in meiner Stube

Deine Lieblingsblumen zwischen Immergrün

Und meinem Rosmarin.

Doch alle beglückenden Farben,

Seit meines Lebens Anbeginn

Aus meinem Leben entfliehn,

Die mich ganz bunt umwarben,

Starben ....

Um mit dem Wolkenbild

In die Himmlischkeit zu ziehn.

Mein Sterbelied [64]

Bin welk und mürbe –

Mir ist, als ob ich stürbe –

Ja – gestorben bin.

Entblättert ist mein Sinn

Und meine Augen trübe.

Der Himmel meiner Liebe

Sank in die Grube

In mein steiles Kinn.

Es blühen in meiner Stube

Seine Lieblingsblume zwischen Immergrün

Und mein Rosmarin.

Doch alle beglückenden Farben

Aus meinem Leben entfliehn:

Ein Wolkenbild blaß zerfließen –

Die Zeichen auf seinen Händen.

Schimmernder Thau –

Und mag und mag nicht enden

Die einst ich golden blau

* * *

Anmerkungen

[1] »Erkenntniß« • Manuskript: Stadt- und Landesbibliothek Dortmund (11.423). Frühe Fassung des Gedichts »Erkenntnis«, das 1905 in Der siebente Tag erschien.

[2] »Du mußt mich streicheln« • Manuskript: University Library Leeds (Ms. 199). Else Lasker-Schüler übersandte das Gedicht am 1. Oktober 1909 an den englischen Literaturwissenschaftler Jethro Bithell (1878–1962). Es erschien mit dem Titel »Heimweh« in der Fackel vom 31. Januar (Umschlag: 4. Februar) 1910 (Jg. 11, Nr. 294/295, S. 27).

[3] »Ein Lied aus Gold« • Manuskript: Privatbesitz. Else Lasker-Schüler übersandte das Gedicht am 27. Februar 1910 an Karl Kraus (1874–1936). Es wurde von Helene Kann (1877–1949) in einem Exemplar der Hebräischen Balladen von 1920 aufbewahrt und 1993 mit der Bibliothek Helene Kanns versteigert.

[4] »Das Lied des schmerzlichen Spiels« • Manuskript: Badische Landesbibliothek Karlsruhe (K 2643), Bibliothek Alfred Mombert (1872–1942). Mombert hat das Gedicht in seinem Exemplar von Else Lasker-Schüler Gesammelten Gedichten aufbewahrt.

[5] »Ein Geigenliedchen« • Manuskript: Stadtbibliothek Wuppertal, Else Lasker-Schüler-Archiv (A 141).

[6] »Abraham Stenzel« • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:44 [Satzvorlage Konzert]).

[7] »Fritz Lederer« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:40).

[8] [Es ist der Tag im Nebel völlig eingehüllt] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:3). Auf: Brief von Heinz Kahn (1902–1993) an Else Lasker-Schüler vom 11. Januar 1934. Entwurf des Gedichts »Die Verscheuchte«, das im März 1934 in der Zeitschrift Die Sammlung (Amsterdam) (Jg. 1, H. 7, S. 384) erschien.

[9] »Unser Liebeslied« • Typoskript: Stadtbibliothek München, Nachlass Klaus und Erika Mann. Eine weitere maschinenschriftliche Reinschrift des Gedichts übersandte Else Lasker-Schüler am 5. November 1934 an Emil Raas (1910–1993): The National Library of Israel, Jerusalem, Emil Raas Collection (Arc. 4º 1821).

[10] »Ein trübes Lied« • Typoskript:The National Library of Israel, Jerusalem, Emil Raas Collection (Arc. 4º 1821). Else Lasker-Schüler übersandte das Gedicht am 5. November 1934 an Emil Raas (1910–1993).

[11] »Charlotte Bara« • Manuskript: Privatbesitz. Das Gedicht ist im Spätsommer 1935 in Ascona entstanden.

[12] »Marianne von Wereffkin« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:52). Das Gedicht ist im Spätsommer 1935 in Ascona entstanden.

[13] »Mein Volk« • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:157 [Typoskript Das Hebräerland]).

[14] »Dänischer Prinz« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:140). Else Lasker-Schüler besuchte am 13. Oktober 1936 eine Vorstellung von Skakespeares Hamlet im Zürcher Schauspielhaus, bei der Ernst Ginsberg (1904–1964) die Titelrolle spielte.

[15] »Marianne von Wereffkin« • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:67). Marianne Werefkin starb am 6. Februar 1938 in Ascona.

[16] [Sir!] • Typoskript: Wienbibliothek im Rathaus, Teilnachlass Friedrich Torberg. Friedrich Torberg (1908–1979) hielt sich vom Juni 1938 bis zum Frühjahr 1939 in Zürich auf.

[17] »Sascha« • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:56). Überarbeitete Fassung des Gedichts »Ernst Toller«, das am 6. Januar 1925 in der Zeitschrift Die Weltbühne (Jg. 21, Bd. 1, Nr. 1, S. 17) erschienen war. Mit »Sascha« (»Senna Hoy«) ist Johannes Holzmann (1882–1914) gemeint. In ihrem Nachruf auf Ernst Toller (1893–1939), der am 23. Juni 1939 in Tamzit Itonejnu (Jerusalem) (Jg. 3, Nr. 1241) erschien, hat Else Lasker-Schüler die Lebensschicksale von Toller und Holzmann miteinander verglichen. Etwa gleichzeitig dürfte auch das vorliegende Gedicht entstanden sein.

[18] »Leopold Krakauer« • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:70). Entwurf zum Gedicht »Leopold Krakauer«, das am 12. Januar 1940 in der Jüdischen Welt-Rundschau (Jerusalem) (Jg. 2, Nr. 2, S. 6) erschien.

[19] [Melech David in Juda saß] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Nachlass Kurt Wilhelm. Auf: Brief von Else Lasker-Schüler an Kurt Wilhelm (1900–1965), wahrscheinlich vom 2. September 1941.

[20] »Werner Kraft« • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:96).

[21] »Werner Kraft« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:96).

[22] »Ein Lied« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Ernst Simon Archive (Arc. 4º 1751/633). Auf: Brief von Else Lasker-Schüler an Ernst Simon (1899–1988) vom 14. September 1942.

[23] »An –« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:192).

[24] »Die Dichterin« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:169).

[25] »An –« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:91).

[26] »Mein armes Lied« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:170).

[27] »Ich schlafe in der Nacht –« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:94).

[28] »Mit dir, Goldlächelnden. –« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:95).

[29] »An Ernest von Ehmals« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:184).

[30] [Du kannst nach Haus] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Ernst Simon Archive (Arc. 4º 1751/633). Auf: Brief von Else Lasker-Schüler an Ernst Simon (1899–1988), vielleicht 2. Maihälfte 1943.

[31] »Abschiedslied an Ernest« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:182).

[32] »An Ernest« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:183).

[33] »Mein Abschiedsbrief« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:186).

[34] [Ich wollte wir lägen an einer Bucht] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:99).

[35] »Ein Liebeslied« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:23).

[36] [Es war im Frühling] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:105).

[37] [Die winzigen Mönche am Baum] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 3:29).

[38] »Im Garten« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:24).

[39] [Hat man die Gelbsucht und wird gelb und gelber] • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:29).

[40] [Was hat die Lieb mit der Saison zu tun] • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:32). Auf: Einführung zur ersten Lesung des Schauspiels IchundIch am 20. Juli 1941 in Jerusalem.

[41] [Fleißig wie ein Bienenschwarm] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:104).

[42] »Das Lied vom Gutsein mit dem Gutschein« • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:93).

[43] [Meine Freiheit] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:141).

[44] [Die mich hassen] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:143). In einem karierten Notizbuch eingetragen.

[45] [Die Dämmerung holt die Sichel aus der Dunkelheit] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:143). In einem karierten Notizbuch eingetragen.

[46] [Ich friere] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:143). In einem karierten Notizbuch eingetragen.

[47] [Mich führte in die Wolke mein Geschick] • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:112). Auf: »Anfang« betitelte Vorrede zum Schauspiel IchundIch vom 9. Juli 1943.

[48] [Wir treiben alle durch den Ozean der Luft] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:102).

[49] [Man muß so müde sein] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:101).

[50] »Man muß so müde sein ........« • Typoskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:1).

[51] [Ich bin so müde] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:103).

[52] [Ich weiß nicht] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:145). In einem karierten Notizblock eingetragen.

[53] [O Gott ich bin so müde] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:145). In einem karierten Notizblock eingetragen.

[54] [Die Thräne, die du beim Gebete weinst] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:98).

[55] [Am Freitag in der Abendstunde] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:89).

[56] [Ich falte meine Hände betend in der Abendstunde] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:147).

[57] [Ich falte meine Hände betend in der Abendstunde] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:92).

[58] [Ein einziger Mensch ist oft ein ganzes Volk] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:90).

[59] [O Gott wie soll dich meine Klage rühren] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:88).

[60] »Dämmerung« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:139). In einem liniierten Schreibheft.

[61] »Dämmerung« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:139). In einem liniierten Schreibheft.

[62] [Ich suche eine Hand der meinen gleich] • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:139). In einem liniierten Schreibheft.

[63] »Mein Sterbelied« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:110). Auf: Prosamanuskript »Der Antisemitismus«.

[64] »Mein Sterbelied« • Manuskript: The National Library of Israel, Jerusalem, Else Lasker-Schüler Archive (Arc. Ms. Var. 501, 2:97).