Karl Jürgen Skrodzki

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Karl Jürgen Skrodzki, Lohmar

Else Lasker-Schüler. Beiträge zu Leben und Werk

Ein Verzeichnis für die Jahre 1903–1945

Aktualisiert: 16. Januar 2016.

1895

Berliner Adreß-Buch für das Jahr 1895. Unter Benutzung amtlicher Quellen hg. von W. & S. Loewenthal. Mit dem neuesten Plan von Berlin. Jg. 27. Berlin: W. & S. Loewenthal [1895]. – Dr. med. Berthold Lasker (Bd. 1. S. 761): »NW Brücken Allee 16. III.« und »Instit. f. chronische Hautleiden, C Alexanderstr. 67a.«

1896

Neues Adreßbuch für Berlin und seine Vororte. 1896. Berlin: August Scherl [1896]. – S. 598: »Lasker, B., Dr. med., pr. Arzt, Instit. f. Hautkrankheiten, C Alexanderstr. 67a. Wohn. NW Brücken Allee 22, Gartenh.«

1897

Adreßbuch für Berlin und seine Vororte. 1897. Unter Benutzung amtlicher Quellen. Mit der Beigabe: Plan von Berlin und Umgebung. Berlin: August Scherl [1897]. – Bd. 1. S. 723: »Lasker, B., Dr. med., pr. Arzt, Instit. f. Hautkrankheiten, C Alexanderstr. 42 I. Wohn. NW Brücken-Allee 22, Gartenh. 9–12, 3–6. auß. Freit., Sonnt. 9–3.« Im Adreßbuch für 1898 sind beide Anschriften verzeichnet, ab 1899 wird nur noch die Anschrift der Praxis angegeben.

1903

Braun, Lily: Die Lieder der neuen Frau. In: Die Zukunft (Berlin). Bd. 42, Heft vom 28. März 1903. S. 494–505. – S. 498: Hinweis auf Else Lasker-Schüler.

* * *

Berliner Adreßbuch 1903. Unter Benutzung amtlicher Quellen. Mit der Beigabe: Großer Verkehrs-Plan von Berlin und Vororten. Berlin: Berliner Adreßbuch-Gesellschaft August Scherl [1903]. – Bd. 1. S. 996: »Lasker-Schüler, Else, Frau, W Uhlandstr. 173.174.« Herwarth Walden ist mit folgenden Angaben verzeichnet (S. 1886): »Tonkünstler, Direct. e. Conservatoriums, W Ludwigkirchstr. 1, Gartenh. I. 4–5, Sonnt. 11 ½ –12 ½.« Die Anschrift Ludwigkirchstraße 1 ist auch in den Adreßbüchern für 1904 und 1905 angegeben.

Kürschners deutscher Litteratur-Kalender auf das Jahr 1903. Hg. von Hermann Hillger. Jg. 25. Mit einem Porträt. Leipzig: G. J. Göschensche Verlagshandlung [1903]. – Spalte 783: erster Eintrag für Else Lasker-Schüler. Adresse: »Uhlandstr. 173/174 Garten pt.« Als Geburtsdatum ist der 11. Februar 1876 angegeben.

1904

Hille, Peter: Else Lasker-Schüler. In: Kampf. Zeitschrift für – gesunden Menschenverstand. N. F. Nr. 8 vom 26. März 1904. S. 238 f.

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Lublinski, S[amuel]: Die Bilanz der Moderne. Berlin: Siegfried Cronbach, 1904. – S. 167 f.: Else Lasker-Schüler »ist durchaus Romantikerin im modernen Sinn. Sie symbolisiert nur ihr eigenes Innenleben und gelangt dabei ganz von selbst zur Farbe und zum malerischen Eindruck. […] Ihre besondere Note erlangt sie, wenn sie zeitweilig alle Ängste von sich abschüttelt und ihre Sehnsucht und die Erfüllung dieser Sehnsucht in überirdisch zarten Traumvisionen ausspricht und vorwegnimmt. In solchen Augenblicken hat sie ein paar Gedichte geschaffen, die in bedeutender Weise die moderne Lyrik bereichern.«

1905

Der Welt-Spiegel. Illustrierte Halbwochen-Chronik des Berliner Tageblatts. Nr. 41 vom 21. Mai 1905:

»Die ›Modernen‹ an ihrem Stammtisch in einem Café des Westens.« Am Tisch rechts Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden.

1906

-o-: Frauenlyrik unserer Zeit. Herausgegeben von Julia Virginia. Verlag Schuster & Löffler, Berlin. In: Neue Hamburger Zeitung. Jg. 11, Nr. 563 (Abend-Ausgabe) vom 1. Dezember 1906, 4. Beilage. – »[…] wir finden die Susman, Kurz, Miegel, Forbes-Mosse, Strauß-Torney, Puttkamer, Sauer, Lachmann, Voigt-Diederichs, Klett und manch anderes echtes Talent noch […], vermissen nur – von der Beutler abgesehen, die nichts hergeben wollte – die Lasker-Schüler und etwa noch einige Neulinge wie Inge Maria, Frieda Sarsen, Grete Wolf. […]«

* * *

Berliner Adreßbuch 1906. Unter Benutzung amtlicher Quellen. Mit der Beigabe: Großer Verkehrs-Plan von Berlin und Vororten. Berlin: August Scherl, Deutsche Adreßbuch-Gesellschaft [1906]. – Herwarth Walden (Bd. 1. S. 2389): »Tonkünstler, Direkt. e. Konservatoriums d. Mus., W 15, Ludwigskirchstr. 12 Gh. pt. (Tel. Wilm. 2249.) 4–5, Sonnt. 10 ½ –11 ½.« Die Anschrift Ludwigskirchstraße 12 ist auch im Adreßbuch für 1907 angegeben.

Führer durch die moderne Literatur. 300 Würdigungen der hervorragendsten Schriftsteller unserer Zeit. Hg. von Dr. H[anns] H[einz] Ewers unter Mitwirkung der Schriftsteller: Victor Hadwiger, Erich Mühsam, René Schickele und Dr. Walter Bläsing. Berlin: Globus Verlag [1906]. – S. 115: »Else Lasker-Schüler, geb. 1876 zu Elberfeld, lebt in Berlin. Zwei Lyrikbände liegen bisher von dieser Dichterin vor, ›Styx‹ und ›Der siebente Tag‹, aus denen ein leidenschaftliches, aber wenig klares Temperament ausströmt, das kühne, farbenstrotzende Bilder findet, und dessen wilde Zuckungen alle Formregeln vergessen. Dämonische Ausbrüche wechseln mit mystischen Empfindungen. Else Lasker-Schüler gehört zu den seltsamsten Erscheinungen unter den dichtenden Frauen der Gegenwart.« Der Artikel wurde von Erich Mühsam verfaßt.

1908

Berliner Adreßbuch 1908. Unter Benutzung amtlicher Quellen. Mit der Beigabe: Großer Verkehrs-Plan von Berlin und Vororten. Berlin: August Scherl, Deutsche Adreßbuch-Gesellschaft [1908]. – Herwarth Walden (Bd. 1. S. 2727): »Tonkünstler, Direkt. e. Konservatoriums d. Musik, W 50, Spichernstr. 19 Gh. hpt. T. VI. 12787, wochent. 4–5.«

1909

Berliner Adreßbuch 1909. Unter Benutzung amtlicher Quellen. Mit der Beigabe: Großer Verkehrs-Plan von Berlin und Vororten. Berlin: August Scherl, Deutsche Adreßbuch-Gesellschaft [1909]. – Herwarth Walden (Bd. 1. S. 2875): »Tonkünstler, Direkt. d. Vereins für Kunst, Wilmersdf., Katharinenstr. 5 Gh. I (Post Halensee.) T. Wi. 2580. Wochent. 4–5.« Die Anschrift Katharinenstraße 5 ist auch in den Adreßbüchern für 1910, 1911 und 1912 angegeben.

Lublinski, Samuel: Der Ausgang der Moderne. Ein Buch der Opposition. Dresden: Carl Reissner, 1909. – S. 196: »Ich habe die wichtigsten Vertreter und Träger dieser besonderen lyrischen Gattung – ich nenne als die Stärksten unter ihnen Alfred Mombert, Else Lasker-Schüler und in gewissem Sinn auch Peter Altenberg – in meinem früheren Buch über die Moderne charakterisiert, und ich habe nichts zurückzunehmen, was ich über den persönlichen Wert jener Talente damals zu sagen hatte, wenn ich mich schliesslich auch gezwungen sah, über die Gattung als solche und über den Impressionismus überhaupt gründlich umzulernen.«

1911

Weiß, Richard: Else Lasker-Schüler. In: Die Fackel. Jg. 13, Nr. 321/322 vom 29. April 1911. S. 42–50.

Kraus, Karl: [Notizen.] In: Die Fackel. Jg. 13, Nr. 323 vom 18. Mai 1911. S. 11. – Karl Kraus berichtet: »Am dritten Leseabend (der, am 15. Mai, wieder vom Akademischen Verband für Literatur und Musik veranstaltet wurde) hat der Herausgeber der Fackel Dichtungen seiner Mitarbeiter und eigene Arbeiten vorgelesen. Das Programm hatte zwei Abteilungen: Else Lasker-Schüler: Sterndeuterei, Unser Kriegslied, Weltende, Die Stimme Edens, Meine Mutter, Ein alter Tibetteppich, Streiter; […]. Der Ertrag der erfolgreichen Veranstaltung fiel den Dichtern Else Lasker-Schüler und Peter Altenberg zu.«

Drey, Arthur: Else Lasker-Schüler. In: Die Aktion. Jg. 1, Nr. 15 vom 29. Mai 1911. Spalte 461 f. – Gedicht auf Else Lasker-Schüler.

K. F.: Die Lyrik der Frau Else Lasker-Schüler. In: Hamburger Fremdenblatt. Jg. 83, Nr. 297 vom 19. Dezember 1911. S. 2. – Über den unrechtmäßigen Nachdruck von Else Lasker-Schülers Gedicht »Leise sagen«.

* * *

Führer durch die moderne Literatur. Dreihundert Würdigungen der hervorragendsten Schriftsteller unserer Zeit. Begründet von Hanns Heinz Ewers. Neue, vollständig durchgearbeitete Ausgabe mit zahlreichen Porträts in Photographiedruck. 16.–21. Tausend. Berlin: Globus Verlag, 1911. – S. 112: »Else Lasker-Schüler, geb. 1876 zu Elberfeld, lebt in Berlin. Zwei Lyrikbände liegen bisher von dieser Dichterin vor, ›Styx‹ und ›Der siebente Tag‹, aus denen ein leidenschaftliches, aber völlig unklares Temperament ausströmt, das kühne, farbenstrotzende Bilder findet, aber dessen wilde Zuckungen alle Formregeln vergessen. Ihre neueren Prosaarbeiten sind künstlerisch kaum zu werten, ihr Peter-Hillebuch hingegen ist ein Werk von starken dichterischen Qualitäten und wurde aus persönlichen Erinnerungen gestaltet. Ihrem Schauspiel: ›Die Wupper‹ fehlt der dramatische Impuls nicht, doch finden sich auch hier Unklarheiten.« Der Artikel ist mit dem Pseudonym »Dr. Walter Bläsing« (»Dr. B.«) gezeichnet.

1912

Schmidt-Rottluff, Karl: Der Prinz von Theben. [Zeichnung.] In: Der Sturm. Jg. 2, Nr. 95 vom Januar 1912. S. 759. – Else Lasker-Schüler nahm die Zeichnung 1912 in »Mein Herz« (S. 115) auf.

Kraus, Karl: Razzia auf Literarhistoriker. In: Die Fackel. Jg. 13, Nr. 345/346 vom 31. März 1912. S. 30–43. – S. 39 f.: »Daß die bessere Literatur und die feineren Schapseln meinen Vorlesungen fern bleiben, ist erwünscht. Daß aber die bessere Literatur und die feineren Schapseln sich von dem Abend Else Lasker-Schülers absentiert haben, war mir persönlich zwar auch angenehm, aber verdient doch, bemerkt zu werden. Ich hatte die Absicht, eine Liste der Herren anzulegen, die ihr Fernbleiben im Gegensatz zu der Usance beim Concordiaball, nicht einmal entschuldigt hatten. Ein andermal tu’ ichs sicher. Ich werde kontrollieren, wie schlecht sich die Leute auch dann gegen die Kunst benehmen, wenn sie ihren Stoff nicht gerade aus ihrer Haut schneidet, wenn sie in Mondweite von ihrem Gewimmel lebt und ihnen nichts anderes getan hat, als daß sie eben Kunst ist. Da spielen sie nicht mit. Ich bin mir selbst schuld, weil ich ein Flegel bin. Zu mir werden sie nicht geladen, und werden es nie erleben, geladen zu werden. Ich lasse meinen Wert nicht bezifferern. Zu Else Lasker-Schülers Auftreten aber waren sie geladen. Sie mochten mit Recht befürchten, daß sie ihre Wunder erleben und ihre Überlegenheit verlernen könnten; und daß vor Musik und Bild einer Sprache ihnen jenes Hören und Sehen vergehen könnte, welches sie zur ferneren Erfüllung ihrer schundigen Pflicht noch dringend brauchen. Es konnte ja dahin kommen, daß sie, unvermögend, ihren Strobl, Ewers, Salten, Wert-, Auern- und Oppenheimer künftig noch gerecht zu werden, sich ein Leids antäten. Das wollten sie nicht. Vor der Kunst siegt der Selbsterhaltungstrieb. Sie beschlossen, ihre Karten verfallen zu lassen. Alles gerettet!« Else Lasker-Schüler hatte am 11. März in Wien auf Einladung des »Akademischen Verbands für Literatur und Musik« gelesen.

Hatvani, Paul: Vorlesung Else Lasker-Schüler. Wien am elften März 1912. In: Der Sturm. Jg. 3, Nr. 105 vom April 1912. S. 6. – Gedicht auf Else Lasker-Schüler. Zur Lesung in Wien am 11. März 1912.

Dallago, Carl: Karl Kraus, der Mensch. In: Der Brenner. Jg. 2, H. 24 vom 15. Mai 1912. S. 871–894. – Über das Verhältnis von Karl Kraus zu jüdischen Lesern und jüdischen Künstlern schreibt Carl Dallago (S. 879): »Richtig mag sein, daß Kraus im eigenen Volke im allgemeinen wenig Neigung erweckt, obwohl Fähigste darunter ihm anhängen. Eine ausgesprochene Überlegenheit wird von der Allgemeinheit der Zunächststehenden zumeist als störend empfunden. Trotzdem erschließt sich Kraus freudig jeder echten Begabung in seinem Volke, wenn sie ihn groß genug dünkt. Wie sorgsam hätschelt er nicht Peter Altenberg, wie verehrt er nicht Else Lasker-Schüler!«

Kraus, Karl: [Notizen.] In: Die Fackel. Jg. 14, Nr. 351/352/353 vom 21. Juni 1912. S. 53 f. – »Ich halte Else Lasker-Schüler für eine große Dichterin. Ich halte alles, was um sie herum neugetönt wird, für eine Frechheit.«

W[alden], H[erwarth]: Deutsche Dichter und Deutsche Richter. In: Der Sturm. Jg. 3, Nr. 119/120 vom Juli 1912 und Nr. 121/122 vom August 1912. S. 102–104 und S. 114 f. – Über den unrechtmäßigen Nachdruck von Else Lasker-Schülers Gedicht »Leise sagen«.

1913

Wied, Pauline Fürstin zu und Selma Lagerlöf, Richard Dehmel, Karl Kraus, Adolf Loos, Helene Fürstin Loutzo, Karin Michaelis, Peter Nansen, Walter Otto, Arnold Schönberg: [Spendenaufruf zugunsten Else Lasker-Schülers.] In: Die Fackel. Jg. 14, Nr. 366/367 vom 11. Januar 1913. Innenseite des hinteren Umschlags.

Moerner, Gerhard: Gedanken über Else Lasker-Schüler. In: Zeitung für Literatur, Kunst und Wissenschaft. Beilage des »Hamburgischen Correspondenten«. Jg. 36, Nr. 2 vom 19. Januar 1913. S. 10–12.

Wied, Pauline Fürstin zu und Selma Lagerlöf, Richard Dehmel, Karl Kraus, Adolf Loos, Helene Fürstin Loutzo, Karin Michaelis, Peter Nansen, Walter Otto, Arnold Schönberg: [Spendenaufruf zugunsten Else Lasker-Schülers.] In: Berliner Tageblatt. Jg. 42, Nr. 37 (Abend-Ausgabe) vom 21. Januar 1913.

Höllriegel, Arnold [d. i. Richard Arnold Bermann]: Für Else Lasker-Schüler. In: Berliner Tageblatt. Jg. 42, Nr. 40 (Morgen-Ausgabe) vom 23. Januar 1913. – Polemische Stellungnahme zum Spendenaufruf für Else Lasker-Schüler.

Binder, Heinrich: Die bunte Woche. In: Krefelder Zeitung. Nr. 74 vom 26. Januar 1913. – Korrespondentenbericht aus Berlin; polemische Stellungnahme zum Spendenaufruf für Else Lasker-Schüler.

Zech, Paul: Else Lasker-Schüler. Eine Einführung in ihr dichterisches Werk. In: Der Zeitgeist (Beiblatt zum »Berliner Tageblatt«). Nr. 6 und 7 vom 10. und 17. Februar 1913 (Beiblatt zu Jg. 42, Nr. 73 und 86).

Wied, Pauline Fürstin zu und Selma Lagerlöf, Richard Dehmel, Karl Kraus, Adolf Loos, Helene Fürstin Loutzo, Karin Michaelis, Peter Nansen, Walter Otto, Arnold Schönberg: [Spendenaufruf zugunsten Else Lasker-Schülers.] In: Prager Tagblatt. Jg. 38, Nr. 46 (Morgen-Ausgabe) vom 16. Februar 1913. S. 8.

[Anonym:] [Else Lasker-Schüler.] In: Prager Tagblatt. Jg. 38, Nr. 51 (Morgen-Ausgabe) vom 21. Februar 1913. S. 6 (»Vorträge«). – Otto Pick hatte am 20. Februar auf Einladung des Vereins »Frauenfortschritt« im »Deutschen Haus« in Prag über Else Lasker-Schüler gesprochen: »[…] Pick erzählte von der seltsamen Art der Lasker-Schüler, ihrem Leben im Kaffeehaus, den grotesken Titeln, die sie ihren Verehrern beilegt und zeichnete dann ihr literarisches Bild. In der sonst durchaus mittelmäßigen deutschen Frauendichtung der Gegenwart nimmt sie eine einzige Stellung ein. Wie ihr Freund Peter Hille, von dem sie als ›Sankt Petrus Hille‹ in ihren Erinnerungen erzählt, gehört sie zu den mächtigsten Gestalten innerlicher Erlebnisse. Ihre Lyrik, in der bezeichnender Weise immer das Familiengefühl, Liebe zu Mutter und Kind, mitschwingt, erhebt sich zur Gleichsetzung von Ich und Welt, Ich und Gott. Der Vortragende gab eine feine Analyse der Gedichte und Prosawerke Else Lasker-Schülers und erwähnte ihr bisher unaufgeführtes Drama ›Die Wuppertaler‹. […]«

Goetz, Bruno: Neue baltische Lyrik. (Schluß.) In: Deutsche Monatsschrift für Rußland (Reval). Jg. 2, Nr. 3 vom März 1913. S. 247–257. – S. 251: »Mit diesen Gedichten steht Elfriede Skalberg als Ebenbürtige neben den größten deutschen Dichterinnen. Ihre Verse überragen alles, was von zeitgenössischen Dichterinnen geschaffen worden ist. Man vergleiche dieses inbrünstige Schauen und heilige Erschauern ihrer Kunst mit der parfümierten Salon-Erotik einer Marie Madeleine, mit den formlosen, manieriert konfusen Dichtungen der Lasker-Schüler, mit den gartenlaubereifen Sentimentalitäten einer Anna Ritter. Alle diese Dichterinnen reden über die Dinge des Lebens in poetischer Sprache. Elfriede Skalberg schaut und stellt das Erschaute und Erlittene in blutvollen, gedrängten, straffen Versen von einem so persönlichen Klang und Rhythmus, daß man jede Zeile, die sie geschrieben, als von ihr herstammend erkennen kann.«

Kraus, Karl: [Notizen.] In: Die Fackel. Jg. 14, Nr. 370/371 vom 5. März 1913. S. 33. – Zum Spendenaufruf für Else Lasker-Schüler.

Bethge, Hans: Else Lasker-Schüler. In: Berliner Börsen-Courier. Jg. 45, Nr. 137 (Morgen-Ausgabe) vom 23. März 1913, 2. Beilage. S. 12.

Freund, Ida: Mein Erlebnis mit Else Lasker-Schüler. In: Bohemia (Prag). Jg. 86, Nr. 81 (Morgen-Ausgabe) vom 23. März 1913. S. 17. – Über eine Begegnung in Berlin.

Bethge, Hans: Die Dichterin Else Lasker-Schüler. In: Sozialistische Monatshefte (Berlin). Jg. 19, Bd. 1, H. 6 vom 27. März 1913. S. 362–364.

[Stern, Josef Luitpold:] Paul Zech: »Das schwarze Revier.« Verlag A. R. Meyer, Berlin-Wilmersdorf. In: Arbeiter-Zeitung (Wien). Jg. 25, Nr. 87 (Mittagsblatt) vom 31. März 1913. S. 5 (»Vom Büchertisch«). – »Wir benützen den Anlaß, um von einer dichterischen Kraft zu reden, die jeden packen muß, der an sie herankommt. Else Lasker-Schüler, eine sprachschöpferische Dichterin, ist in der genannten Sammlung mit ›Hebräischen Balladen‹ vertreten. Es sind wunderschöne Gedichte darunter, wie gleich das Leitgedicht. In anderen hinwieder scheint uns der Ausdruck über den Inhalt hinauszugehen, aber auch hier ist der Klang der Worte fortreißend. Else Lasker-Schüler, die durch ihre Kunst über die meiste Lyrik unserer Tage hinausgehoben wird, ist in Not und auch für sie muß gesammelt werden – ein einsames Dichterherz verlangt, seine Gaben ausströmen zu lassen; soll die Not dauernd einen Damm bilden dürfen?«

Wied, Pauline Fürstin zu und Selma Lagerlöf, Richard Dehmel, Karl Kraus, Adolf Loos, Helene Fürstin Loutzo, Karin Michaelis, Peter Nansen, Walter Otto, Arnold Schönberg: Ein Aufruf für Else-Lasker-Schüler. In: Die Freistatt. Jg. 1, Nr. 1 vom April 1913. S. 68 f.

St[rauß], L[udwig]: Für Else-Lasker-Schüler. In: Die Freistatt. Jg. 1, Nr. 1 vom April 1913. S. 69. – Stellungnahme zum Spendenaufruf für Else Lasker-Schüler.

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. (Nach einer Aufnahme aus dem Atelier Bender, Elberfeld.) [Fotografie.] In: Saturn. Jg. 3, H. 4 vom April 1913. S. 101.

[Anonym:] Die Dichterin und der Polizist. In: Bohemia (Prag). Jg. 86, Nr. 92 (Abend-Ausgabe) vom 5. April 1913. S. 2 (»Tagesnachrichten«). – Über einen Vorfall auf dem Altstädter Ring in Prag.

Leppin, Paul: Prag als Großstadt. Ein Bahnhofsidyll. In: Bohemia (Prag). Jg. 86, Nr. 96 (Morgen-Ausgabe) vom 9. April 1913. S. 5. – Zum Aufenthalt von Else Lasker-Schüler und Paul Zech in Prag.

[Tucholsky, Kurt:] Dem siebzigjährigen Mosse. In: Die Schaubühne (Charlottenburg). Jg. 9, Bd. 1, Nr. 19 vom 8. Mai 1913. S. 514–519. – Erwähnung des Spendenaufrufs für Else Lasker-Schüler: »[…] Das Papier errötet nie. Es trägt mit der gleichen Geduld, daß Hebbel ›ein dichtendes Tölpelchen‹ geschimpft und Blumenthal als ›Denker‹ geehrt wird. Sie werden erwidern, daß Sie ja zur Entschädigung sogar Else Lasker-Schüler dem Volke haben erklären lassen. Die Schande ist, daß Sie das erst taten, als für die Dichterin gesammelt werden mußte. Hätten Sie jedes ihrer Bücher sofort mit demselben Feuereifer, an derselben sichtbaren Stelle und mit derselben Ausführlichkeit besprochen, wie jede Feuilletonsammlung von Felix Philippi, so wäre der Dichterin die Not und uns der beschämende Anblick dieser Not und Ihres Linderungsversuches erspart geblieben. Aber ob so oder so, ob früher oder später: es ist völlig wertlos, die Lasker-Schüler und ihresgleichen überhaupt zu erwähnen, solange sich für die Philippis noch eine Feder rühren darf. Denn ein Publikum, dem abwechselnd dies und das zum Kauf angepriesen wird, hat allerdings recht, daß es zu Philippi greift, weil es sich bei ihm fürs erste besser unterhält. […]«

Holzer, Marie: Else Lasker-Schüler als Gast in Prag. In: Die Aktion. Jg. 3, Nr. 21 vom 21. Mai 1913. Spalte 525–527 (»Glossen«). – Zur Lesung Else Lasker-Schülers in Prag am 5. April. Eingeladen hatte der »Klub deutscher Künstlerinnen«.

Dr. W. S.: Die Zeichnerin Else Lasker-Schüler. In: Prager Tagblatt. Jg. 38, Nr. 179 (Abend-Ausgabe) vom 2. Juli 1913. S. 4. – »Die Zeichnerin Else Lasker-Schüler ist – so schreibt man uns aus Berlin – unbekannter als die Dichterin; gleichwohl aber nicht weniger imposant. Ihre ersten Zeichnungen brachten die ›norwegischen Briefe‹ im ›Sturm‹, die jetzt zum größten Teil in dem wundersam-schönen Buch ›Das Herz‹ zu finden sind. Damals konnte man Scherz von Ernst nicht immer sondern und die vielbesprochene, verblüffend kurze und klare Karikatur Heinrich Manns und Max Oppenheimers ist zweifellos bloß belustigend; dennoch saßen in den Strichen, die Oskar Kokoschka darstellten, schon all die Kräfte, die in der Zeichnung des ›Prinzen von Theben‹ (Selbstbildnis) auf den hebräischen Balladen zur ersten Vollwirkung sich zusammenschlossen. Diese Zeichnung, die in Kunstkreisen wie eine brillante Première wirkte, gehört zu dem Besten, was in den letzten zwanzig Jahren das Papier fand. Sie läßt behaupten, daß der Überraschung, die die Persönlichkeit und fast möchte ich sagen die Ausnahme Else Lasker-Schüler als Dichterin bedeutet, eine zweite nicht geringere gefolgt ist; umsomehr als die jüngste Porträtzeichnung Gottfried Benns, die kürzlich in der ›Aktion‹ erschien, den bisherigen Valeur der Linie, die die zeichnerische Domäne Else Lasker-Schülers ist, noch um ein gut Stück überragt.«

Kanehl, Oskar: Auf die Lasker. In: Die Aktion. Jg. 3, Nr. 33 vom 16. August 1913. Spalte 787 f. – Gedicht auf Else Lasker-Schüler. Dieses erschien auch im Oktober 1913 im »Wiecker Boten« und Anfang 1919 in »Der neue Frauenlob«.

Mercure de France (Paris). Jg. 24 (Bd. 105), Nr. 390 vom 16. September 1913. S. 445 (»Échos«: »L’Entr’aide en Allemagne«). – Zum Spendenaufruf für Else Lasker-Schüler.

Kanehl, Oskar: Auf die Lasker. In: Wiecker Bote (Greifswald). Jg. 1, H. 3 vom Oktober 1913. S. 10. – Gedicht auf Else Lasker-Schüler. Dieses erschien auch im August 1913 in der »Aktion« und Anfang 1919 in »Der neue Frauenlob«.

[Anonym:] Ein Kulturdokument. In: Geistiges Eigentum (Berlin). Jg. 10, H. 4 vom 15. November 1913. S. 56. – Zum Spendenaufruf für Else Lasker-Schüler.

Kraus, Karl: [Notizen.] In: Die Fackel. Jg. 15, Nr. 387/388 vom 17. November 1913. S. 23. – Zum Spendenaufruf für Else Lasker-Schüler.

Kraus, Karl: [Notizen.] In: Die Fackel. Jg. 15, Nr. 389/390 vom 15. Dezember 1913. S. 14–17. – Zum Spendenaufruf für Else Lasker-Schüler.

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Berliner Adreßbuch 1913. Unter Benutzung amtlicher Quellen. Mit der Beigabe: Großer Verkehrs-Plan von Berlin und Vororten. Berlin: August Scherl, Deutsche Adreßbuch-Gesellschaft [1913]. – Herwarth Walden (Bd. 1. S. 3300): »Chefredakt., Direkt. des Vereins für Kunst, W 9, Potsdamer Str. 18 T. Lzw. 4443.«

Geißler, Max: Führer durch die deutsche Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts. Weimar: Alexander Duncker Verlag, 1913. – S. 316: »Steif steht im Teich die Schmackeduzie, / Es dehnt und sehnt sich Fräulein Luzie. // Das hat Else Lasker-Schüler gedichtet. Manchmal dichtet sie auch nach Hofmannsthal, manchmal nach Rilke …, es klingen tausend Klänge von ihr her … und in dem schönen Liede mit der Schmackeduzie auch ein eigener. Sie ist die Anempfinderin in unbegrenzten Möglichkeiten.«

Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Bearbeitet von Franz Brümmer. Sechste völlig neu bearbeitete und stark vermehrte Aufl. Siebenter Bd. Spillmann bis Wißmann. Leipzig: Philipp Reclam jun., 1913. – S. 312: Else Walden, »bekannt unter ihrem ersten Frauennamen Else Lasker-Schüler, wurde am 11. Februar 1876 in Elberfeld geboren, widmete sich seit ihrem 14. Jahre der Malerei und später auch der Dichtkunst. Sie lebt, seit 1908 mit dem Komponisten und Musikschriftsteller Herwarth Walden verheiratet, in Halensee bei Berlin.« Brümmer hatte mit Else Lasker-Schüler über den Lexikoneintrag korrespondiert. Zwei Briefe Else Lasker-Schülers sind abgedruckt in: Else Lasker-Schüler: Werke und Briefe. Kritische Ausgabe. Im Auftrag des Franz Rosenzweig-Zentrums der Hebräischen Universität Jerusalem, der Bergischen Universität Wuppertal und des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar hg. von Andreas B. Kilcher [ab Bd. 9], Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Bd. 6: Briefe. 1893–1913. Bearbeitet von Ulrike Marquardt. Frankfurt am Main 2003. S. 50 und 218.

Semi-Kürschner oder Literarisches Lexikon der Schriftsteller, Dichter, Bankiers, Geldleute, Ärzte, Schauspieler, Künstler, Musiker, Offiziere, Rechtsanwälte, Revolutionäre, Frauenrechtlerinnen, Sozialdemokraten usw., jüdischer Rasse und Versippung, die von 1813–1913 in Deutschland tätig oder bekannt waren. Unter Mitwirkung von völkischen Verbänden, von Gelehrten, Künstlern, Geistlichen, rechtsstehenden Politikern, Juristen, Agrariern, Handwerkern, Industriellen, Kaufleuten, von Männern und Frauen des In- und Auslandes, hg. von Philipp Stauff. Berlin: Im Selbstverlag von Ph. Stauff, 1913. – Philipp Stauff, der auch Redakteur des Korrespondenzblattes »Wegweiser und Wegwarte. Deutsch-völkische Vorzeitung« war, hat die Artikel seines stark antisemitisch geprägten Lexikons wahrscheinlich weitgehend selbst geschrieben. Else Lasker-Schüler wurde von ihm unter den Stichwörtern »Lasker-Schüler, Else = Else Walden« (Spalte 233 f.) und »Walden, Else (Else Lasker-Schüler)« (Spalte 533 f.) aufgenommen. Der erste Artikel besteht im wesentlichen aus einem Zitat mit der Quellenangabe »Wegweiser und Wegwarte« vom 31. Mai 1913: »Diese Erotik ist nicht deutsch, sondern jüdisch; ihren höchsten ›Triumph‹, der selbstverständlich wiederum mit grober innerer Unwahrhaftigkeit verbunden ist, erlebte sie durch Dichter jüdischen Blutes, wie es ja auch jüdische Philosophen waren, die der Sinnlichkeit das sittliche Herrschaftsrecht zu erkämpfen strebten. Diese Dichter trugen nie Schamhüllen vor ihrer Seele und ihr Persönlichstes war ihnen nie Heiligtum; sie behandelten ihre Liebesempfindungen, selbst solche naturwidriger Art, wie der Bauer der alten Tage seine Dungstätte vorm Hause. Was deutsch empfindet in unserem Volke, gab der Lyrik überhaupt den Abschied oder begnügte sich mit den Goethe-, Schiller-, Uhland- und Eichendorff-Bänden der Hausbücherei. Denn da allein schien die Würde des edleren Menschenherzens gewahrt, nicht aber in den Orgien der Schamlosigkeit, der seelischen Prostitution, zu der sich die jüdischen ›Lyriker‹ weiter entwickelten, um in Else Lasker-Schüler, dem ›schwarzen Schwan Israels‹ vorläufig den ›Höhepunkt‹ zu finden«. Die Verbreitung von »Wegweiser und Wegwarte« dürfte gering gewesen sein: In Bibliotheken lassen sich lediglich drei einzelne Nummern nachweisen.

1914

Zech, Paul: Neue Frauenlyrik. In: Deutsches Literaturblatt. Jg. 4, Nr. 1 vom Januar 1914. S. 32–36. – »Der Mangel an durchgereiften Persönlichkeiten oder bedeutungsvollen Kämpferinnen macht sich erschreckend fühlbar. Sieht man von Else Lasker-Schüler ab, deren Namen man nicht ohne Gefahr, verprügelt zu werden, aussprechen darf, bleiben allenfalls noch […].«

Leonhard, Rudolf: Zwei Berliner Vortragsabende. In: Wiecker Bote (Greifswald). Jg. 1, H. 6 vom Februar 1914. S. 16. – Wohl zur Lesung Else Lasker-Schülers am 19. Januar in Berlin im Salon Cassirer schreibt Rudolf Leonhard: »Else Lasker-Schüler, die kindliche Hohepriesterin der blauen Himmel, las eigne Dichtungen. Neues und Altes aus den Zeitlosigkeiten, die sie hebräisch oder arabisch nennt, den Landschaften, die alle insgesamt ihr Herz heißen. Gesänge einer Mirjam aller Zeiten von den Bundesaltären, Strophen, teilhaftig der zweiten Schlichtheit, voll gelöster Symbole, von unvergänglichen Tränen; Worte seltsam spielerischer Klugheit vom Zwischenreich ihres Berliner Tages. Sie rechnet die Zeit nach den Sternen, und Gott ist ihr Gespiele; aber wer sie dies sprechen hört, fühlt, daß es schwer und schmerzend sein muß.«

Prinz Floridor: Else Lasker-Schüler. In: Neue Jugend. Eine Zeitschrift für moderne Kunst und jungen Geist (Berlin-Halensee). Jg. 1, H. 1 vom März 1914. S. 22 f.

Heim, Johannes: Rhythmus. E. L. S. gewidmet. [Glosse.] In: Neue Jugend. Eine Zeitschrift für moderne Kunst und jungen Geist (Berlin-Halensee). Jg. 1, H. 2 vom April 1914. S. 11.

Dallago, Carl: Der Bildungsphilister als Geistesrichter. In: Der Brenner. Jg. 4, H. 16 vom 15. Mai 1914. S. 723–736. – Über Otto Ernst. S. 734 f. zum Streit um Else Lasker-Schülers Gedicht »Leise sagen«.

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Berliner Adreßbuch 1914. Unter Benutzung amtlicher Quellen. Mit der Beigabe: Großer Verkehrs-Plan von Berlin und Vororten. Berlin: August Scherl Deutsche Adreßbuch-Gesellschaft [1914]. – Bd. 1. S. 1784: »Lasker-Schüler, Else, Dichterin, Grunewald, Humboldtstr. 13 T. Pfzb. 8071«.

1915

Senna Hoy [d. i. Johannes Holzmann]: Essay [1912]. In: Die Aktion. Jg. 5, Nr. 16/17 vom 17. April 1915. Spalte 193–199. – Über Else Lasker-Schüler.

Reinhart, Hugo: Café Größenwahn während des Krieges. In: Pester Lloyd (Budapest). Jg. 62, Nr. 124 (Morgenblatt) vom 5. Mai 1915. S. 1 f. (»Feuilleton«). – »[…] Als ich kurze Zeit darauf ins alte ›Café des Westens‹ in Berlin kam, fragte mich die immer noch jugendliche Else Lasker-Schüler, die dort nahezu ihre Wohnung hat, ob sie, wenn nun wirklich die Russen kämen, auch ihre Gedichte auf russisch schreiben müsse. […]«

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Berliner Adreßbuch 1915. Unter Benutzung amtlicher Quellen. Mit der Beigabe: Großer Verkehrs-Plan von Berlin und Vororten. Berlin: August Scherl Deutsche Adreßbuch-Gesellschaft [1915]. – Bd. 1. S. 1762: »Lasker-Schüler, Else, Dichterin, W 50, Nürnberger Str. 46 Pension Benecke«. Letzter Eintrag Else Lasker-Schülers in den Berliner Adreßbüchern, die nur selbständige Mieter, aber keine Untermieter verzeichnen.

1916

Edschmid, Kasimir: Der Bildhauer Fritz Huf. In: Die Rheinlande. Monatsschrift für deutsche Kunst und Dichtung. Jg. 16 (Bd. 26), H. 5 vom Mai 1916. S. 157–164. – S. 160: Erwähnung der von Fritz Huf geschaffenen Büste Else Lasker-Schülers.

Schmidtbonn, Wilhelm: Siehe, eine Dichterin! In: Berliner Tageblatt. Jg. 45, Nr. 529 (Morgen-Ausgabe) vom 15. Oktober 1916, 2. Beiblatt.

Gumppenberg, Hanns von: Jüxender Jux im Styx. Nach Else Lasker-Schüler. In: Jugend (München). Jg. 21, H. 51 vom 15. Dezember 1916. S. 1077. – Gedicht.

1917

Greiner, Leo: Else Lasker-Schüler. In: Die Schaubühne (Charlottenburg). Jg. 13, Bd. 2, Nr. 50 vom 13. Dezember 1917. S. 561–564.

Greiner, Leo: Else Lasker-Schüler. In: Berliner Börsen-Courier. Jg. 50, Nr. 582 (Morgen-Ausgabe) vom 13. Dezember 1917, Beilage. S. 5.

1918

Schwarz, Fritz: Schriftstellerkolonien. VII. Zürich. In: Das literarische Echo. Jg. 20, H. 11 vom 1. März 1918. Spalte 629–635. – Spalte 634 über Else Lasker-Schüler als Gast des Cafés »Terrasse« in Zürich.

[Anonym:] Ehrengaben des »Jungen Deutschland«. In: Berliner Tageblatt. Jg. 47, Nr. 112 (Morgen-Ausgabe) vom 2. März 1918. – Zur Ehrengabe der Gesellschaft »Das junge Deutschland« für Else Lasker-Schüler.

Vossische Zeitung (Berlin). Nr.112 (Morgen-Ausgabe) vom 2. März 1918. – Redaktionelle Kurzmitteilung: »Aus den Theatern«. Zur Ehrengabe der Gesellschaft »Das junge Deutschland« für Else Lasker-Schüler.

Tagger, Theodor [Pseudonym: Ferdinand Bruckner]: Gott betet. In: Der Anbruch (Wien). Jg. 1, H. 5 vom 17. April 1918. S. 6. – Über »Gott betet« von Mechtilde Lichnowskys. Darin heißt es: »E. Lasker-Schüler aber ist schon Mutter, den hilflosen Schönheiten des Lebens mütterlich beschirmend zugewandt. Vom Pathos der Verkünderin umstrahlt, tritt M. Lichnowsky an ihre Seite, nicht mehr beschirmend und ängstlich, sondern ernst und mit den Waffen in der Hand. Und während noch die Mutter betet, lässt schon die junge Schwester Gott oben das Gebet, und kommt ins Tal mit Händen, die nicht zögern werden.«

Reiß, Leo: Offener Brief der Redaktion an Alfred Bach. In: Der Mensch (Brünn). Jg. 1, H. 6/7 von Juni/Juli 1918. S. 94 f. – Hinweis auf die Lyrik Else Lasker-Schülers: »Was uns Jungen die alte Beschaulichkeit hinterlassen, ist wenig und alles: der Rhythmus. Er tritt für die fehlende Musik der Laute ein, deren Zauberreiz sich uns heute nur noch in den schönsten Gedichten der Else Lasker-Schüler, Albert Ehrensteins und nur noch weniger anderer offenbart.«

Graetzer, Franz: Else Lasker-Schülers lyrisches Werk. In: Die Literarische Gesellschaft (Hamburg). Jg. 4 (1918), H. 9. S. 288–292.

Fischer, Max: Else Lasker-Schüler. In: Das literarische Echo. Jg. 21, H. 1 vom 1. Oktober 1918. Spalte 9–13.

Wiener, Meïr: Else Lasker-Schüler. In: Jerubbaal. Eine Zeitschrift der jüdischen Jugend (Berlin und Wien). Jg. 1 (1918/19). S. 293–302. – Zur Lyrik Else Lasker-Schülers.

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Vom deutschen Wandern. 31 großseitige Federzeichnungen und ein Titelbild von Friedrich Preuß. Siegen: Montanusverlag, 1918. – Friedrich Preuß illustrierte die zweite Strophe von Else Lasker-Schülers Gedicht »Wir beide« (Text auf der gegenüberliegenden Seite abgedruckt): »Und uns gehört das ganze bunte Leben, / Das blaue große Bilderbuch mit Sternen, / Mit Wolkentieren, die sich jagen in den Fernen / Und hei! die Kreiselwinde, die uns drehn und heben!«

1919

[Anonym:] Verzeichnis der von der Gesellschaft der Künste in Köln in den Räumen des Kölnischen Kunstvereins ausgestellten Werke. In: Der Strom (Köln). Jg. 1919, Nr. 4. S. 27–32. – Aufgeführt werden vier Zeichnungen von Else Lasker-Schüler ohne Titel.

Die schöne Literatur. Beilage zum Literarischen Zentralblatt für Deutschland (Leipzig). Jg. 20, Nr. 13 vom 21. Juni 1919. Spalte 152 (»Verschiedenes«). – Hinweis auf eine Ehrengabe der Kölner Johannes Fastenrath-Stiftung für Else Lasker-Schüler.

Illustrierte Weltschau. Wochenschrift im neuen Kupferdruckverfahren (Kunstdruck-Beilage zur Kieler Zeitung. Ausgabe B). Jg. 1919, Nr. 26 vom 29. Juni 1919. – Zwei Fotografien, beschriftet: »Else Lasker-Schüler, die bekannte Dichterin, / Grete Meisel-Heß, Verfasserin sexualwissenschaftlicher Schriften, / Preisträgerinnen der Johannes-Fastenrath-Stiftung.«

Gliese, Rochus: Else Lasker-Schüler. [Lithographie.] In: Das junge Deutschland (Berlin). Jg. 2, Nr. 7 vom Juli 1919. Vor S. 171.

Höxter, John: Die Dichterin Else Lasker-Schüler. [Zeichnung.] In: Schlemiel. Jüdische Blätter für Humor und Kunst. Jg. 1919, Nr. 8. S. 119. – Auch abgedruckt in: Erster Almanach des Welt-Verlags. Berlin: Welt-Verlag, 1920. S. 13.

Schönwald, Erich: Else Lasker-Schüler. In: Wiener Mitteilungen aus dem Gebiete der Literatur, Kunst, Kartographie, Photographie. Jg. 31, Nr. 4 vom August 1919. S. 1–4.

Dr. S.: Von neuer deutscher Lyrik. In: Phaeton (Stuttgart-Cannstatt). Jg. 1, H. 7 vom Oktober 1919. S. 22–30. – S. 26 f. über Else Lasker-Schüler.

Sternberg, Tobias: Claire Studer: Der gläserne Garten. [Rezension.] In: Aufschwung (Wien). Jg. 1 (1919), Nr. 9/10. S. 82 (»Bücher und Zeitschriften«). – Sternberg schreibt: »In einer Zeit, wo Emanzipation und Frauenbewegung die heiligsten Gefühle des Weibes zu ersticken drohen, müssen wir besonders warm auf drei wunderbare Erscheinungen blicken, die aus dem wirren Wirbel der Unvernunft und des Widersinnes hervorragen: Mechtilde Lychnowski, Else Lasker-Schüler und Claire Studer.« – Auch abgedruckt in: Die Zeit im Buch (Wien). Jg. 1, H. 1 vom Dezember 1919. S. 8 f.

Meyer, Alfred Richard: Peter Baum zum Gedächtnis. In: Das neue Rheinland (M. Gladbach). Jg. 1, H. 1 vom November 1919. S. 30 f. – Hinweis auf Else Lasker-Schüler: »In dem Buche ›Mein Herz‹ der Lasker-Schüler ist der ›Pitter‹ mehr als einmal apostrophiert und sogar ganz richtig, fabelhaft ähnlich mit dem Bleistift gezeichnet, daß man ihn niemals wieder vergäße, wenn man ihn nicht so gut persönlich gekannt hätte.«

H[oeflich], E[ugen] [d. i. Moshe Ya’acov Ben-Gavriêl]: Else Lasker-Schüler. In: Esra. Eine jüdische Monatsschrift (Wien). Jg. 1, H. 7 vom Dezember 1919. S. 221 f. – Zur Lyrik Else Lasker-Schülers.

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Fischer, Max: Else Lasker-Schüler. In: Ernte. Hg. von Ernst Heilborn. (Jahrbuch der Halbmonatsschrift Das literarische Echo. Bd. 1.) Berlin 1919. S. 35–44.

Kanehl, Oskar: Auf die Lasker-Schüler. In: Der neue Frauenlob. Hg. von Alfred Richard Meyer. Berlin-Wilmersdorf: A. R. Meyer [1919]. S. 13. – Gedicht auf Else Lasker-Schüler. Die Redaktion der Anthologie war »Ende Juli 1914« abgeschlossen, die Drucklegung erfolgte in den »Januar-Tagen 1919«. Das Gedicht war bereits 1913 in der »Aktion« und im »Wiecker Boten« erschienen.

1920

Twardowski, Hans Heinz [Heinrich] von: So – – –?! – – –?! In: Freie Deutsche Bühne. Jg. 1, Nr. 40 vom 30. Mai 1920. S. 946. – Über Else Lasker-Schüler und Annemarie Seidel.

P[edroso], M[anuel]: Else Lasker Schüler. In: España. Semanario de la vida nacional (Madrid). Jg. 6, Nr. 270 vom 3. Juli 1920. S. 13. – Wahrscheinlich in der zweiten Julihälfte 1920 schrieb Else Lasker-Schüler an Albert Ehrenstein: »Also ich grüße Sie und tausend Dank für herrliche spanische Zeitung. Wollen Sie Jussuf einen Gefallen tun? Aber, bitte wie ich Sie bitte? Nicht ein Wort dazu – nein? Senden Sie Signore Paolo Pedrazzini Locarno (Tessin) (Südschweiz) Via delli Palme eine Nummer mit der Kritik. ja? Aber das Leninbild Gründe halber heraus nehmen und den Leninartikel bitte ja?« (Else Lasker-Schüler: Werke und Briefe. Kritische Ausgabe. Im Auftrag des Franz Rosenzweig-Zentrums der Hebräischen Universität Jerusalem, der Bergischen Universität Wuppertal und des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar hg. von Andreas B. Kilcher [ab Bd. 9], Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Bd. 7: Briefe. 1914–1924. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki. Frankfurt am Main 2004. S. 189.) Der Beitrag über Lenin mit einer Zeichnung, einem Porträt Lenins als Redner, war auf S. 8 erschienen.

Kulka, Georg: Der Götze des Lachens. In: Die Gefährten (Wien und Leipzig). Jg. 3 (1920), H. 7. S. I–VIII. – Über Karl Kraus. Auf S. IV Hinweis auf die Lyrik Else Lasker-Schülers: »Else Lasker-Schüler ist zu Gast in den Himmeln des ganzen Morgenlandes, in ›jungen‹ und ›zärtlichen‹, in ›seinen‹, in ›deinen‹ und in ›allen‹ Himmeln – in meinen wohnte sie nie. ›So viele Himmel rinnen in den Tag‹, stand als ein Vers vom Schlachtfeld am 9. Februar 1918 in der ›Aktion‹: damals haben ein Baum und viele Flugbahnen meine Himmel durchkreuzt, doch nicht die Gedichte der Lasker-Schüler meine Höllen.«

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Edschmid, Kasimir: Die doppelköpfige Nymphe. Aufsätze über die Literatur und die Gegenwart. Berlin: Paul Cassirer, 1920. – S. 139: »Nur die Lasker-Schüler, auf Mondsicheln fahrend, ist frei. Sie ist die bedeutendste Dichterin des jüdischen Volkes seit Jahrhunderten. Weib und Geist der Rasse sammeln sich unmittelbar in ihr, fast über der Erde. Asien ist mächtig aufgewacht. Sie steht dicht neben dem hohen Lied, keine irdische Passion, die sie hemmt. Wahrscheinlich ist sie durch einen Irrtum einige tausend Jahre zu spät in die Körperlichkeit geraten. Sie hat das Blutfunkeln, was auch Planetengeleucht sein kann, und der Geruch ihrer Gedichte und ihrer Prosa ist von den dumpfen und schönen Uranfängen der Menschheit. Sie trägt frei und königlich das, worum die anderen unten sehr verzweifelt streiten. Manchmal scheint es, sie lächle über diese Bemühung.«

Herzfelde, Wieland: Tragigrotesken der Nacht. Träume. Berlin: Malik-Verlag, 1920. – S. 23: »Das Begräbnis Alfred Lichtensteins (Frühjahr 1914)«: »Dann sind wir an einem flachen Ufer des Rheines. Auf feuchten Wiesen wächst niedriges Weidengebüsch. Dort begraben wir Alfred Lichtenstein. Wenig Leute: Else Lasker-Schüler, Pfempfert, mein Bruder, ich und einige, die ich nicht kenne.« S. 80: »Strenge aus Leipzig! (August 1919)«: »Mit zwei Freundinnen sitze ich im Theater nach erfolgreichem Streit mit dem Portier, der uns nicht ohne Karten hereinlassen wollte. Es wird Else Lasker-Schülers ›Wupper‹ aufgeführt. / ›Die Wupper‹ ist jedoch verfilmt und das bedaure ich, da meine beiden Freundinnen nun ununterbrochen weiterreden können.«

1921

Blunck, Richard: Else Lasker-Schüler. In: Kündung (Hamburg). Folge 1, H. 11/12 von November/Dezember 1921. S. 149. – Gedicht auf Else Lasker-Schüler.

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Klabund: Deutsche Literaturgeschichte in einer Stunde. Von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart (Nr. 12 der Zellenbücherei). 2., vom Autor neu durchgesehene und überarbeitete Aufl. Leipzig: Dürr & Weber, 1921. – S. 86: »Die deutsche Frauenlyrik der jüngsten Zeit gipfelt in Else Lasker-Schüler (geboren 1876 in Elberfeld). Wer fühlte sich nicht als ewiger Jude und sänke vor Jehova ins Knie, wenn sie ihre hebräischen Lieder singt? Wenn sie ihre Verse in einen alten Tibetteppich verwebt?«

1922

Jacob-Loewenson, Alice: In den Sprachen beten, / Die wie Harfen eingeschnitten sind. Ueber die jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler. In: Jüdische Rundschau (Berlin). Jg. 27, Nr. 75 vom 22. September 1922. S. 509.

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Blei, Franz: Das große Bestiarium der modernen Literatur. Berlin: Ernst Rowohlt, 1922. – S. 46: »DER LASKERSCHÜLER. Er ist die einzige Art Scarabäus, den man, ehemals Königsmumien beigegeben, heute noch lebend antrifft. Er entfliegt einem geöffneten Mumiensarge, indem er seine bläulich-grün schillernden Flügel schwirrend entfaltet. Er stirbt aber allsofort im heutigen Wüstensand, wobei der Käfer einen seltsam melodischen Seufzer hören läßt.«

Engel, Eduard: Geschichte der Deutschen Literatur von den Anfängen bis in die Gegenwart. Bd. 2. Das 19. Jahrhundert und die Gegenwart. Mit 76 Bildnissen und 22 Handschriften. 30.–36. Aufl. Wien und Leipzig: Hölder-Pichler-Tempsky A. G. und G. Freytag G. m. b. H., 1922. – S. 376: »Um Else Lasker-Schüler ist es schade, denn mit ihrem zitternd-heißen Seelenleben, dem brennenden Durst nach Dichtung wäre sie eine unserer starken Sängerinnen geworden, wenn ihr das Lied nicht zu abgedroschen erschiene. Sie könnte die bezauberndsten rhythmischen Wirkungen erzeugen, aber absichtlich unterbricht sie den Fluß ihres Gesanges durch stolpernde, hinkende Verrenkungen. Ach, welch ein edler Geist ward hier zerstört!«

Wiener, Meïr: Else Lasker-Schüler. In: Juden in der deutschen Literatur. Essays über zeitgenössische Schriftsteller. Hg. von Gustav Krojanker. Berlin: Welt-Verlag, 1922. S. 179–192. (Digitalisierte Ausgabe [Faksimile]: Universitätsbibliothek Frankfurt – Freimann-Sammlung.) – S. 188–192: »Man hat den Eindruck: als die Dichterin einst die biblischen Geschichten vernahm, lauschte sie, aber leicht ungläubig und ungeduldig, wie einer, der es längst besser weiß. Eigenwillig vernahm sie bei der Erzählung nur, was sie bereits erschaut hat, zwang die gehörten Geschehnisse in den eigenen Rahmen; was sich nicht fügte, wurde überhört. Kaum war der Erzählende zu Ende, als die Dichterin lebhaft gleich einem Augenzeugen zu erzählen begann, wie es eigentlich zuging, legte dabei, was sie unbewußt vom eben Vernommenen aufnahm, in Bildformen, die zu anderen Zwecken geprägt wurden. Zuweilen fast mit Absicht, und manches ward dabei erreicht. Zebaoth ist ein ›Götterjüngling‹, Pharao hat ein ›träumerisches Herz, das in süßer Liebe zu Joseph pocht‹, Josua kennt sie als ›wilden Juden‹. Zwei kleine Hoheliedssprüchlein: ›Boas‹ und ›Ruth‹ sind neue Blumen für den alten Strauß. Von Abraham erzählt sie eine flitterneue Agadah, wie er den Altar schmückt mit ›des Meeres Muscheln‹. / […] / Den Dilettanten sind ihre Werke Erinnerungszeichen für Erlebnisse. Anderen sagen sie wenig, weil alles in ihnen durcheinander, gleichzeitig und verwirrt spricht. Das Subjektive wird bei ihnen nicht objektiv, sondern will in seiner ›passiven‹ Form wirken. Bestenfalls sind solche Schöpfungen einem kleinen Kreis in derselben Empfindungswelt Lebender zugänglich; auch ihnen eigentlich nur verabredete Erinnerungszeichen. Buchzeichen, die auf gewisse Stellen im Buche der Erlebnisse hindeuten. Wirkliche Kunst muß selbständiges Leben haben, darf nicht auf Erläuterungen des subjektiven Gesichtswinkels angewiesen sein. / […] / Darum sind die Gedichte der Lasker-Schüler so persönlich, fast intim, und setzen beim Leser so viel Verhältnis zu den Erlebnissen voraus. In ihrer Unausdrückbarkeit verkannt, sollen Erlebnisse, von schwachen Händen lose geformt, wirken; sie sprechen aber nicht aus eigener Kraft. Nicht aus Laune bloß sind all diese Gedichte an einzelne Personen gerichtet. Sie sind nicht mit allem Notwendigen ausgestattet, um sich selber den Weg zum Verständnis zu bahnen. Sie setzen zu viel voraus. Sie sind zu sehr ›passives‹ Erlebnis. Oft nur neckische Spielereien, witzig, liebenswürdig, für einen Privatkreis gedichtet, also keine eigentliche Kunst.«

Wolff, Rudolf: Die neue Lyrik. Eine Einführung in das Wesen jüngster Dichtung. Leipzig: Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, 1922. – S. 55–62: »Else Lasker-Schüler«. Wolff schreibt: »Es wird schwer fallen, diese Dichterin einzuordnen. Sie ist durch keine Zeit gebunden. Sie bildet eine Erscheinung für sich, die nur durch sich selber zu erklären ist.« (S. 56.)

1923

Fischer, Heinrich: Else Lasker-Schüler. In: Die Weltbühne (Charlottenburg). Jg. 19, Erstes Halbjahr, Nr. 17 vom 26. April 1923. S. 479. – Gedicht auf Else Lasker-Schüler.

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Führer durch die moderne Literatur. Würdigungen der hervorragendsten Schriftsteller unserer Zeit. Begründet von Hanns Heinz Ewers. Neue, von Hans Krüger-Welf vollständig durchgearbeitete Ausgabe mit zahlreichen Porträts in Photographiedruck. 26.–28. Tausend. Berlin: Globus Verlag, 1923. – S. 105: »Else Lasker-Schüler, geb. 1876 zu Elberfeld, lebt in Berlin. Zahlreiche Lyrikbände liegen bisher von dieser Dichterin vor, u. a. ›Styx‹ und ›Der siebente Tag‹, aus denen ein leidenschaftliches Temperament ausströmt, das kühne, farbenstrotzende Bilder findet. Ihr Peter-Hille-Buch ist ein Werk von starken dichterischen Qualitäten und wurde aus persönlichen Erinnerungen gestaltet. Ihrem Schauspiel ›Die Wupper‹ fehlt der dramatische Impuls nicht. Von orientalischem Sinnenrausch zeugen ihre arabisch heißblütigen Gedichtbände, die jüngst als Gesamtausgabe erschienen. Besonders einprägsam sind ihre ›Hebräischen Balladen‹, in denen die schwerblütige jüdische Mystik mit der erotischen Glut einer starken Sinnennatur geheimnisvolle Kämpfe ausficht. Die Farbenfülle ihrer Wortpalette sprüht sie in ›Prinz von Theben‹ (1914) und ›Der Malik‹ (1919) aus. 1920 erschien von ihr ›Die Kuppel‹.« Der Artikel ist mit dem Pseudonym »Dr. Walter Bläsing« (»Dr. B.«) gezeichnet.

Szittya, Emil: Das Kuriositäten-Kabinett. Begegnungen mit seltsamen Begebenheiten, Landstreichern, Verbrechern, Artisten, religiös Wahnsinnigen, sexuellen Merkwürdigkeiten, Sozialdemokraten, Syndikalisten, Kommunisten, Anarchisten, Politikern und Künstlern. Konstanz: See-Verlag, 1923. – S. 245–266: »Bei Prinzessin Tino von Bagdad«. Über das »Café des Westens« in Berlin.

1924

Monelli, Paolo: Jussùf. In: La Stampa (Torino). Jg. 58, Nr. 9 vom 10. Januar 1924. S. 3.

Fischer, Max: Else Lasker-Schüler. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 259 (I. Sonntags-Ausgabe) vom 1. Juni 1924, 4. Beilage: Literarische Umschau.

1925

Reber, Charles: Aperçu sur la Poésie Allemande Contemporaine. In: Les Nouvelles Littéraires (Paris). Jg. 4, Nr. 122 vom 14. Februar 1925. S. 6 (»La Vie Littéraire et Artistique en Province et à l’Étranger«). – Hinweis auf Else Lasker-Schüler, »qui vient de publier une brochure mordante contre ses éditeurs, et en particulier contre Paul Cassirer«: »Else Lasker Schüler est juive, et elle l’affirme. C’est le secret de son art, unique en Allemagne.« Die sich auf Else Lasker-Schüler beziehende Stelle wird zitiert in: La Revue Juive (Paris). Jg. 1, Nr. 3 vom 15. Mai 1925. S. 411 f. (»La Presse«).

Liebesgedichte. Parodien von Robert [Neumann]. In: Die Bühne. Zeitung für Theater, Literatur, Film, Mode, Kunst, Gesellschaft, Sport (Wien). Jg. 2, Nr. 25 vom 30. April 1925. S. 35. – Darin das Gedicht »Else Lasker-Schüler: ›An den Prinzen von Theben‹«.

[Anonym:] Else Lasker-Schüler in ons Land. In: De Telegraaf (Amsterdam). Jg. 33, Nr. 12432 (Avondblad) vom 7. Mai 1925, Blatt 3. S. 9 (»Kunst en Letteren«). – »AMSTERDAM. 7. Mei. – De Duitsche dichteres Else Lasker-Schüler zal 23 dezer, des av. te 8 uur, voor de vereeniging ›De Distelvinck‹ in café Former uit eigen werk lezen.« Die für den 23. Mai geplante Lesung in Amsterdam wurde wegen einer Erkrankung Else Lasker-Schülers zunächst auf den 6. Juni, dann auf unbestimmte Zeit verschoben. Vgl. [Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Het Vaderland (’s-Gravenhage) (Jg. 57) vom 20. Mai 1925, Avondblad A. S. 3 (»Laatste Berichten«); [Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Nieuwe Rotterdamsche Courant. Jg. 82, Nr. 139 vom 20. Mai 1925, Avondblad D. S. 4 (»Letteren en Kunst«); De Telegraaf (Amsterdam). Jg. 33, Nr. 12446 vom 21. Mai 1925, Blatt 1. S. 3 (»Laatste Nieuws«); De Telegraaf (Amsterdam). Jg. 33, Nr. 12459 (Ochtendblad) vom 4. Juni 1925, Blatt 1. S. 2 (»Kunst en Letteren«); [Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Algemeen Handelsblad (Amsterdam). Jg. 98, Nr. 31701 (Ochtendblad – Posteditie) vom 7. Juni 1925, Blatt 3. S. 9; [Anonym:] Else Lasker Schüler. In: Het Vaderland (’s-Gravenhage) (Jg. 57) vom 7. Juni 1925, Ochtendblad A. S. 3 (»Laatste Berichten«).

Scholte, Henrik: Else Lasker-Schüler. In: Nieuwe Rotterdamsche Courant. Jg. 82, Nr. 135 vom 16. Mai 1925, Avondblad A. S. 5 f. (»Letterkunde«). – Würdigung des Gesamtwerkes aus Anlaß der geplanten Lesung in Amsterdam.

Campert, Jan R. Th.: Else Lasker-Schüler. Een van Duitschlands grootste dichteressen. In: De Telegraaf (Amsterdam). Jg. 33, Nr. 12444 (Avondblad) vom 19. Mai 1925, Blatt 3. S. 9 (»Kunst en Letteren«). – Würdigung des Gesamtwerkes aus Anlaß der geplanten Lesung in Amsterdam.

Scholte, Henrik: Else Lasker-Schüler. In: Het Vaderland (’s-Gravenhage) (Jg. 57) vom 19. Mai 1925, Avondblad C. S. 1. – Würdigung des Gesamtwerkes aus Anlaß der geplanten Lesung in Amsterdam.

[Campert, Jan R. Th.:] Else Lasker-Schüler. Een van Duitschlands grootste dichteressen. In: De Kroniek. Hof, diplomatie, society, kunst (’s-Gravenhage). Jg. 11, Nr. 6 vom Juni 1925.

Zech, Paul: Die neuere rheinische Dichtung und ihre Geltung in der Weltliteratur. In: Die Glocke (Berlin). Jg. 11, Nr. 15 vom 11. Juli 1925. S. 463–468. – S. 465 f. Erwähnung Else Lasker-Schülers.

v. M. [d. i. Hans Adalbert von Maltzahn]: Antisemitismus bei den deutschen Kolonisten Brasiliens. Ein Brief des Redakteurs der »Blumenauer Zeitung«. In: Abwehr-Blätter. Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus (Berlin). Jg. 35, Nr. 13/14 vom 20. Juli 1925. S. 58 f. – Darin heißt es: »Die Juden sind nach Meinung der dortigen Antisemiten die verderblichen Erfinder des Sozialismus und des Bolschewismus. […] Weder Rathenau noch Einstein, weder Max Reinhardt noch Else Lasker-Schüler haben auf ihren Gebieten auch nur das Geringste geleistet!!«

Franck, Hans: Else Lasker-Schüler. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 70, Nr. 709 (Zweites Morgenblatt) vom 23. September 1925. S. 1.

Wedderkop, Magnus v.: Hellenistische Lyrik. In: Der Querschnitt (Berlin). Jg. 5, H. 11 vom November 1925. S. 967–969. – Hinweis auf Else Lasker-Schüler: »Von Sappho bis Else Lasker-Schüler ist ein weiter Weg. Eigentlich sollte man erwarten, daß er in umgekehrter Richtung verlaufen wäre und daß ›der Schrei‹, ›die Gebärzustände des Gefühls‹ – der Expressionismus also das Uranfängliche sei, der strenge Kunststil aber und der hochorganisierte Vers das Letzte und Endgültige. Ist diese Meinung rückständig und irrig, so wäre dann also die neue Lyrik Vollendung und die griechische primitive Kinderei. Das Dilemma ist schwer zu lösen, um so schwerer, als wir von griechischer Lyrik mehr reden, als wir verantworten können, da sie bekanntlich bis auf ein paar Krümel nicht auf uns gekommen ist.«

R. G–r.: »Die Modernsten«. In: Rigasche Rundschau. Jg. 56, Nr. 268 vom 28. November 1925, 3. Beilage. S. 16. – Über einen Vortragsabend in einer Rigaer Buchhandlung: »Die Herren Benn, Trakel, Toller, Brzesinsky und Frau Lasker-Schüler dürfte es jedenfalls nicht betrüben, wenn sie bei uns nicht zu vollster Würdigung kamen. Ihre Dichtkunst spekuliert ja auch vornehmlich auf die Sensationslust des heutigen Berlin.«

* * *

Schmidtbonn, Wilhelm: Die unerschrockene Insel. Sommerbuch aus Hiddensee. München: Drei Masken Verlag, 1925. – Widmung: »Meiner Else Lasker-Schüler«. S. 47–49: »Siehe, eine Dichterin!« (überarbeitete Fassung des Beitrags aus dem »Berliner Tageblatt« vom 15. Oktober 1916).

Soergel, Albert: Dichtung und Dichter der Zeit. Eine Schilderung der deutschen Literatur der letzten Jahrzehnte. Neue Folge. Im Banne des Expressionismus. Leipzig: Voigtländer, 1925. – S. 437–443 über Else Lasker-Schüler (im Kapitel »Einzelgänger«).

Zech, Paul: Die neuere rheinische Dichtung und ihre Geltung in der Weltliteratur. In: Rheinland. Geschichte und Landschaft, Kultur und Wirtschaft der Rheinprovinz. Bearbeitet und hg. von Paul Wentzcke und Hans Arthur Lux. Düsseldorf: Deutsche Kunst- und Verlagsanstalt, 1925. S. 281–288. – S. 285 f. Erwähnung Else Lasker-Schülers.

1926

Bourfeind, Paul: Else Lasker-Schüler (zum 50. Geburtstag der Dichterin am 11. Februar). In: Rheinischer Beobachter (Berlin). Jg. 5, Nr. 2 vom 15. Januar 1926. S. 26 f.

Reber, Charles: La mort de Paul Cassirer. In: Les Nouvelles Littéraires (Paris). Jg. 5, Nr. 170 vom 16. Januar 1926. S. 6 (»La Vie Littéraire et Artistique en Province et à l’Étranger«). – Nachruf. Hinweis auf die Gesamtausgabe der Werke Else Lasker-Schülers.

Neumann, Robert: Meisterperlen deutscher Literatur. In: Jugend (München). Jg. 31, H. 6 vom 6. Februar 1926. S. 109–111. – Auf S. 109 das Gedicht »An den Prinzen von Theben. Von Else Lasker-Schüler«. Neumanns Gedicht ist illustriert mit einer »Else Lasker-Schüler« betitelten Zeichnung von Leo Ledvinka.

Zweig, Arnold: Else Lasker-Schüler fünfzig Jahre. In: Jüdische Rundschau (Berlin). Jg. 31, Nr. 11 vom 9. Februar 1926. S. 80.

Bourfeind, Paul: Else Lasker-Schüler. Zum 50. Geburtstag der Dichterin am 11. Februar 1926. In: Rheinische Heimatblätter (Koblenz). Jg. 1926, Nr. 2 (Februar). S. 66.

Hoffmann, Camill: Für Else Lasker-Schüler. In: Das Kunstblatt (Potsdam). Jg. 10 (1926), H. 2 [Februar]. S. 88.

Wittner, Doris: Der schwarze Schwan Israels. Else Lasker-Schüler zum 50. Geburtstag, 11. Februar 1926. In: Jüdisch-liberale Zeitung (Berlin). Jg. 6, Nr. 6 vom 5. Februar 1926.

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. Zum 50. Geburtstage der Dichterin. In: Altonaer Nachrichten. Jg. 74, Nr. 34 vom 10. Februar 1926 (»Theater, Kunst und Wissenschaft«).

Guillemin, Bernard: Else Lasker-Schüler. Zu ihrem 50. Geburtstag. In: Berliner Börsen-Courier. Jg. 58, Nr. 68 (Abend-Ausgabe) vom 10. Februar 1926. S. 2.

Oschilewski, Walther G.: Else Lasker-Schüler. Zu ihrem heutigen 50. Geburtstag. In: Vorwärts (Berlin). Jg. 43, Nr. 69 (Morgenausgabe) vom 11. Februar 1926, [Beilage:] Unterhaltung und Wissen.

J[acobs], M[onty]: Else Lasker-Schüler. Zum 50. Geburtstag. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 71 (Abend-Ausgabe) vom 11. Februar 1926.

J[acobs], M[onty]: Else-Lasker-Schüler. Zum 50. Geburtstag. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 37 (Post-Ausgabe) vom 12. Februar 1926, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 36.

Hildenbrandt, Fred: Liebe Else Lasker-Schüler! In: Berliner Tageblatt. Jg. 55, Nr. 72 (Morgen-Ausgabe) vom 12. Februar 1926.

Blaß, Ernst: Else Lasker-Schüler zum 50. Geburtstag. In: Die literarische Welt (Berlin). Jg. 2, Nr. 7 vom 12. Februar 1926. S. 2.

Wille, Hansjürgen: Eine Dichterin. Zu Else Lasker-Schülers 50. Geburtstag. In: Germania (Berlin). Jg. 56, Nr. 73 (Morgenausgabe) vom 13. Februar 1926.

אורי צבי גרינברג: דבורה בשביה (ליובל החמשים של אלזה לסקר־שילר). (Uri Zwi Grünberg [Uri Zvi Greenberg]: Debora in der Gefangenschaft [Zum fünfzigsten Geburtstag von Else Lasker-Schüler].) In: דבר (Davar) (Tel Aviv). Nr. 229 vom 26. Februar 1926, מוסף לשבתות ולמועדים (Sabbat- und Feiertagsbeilage). S. 2 f.

Reber, Charles: Le cinquantième anniversaire de Else Lasker-Schüler. In: Les Nouvelles Littéraires (Paris). Jg. 5, Nr. 176 vom 27. Februar 1926. S. 6 (»La Vie Littéraire et Artistique en Province et à l’Étranger«).

a. m. [d. i. Artur Michel]: Else-Lasker-Schüler-Feier. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 99 (Abend-Ausgabe) vom 27. Februar 1926. – Über eine Feier im Kleinen Theater.

Brauer, Elise: Else Lasker-Schüler. In: Die Frau. Jg. 33, H. 6 vom März 1926. S. 350–355.

Morold, Ruth: Nachtfeier: Else Lasker-Schüler. In: Jüdische Rundschau (Berlin). Jg. 31, Nr. 18 vom 5. März 1926. S. 134. – Über eine Feier im »Café des Westens« in Berlin.

Lenzen, Hans Lorenz: Else Lasker-Schüler. In: Orplid. Literarische Monatsschrift in Sonderheften (M. Gladbach und Köln). Jg. 3 (1926–1927), H. 4 [vom Juli 1926]. S. 67–70.

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. Jugendbildnis. [Fotografie.] In: Der Querschnitt (Berlin). Jg. 6, H. 10 vom Oktober 1926. S. 775.

Löwy, Josef: Bei Else Lasker-Schüler. Ein Interview von J. L., München. (Aus dem Jiddischen von Arnold Goldberg.) In: Das jüdische Echo (München). Jg. 13, Nr. 44 vom 29. Oktober 1926. S. 701–703.

[Anonym:] Tage des Keren Kajemeth. In: Jüdische Zeitung für Ostdeutschland (Breslau). Jg. 3, Nr. 49 vom 3. Dezember 1926 (»Aus den Gemeinden«). – Bericht über den Festakt zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen des Keren Kajemet in Breslau am 27. und 28. November. Am Schluß heißt es: »Auf mehrfache Anfragen teilen wir mit, daß zunächst nicht bekannt war, aus welchem Grunde die Dichterin Else Lasker-Schüler ihr Erscheinen am Festball des Keren Kajemeth abgesagt hatte. Nunmehr haben wir durch Freunde erfahren, daß sie durch schwere Erkrankung ihres Sohnes gezwungen war, mit diesem nach der Schweiz zu fahren. Die nachträgliche Rechtfertigung des Fernbleibens der Dichterin erfüllt uns wegen des Grundes mit aufrichtigem Bedauern.«

Oschilewski, Walther G.: Drei Frauen. Ina Seidel – Paula Ludwig – Else Lasker-Schüler. In: Der Fischzug. Jg. 1, H. 5/6 vom 31. Dezember 1926. S. 21.

* * *

Mazzucchetti, Lavinia: Il nuovo secolo della poesia tedesca. Bologna: Nicola Zanichelli, 1926. – Auf S. 18, 85 und 128 f. Erwähnung Else Lasker-Schülers. – Besprechung: Helene Meyer: Das neue Jahrhundert deutscher Dichtung. In: Schweizerische Monatshefte für Politik und Kultur (Zürich). Jg. 6, H. 4 vom Juli 1926. S. 260–262 (»Bücher-Rundschau«).

1927

Kraus, Karl: Der Reim. In: Die Fackel. Jg. 29, Nr. 757/758 vom April 1927. S. 1–37. – Zu Else Lasker-Schüler S. 34–36.

Hermann, Georg: Passanten. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 406 (Sonntags-Ausgabe) vom 28. August 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 201 und zugleich Nr. 206 (Post-Ausgabe) vom 28. August 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 201. – Über das alte »Café des Westens« in Berlin. Erwähnung Else Lasker-Schülers: »Aber es sei ferne von mir, gegen die Bohème dort nachträglich etwas sagen zu wollen. Ich schätze von je Leute, die den Mut haben, das Leben auf eigene Faust und auf eigener Manier zu leben; und ich weiß sehr genau, daß ›viel Chaos dazu gehört, um einen tanzenden Stern zu gebären‹, ob der nun: Doeblin … oder Lasker-Schüler … Kaiser … Becher … Benn … Meidner … oder nur Lichtenstein und Peter Baum heißt.«

Brion, Marcel: Else Lasker-Schüler, Prince de Thèbes. In: La Revue Européenne (Paris). NS, Nr. 10 vom 15. Oktober 1927. S. 375–379.

Mühsam, Erich: Boheme. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 514 (Sonntags-Ausgabe) vom 30. Oktober 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 255 und zugleich Nr. 260 (Post-Ausgabe) vom 30. Oktober 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 255. – Charakterisierung Else Lasker-Schülers: »die geniale, ihrer ungebändigten Eruptivität halber spießerhaft belächelte Else Lasker-Schüler«.

[Schönberg, Karl:] Ein Verleger für Else Lasker-Schüler wird gesucht. In: Berliner Tageblatt. Jg. 56, Nr. 519 (Abend-Ausgabe) vom 2. November 1927. – Schönbergs Aufruf wurde anonym als Zuschrift mit einem redaktionellen Zusatz veröffentlicht. – Der Berliner Rechtsanwalt Karl Schönberg bemühte sich bereits seit längerem um einen neuen Verleger für die Schriften Else Lasker-Schülers. Er schreibt am 28. Dezember 1926 an Gerhart Hauptmann: »Frau Else Lasker-Schüler, in deren Interesse ich seit einiger Zeit nach einem geeigneten Verleger für ihre Werke suche, hat mich gebeten, mich an Sie zu wenden und Ihre Hilfe zu erbitten. Frau Lasker-Schüler glaubte sich hierfür auf Ihr liebenswürdiges Interesse berufen zu dürfen, das Sie ihren derzeitigen Sorgen jüngst in Lugano entgegenbrachten. / Der Sachverhalt ist kurz folgender: / Frau Lasker-Schüler würde voraussichtlich die Möglichkeit haben, die derzeitigen Bestände ihrer Bücher nebst den Verlagsrechten vom Verlag Paul Cassirer, der wenig für die Propagierung ihrer Werke tut, zurückerhalten zu können. Sie legt nun grossen Wert darauf, einen in jeder Hinsicht seriösen Verleger zu finden, der ihr Sicherheiten dafür gibt, den angemessenen Ertrag ihrer Werke zur Verfügung zu erhalten. Sowohl Frau Lasker-Schüler, wie auch ich haben eine Verbindung mit dem S. Fischer-Verlag als besonders begrüssenswert angesehen. Ich hatte mich infolgedessen Ende November 1926 an Herrn Oskar Loerke gewandt und diesen um seine Intervention beim S. Fischer-Verlag gebeten. Indessen glaubte der S. Fischer-Verlag in einem Schreiben, das mir zur Zeit nicht vorliegt, da ich es Frau Lasker-Schüler nach Lugano gesandt habe, aus grundsätzlichen Erwägungen heraus ablehnen zu müssen. / Ich möchte mit Frau Lasker-Schüler annehmen, dass eine Intervention von Ihrer Seite aus geeignet sein könnte, den Standpunkt von S. Fischer zu revidieren. / Ich würde es infolgedessen mit besonderer Dankbarkeit begrüssen, wenn es Ihnen, sehr geehrter Herr Doktor, möglich sein sollte, sich nochmals im Interesse von Frau Lasker-Schüler bei S. Fischer zu verwenden. Ich möchte glauben, dass Frau Lasker-Schüler Ihrer Hilfe würdig ist, und dass auch Sie es für erfreulich betrachten würden, wenn dieser im Leben so gehetzten Frau wenigstens eine künftige materielle Sicherung beschieden wäre. Dies dürfte umsomehr Geltung haben, als Frau Lasker-Schüler zur Zeit durch die Krankheit ihres Sohnes Paul ausserordentlich bedrückt ist.« (Faksimile: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.)

[Schönberg, Karl:] Else Lasker-Schüler sucht einen Verleger. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 519 (Abend-Ausgabe) vom 2. November 1927. – Redaktionelle Kurzmitteilung, in der Schönbergs Aufruf zitiert wird.

Schönberg, Karl: Ein Verleger für Else Lasker-Schüler wird gesucht. In: Die Weltbühne (Charlottenburg). Jg. 23, Zweites Halbjahr, Nr. 45 vom 8. November 1927. S. 731. – Gedruckt in der Rubrik »Antworten« mit einer redaktionellen Nachbemerkung.

Schönberg, Karl: Ein Verleger für Else Lasker-Schüler wird gesucht. In: Der Querschnitt (Berlin). Jg. 7, H. 12 vom Dezember 1927. S. 961.

Mühsam, Erich: Junge Generation. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 585 (Sonntags-Ausgabe) vom 11. Dezember 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 290 – Charakterisierung Else Lasker-Schülers: »glühte die Dichtung der Lasker-Schüler von dem Feuer orientalischer Phantasie«.

* * *

Neumann, Robert: Mit fremden Federn. Parodien. Stuttgart: J. Engelhorns Nachf., 1927. – Auf S. 72 das Gedicht »An den Prinzen von Theben. Nach Else Lasker-Schüler«.

1928

Lipmann, Heinz: Else Lasker-Schüler. In: Für die Frau. (Beilage der »Frankfurter Zeitung« für Mode und Gesellschaft.) Jg. 3, Nr. 1 vom 22. Januar 1928. S. 8.

Dolbin, [Benedikt Fred]: Else Lasker-Schüler. [Zeichnung.] In: Der Querschnitt (Berlin). Jg. 8, H. 3 vom März 1928. S. 151.

Brion, Marcel: Else Lasker-Schüler. In: Revue d’Allemagne (Paris). Jg. 2, Nr. 9 vom Juli 1928. S. 11–18.

Stuckenschmidt, H[ans] H[einz]: Aktualität und Ewigkeit. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 425 (Morgen-Ausgabe) vom 8. September 1928, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 211. – Darin heißt es: »Betrachten wir die Texte einiger moderner Lieder. Sie stammen im besten Falle von Stefan George, Else Lasker-Schüler, Rainer Maria Rilke, August Stramm und Georg Trakl. Sie haben oft viel dichterische Kultur (mehr im allgemeinen als die von Reger oder Strauß), aber jede Beziehung zu den erschütternden Ereignissen der Gegenwart fehlt ihnen vollkommen.«

Kraus, Karl: Der größte Schriftsteller im ganzen Land. In: Die Fackel. Jg. 30, Nr. 795–799 von Anfang Dezember 1928. S. 52–104. – S. 89 f.: Hinweis, daß Karl Schönbergs Aufruf »Ein Verleger für Else Lasker-Schüler wird gesucht« im »Berliner Tageblatt« um einen Satz gekürzt sei, in dem Schönberg auf die Parteinahme von Karl Kraus für die Dichterin hinweise.

Zweig, Arnold: Else Lasker-Schüler. Wesen und Leben einer Dichterin. In: Uhu (Berlin). Jg. 5, H. 3 vom Dezember 1928. S. 74–77. – Auf S. 74 zwei Fotografien, beschriftet: »Die Dichterin Else Lasker-Schüler« und »Else Lasker-Schüler als elfjähriges Kind: Schon in ihrem Kindergesicht ist das ganze Wesen dieser merkwürdigen Frau beschlossen.« Einleitend schreibt Arnold Zweig: »Else Lasker-Schüler, eine Dichterin! Sie gehört zum Geschlechte jener, die neue Gefühle in der neuen Fügung alter Worte auf eine erschütternde und begeisternde Art auszudrücken wissen. Der wirkliche Dichter nämlich ist nicht der Erfinder von neuen Vokabeln, wie die Generationsgenossen der Else Lasker-Schüler gern glaubten, nicht der Stammler neuer Urlaute, sondern der Künstler, der das älteste Gut der Menschen, die Silben, nach seinen neuen tastenden und drängenden Herzensantrieben und Weisheitseingebungen zu neuem Leben weckt – so, daß das Neuartige, zwischen den Silben und Worten schwebend, in der Fügung der Zeilen, Rhythmen und Strophen wahrnehmbar, den Leser und Hörer ohne eigenes schaffendes Ingenium zunächst stört, ärgert, beleidigt, aufregt. Alles das haben die Gedichte Else Lasker-Schülers getan, aber sie haben auch denjenigen, die Ohren haben zu hören und eine Seele nachzuleben, die stärksten und reinsten Erschütterungen und Glücksgefühle gegeben, die moderne Gedichte heute vermitteln können.«

* * *

Hermann, Georg: Die Zeitlupe und andere Betrachtungen über Menschen und Dinge. Stuttgart, Berlin, Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt, 1928. – S. 48–54: »Else Lasker-Schüler. Ein verspäteter Geburtstagsgruß«. Georg Hermann schreibt: »[…] Damals werden wir 1906 geschrieben haben, als wir uns zuerst begegneten. Wir haben uns nie nahegestanden, aber wir haben uns beide gefreut, wenn wir zusammentrafen. Vielleicht, weil wir nicht viel miteinander gemeinsam hatten, haben wir innerlich immer treu zueinander gehalten. Heute ›Else Lasker-Schüler‹ sagen, ist keine Kunst; aber Sie werden mir zugeben, daß ich es schon vor zwanzig Jahren gesagt habe, trotzdem ich nie zu Ihren Kreisen gehörte. Ich glaube, es war vielleicht auch deswegen, daß wir uns mochten, weil wir beide Peter Baum sehr gern hatten seiner träumerischen Art wegen, die ganz kindhaft dem Leben gegenüber und ganz weise der Dichtkunst gegenüber war. […] Was Sie bis heute nicht ahnen, meine Freundin, ich bin stets ein Verehrer und guter Kenner Ihrer Werke gewesen und habe sie fast alle einst besessen, selbst die verschollenen. […] Ich liebe auch Ihre kleinen, ganz kurzen Essays, denn Ihre Prosa ist so angefüllt. Sie ist genau so wortsicher wie Ihre Verse. Sie schreiben halbtrunken über Menschen und Dinge, bannen Morgenfrühe, oder, wie Altenberg, Varietészenen mit ein paar runden Federzügen. Auch an Ihren Zeichnungen, die das Enfant terrible in Ihrem Schaffen sind, sieht man doch, daß Sie ein durch und durch künstlerisches Wesen sind. Bei allem Nichtkönnen sind sie verdammt sicher gefühlt. […]«

Hildebrandt, Hans: Die Frau als Künstlerin. Mit 337 Abbildungen nach Frauenarbeiten bildender Kunst von den frühesten Zeiten bis zur Gegenwart. Berlin: Rudolf Mosse Buchverlag, 1928. – Über Else Lasker-Schüler schreibt Hans Hildebrandt (S. 124): »Aber auch die glühende Phantastik orientalischen Fühlens schafft sich eine Traumwelt jenseits aller Logik: sie ersteht in den mit wenigen Strichen hingeworfenen Augenblickseingebungen der Dichterin Else Lasker-Schüler.« Auf S. 131 Reproduktion dreier Zeichnungen von Else Lasker-Schüler: ohne Titel, »Jussuf und einige der Zebaothknaben« und »Der Fakir«.

Wininger, S[alomon]: Große Jüdische National-Biographie mit mehr als 8000 Lebensbeschreibungen namhafter jüdischer Männer und Frauen aller Zeiten und Länder. Ein Nachschlagewerk für das jüdische Volk und dessen Freunde. Unter Mitwirkung von zahlreichen Fachmännern aus allen Weltteilen. Bd. 3: Harischon–Lazarus. Cernăuţi: Buchdruckerei »Aria«, 1928. – S. 594 f. über Else Lasker-Schüler: »Mit Ausnahme ihrer einzigen dramatischen Arbeit ›Die Wupper‹, in welcher sie ihrer Heimatstadt ein Denkmal setzt, zeigen sie ihre übrigen Werke als Lyrikerin reinster Prägung; sie gilt daher auch als eine der markantesten Dichterinnen der Gegenwart. Alles blüht unter den Händen dieser Frau zum Gedicht auf. Ob sie die Psalmen, die Bücher der Bibel, oder die Schicksale ihres Volkes besingt, oder Kinderverse macht. Über allen ihren Gedichten ist eine wundervolle und großartige Schlichtheit ausgebreitet. Ihre expressionistische Denkungsart erregte oft Widerspruch und scharfe Kritik. Die Menschen, die der konservativen Auffassung in der Beurteilung von Kunst huldigen, warfen ihr Steine nach, aber sie schritt ihren Weg weiter und sang ihre Dichtungen, welche Ausfluß sind ihres eigenen, leidenden, hoffenden, sich sehnenden Ich, welche das Abbild sind des Ringens mit der Umwelt in den Fährnissen des Lebens. Ihre Darstellungen verraten ohne weiteres, daß sie Jüdin mit Stolz und Bewußtsein ist. Ein orientalischer Farbenreichtum an Bildern, eine gewisse süße Sinnlichkeit der Sprache und das bewußte Zurückgreifen auf die alttestamentarische Geschichte des jüdischen Volkes sind dafür bezeichnend. / […] Von ungewöhnlicher Wucht u. inniger Spannkraft ist ihr letztes Werk ›Der Wunderrabbiner v. Barcelona‹, die Geschichte eines Heiligen, der seinen Gott nicht mehr begreift und im maßlosen Zorn über ihn, sich selbst und das Geschick seines Volkes vernichtet.« Fußnote: Else Lasker-Schüler »entstammt einer bedeutenden jüd. Gelehrtenfamilie. Ihr Urgroßvater väterlicherseits war Oberrabbiner von Rheinland und Westfalen, jener mütterlicherseits ein spanischer Großkaufmann, Pablo von Elkan mit Namen. Er übersiedelte unter dem in England angenommenen Namen Kissing nach Süddeutschland und betrieb dort Weinbau. Zur Frau nahm er sich die wunderschöne blauäugige Dichterin Johanna Kopp.«

1929

Gumppenberg, Hanns von: Das teutsche Dichterroß. In allen Gangarten vorgeritten von Hanns von Gumppenberg. Mit zehn Karikaturen von Bruno Paul und Olaf Gulbransson. 13. und 14., erweiterte Aufl. München: Georg D. W. Callwey, 1929. – Letzte zeitgenössische Ausgabe der zuerst 1901 erschienenen Sammlung von Parodien. Auf S. 112–114 ein Gedicht »nach Else Lasker-Schüler«: »Jüxender Jux im Styx«. Das Gedicht ist auch im Dezember 1916 in der Zeitschrift »Jugend« erschienen.

Höxter, John: »So lebten wir«. 25 Jahre Berliner Bohême. Erinnerungen. Berlin: Biko-Verlag, 1929. – S. 19 und 39 Erwähnung Else Lasker-Schülers.

Lt., R. [d. i. Rose Liebrecht]: [Else Lasker-Schüler.] In: Jüdisches Lexikon. Ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden. […]. Bd. 3: Ib–Ma. Berlin: Jüdischer Verlag, 1929. Spalte 982 f. – Else Lasker-Schüler »war erst mit dem Arzt Berthold Lasker verheiratet, später mit Herwarth Walden, dem Hrsg. des ›Sturm‹, der in der radikalen Kunstbewegung Berlins eine Rolle spielte. Wichtiger für ihre Kunst aber war die Kameradschaft mit Peter Hille, dem Dichter und berühmten Bohemien. Ihm hat sie in vielen ihrer Geschichten und in ihren Gedichten gehuldigt. In der Lyrik der L. gibt es merkwürdige Momente einer echten dichterischen Kraft, die, ekstatisch und visionär, farbenblühende Bilder verschiedenster Zonen zu einem neuen Sinnbild zusammenflicht. Eine Verwandtschaft dieser Lyrik mit der Art des großen j. Lyrikers Alfred Mombert ist oft nicht zu verkennen; ihr Stil stammt wie der Momberts von den j. Propheten. In ihren ›Hebräischen Balladen‹ bekennt sich die L. inbrünstig zu ihrem j. Volkstum und dichtet einzelne mythische Szenen der Bibel mit geistesverwandter Kraft in heutige Gefühlssprache um. In dem Drama ›Die Wupper‹ findet sie starke soziale Akzente. Einen phantastischen j. Stoff behandelt auch ihr Märchen ›Der Wunderrabbiner von Barcelona‹ sowie einige andere ihrer Geschichten. […] Die L. bezeichnet sich selbst als ›Prinz von Theben‹, als orientalisches phantastisches Wesen, das die Schranken des abendländischen Rationalismus nicht kennt.«

Sigilla Veri (Ph. Stauff’s Semi-Kürschner). Lexikon der Juden, -Genossen und -Gegner aller Zeiten und Zonen, insbesondere Deutschlands, der Lehren, Gebräuche, Kunstgriffe und Statistiken der Juden sowie ihrer Gaunersprache, Trugnamen, Geheimbünde, usw. 2., um ein Vielfaches vermehrte und verbesserte Aufl. Unter Mitwirkung gelehrter Männer und Frauen aller in Betracht kommenden Länder im Auftrage der »Weltliga gegen die Lüge« in Verbindung mit der »Alliance chrétienne arienne« hg. von E. Ekkehard. Bd. 3. Erfurt: U. Bodung-Verlag, 1929. – S. 932–939: »Lasker-Schüler, Else«. Die erste Ausgabe des stark antisemitisch geprägten Lexikons war 1913 erschienen.

1930

Köppen, Edlef: [Antwort auf eine Rundfrage: »Die Vernachlässigten«.] In: Die Lebenden. Flugblätter (Berlin). 3. Reihe, Nr. 1/2 vom Februar 1930. – Erwähnung Else Lasker-Schülers.

* * *

Biese, Alfred: Deutsche Literaturgeschichte. Bd. 3. Von Hebbel bis zur Gegenwart. Mit 58 Bildnissen. 24., durchgreifend erneuerte Aufl. hg. von Johannes Alt. München: C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, 1930. – S. 791: »Else Lasker-Schüler ist immer eine Fremde geblieben, auch in der deutschen Dichtung, so wahrhaft innerliche oder glutvolle Töne sie manchmal der deutschen Sprache abzugewinnen weiß. Sie war eine Frau, die im Kampf der Modernen kühn ihren Platz behauptete, die das Menschliche tief empfand, die aber hauptsächlich die Not ihrer Heimatlosigkeit klagte […].«

Wiegler, Paul: Geschichte der deutschen Literatur. Bd. 2: Von der Romantik bis zur Gegenwart. Berlin: Ullstein, 1930. – S. 767: Else Lasker-Schüler »ist eine Scheheresade in der Karawanserei des Berliner Cafés des Westens, die nur einer Handvoll silbergünen und goldenen Flitters bedarf, um Märchen des Orients zu zaubern, die auf die Literaten an den Marmortischen ihren Briefroman ›Mein Herz‹ schreibt; und die doch die Traurigkeit eines weiblichen Ahasver hat: ›Alle meine Blumenwege führen auf dunkle Gewässer‹, das ›Dornenlächeln‹ eines ›weltalten‹ Traumes. […] Ihr Hang zum Epischen konzentriert sich in den ›Hebräischen Balladen‹, die mit psalmistischer Glut die Sagenmotive der Bibel, ohne sie festzuhalten, beschwören.«

1931

Wittner, Doris: Jüdische Frauen als Denkerinnen und Dichterinnen. (Zum Tag des Buches, 22. März 1931.) In: Freie jüdische Monatsschau (Berlin). Jg. 1, H. 1 vom März 1931. S. 28–33. – Kurzer Hinweis auf Else Lasker-Schüler: In ihr manifestiere sich »die dichterische Sendung der heutigen jüdischen Frau«.

Suhrkamp, Peter: Die Künstlerin. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 378 (Morgen-Ausgabe) vom 13. August 1931, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 187. – Darin heißt es: »Unter den vielen kunstschaffenden Frauen der Gegenwart gibt es einzelne hervorragende, die durch eine spezifisch weibliche Eigenart, durch Unmittelbarkeit, Offenheit und Eigenwilligkeit, die stellenweise kindhaft anmutet, oder durch ein dunkles, oft schweres Instinktverhaftetsein, durch das ein Rest von Nichtkönnen noch ausdrucksvoll wird, im Kunstschaffen der Gegenwart durchaus Rang und einen eigenen Platz behaupten. In der Malerei sind es Marie Laurencin und Paula Becker-Modersohn, in der Plastik Renée Sintenis. In der Dichtung Ricarda Huch, Else Lasker-Schüler, die Colette, Virginia Woolf und Mechthild Lichnowsky, unter den Schauspielerinnen die Bergner und unter den Tänzerinnen die Wigman.«

Pilavachi, Margret: Else Lasker-Schüler. In: Illustration juive. Revue trimestrielle (Alexandria). Jg. 3, Nr. 12 vom Dezember 1931. S. 28 f. – Die Zeitschrift war von David Prato gegründet worden, den Else Lasker-Schüler in »Das Hebräerland« porträtiert.

* * *

Eloesser, Arthur: Die deutsche Literatur von der Romantik bis zur Gegenwart (Die deutsche Literatur vom Barock bis zur Gegenwart. Bd. 2). Berlin: Bruno Cassirer, 1931. – S. 608: »Else Lasker-Schüler blieb am längsten im Expressionismus, dem sie die weibliche Note des Unvermittelten in Wunschtraum und Märchenspiel gab. Sie ist die Sängerin des Orients und sitzt, wie Rahel einmal von sich sagte, auf dem Saum des Mantels ihres Gottes Zebaoth, der sich von ihr Geschichten erzählen und dann seiner Ruth und Sulamith alle Sterne in den Schoß fallen läßt.«

1932

Rieß, Margot: Religiöse Frauenlyrik. In: Der Morgen. Zweimonatsschrift (Berlin). Jg. 8, Nr. 2 vom Juni 1932. S. 151–154. – »[…] Als ein großes Sich-Heimwärtssehnen ist aber auch die glühende Religiosität der überragenden jüdischen Dichterin Else Lasker-Schüler zu begreifen, die man ›den schwarzen Schwan Israels‹ genannt hat, die sich in ewigem fieberndem Sehnen nach einer letzten Seelen- und Gottheimat verzehrt. […]«

Richard, Roode: Een Koffiehuis met een Verleden. Het Uitsterven van de Bohème. In: Limburger Koerier (Maastricht). Jg. 87, Nr. 148 (Dagblad-Uitgave) vom 25. Juni 1932, Blatt 2. S. 8 (»Brief uit Berlijn«). – Über das »Café des Westens« in Berlin. Erwähnung Else Lasker-Schülers: »Men zag daar dan de schilders Slevogt en Orlik, den journalist en agitator Erich Mühsam, de dichteres Else Lasker-Schüler, bijgenaamd ›de prins van Thebe‹, Herwarth Walden, leider van de ›Storm-groep‹, den architect Rossius von Rhyn en ’s avonds heel laat Paul Lindau, met champagne op zijn tafeltje en in rok, want Lindau was de eenige grand-seigneur onder zijn collega’s.«

Herrmann-Neisse, Max: Kleine Bestandsaufnahme heutiger deutscher Lyrik. In: Der weiße Rabe (Berlin). Nr. 1 vom 15. Oktober 1932. S. 3 f. – Erwähnung Else Lasker-Schülers.

[Anonym:] Kleistpreis an Billinger und Else Lasker-Schüler. In: Berliner Börsen-Courier. Jg. 65, Nr. 530 (Abend-Ausgabe) vom 11. November 1932.

[Anonym:] Die Kleistpreisträger 1932. Richard Billinger und Else Lasker-Schüler. In: Deutsche Allgemeine Zeitung (Berlin). Jg. 71, Nr. 532 (Freitag Abend) vom 11. November 1932.

[Anonym:] De Kleist-Prijs. In: Het Vaderland (’s-Gravenhage) (Jg. 64) vom 11. November 1932, Avondblad B. S. 3 (»Laatste Berichten«).

J[acobs], M[onty]: Der Kleistpreis. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 542 (Abend-Ausgabe) vom 11. November 1932, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 314.

er.: Die übliche Zweiteilung. Der Kleistpreis auch für Else Lasker-Schüler. In: Deutsche Zeitung (Berlin). Jg. 37, Nr. 267a (Morgenausgabe) vom 12. November 1932.

[Anonym:] Kleistpreis 1932 vergeben. In: Rigasche Rundschau. Jg. 65, Nr. 257 vom 12. November 1932. S. 5.

P[ankok], H[ulda]: [Die Kleistpreisträger 1932.] In: Der Mittag (Düsseldorf). Jg. 13, Nr. 267 vom 15./16. November 1932, [Beilage:] Das geistige Leben. – Zwei Beiträge mit dem gemeinsamen Titel »Die Kleistpreisträger 1932«. Der Beitrag über Richard Billinger ist mit »E.« gezeichnet.

[Anonym:] Kleistpreis 1932 für Else Lasker-Schüler. In: Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz (Zürich). Jg. 32, Nr. 47 vom 18. November 1932. S. 5.

[Anonym:] Kleistpreis 1932 für Else Lasker-Schüler. In: La Tribune Juive (Strasbourg). Jg. 14, Nr. 47 vom 18. November 1932. S. 723 (»Lettres et Musique«).

J[acobs], M[onty]: Kleistpreis 1932 für Else Lasker-Schüler. In: Jüdische Presszentrale Zürich. Jg. 15, Nr. 721 vom 18. November 1932. S. 11 (»Das Blatt der jüdischen Frau«). – Aus dem Beitrag der »Vossischen Zeitung« vom 11. November 1932.

S.: »Die Tochter eines Beduinenscheichs« erhält den Kleistpreis! In: Völkischer Beobachter (München). Jg. 45, 323. Ausgabe (Reichsausgabe) vom 18. November 1932, 2. Beiblatt.

Finkelstein, Z[ygmunt] F[öbus]: Else Lasker-Schüler. Aus dem Zyklus: »Jüdische Schattenbilder«. In: Die Stimme. Jüdische Zeitung (Wien). Jg. 5, Nr. 254 vom 18. November 1932. S. 5.

Engel, Fritz: Else Lasker-Schüler. In: C. V.-Zeitung (Berlin). Jg. 11, Nr. 48 vom 25. November 1932. S. 485 f. – Zur Verleihung des Kleistpreises.

1933

The Manchester Guardian. Nr. 27058 vom 30. Mai 1933. S. 10. – »Our London Correspondence. London, Monday Night. By Private Wire«. Im Abschnitt, betitelt »Other Disappearances«, heißt es: »The disappearance of well-known men is now a common thing in Germany. […] The greatest, perhaps, of modern German poetesses, Elsa Lasker Schüler, a Jewess, has also disappeared.« Am 6. Juni 1933 schrieb Else Lasker-Schüler an Kurt Ittmann: »Im Manchester Guardians soll ich gesucht werden, sagte mir eben eine nette Apothekerin Vielleicht bin ich nicht zu finden mehr.« (Else Lasker-Schüler: Werke und Briefe. Kritische Ausgabe. Im Auftrag des Franz Rosenzweig-Zentrums der Hebräischen Universität Jerusalem, der Bergischen Universität Wuppertal und des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar hg. von Andreas B. Kilcher [ab Bd. 9], Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Bd. 9: Briefe. 1933–1936. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki. Frankfurt am Main 2008. S. 22.)

[Anonym:] Jewish Poetess Missing in Reich. Else Lasker-Schuler and Others Have Disappeared Without a Trace, British Paper Reports. In: The New York Times. Jg. 82, Nr. 27521 vom 31. Mai 1933. S. 8. – »LONDON, May 30 (Jewish Telegraphic Agency). – The Jewish poetess Else Lasker-Schüler is among the German Jews who have disappeared without a trace. The Manchester Guardian reports. / […] / Germany’s leading literary critics have acclaimed Else Lasker-Schüler as the outstanding poetess of her time. The Kleist prize was awarded to her last Winter for her sixteenth published work, a prose narrative with a Westphalian background. Her lyrics, described as music that is robust, passionate and often vigorously beautiful, are held to have defied adequate translation into English.«

[Anonym:] German Poet is Safe. Else Lasker Schuler, Reported Missing, is Located in Zurich. In: The New York Times. Jg. 82, Nr. 27522 vom 1. Juni 1933. S. 6. – »Else Lasker Schüler, the poet, one of a number of prominent German Jews reported to have disappeared without a trace, is alive and safe at Zurich, Switzerland, Dr. Samuel Margoshes, editor-in-chief of the Jewish newspaper The Day, said yesterday. A Jewish Telegraph Agency dispatch in THE NEW YORK TIMES yesterday had quoted a report of The Manchester Guardian listing her among the missing. / Dr. Margoshes said he had received a letter from the Poet at Zurich a few days ago, stating that she had ›run away from the holocaust‹ and was destitute but perfectly safe. He added that she had offered her poetry for publication in The Day and he had written to her to send some of it.«

[Anonym:] Neue Opfer der Nazis. Walter Tschuppik und Else Lasker-Schüler. In: Die Rote Fahne (Wien). Jg. 16, Nr. 129 (2. Aufl.) vom 3. Juni 1933. S. 5. – Aus dem »Manchester Guardian« vom 30. Mai 1933.

[Anonym:] Wat Duitschland verloor. Joodsche auteurs en moderne literatuur. In: De Telegraaf (Amsterdam). Jg. 41, Nr. 15413 (Avondblad) vom 27. Juli 1933, Blatt 3. S. 5. – »Onder de vervaardigers van expressionistische werken, welke voor een groot deel een reactie op de toestanden gedurende den wereldoorlog vormden, namen ook de Joden een belangrijke plaats in. Onder hen waren Carl Sternheim, Else Lasker-Schüler, en Hasenclever.«

[Anonym:] Wat Duitschland verloor. Op het gebied der moderne Letterkunde. In: Nieuwsblad van het Noorden (Groningen). Jg. 46, Nr. 177 vom 29. Juli 1933, Blatt 2. S. 5 (»Kunst en Wetenschap«). – Der Beitrag war zuvor in »De Telegraaf« erschienen.

[Anonym:] Wat Duitschland verliest. Bijdrage der Joden aan de moderne Duitsche letterkunde. In: Nieuw Israelietisch Weekblad (Amsterdam). Jg. 69, Nr. 14 vom 11. August 1933. S. 3. – Der Beitrag war zuvor in »De Telegraaf« und im »Nieuwsblad van het Noorden« erschienen.

* * *

Adreßbuch der deutschen Schriftsteller. 1933/34. Leipzig: Kurt Vieweg [1933]. – S. 124: »Lasker-Schüler, Else, Berlin W., Motzstr. 78«; S. 244: »Nachstehende Anschriften sind zu streichen: […] Lasker-Schüler, Else, Berlin W. […]«. Neben Else Lasker-Schüler werden auf S. 244 unter anderem Johannes R. Becher, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Walter Hasenclever, Arthur Holitscher sowie Heinrich, Klaus und Thomas Mann genannt.

1934

Maltzahn, Hans-Adalbert v.: Boire à la source. In: Das Blaue Heft (Wien, Paris). Jg. 13, Nr. 11 vom 1. Januar 1934. S. 349 (»Neue Bücher«). – Besprechung des gleichnamigen Buches von Jules Supervielle. Darin heißt es: »In seinem Verhältnis zu Menschen und Tieren erinnert mich Supervielle stets wieder an Franz Marc, den Schöpfer der ›Blauen Pferde‹, und an Else Lasker-Schüler, und eine solche Assoziation gehört – selbst in einer Zeit, wo Wotans Micky Maus in Deutschlands Kunstbetrieb regiert, – zu den ruhmvollsten, in die man einen heute in deutscher Sprache noch allzu unbekannten Dichter situieren kann.«

De Tijd (Amsterdam). Jg. 89, Nr. 27402 vom 9. Februar 1934, Avondblad. – »Nederlandsche kunst te Weenen«: »[…] Dinsdag 13 Februari komen op een concert van de Verein für Neue Musik te Weenen twee Nederlandsche werken ter uitvoering van Willem Pijper en Paul F. Sanders. / […] Van Sanders komt een nieuwe compositie tot uitvoering, getiteld: ›Heimweh‹, op tekst van Else Lasker-Schüler, geschreven voor declamatie en kamerorkest. […]«

Het Vaderland (’s-Gravenhage) (Jg. 65) vom 9. Februar 1934, Avondblad C. S. 1 (»Kunst en Letteren«). – »Nederlandsche componisten in den vreemde«: »[…] Dinsdag 13 Februari komen op een concert van den Verein für Neue Musik te Weenen twee Nederlandsche werken ter uitvoering van Willem Pijper en Paul F. Sanders. […] Van Sanders wordt een nieuwe compositie gespeeld, getiteld: ›Heimweh‹, op tekst van Else Lasker-Schüler, geschreven voor declamatie en kamerorkest. […]«

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 10, Nr. 5962 vom 12. April 1934. S. 5 (»Social and Personal«). – Notiz: »The German-Jewish poet, Mrs. Elsa Lasker Schiller is at present in Jerusalem on her first visit to Palestine.«

אל[יעזר] לובראני: עלזה לאסקר־שילר. (El[ieser] Lubrany: Else Lasker-Schüler.) In: דבר (Davar) (Tel Aviv). Nr. 2729 vom 8. Mai 1934. S. 4. – Am 13. Mai 1934 schreibt Else Lasker-Schüler an Elieser Lubrany: »Liebverehrter Herr Doktor. Ich war sehr gerührt. Eine herrliche Dichtung schreiben Sie über mich.« (Else Lasker-Schüler: Werke und Briefe. Kritische Ausgabe. Im Auftrag des Franz Rosenzweig-Zentrums der Hebräischen Universität Jerusalem, der Bergischen Universität Wuppertal und des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar hg. von Andreas B. Kilcher [ab Bd. 9], Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Bd. 9: Briefe. 1933–1936. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki. Frankfurt am Main 2008. S. 121.)

* * *

H[eller], J[osef]: Lasker-Schüler, Else. In: Encyclopaedia Judaica. Das Judentum in Geschichte und Gegenwart. Bd. 10: Kimchit-Lyra. Berlin: Verlag Eschkol A.-G., 1934. Spalte 666 f. – Für Else Lasker-Schülers »Dichtung ist kennzeichnend eine lyrisch-ekstatische, visionär-romantische, dem Expressionismus in mancher Hinsicht verwandte seelische Verfassung, die sich in absonderlichen Bildern auslöst und oftmals mit einem grotesken Humor verbindet. Eine besondere Bedeutung gewann für ihre Dichtung die Gestalt ihres Freundes Peter Hille, dem sie eine Reihe von Gedichten und Novellen widmete, und dessen Briefe an sie sie herausgab (Erinnerungen an Peter Hille: Das Peter Hille-Buch 1906; Briefe von Peter Hille an E. L.-S. 1921). Biblische Erzählungen und ins Phantastische umgestaltete Bilder aus der jüd. Geschichte dienten ihr als Stoff für Balladen, Märchen und Geschichten (Hebr. Balladen 1913; Der Wunderrabbiner von Barcelona 1926). Autobiographischer Natur und kulturhistorisch bemerkenswert ist das Buch ›Arthur Aronymus: Die Geschichte meines Vaters‹ (1932).«

Hoppe, Else: Liebe und Gestalt. Der Typus des Mannes in der Dichtung der Frau. Hamburg: Verlag der Frau, 1934. – S. 291 f. »Es ist nur sinnvoll vom Standpunkt des Expressionismus aus, daß in dem Werk der namhaftesten expressionistischen Dichterin, in dem Else Lasker-Schülers, von einem Mannestypus nicht mehr die Rede ist. Der Dichter des Expressionismus projiziert sein Inneres in die Außenwelt, er ist so subjektiv wie nur vorstellbar. So ist der Mannestypus, der etwa in Else Lasker-Schülers Werken vorzufinden ist, der Prinz von Theben, niemand anders als sie selbst. Und wenn sie in ihrer Lyrik von Liebe spricht, so handelt es sich für sie nicht um das Zueinanderstreben zweier geschlechtlich entgegengesetzter Pole, sondern um jenen kosmogonischen Eros, der mit Sexualität nichts gemein hat, sondern in den sich verbunden fühlenden Seelen die Pole der Welt zusammenknüpft. So werden die Vertauschung des Ich mit dem Du und die Selbstgestaltung der Dichterin im Bilde eines Mannes möglich.«

1935

Der Internationale Schriftstellerkongress. Das Programm der Veranstaltungen. In: Pariser Tageblatt. Jg. 3, Nr. 554 vom 19. Juni 1935. S. 3. – Vom 21. bis zum 25. Juni fand in Paris der »Internationale Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur« statt. Unter den »weiteren Teilnehmern« wird auch Else Lasker-Schüler erwähnt, die allerdings abgesagt hatte.

1936

Perl, Walter: Else Lasker-Schüler. Zum 60. Geburtstag. In: Jüdischer Kulturbund Berlin. Monatsblätter. Jg. 4, H. 2 vom Februar 1936. S. 3 f.

-lsch.: [Tagebuchblatt.] In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 157, Nr. 202 (Morgenausgabe) vom 5. Februar 1936, Blatt 2. – Über Ascona im Winter: »[…] Wie trefflich hätte so ein roter Schirm auch zur Else Lasker-Schüler gepaßt. Aber sie hatte nur dünne rotgestreifte Pantoffeln an. In ihnen hüpfte sie über die Straße, die Beine schlenkernd wie eine Katze, welche die Nässe nicht liebt, und man sah ihr an, daß sie sich nicht als Prinz von Theben oder Arkadien fühlte. […]«

Galliner, [Paula] Ali: Der »schwarze Schwan Israels«. Zum 60. Geburtstag Else Lasker-Schülers am 11. Februar 1936. In: Jüdische Allgemeine Zeitung (Berlin). Jg. 16, Nr. 6 vom 5. Februar 1936, Beilage.

Pinthus, Kurt: Die innigste Hebräerin. Zu Else Lasker-Schülers 60. Geburtstag. In: C. V.-Zeitung (Berlin). Jg. 15, Nr. 6 vom 6. Februar 1936. 4. Beiblatt.

Ben-Chorin, Schalom: Else Lasker-Schüler. Zum 60. Geburtstag (11. Februar). [Gedicht.] In: Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz (Zürich). Jg. 36, Nr. 6 vom 7. Februar 1936. S. 23.

K[orrodi], E[duard]: Vom deutschen Literaturschicksal. In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 157, Nr. 220 (Morgenausgabe) vom 8. Februar 1936, Blatt 1. – Antwort auf einen offenen Brief Thomas Manns, der am 3. Februar in der »Neuen Zürcher Zeitung« (Jg. 157, Nr. 193 [Abendausgabe], Blatt 7) erschienen war und in dem Thomas Mann zu Korrodis Aufsatz »Deutsche Literatur im Emigrantenspiegel« in der »Neuen Zürcher Zeitung« vom 26. Januar (Jg. 157, Nr. 143 [Zweite Sonntagausgabe], Blatt 5) Stellung nimmt. Thomas Mann bemängelt unter anderem, daß Korrodi nicht auf die Bedeutung Else Lasker-Schülers hingewiesen habe. In seiner Replik macht Korrodi deutlich, daß »Else Lasker-Schülers Gedichte kein ›Fall‹ der deutschen Lyrik […], sondern je und je ein morgenländisches Gastgeschenk« seien.

Wolfenstein, Alfred: Else Lasker-Schüler. Zu ihrem 60. Geburtstag am 11. Februar. In: Jüdische Rundschau (Berlin). Jg. 41, Nr. 12 vom 11. Februar 1936. S. 4.

G. H.: Else Lasker-Schüler. In: Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Jg. 26, Nr. 8 vom 23. Februar 1936. S. 15.

Milbauer, J.: Une grande poétesse juive. Mme Else Lasker-Schüler. A l’occasion de son 60e anniversaire. In: L’Univers Israélite (Paris). Jg. 91, Nr. 39 vom 19. Juni 1936. S. 617.

1937

[Anonym:] »Degenerate Art«. In: The Manchester Guardian. Nr. 28362 vom 12. August 1937. S. 8. – »The official exhibition of ›degenerate Art‹ in Munich, to which reference was recently made in our columns, pillories some of the very best of modern German painters. […] Franz Marc was one of the founders of German ›Expressionism.‹ He was killed in the war. He never reached artistic maturity, and most of his work remained experimental. But his little water-colours (painted on postcards at the front and addressed to the German poetess Else Lasker-Schueler) are masterpieces of colour and magic insight into animal forms and movements. […].«

– C.: Listener’s Corner. In: The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 13, Nr. 3356 vom 18. August 1937. S. 4. – »A sympathetic and obviously sincere account of the well-known German-Jewish writer Mrs. Else Lasker-Schueller who is at present on a visit to Jerusalem, was given us on the P. B. S. last night by Mr. Lubrani. / Mr. Lubrani spoke of her ›Hebrew Ballads‹, in which the Jewish consciousness of Mrs. Lasker-Schueller manifested itself so strikingly. In concluding, he told us something of the writer’s life, in which a striking parallel to her works is contained.« P. B. S.: Palestine Broadcasting Service.

אליעזר לובראני: עלזה לאסקר־שילר. (Elieser Lubrany: Else Lasker-Schüler.) In: דבר (Davar) (Tel Aviv). Nr. 3743 vom 30. August 1937. S. 3.

Gottgetreu, Erich: Eine Dichterin im Hebräerland. In: Jüdische Presszentrale Zürich. Jg. 20, Nr. 958 vom 17. September 1937. S. 11. – Über den zweiten Aufenthalt Else Lasker-Schülers in Jerusalem: Ausstellung ihrer Zeichnungen, Vortragsabend.

1938

[Anonym:] Außerordentliche Frauen unserer Zeit. Else Lasker-Schüler und das »romanische Café«. In: Prager Abendzeitung. [Jg. 63,] Nr. 154 vom 9. Juli 1938. S. 3.

Neue Zürcher Zeitung. Jg. 159, Nr. 1720 (Abendausgabe) vom 30. September 1938, Blatt 5. – »Deutschland. 184 Ausbürgerungen«. Redaktionelle Notiz, daß der »Reichsanzeiger eine neue umfangreiche Liste von Ausbürgerungen« veröffentlicht habe: »Unter ihnen befindet sich der Schriftsteller Walter Hasenclever und die Schriftstellerin Else Lasker-Schüler.«

1939

Pem’s Privat-Berichte (London). Nr. 155 vom 19. April 1939. S. 21. – Notiz: »Else Lasker-Schüler z. Z. in Jerusalem.«

Pem’s Privat-Berichte (London). Nr. 168 vom 19. Juli 1939. S. 47. – Notiz: »Else Lasker-Schüler las in Palästina aus eigenen Dichtungen.«

* * *

Mann, Erika und Klaus: Escape to Life. Boston: Houghton Mifflin Company, and Cambridge (Mass.): The Riverside Press, 1939. – S. 217–219 über Else Lasker-Schüler.

1941

Aufbau (New York). Jg. 7, Nr. 5 vom 31. Januar 1941. S. 10 (»Musikalische Welt«). – Notiz: »Der österreichische Komponist Max Brand, dessen Oper ›Maschinist Hopkins‹ über 40 Opernbühnen ging, hat das Schicksal der Juden in Europa auch in seinem künstlerischen Schaffen erlebt. Das Oratorium ›Die Vertreibung‹ liegt jetzt vollendet vor. Unter anderen Manuscripten befinden sich ›Hebräische Balladen‹ zu Dichtungen von Else Lasker-Schüler«.

Wolfenstein, Alfred: Else Lasker-Schüler. Zu ihrem 65. Geburtstag am 11. Februar. In: Jüdische Wochenschau / La Semana Israelita (Buenos Aires). Jg. 2, Nr. 44 vom 21. Februar 1941. S. 8.

1942

Aufbau (New York). Jg. 8, Nr. 14 vom 3. April 1942. S. 14 (»Briefkasten«). – Notiz: »O. M., Boston: Else Lasker-Schüler streift durch Jerusalem.«

1943

Sternfeld, W[ilhelm]: Deutsche Schriftsteller in Palästina. In: Die Zeitung (London). Jg. 3, Nr. 339 vom 3. September 1943. S. 9. – Notiz: »Die Kleist-Preis-Trägerin Else Lasker Schüler lebt, seitdem sie von Zürich her eingewandert ist, in Jerusalem. Von ihr sind zwei Gedichtbände ›Das Hebräerland‹ und ›Mein blaues Klavier‹ sowie ein Drama ›Ich und Ich‹ erschienen.«

1944

Zech, Paul: Die deutsche Stimme: Else Lasker-Schüler. In: Deutsche Blätter (Santiago de Chile). Bd. 2 (1944), H. 9/10. S. 31.

1945

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 20, Nr. 5695 vom 19. Januar 1945. S. 2 (»Social & Personal«). – Notiz: »Mrs. Else Lasker-Schueler, the well-known poetess, is lying seriously ill in the Hadassah Hospital, Jerusalem.«

A. E.: Death of Well-Known Poet in Jerusalem. Else Lasker-Schueler. In: The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 20, Nr. 5698 vom 23. Januar 1945. S. 3. – Nachruf.

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Neuste Nachrichten. Jedioth Chadashoth (Tel Aviv). Jg. 7, Nr. 2366 vom 23. Januar 1945. – Nachruf.

Neuste Nachrichten vom 23. Januar 1945.

The New York Times. Jg. 94, Nr. 31776 vom 23. Januar 1945. S. 19. – »JERUSALEM, Jan. 22 (AP) – Else Lasker Schueler, well-known poet, died today at the age of 60. / Else Lasker Schueler fled from Germany in 1933, and made her way through Switzerland to Palestine.«

Chicago Daily Tribune. Jg. 104, Nr. 20 vom 23. Januar 1945. S. 10 (»Obituaries«). – »JERUSALEM, Palestine, Jan. 22 (AP). – Else Lasker-Schueler, 60, poet, died today.«

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Yedioth Hayom (Tel Aviv). Jg. 7, Nr. 166 vom 24. Januar 1945. – Nachruf. »Else Lasker-Schüler war seit langem der jüdischen Wiedergeburt unserer Zeit verbunden und hatte viele jüdische Sujets in ihren Dichtungen behandelt.«

[Anonym:] Poetess Buried on Mount of Olives. In: The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 20, Nr. 5699 vom 24. Januar 1945. S. 3. – Über die Beerdigung Else Lasker-Schülers am 23. Januar.

Jacob, P. Walter: Else Lasker-Schüler. In: Argentinisches Tageblatt (Buenos Aires). Jg. 57, Nr. 17676 vom 25. Januar 1945. S. 8. – Nachruf mit Abdruck der Gedichte »Die Liebe« (Es rauscht durch unseren Schlaf) und »Ich weiß …«.

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Mitteilungsblatt. Irgun Olej Merkas Europa (Tel Aviv). Jg. 9, Nr. 4 vom 26. Januar 1945. S. 1 und 4. – Über die letzten Lebensjahre in Jerusalem und die Beerdigung, am Schluß Abdruck des Gedichts »Ich weiß …«. Auf S. 4 das Gedicht »Mein Volk«, deutsch und hebräisch, sowie Auszüge aus Zuschriften von Franz Goldstein (Frango) und Werner Kraft.

G[eorge], M[anfred]: Else Lasker-Schüler. In: Aufbau (New York). Jg. 11, Nr. 4 vom 26. Januar 1945. S. 5. – Nachruf. Enthält Abdruck der Schlußverse von »Das Hebräerland«.

Jacob, P. Walter: Else Lasker-Schüler. In: Jüdische Wochenschau / La Semana Israelita (Buenos Aires). Jg. 5, Nr. 267 vom 30. Januar 1945. S. 3 (»Literatur und Kunst«). – Nachruf mit Abdruck der Gedichte »An Gott«, »Mein Volk« und »Meiner Mutter«. Ausführlich über die Gedichtsammlung »Mein blaues Klavier«.

Dr. W. Y. [d. i. Wolfgang Yourgrau]: »Ich bin der letzte Soldat Gottes« … Zum Tode von Else Lasker-Schüler. In: Yedioth Hayom (Tel Aviv). Jg. 7, Nr. 174 vom 2. Februar 1945. S. 6.

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Mitteilungsblatt. Alija Chadascha (Tel Aviv). Jg. 9, Nr. 5 vom 2. Februar 1945. S. 4. – »In Anbetracht der zahlreichen falschen im Umlaufe befindlichen Gerüchte, die ihren Niederschlag auch in einer Reihe an uns gerichteter Zuschriften finden, werden wir ersucht, festzustellen, daß die verstorbene Dichterin regelmäßige Bezüge sowohl von der ›Deutschen Abteilung‹ der Jewish Agency als auch vom Institut Schocken erhielt. Es ist also unrichtig, daß man sie ›hungern ließ‹. Sie hatte auch einen großen Kreis von Verehrern, die gern etwas für sie taten, soweit sie es zuließ. (An ihrem Sterbebett war Dr. Yourgrau anwesend, der sich ihrer besonders menschlich angenommen hatte.)«

Dolbin, B[enedikt] F[red]: Die Dichterin Else Lasker-Schüler. [Zeichnung.] In: Aufbau (New York). Jg. 11, Nr. 5 vom 2. Februar 1945. S. 22 (»Literarische Welt«). – Unter der Zeichnung: »Die Dichterin Else Lasker-Schüler / ist, wie wir bereits in der vorigen Nummer des ›Aufbau‹ berichteten, in Jerusalem gestorben.«

[Anonym:] Lasker-Schüler Gedächtnis-Ausstellung. In: Mitteilungsblatt. Alija Chadascha (Tel Aviv). Jg. 9, Nr. 7 vom 16. Februar 1945. S. 7. – »Die Buchhandlung Heatid, Salingré & Co. (Jerusalem, 2, Hassolelstr., Tel. 2931) beabsichtigt, eine Gedächtnisausstellung für die kürzlich verstorbene Dichterin Else Lasker-Schüler zu veranstalten und bittet Privatpersonen, die geeignetes Material besitzen, dieses leihweise zur Verfügung zu stellen.«

R[ychner], M[ax]: Else Lasker-Schüler. In: Die Tat. Schweizerische unabhängige Tageszeitung (Zürich). Jg. 10, Nr. 47 vom 17./18. Februar 1945. S. 7 (»Kunst Literatur Forschung«). – Nachruf. »Zwei Heimatlosigkeiten trug Else Lasker-Schüler in sich; beiden mußte sie an Schmerz entrichten, was jene ihr abverlangten, der Jüdin aus Wuppertal, die in deutscher Sprache zu zaubern die Gabe hatte. Doch war etwas in ihr, das sich überhaupt nicht beheimaten ließ und das sich entdeckte, wenn sie begehrend und heftig und bildreich wie die Psalmen Gott anrief. Bei ihr war es glaubhaft, daß sie seinen Namen ›nicht unnützlich‹ im Mund führte wie so viele, da sie sich blindlings in den Einsatz warf und doch stets bewahrt blieb, als die sie geschaffen war. Irdisch verstrickt und überirdisch hingewandt: beides war sie immerfort. Eine hitzige Mutter, ein stürmischer Freund, ein himmlisch berührtes Erdenkind ist mit ihr von uns gegangen.«

M[ihaly], J[o] [d. i. Elfriede Steckel]: Else Lasker-Schüler. In: Über die Grenzen. Von Flüchtlingen für Flüchtlinge. Nr. 5 (Sondernummer) von Ende Februar 1945. S. 11. – Nachruf mit Abdruck des Gedichtes »An meine Freunde«.

Mayer, Paul: Else Lasker-Schüler. In: Freies Deutschland (Mexico). Jg. 4, Nr. 4 vom März 1945. S. 27.

Stern, Gerson: In Memoriam. In: Mitteilungsblatt. Alija Chadascha (Tel Aviv). Jg. 9, Nr. 10 vom 9. März 1945. S. 6. – Über eine Else Lasker-Schüler-Ausstellung und eine Gedenkveranstaltung in Jerusalem: »›Es schneien weiße Rosen auf die Erde‹ beginnt das Gedicht, mit dem Else Lasker-Schüler ihr bestes Prosabuch ›Konzert‹ einsang. Und weiße Rosen schneien nieder auf das Andenken der Dahingegangenen. Die Buchhandlung ›Heatid‹, Salingré & Co., Jerusalem, läßt in einer liebevoll zusammengetragenen Darbietung die Erinnerung an die Dichterin erstehen. Die von dem Bildhauer J. Löw hergestellte Totenmaske ergreift mit dem Lächeln letzten Wissens unser Herz. Um die Zeichnung von Grete Krakauer-Wolf, die Else Lasker-Schüler gibt, wie sie friedvoll und tagesfern in ihren Abschied einsinkt, schweben Geheimnis und Tiefe, die diese einmalige Dichterin und Jüdin nie ganz freigaben. Die Zeichnung verdient, daß sie von einem unserer Institute angekauft wird, und sollte durch Vervielfältigung einem weiteren Kreis zugängig gemacht werden. Wir finden in der Ausstellung fast alle Bücher der Dichterin. Wir finden Zeichnungen, Briefe und Karten, mit all den Absonderlichkeiten der von ihrem Untergründigen Getriebenen. / Zu einem letzten ›Kraal‹-Abend hatten der Irgun Olej Merkas Europa und die Gemeinde Emet w’Emuna eingeladen. Und in der ›Himmelblauen Synagoge‹ ließen Worte von Rabb. Dr. Wilhelm und eine ausführliche Würdigung von Werner Kraft die Dichterin und den Menschen Else Lasker-Schüler erstehen.«

F[ischer], G[rete]: Eine Prophetin. In: Die Zeitung. Londoner deutsches Wochenblatt. Jg. 5, Nr. 422 vom 6. April 1945. S. 6.

Fischer, Heinrich: Der Prinz von Theben. In: Die Zeitung. Londoner deutsches Wochenblatt. Jg. 5, Nr. 422 vom 6. April 1945. S. 6.

Ball-Hennings, Emmy: Die Dichterin Else Lasker-Schüler. In: Schweizer Rundschau. N. F. Jg. 45, H. 3 vom Juni 1945. S. 225–229. – Nachruf.

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Vogel, Manfred: Else Lasker-Schüler, ein Gedenkblatt. Tel Aviv: Edition »Refta«, 1945.