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Else Lasker-Schüler. Beiträge zu Leben und Werk

Ein Verzeichnis für die Jahre 1895–1945

Teil 3: 1927–1945

[1895–1918] [1919–1926] [1927–1945]

* * *

1927

Vorwärts (Berlin). Jg. 44, Nr. 23 (Abendausgabe) vom 14. Januar 1927. – »Maler, die keine Maler sind«: »Der Axel Juncker Verlag veranstaltet vom 17. Januar bis 20. Februar eine Bilderausstellung von Nicht-Berufsmalern. In der Ausstellung sind vertreten u. a.: […] Else Lasker-Schüler, Arno Nadel, Joachim Ringelnatz, Albert Steinrück.«

Kraus, Karl: [Notizen.] In: Die Fackel. Jg. 28, Nr. 751–756 vom Februar 1927. S. 89–91. – Erwähnung Else Lasker-Schülers in einem Brief an den Verlag der »Fackel«.

r. m. [d. i. Ruth Morold]: »Maler, die keine Maler sind«. In: Jüdische Rundschau (Berlin). Jg. 32, Nr. 10 vom 4. Februar 1927. S. 69. – Zur Ausstellung im »Buchladen am Kurfürstendamm« (Axel Juncker).

Neue Zürcher Zeitung. Jg. 148, Nr. 297 (Mittagausgabe) vom 23. Februar 1927, Blatt 3 (»Vortragschronik«). – Ankündigung einer Lesung am 27. Februar im Zürcher Schwurgerichtssaal: »Elisabeth Rabbow wird Vertonungen von Gedichten Else Laskers singen, die in jüngster Zeit Lilly Reiff komponiert hat.«

k. [d. i. Eduard Korrodi]: Else Lasker-Schüler. In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 148, Nr. 316 (Morgenausgabe) vom 26. Februar 1927, Blatt 1 (»Lokales«). – Ankündigung der Lesung am 27. Februar: »Es sind jetzt zehn Jahre her, seit diese größte Dichterin, die das deutsche Judentum kennt, zum erstenmal in Zürich ihre unter Sibyllen und Propheten heimischen Gedichte psalmodierte und durch den Schwung ihrer großherzigen Phantasie die Zuhörer mitriß. Ein vollgerütteltes Maß an Kümmernis und Schicksalsschlägen hat in diesem letzten Jahrzehnt diese tapfere Frau wohl zu prüfen, aber nicht zu beugen vermocht. Wir wissen nur, daß mit einer unvergleichlichen inneren Würde diese Dichterin in einem entsagenden Leben ihr Traumreich gestaltet und herrlich verschönert und sich im wirklichen Dasein kaum mehr selber als ein wirkliches Wesen verhaftet fühlt. In diesen zehn Jahren hat sich Else Lasker-Schüler in Zürich einen treuen Kreis gebildet, der ihren Vorlesungen immer gern folgte. Hoffen wir, daß am 27. Februar, Sonntagabend 8 Uhr im Schwurgerichtssaal zu der alten Gemeinde neue Literaturfreunde sich gesellen, die wissen, daß sie eine Stunde reiner Dichtung zu erwarten haben, wie sie uns nicht alle Tage erblüht.«

ebr.: Vortragsabend Else Lasker-Schüler. In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 148, Nr. 335 (Morgenausgabe) vom 1. März 1927, Blatt 2 (»Lokales«). – Zur Lesung am 27. Februar: »Man darf sagen, daß Else Lasker-Schüler den Zuhörern mit einem reichen, aber eine Stunde kaum überschreitenden Programm aus ihren eigenen Werken ein über allem Zufälligen stehendes Bild dichterischen Lebens bot. Auch die Dichterin wird sich gefreut haben, zu sehen, wie ihre Gemeinde wächst, wie freudig die Zuhörer zum Verständnis ihrer Dichtungen hinstreben und welch herzlichen Empfang ihr die große Zuhörerschaft bereitete. […] Drei ›hebräische Balladen‹ und eine große Zahl lyrischer Gedichte reihten sich aneinander; das legendenhafte Prosastück ›Der Scheik‹ (aus dem ›Prinz von Theben‹) vertrat die erzählenden Dichtungen. Drei Gedichte hat Frau Lily Reiff-Frank für eine Altstimme und Klavier vertont. Elisabeth Rabbow, von der Komponistin begleitet, sang mit Hingabe diese drei Lieder; sie fanden starken Beifall. Unter den vertonten Liedern findet sich auch das aus drei fünfzeiligen Strophen leicht geformte Gedicht ›Der Frühling‹, das an volksliedartige alte Lyrik erinnert.«

E. S.: Vortragsabend Else Lasker-Schüler. In: Züricher Post und Handelszeitung. Jg. 49, Nr. 51 vom 2. März 1927, 2. Blatt. – Zur Lesung am 27. Februar: »Sie las in singender, etwas monotoner Deklamation, die anfänglich nicht wenig befremdete, aber je länger man hörte, ergreifender zu Ohr und Herzen drang und als etwas ganz Persönliches erkannt und begriffen wurde, eine Reihe von Gedichten. In der Form vollendet, aus tiefster Seele wie heilige Bekenntnisse oder Gebete aufsteigend, voll Zartheit und Wohllaut, klangen diese Gedichte wie Musik, und wie von selbst schien es sich zu ergeben, wenn manchmal die Rezitation in Gesang überging. […] Zwischen den Rezitationen sang Frau Elisabeth Rabbow mit ihrem klangvollen, den Saal mächtig füllenden Alt Lieder in der feinsinnigen Komposition der Frau Lily Reiff (die selbst am Flügel saß), und der dramatische Vortrag (›das Volk schreit!‹) war von packendster Wirkung.«

tr.: Else Lasker-Schüler. In: Tages-Anzeiger (Zürich). Jg. 35, Nr. 51 vom 2. März 1927 (»Kleine Chronik«). – Zur Lesung am 27. Februar: »Schon die Erscheinung der Dichterin Else Lasker-Schüler zaubert ihre Welt: in schwarzem Künstlergewand, darauf eine weiße Blume, das rote Tuch um den Hals geknüpft, das dunkle Haar halbkurz geschnitten, ein ausdrucksvolles Gesicht mit lebendigen Augen einrahmend, so liest die größte jüdische Dichterin unserer Zeit aus ihren Werken. Was sie liest: Gedichte in Poesie und Prosa von intensiver Kraft der Farbe, der Bildhaftigkeit, der Symbolik. Nicht immer leicht, nein, immer schwer, gleich den Hörer über alle Klüfte und Gipfel ihrer ungewöhnlichen Phantasielandschaft mitzutragen. Da hilft aber wesentlich die Lautung, die Melodie ihrer Sprache. Und die prägnante, eindringende Art, wie die Dichterin diese Sprache, diese poetischen Bilder vorträgt. Beschwerte, farbenglühende Lyrik las sie, gelegentlich in altisraelitischen Balladenton getaucht, immer aber belastet mit dem Gewicht schweren Menschentums, und immer in Moll. – Ihre Poesie müßte, vertont, ihre eigene Musik haben. Es wurden, wider Erwarten, einige Vertonungen geboten – Versuche, die die Aufgabe nicht gelöst haben.«

Kraus, Karl: Der Reim. In: Die Fackel. Jg. 29, Nr. 757/758 vom April 1927. S. 1–37. – Zu Else Lasker-Schüler S. 34–36.

Zappler, Klara: Else Lasker-Schüler. In: Davoser Revue. Jg. 2, Nr. 8 vom 15. Mai 1927. S. 22 f. – Über eine Lesung Else Lasker-Schülers.

Kraus, Karl: [Notizen.] In: Die Fackel. Jg. 29, Nr. 759–765 vom Mai (Umschlag: Juni) 1927. S. 26. – Hinweis: Karl Kraus hatte am 5. März 1927 im Wiener Architektenvereinssaal unter anderem von Else Lasker-Schüler das Gedicht »Ein alter Tibetteppich« vorgetragen.

W. K.: Was werden die Kinder berühmter Eltern? In: Pilsner Tagblatt. Jg. 28, Nr. 169 vom 21. Juni 1927. S. 4. – »Der Sohn der Dichterin Else Lasker-Schüler ist Maler; hier könnte man allerdings von Vererbung sprechen; denn die Dichterin selbst hat eine durchaus bildhafte Anschauungswelt.«

Persich, Walter Anatole: Berühmte im Alltag. In: Neues Wiener Journal. Jg. 35, Nr. 12062 vom 22. Juni 1927. S. 3. – »Else Lasker-Schüler sitzt im Romanischen Café rechts neben der Drehtür in der Ecke, raucht viele Zigaretten und ist zu genial, um dem zu hoch rutschenden Rock Aufmerksamkeit zu schenken. Sie kommt dreimal am Tage, trinkt Kaffee und raucht – die weiteren dreimal schaut sie sich nur um und geht gleich wieder, wenn nicht der Herr in der Autojoppe, Bert Brecht, bereits an dem bestimmten Tische auf sie wartet. Brecht läuft dann von Tisch zu Tisch, begrüßt alle Leute, die mindestens so bekannt sind wie er. Die anderen, zahlreicheren, sieht er nicht und lernt er nie kennen. Das würde sein soziales Empfinden beeinträchtigen. Er schweigt sehr viel, was bei seiner kräftigen Gestalt etwas komisch anmutet, und er verschwindet sofort, wenn der ältere Herr kommt, der Else Lasker immer Zigaretten schenkt und einen Likör spendiert.«

Schmidt, Paul F.: Handzeichnungen in der Nationalgalerie. In: Vorwärts (Berlin). Jg. 44, Nr. 309 (Abendausgabe) vom 2. Juli 1927. – »Zum Bezauberndsten gehören, neben den Postkarten Franz Marcs an Else Lasker-Schüler, die kleinen Aquarelle von August Macke, die er kurz vor dem Kriege und vor seinem Tode in Tunis gemalt hat […].«

Hermann, Georg: Passanten. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 406 (Sonntags-Ausgabe) vom 28. August 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 201 und zugleich Nr. 206 (Post-Ausgabe) vom 28. August 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 201. – Über das alte »Café des Westens« in Berlin. Erwähnung Else Lasker-Schülers: »Aber es sei ferne von mir, gegen die Bohème dort nachträglich etwas sagen zu wollen. Ich schätze von je Leute, die den Mut haben, das Leben auf eigene Faust und auf eigener Manier zu leben; und ich weiß sehr genau, daß ›viel Chaos dazu gehört, um einen tanzenden Stern zu gebären‹, ob der nun: Doeblin … oder Lasker-Schüler … Kaiser … Becher … Benn … Meidner … oder nur Lichtenstein und Peter Baum heißt.«

M[ilbauer], J[oseph]: Else Lasker-Schuler. In: L’Univers Israélite (Paris). Jg. 82, Nr. 54 vom 16. September 1927. S. 707 f.

Brion, Marcel: Else Lasker-Schüler, Prince de Thèbes. In: La Revue Européenne (Paris). NS, Nr. 10 vom 15. Oktober 1927. S. 375–379.

Mühsam, Erich: Boheme. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 514 (Sonntags-Ausgabe) vom 30. Oktober 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 255 und zugleich Nr. 260 (Post-Ausgabe) vom 30. Oktober 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 255. – Charakterisierung Else Lasker-Schülers: »die geniale, ihrer ungebändigten Eruptivität halber spießerhaft belächelte Else Lasker-Schüler«.

[Schönberg, Karl:] Ein Verleger für Else Lasker-Schüler wird gesucht. In: Berliner Tageblatt. Jg. 56, Nr. 519 (Abend-Ausgabe) vom 2. November 1927. – Schönbergs Aufruf wurde anonym als Zuschrift mit einem redaktionellen Zusatz veröffentlicht. – Der Berliner Rechtsanwalt Karl Schönberg bemühte sich bereits seit längerem um einen neuen Verleger für die Schriften Else Lasker-Schülers. Er schreibt am 28. Dezember 1926 an Gerhart Hauptmann: »Frau Else Lasker-Schüler, in deren Interesse ich seit einiger Zeit nach einem geeigneten Verleger für ihre Werke suche, hat mich gebeten, mich an Sie zu wenden und Ihre Hilfe zu erbitten. Frau Lasker-Schüler glaubte sich hierfür auf Ihr liebenswürdiges Interesse berufen zu dürfen, das Sie ihren derzeitigen Sorgen jüngst in Lugano entgegenbrachten. / Der Sachverhalt ist kurz folgender: / Frau Lasker-Schüler würde voraussichtlich die Möglichkeit haben, die derzeitigen Bestände ihrer Bücher nebst den Verlagsrechten vom Verlag Paul Cassirer, der wenig für die Propagierung ihrer Werke tut, zurückerhalten zu können. Sie legt nun grossen Wert darauf, einen in jeder Hinsicht seriösen Verleger zu finden, der ihr Sicherheiten dafür gibt, den angemessenen Ertrag ihrer Werke zur Verfügung zu erhalten. Sowohl Frau Lasker-Schüler, wie auch ich haben eine Verbindung mit dem S. Fischer-Verlag als besonders begrüssenswert angesehen. Ich hatte mich infolgedessen Ende November 1926 an Herrn Oskar Loerke gewandt und diesen um seine Intervention beim S. Fischer-Verlag gebeten. Indessen glaubte der S. Fischer-Verlag in einem Schreiben, das mir zur Zeit nicht vorliegt, da ich es Frau Lasker-Schüler nach Lugano gesandt habe, aus grundsätzlichen Erwägungen heraus ablehnen zu müssen. / Ich möchte mit Frau Lasker-Schüler annehmen, dass eine Intervention von Ihrer Seite aus geeignet sein könnte, den Standpunkt von S. Fischer zu revidieren. / Ich würde es infolgedessen mit besonderer Dankbarkeit begrüssen, wenn es Ihnen, sehr geehrter Herr Doktor, möglich sein sollte, sich nochmals im Interesse von Frau Lasker-Schüler bei S. Fischer zu verwenden. Ich möchte glauben, dass Frau Lasker-Schüler Ihrer Hilfe würdig ist, und dass auch Sie es für erfreulich betrachten würden, wenn dieser im Leben so gehetzten Frau wenigstens eine künftige materielle Sicherung beschieden wäre. Dies dürfte umsomehr Geltung haben, als Frau Lasker-Schüler zur Zeit durch die Krankheit ihres Sohnes Paul ausserordentlich bedrückt ist.« (Faksimile: Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.)

[Schönberg, Karl:] Else Lasker-Schüler sucht einen Verleger. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 519 (Abend-Ausgabe) vom 2. November 1927. – Redaktionelle Kurzmitteilung, in der Schönbergs Aufruf zitiert wird.

Pick, Otto: Dem guten Kameraden. In: Prager Presse. Jg. 7, Nr. 302 (III. Auflage) vom 3. November 1927. S. 3 (»Feuilleton«). – Offener Brief an František Khol zum 50. Geburtstag: »Und noch eine andere gemeinsame Reise fällt mir ein, die uns nach Leipzig zu dem Verleger unseres Casanova-Buches und nach Berlin ins Café des Westens und in die gleichfalls literarisch angehauchte Konditorei Josty führte. Überall wurden Sie, der tschechische Schriftsteller, der so beherzt und herzig deutsch zu plaudern wußte, freundschaftlich aufgenommen und als die große deutsche Dichterin Else Lasker-Schüler bald darnach Prag ihren Gegenbesuch abstattete, da waren Sie der von unserer Altstadt Begeisterten ein sachkundiger nächtlicher Führer und retteten sie durch ein ulkiges Aufklärungswort aus den Polypenfängen eines befiederten Schutzmanns, der partout nicht begreifen wollte, daß eine Lyrikerin aus dem orientalischen Elberfeld durch den Anblick der Theinkirche zu einem arabischen Mitternachts-Speech begeistert werden konnte …«

Schönberg, Karl: Ein Verleger für Else Lasker-Schüler wird gesucht. In: Die Weltbühne (Charlottenburg). Jg. 23, Zweites Halbjahr, Nr. 45 vom 8. November 1927. S. 731. – Gedruckt in der Rubrik »Antworten« mit einer redaktionellen Nachbemerkung.

Schönberg, Karl: Ein Verleger für Else Lasker-Schüler wird gesucht. In: Der Querschnitt (Berlin). Jg. 7, H. 12 vom Dezember 1927. S. 961.

L. Z.: Autor, Dramaturg und Schauspieler. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 583 (Morgen-Ausgabe) vom 10. Dezember 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 289. – »Der Zyklus ›Das Theater‹ der Lessinghochschule wurde um ein gutes, ein amüsantes Stück weitergebracht. Zuerst sprach Zuckmayer, der Autor. […] Von seinen persönlichen Theatererlebnissen: wie bei seiner ersten Premiere Noske, der neben ihm in der Loge saß, unter Protest das Staatstheater verließ, und Else Lasker-Schüler ihm ein Mitleidspraliné in den Mund steckte.«

Mühsam, Erich: Junge Generation. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 585 (Sonntags-Ausgabe) vom 11. Dezember 1927, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 290 – Charakterisierung Else Lasker-Schülers: »glühte die Dichtung der Lasker-Schüler von dem Feuer orientalischer Phantasie«.

* * *

Neumann, Robert: Mit fremden Federn. Parodien. Stuttgart: J. Engelhorns Nachf., 1927. – Auf S. 72 das Gedicht »An den Prinzen von Theben. Nach Else Lasker-Schüler«.

1928

Lipmann, Heinz: Else Lasker-Schüler. In: Für die Frau. Beilage der »Frankfurter Zeitung« für Mode und Gesellschaft. Jg. 3, Nr. 1 vom 22. Januar 1928. S. 8.

Aus »Robert Neumann: Mit fremden Federn«. In: Der Kunstwart (München). Jg. 41, 1. Hälfte, H. 5 vom Februar 1928. S. 318–324. – Auf S. 320 das Gedicht »An den Prinzen von Theben. Nach Else Lasker-Schüler«.

Dolbin, [Benedikt Fred]: Else Lasker-Schüler. [Zeichnung.] In: Der Querschnitt (Berlin). Jg. 8, H. 3 vom März 1928. S. 151.

[Anonym:] Ehrung Leopold Jeßners. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 108 (Abend-Ausgabe) vom 3. März 1928. – Über die Feier von Jessners 50. Geburtstag im Staatstheater: »Dann huschte eine kleine Gestalt im schwarzen Kleide mit einem Blumenstrauß an das Geburtstagskind heran: Else Lasker-Schüler, die Dichterin der ›Wupper‹.«

[Anonym:] Ehrung Leopold Jeßners. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 55 (Post-Ausgabe) vom 4. März 1928.

E. C.: Ascona. In: Berliner Volks-Zeitung. Jg. 76, Nr. 143 (Morgen-Ausgabe) vom 24. März 1928. – Erwähnung Else Lasker-Schülers.

Berliner Tageblatt. Jg. 57, Nr. 147 (Morgen-Ausgabe) vom 27. März 1928. – »Else Lasker-Schüler, deren Drama ›Die Wupper‹ von den Vereinigten Bühnen in Düsseldorf zur Uraufführung in der kommenden Spielzeit erworben wurde, ist eingeladen worden, in London Vorträge zu halten.«

Der Tag (Wien). Jg. 7, Nr. 1911 vom 28. März 1928. S. 7. – »Else Lasker-Schüler ist, wie uns aus Berlin berichtet wird, eingeladen worden, einige Vorträge in London zu halten.«

[Anonym:] Eine einzigartige Autographensammlung. In: Berliner Börsen-Zeitung. Jg. 73, Nr. 225 (Morgenausgabe) vom 15. Mai 1928, Unterhaltungsbeilage »Kunst Welt Wissen« Nr. 113. S. 8. – Schenkung der Sammlung Abraham Schwadrons an die Jerusalemer Nationalbibliothek: Hinweis auf Dokumente Else Lasker-Schülers.

Kraus, Karl: Aus Redaktion und Irrenhaus. In: Die Fackel. Jg. 30, Nr. 781–786 von Anfang Juni 1928. S. 84–107. – S. 97: »Nur auf den höchsten Gipfeln deutscher Lyrik, dort, wo Ruh ist; in wenigen Strophen von Claudius, Hölderlin oder Mörike, heute in Zeilen Trakls oder der Lasker-Schüler, ist, im erhabenen Einklang von Gesicht und Gehör, so Gestalt geworden, was ein Herz und die Natur einander zu sagen haben.«

[Anonym:] Berliner Tagebuch. In: Hamburgischer Correspondent. Jg. 198, Nr. 276 (Abend-Ausgabe) vom 15. Juni 1928, 1. Beilage. S. 6. – Über das Café des Westens, das »Stammlokal der Boheme«. Erwähnung Else Lasker-Schülers.

[Anonym:] Berliner Tagebuch. In: Altonaer Nachrichten. Jg. 76, Nr. 140 vom 16. Juni 1928, 1. Beilage. – Über das Café des Westens, das »Stammlokal der Boheme«. Erwähnung Else Lasker-Schülers.

Brion, Marcel: Else Lasker-Schüler. In: Revue d’Allemagne (Paris). Jg. 2, Nr. 9 vom Juli 1928. S. 11–18.

Stuckenschmidt, H[ans] H[einz]: Aktualität und Ewigkeit. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 425 (Morgen-Ausgabe) vom 8. September 1928, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 211. – Darin heißt es: »Betrachten wir die Texte einiger moderner Lieder. Sie stammen im besten Falle von Stefan George, Else Lasker-Schüler, Rainer Maria Rilke, August Stramm und Georg Trakl. Sie haben oft viel dichterische Kultur (mehr im allgemeinen als die von Reger oder Strauß), aber jede Beziehung zu den erschütternden Ereignissen der Gegenwart fehlt ihnen vollkommen.«

Hasenclever, Walter: Tageskino. In: Der Tag (Wien). Jg. 7, Nr. 2074 vom 9. September 1928. S. 19. – Einleitend schreibt Walter Hasenclever: »Berlin wird eine Sehenswürdigkeit. Ich kannte es vor zwanzig Jahren, als die lichtdurchflutete Friedrichstadt den Lebenshungrigen verschlang. Hier waren die ersten Kämpfe, die ersten Entscheidungen. Kurt Hiller ließ im Kabarett ›Gnu‹ die jungen Dichter auftreten. Vor schwarzen Vorhängen las Werfel seine frühen Gedichte; die Lasker-Schüler, verzaubert als Prinz von Theben, sprach zwischen bewegten Kerzen. Im damaligen Café des Westens lasen wir stolz und zukunftsgewiß die ersten Verrisse. Es war eine schöne Zeit.«

Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 458 (Abend-Ausgabe) vom 27. September 1928. – »Vorträge«: »Lucia Ibertay liest am ersten Abend ihres im Grünen Saal (Meistersaal, Köthener Straße) stattfindenden Vortragszyklus ›Die Lebenden‹ am 2. Oktober, um 8.15 Uhr. Dichtungen von Bronnen, Feuchtwanger, Gutkelch, Hirte, Lasker-Schüler, Süskind, Werfel, Zuckmayer und A. Zweig.«

L. Z.: Arno-Nadel-Feier. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 470 (Abend-Ausgabe) vom 4. Oktober 1928. – Feier zum 50. Geburtstag von Arno Nadel: »Man sah viele Köpfe der Berliner Kunstwelt, darunter […] Else Lasker-Schüler […].«

Wickenburg, Erik: Else Lasker-Schüler. Zur Vorlesung im Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt am 27. November. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 73, Nr. 891 (Abendblatt) vom 28. November 1928. S. 1. – »Wenn sie in den Hebräischen Balladen von ihrem Volk spricht, ist sie eins mit ihm, aber eine Summe aller seiner Leiden, die zum Himmel nach Gott schreien. Und leidet nicht nur mit ihm, sondern auch über es, da sie vom morschen Fels spricht, dem sie entsprang; sie hat sich so abgeströmt. Sie ist ihr Volk, ist sein mahnender Prophet und ist die Natur selbst, die klagt.«

Kraus, Karl: Der größte Schriftsteller im ganzen Land. In: Die Fackel. Jg. 30, Nr. 795–799 von Anfang Dezember 1928. S. 52–104. – S. 89 f.: Hinweis, dass Karl Schönbergs Aufruf »Ein Verleger für Else Lasker-Schüler wird gesucht« im »Berliner Tageblatt« vom 2. November 1927 um folgenden Satz gekürzt sei: »Wer über die künstlerische Bedeutsamkeit ihres Werkes noch belehrt sein will, mag nachlesen, was Karl Kraus im Aprilheft der ›Fackel‹ (Nr. 757/758) hierzu geschrieben hat.«

Zweig, Arnold: Else Lasker-Schüler. Wesen und Leben einer Dichterin. In: Uhu (Berlin). Jg. 5, H. 3 vom Dezember 1928. S. 74–77. – Auf S. 74 zwei Fotografien, beschriftet: »Die Dichterin Else Lasker-Schüler« und »Else Lasker-Schüler als elfjähriges Kind: Schon in ihrem Kindergesicht ist das ganze Wesen dieser merkwürdigen Frau beschlossen.«

Else Lasker-Schüler
Else Lasker-Schüler

Einleitend schreibt Arnold Zweig: »Else Lasker-Schüler, eine Dichterin! Sie gehört zum Geschlechte jener, die neue Gefühle in der neuen Fügung alter Worte auf eine erschütternde und begeisternde Art auszudrücken wissen. Der wirkliche Dichter nämlich ist nicht der Erfinder von neuen Vokabeln, wie die Generationsgenossen der Else Lasker-Schüler gern glaubten, nicht der Stammler neuer Urlaute, sondern der Künstler, der das älteste Gut der Menschen, die Silben, nach seinen neuen tastenden und drängenden Herzensantrieben und Weisheitseingebungen zu neuem Leben weckt – so, daß das Neuartige, zwischen den Silben und Worten schwebend, in der Fügung der Zeilen, Rhythmen und Strophen wahrnehmbar, den Leser und Hörer ohne eigenes schaffendes Ingenium zunächst stört, ärgert, beleidigt, aufregt. Alles das haben die Gedichte Else Lasker-Schülers getan, aber sie haben auch denjenigen, die Ohren haben zu hören und eine Seele nachzuleben, die stärksten und reinsten Erschütterungen und Glücksgefühle gegeben, die moderne Gedichte heute vermitteln können.«

D. D.: Else Lasker-Schüler liest – nicht! und: Improvisationen im Dezember. In: Hessischer Volksfreund (Darmstadt). Jg. 22, Nr. 286 vom 5. Dezember 1928. – Zu einer geplanten Lesung am 1. Dezember in der Bücherstube Bodenheimer in Darmstadt: »Mit nachtwandlerischer Sicherheit hatte sie in dem ihr sonst ganz fremden Darmstadt just das Kaffeehaus ausfindig gemacht, wo auch sonst die Literaten und Künstler seßhaft sind, und dort saß sie, und keine Macht der Welt, auch nicht der gramdurchfurchte Gebieter der Bücherstube brachte sie dazu, ihren eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen.«

-lo.: Robert Neumann und Josef Winkler im Herrenhaus. In: Berliner Tageblatt. Jg. 57, Nr. 576 (Morgen-Ausgabe) vom 6. Dezember 1928. – »Am dritten Dichterabend des Verbandes deutscher Erzähler lasen im Plenarsaal des Herrenhauses Robert Neumann und Josef Winkler aus ihren Werken. Robert Neumann sprach einige seiner Dichterparodien, aus dem Buch ›Mit fremden Federn‹. […] Wirklich erfrischend aber ist es, die Parodien über Rilke, Lasker-Schüler, Werfel, Eulenberg, Tagore und Eckermann (1928) zu hören, wie Neumann hier ihren Schriftzug verzieht, die Vorlage aber immer genau erkennen lässt.«

Führer durch die Konzertsäle Berlins. Jg. 9, Nr. 13 (Konzertplan vom 10. Dezember 1928 bis 8. Januar 1929). S. 7. – Ankündigung: »Max Brod u. Else Lasker-Schüler // Verband deutscher Erzähler / Plenarsaal des Herrenhauses, Leipziger Str. 3 / Mittwoch, den 12. Dezember 8 Uhr // Vorlesung aus eigenen Werken«.

Vorwärts (Berlin). Jg. 45, Nr. 582 (Abendausgabe) vom 10. Dezember 1928. – Ankündigung: »Alfred Döblin spricht für Max Brod und Else Lasker-Schüler, die am Mittwoch, dem 12. Dezember, abends 8 Uhr, auf Einladung des Verbandes Deutscher Erzähler im Plenarsaal des Herrenhauses aus ihren Werken lesen, einführende Worte. Max Brod liest aus seinem soeben erscheinenden Roman ›Zauberreich der Liebe‹.«

Silbergleit, Arthur: Unfreiwilliges Duett. Else Lasker-Schüler und Max Brod im Verband deutscher Erzähler. In: Berliner Tageblatt. Jg. 57, Nr. 589 (Abend-Ausgabe) vom 13. Dezember 1928. – Zur Lesung am 12. Dezember.

Stroh, Heinz: Else Lasker-Schüler und Max Brod lesen. Vierter Dichterabend des Verbandes Deutscher Erzähler. In: Berliner Börsen-Zeitung. Jg. 74, Nr. 584 (Abendausgabe) vom 13. Dezember 1928. S. 3 (»Kunst und Wissenschaft«). – Zur Lesung am 12. Dezember.

uls.: Dichterabend im Herrenhaus. In: Berliner Lokal-Anzeiger. Jg. 46, Nr. 590 (Abendausgabe) vom 13. Dezember 1928. – Zur Lesung am 12. Dezember.

Franzen, Erich: Else Lasker-Schüler und Max Brod. Vorlesung im Herrenhaus. In: Berliner Börsen-Courier. Jg. 61, Nr. 585 (Express-Morgen-Ausgabe) vom 14. Dezember 1928, 1. Beilage. – Zur Lesung am 12. Dezember.

L. Z.: Max Brod und Else Lasker-Schüler lesen. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 591 (Abend-Ausgabe) vom 14. Dezember 1928. – Zur Lesung am 12. Dezember.

-el.: Else Lasker-Schüler und Max Brod. In: Berliner Volks-Zeitung. Jg. 76, Nr. 596 (Morgen-Ausgabe) vom 18. Dezember 1928, 2. Beiblatt. – Zur Lesung am 12. Dezember.

Morold, Ruth: Brod und Lasker-Schüler-Abend. In: Jüdische Rundschau (Berlin). Jg. 33, Nr. 100 vom 18. Dezember 1928, Unterhaltungs-Beilage Nr. 41. S. 706. – Zur Lesung am 12. Dezember.

* * *

Hermann, Georg: Die Zeitlupe und andere Betrachtungen über Menschen und Dinge. Stuttgart, Berlin, Leipzig: Deutsche Verlags-Anstalt, 1928. – S. 48–54: »Else Lasker-Schüler. Ein verspäteter Geburtstagsgruß«. Georg Hermann schreibt: »[…] Damals werden wir 1906 geschrieben haben, als wir uns zuerst begegneten. Wir haben uns nie nahegestanden, aber wir haben uns beide gefreut, wenn wir zusammentrafen. Vielleicht, weil wir nicht viel miteinander gemeinsam hatten, haben wir innerlich immer treu zueinander gehalten. Heute ›Else Lasker-Schüler‹ sagen, ist keine Kunst; aber Sie werden mir zugeben, daß ich es schon vor zwanzig Jahren gesagt habe, trotzdem ich nie zu Ihren Kreisen gehörte. Ich glaube, es war vielleicht auch deswegen, daß wir uns mochten, weil wir beide Peter Baum sehr gern hatten seiner träumerischen Art wegen, die ganz kindhaft dem Leben gegenüber und ganz weise der Dichtkunst gegenüber war. […] Was Sie bis heute nicht ahnen, meine Freundin, ich bin stets ein Verehrer und guter Kenner Ihrer Werke gewesen und habe sie fast alle einst besessen, selbst die verschollenen. […] Ich liebe auch Ihre kleinen, ganz kurzen Essays, denn Ihre Prosa ist so angefüllt. Sie ist genau so wortsicher wie Ihre Verse. Sie schreiben halbtrunken über Menschen und Dinge, bannen Morgenfrühe, oder, wie Altenberg, Varietészenen mit ein paar runden Federzügen. Auch an Ihren Zeichnungen, die das Enfant terrible in Ihrem Schaffen sind, sieht man doch, daß Sie ein durch und durch künstlerisches Wesen sind. Bei allem Nichtkönnen sind sie verdammt sicher gefühlt. […]«

Hildebrandt, Hans: Die Frau als Künstlerin. Mit 337 Abbildungen nach Frauenarbeiten bildender Kunst von den frühesten Zeiten bis zur Gegenwart. Berlin: Rudolf Mosse Buchverlag, 1928. – Über Else Lasker-Schüler schreibt Hans Hildebrandt (S. 124): »Aber auch die glühende Phantastik orientalischen Fühlens schafft sich eine Traumwelt jenseits aller Logik: sie ersteht in den mit wenigen Strichen hingeworfenen Augenblickseingebungen der Dichterin Else Lasker-Schüler.« Auf S. 131 Reproduktion dreier Zeichnungen von Else Lasker-Schüler: ohne Titel, »Jussuf und einige der Zebaothknaben« und »Der Fakir«.

Wininger, S[alomon]: Große Jüdische National-Biographie mit mehr als 8000 Lebensbeschreibungen namhafter jüdischer Männer und Frauen aller Zeiten und Länder. Ein Nachschlagewerk für das jüdische Volk und dessen Freunde. Unter Mitwirkung von zahlreichen Fachmännern aus allen Weltteilen. Bd. 3: Harischon–Lazarus. Cernăuţi: Buchdruckerei »Aria«, 1928. – S. 594 f. über Else Lasker-Schüler: »Mit Ausnahme ihrer einzigen dramatischen Arbeit ›Die Wupper‹, in welcher sie ihrer Heimatstadt ein Denkmal setzt, zeigen sie ihre übrigen Werke als Lyrikerin reinster Prägung; sie gilt daher auch als eine der markantesten Dichterinnen der Gegenwart. Alles blüht unter den Händen dieser Frau zum Gedicht auf. Ob sie die Psalmen, die Bücher der Bibel, oder die Schicksale ihres Volkes besingt, oder Kinderverse macht. Über allen ihren Gedichten ist eine wundervolle und großartige Schlichtheit ausgebreitet. Ihre expressionistische Denkungsart erregte oft Widerspruch und scharfe Kritik. Die Menschen, die der konservativen Auffassung in der Beurteilung von Kunst huldigen, warfen ihr Steine nach, aber sie schritt ihren Weg weiter und sang ihre Dichtungen, welche Ausfluß sind ihres eigenen, leidenden, hoffenden, sich sehnenden Ich, welche das Abbild sind des Ringens mit der Umwelt in den Fährnissen des Lebens. Ihre Darstellungen verraten ohne weiteres, daß sie Jüdin mit Stolz und Bewußtsein ist. Ein orientalischer Farbenreichtum an Bildern, eine gewisse süße Sinnlichkeit der Sprache und das bewußte Zurückgreifen auf die alttestamentarische Geschichte des jüdischen Volkes sind dafür bezeichnend. / […] Von ungewöhnlicher Wucht u. inniger Spannkraft ist ihr letztes Werk ›Der Wunderrabbiner v. Barcelona‹, die Geschichte eines Heiligen, der seinen Gott nicht mehr begreift und im maßlosen Zorn über ihn, sich selbst und das Geschick seines Volkes vernichtet.« Fußnote: Else Lasker-Schüler »entstammt einer bedeutenden jüd. Gelehrtenfamilie. Ihr Urgroßvater väterlicherseits war Oberrabbiner von Rheinland und Westfalen, jener mütterlicherseits ein spanischer Großkaufmann, Pablo von Elkan mit Namen. Er übersiedelte unter dem in England angenommenen Namen Kissing nach Süddeutschland und betrieb dort Weinbau. Zur Frau nahm er sich die wunderschöne blauäugige Dichterin Johanna Kopp.«

1929

Offenburg, Kurt: Der Dichtervagabund. Peter Hille zum 25. Todestag. In: Der Abend. Spätausgabe des »Vorwärts« (Berlin). Jg. 46, Nr. 211 vom 7. Mai 1929. – »Das schönste Denkmal hat diesem seltenen Menschen, dessen rastloses Leben schon mythoshaft wurde, die Dichterin Else Lasker-Schüler in ihrem ›Peter-Hille-Buch‹ gesetzt.«

Kraus, Karl: [Notizen.] In: Die Fackel. Jg. 31, Nr. 811–819 von Anfang August 1929. S. 39. – In einem Verzeichnis der Schriftsteller und ihrer Werke, aus denen Karl Kraus seit 1910 an seinen Leseabenden vorgetragen hat, wird Else Lasker-Schüler in der Rubrik »Lyrische und andere Dichtungen« genannt.

Einstein, Walter: Die kommende Winterarbeit des Berthold Auerbach-Vereins. In: Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs (Stuttgart). Jg. 6, Nr. 11 vom 1. September 1929. S. 149 f. – Ankündigung einer Lesung in Stuttgart: »Von besonderen Veranstaltungen seien außerdem hervorgehoben: Am 22. Oktober wird Else Lasker Schüler, die gefeierte Dichterin, aus eigenen Werken vortragen.«

[Anonym:] Hörspiel-Programm der Schlesischen Funkstunde. In: Die neue Bücherschau (Berlin). Jg. 7, H. 10 vom Oktober 1929. S. 568 (»Marginalien«). – »Der neue Intendant Fritz Walter Bischoff versucht die Hörspielkunst […] weiter zu entwickeln. Dazu hat er eine Reihe funkisch interessierter Autoren herangezogen, die Hörspiele für die ›Schlesische Funkstunde‹ schreiben. […] Zahlreiche Dramen der zeitgenössischen Literatur werden für die Hörbühne umgearbeitet, u. a. Werke von […] Else Lasker-Schüler […].«

Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt. Jg. 6, Nr. 10 vom Oktober 1929. S. 180. – Inserat der »Freien Jüdischen Volkshochschule Breslau«: Lesung Else Lasker-Schülers am 10. November. Im redaktionellen Teil (S. 182) kurzer Hinweis auf die Lesung.

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs (Stuttgart). Jg. 6, Nr. 14 vom 16. Oktober 1929. S. 192. – Inserat des »Berthold Auerbach-Vereins« in Stuttgart: »Dienstag, den 22. Oktober, / Kleiner Saal des Oberen Museums (Kanzlei- und Lindenstr.), / abends 8 Uhr / liest / Else Lasker-Schüler, Berlin, / aus eigenen Werken / Programm: / Gedichte – Hebräische Balladen – Aus ›Prinz von Theben‹«.

Dr. M.: Else Lasker-Schüler liest vor. In: Schwäbische Tagwacht (Stuttgart). Jg. 49, Nr. 249 vom 23. Oktober 1929. S. 6. – Zur Lesung am 22. Oktober.

H. St.: Else Lasker-Schüler liest aus eigenen Werken. In: Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs (Stuttgart). Jg. 6, Nr. 15 vom 1. November 1929. S. 211–213. – Zur Lesung am 22. Oktober.

R.: Die jüdische Volkshochschule. In: Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt. Jg. 6, Nr. 11 vom November 1929. S. 192. – Zur Lesung am 10. November.

* * *

Beutler, Ernst: Jahresbericht über die Verwaltung und die Neuerwerbungen des Goethemuseums. In: Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts Frankfurt am Main 1929. S. 363–387. – S. 366: Hinweis auf Else Lasker-Schülers Lesung im Hochstift am 27. November 1928.

Gumppenberg, Hanns von: Das teutsche Dichterroß. In allen Gangarten vorgeritten von Hanns von Gumppenberg. Mit zehn Karikaturen von Bruno Paul und Olaf Gulbransson. 13. und 14., erweiterte Aufl. München: Georg D. W. Callwey, 1929. – Letzte zeitgenössische Ausgabe der zuerst 1901 erschienenen Sammlung von Parodien. Auf S. 112–114 ein Gedicht »nach Else Lasker-Schüler«: »Jüxender Jux im Styx«. Das Gedicht ist auch im Dezember 1916 in der Zeitschrift »Jugend« erschienen.

Höxter, John: »So lebten wir«. 25 Jahre Berliner Bohême. Erinnerungen. Berlin: Biko-Verlag, 1929. – S. 19 und 39 Erwähnung Else Lasker-Schülers.

Lt., R. [d. i. Rose Liebrecht]: [Else Lasker-Schüler.] In: Jüdisches Lexikon. Ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden. […]. Bd. 3: Ib–Ma. Berlin: Jüdischer Verlag, 1929. Spalte 982 f. – Else Lasker-Schüler »war erst mit dem Arzt Berthold Lasker verheiratet, später mit Herwarth Walden, dem Hrsg. des ›Sturm‹, der in der radikalen Kunstbewegung Berlins eine Rolle spielte. Wichtiger für ihre Kunst aber war die Kameradschaft mit Peter Hille, dem Dichter und berühmten Bohemien. Ihm hat sie in vielen ihrer Geschichten und in ihren Gedichten gehuldigt. In der Lyrik der L. gibt es merkwürdige Momente einer echten dichterischen Kraft, die, ekstatisch und visionär, farbenblühende Bilder verschiedenster Zonen zu einem neuen Sinnbild zusammenflicht. Eine Verwandtschaft dieser Lyrik mit der Art des großen j. Lyrikers Alfred Mombert ist oft nicht zu verkennen; ihr Stil stammt wie der Momberts von den j. Propheten. In ihren ›Hebräischen Balladen‹ bekennt sich die L. inbrünstig zu ihrem j. Volkstum und dichtet einzelne mythische Szenen der Bibel mit geistesverwandter Kraft in heutige Gefühlssprache um. In dem Drama ›Die Wupper‹ findet sie starke soziale Akzente. Einen phantastischen j. Stoff behandelt auch ihr Märchen ›Der Wunderrabbiner von Barcelona‹ sowie einige andere ihrer Geschichten. […] Die L. bezeichnet sich selbst als ›Prinz von Theben‹, als orientalisches phantastisches Wesen, das die Schranken des abendländischen Rationalismus nicht kennt.«

Sigilla Veri (Ph. Stauff’s Semi-Kürschner). Lexikon der Juden, -Genossen und -Gegner aller Zeiten und Zonen, insbesondere Deutschlands, der Lehren, Gebräuche, Kunstgriffe und Statistiken der Juden sowie ihrer Gaunersprache, Trugnamen, Geheimbünde, usw. 2., um ein Vielfaches vermehrte und verbesserte Aufl. Unter Mitwirkung gelehrter Männer und Frauen aller in Betracht kommenden Länder im Auftrage der »Weltliga gegen die Lüge« in Verbindung mit der »Alliance chrétienne arienne« hg. von E. Ekkehard. Bd. 3. Erfurt: U. Bodung-Verlag, 1929. – S. 932–939: »Lasker-Schüler, Else«. Die erste Ausgabe des stark antisemitisch geprägten Lexikons war 1913 erschienen.

1930

Köppen, Edlef: [Antwort auf eine Rundfrage: »Die Vernachlässigten«.] In: Die Lebenden. Flugblätter (Berlin). 3. Reihe, Nr. 1/2 vom Februar 1930. – Erwähnung Else Lasker-Schülers.

Berliner Börsen-Zeitung. Jg. 75, Nr. 136 (Abendausgabe) vom 21. März 1930. S. 3. – »Manuskriptausstellung in der Staatsbibliothek«: vom »Schutzverband deutscher Schriftsteller« in den Räumen der Preußischen Staatsbibliothek veranstaltete Ausstellung (22. März bis 5. April 1930). Gezeigt wird auch ein Manuskript von Else Lasker-Schüler.

Dreyfus, Kläre: Else Lasker-Schüler. In: Ha’ischa. Orgaan van de joodsche vrouwenraden in Nederland (Amsterdam). Jg. 2, Nr. 12 vom Dezember 1930. S. 244–246.

* * *

Biese, Alfred: Deutsche Literaturgeschichte. Bd. 3. Von Hebbel bis zur Gegenwart. Mit 58 Bildnissen. 24., durchgreifend erneuerte Aufl. hg. von Johannes Alt. München: C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, 1930. – S. 791: »Else Lasker-Schüler ist immer eine Fremde geblieben, auch in der deutschen Dichtung, so wahrhaft innerliche oder glutvolle Töne sie manchmal der deutschen Sprache abzugewinnen weiß. Sie war eine Frau, die im Kampf der Modernen kühn ihren Platz behauptete, die das Menschliche tief empfand, die aber hauptsächlich die Not ihrer Heimatlosigkeit klagte […].«

Wiegler, Paul: Geschichte der deutschen Literatur. Bd. 2: Von der Romantik bis zur Gegenwart. Berlin: Ullstein, 1930. – S. 767: Else Lasker-Schüler »ist eine Scheheresade in der Karawanserei des Berliner Cafés des Westens, die nur einer Handvoll silbergünen und goldenen Flitters bedarf, um Märchen des Orients zu zaubern, die auf die Literaten an den Marmortischen ihren Briefroman ›Mein Herz‹ schreibt; und die doch die Traurigkeit eines weiblichen Ahasver hat: ›Alle meine Blumenwege führen auf dunkle Gewässer‹, das ›Dornenlächeln‹ eines ›weltalten‹ Traumes. […] Ihr Hang zum Epischen konzentriert sich in den ›Hebräischen Balladen‹, die mit psalmistischer Glut die Sagenmotive der Bibel, ohne sie festzuhalten, beschwören.«

1931

Berliner Tageblatt. Jg. 60, Nr. 73 (Abend-Ausgabe) vom 12. Februar 1931. – Ankündigung einer Lesung am 28. Februar im Theater am Schiffbauerdamm. Die Veranstaltung wurde auf den 7. März verschoben.

[Anonym:] Berliner Zeitbilder. Grammophonplattenverkäuferin wird Filmdiva. – Eine echte Dichterin und andere Kuriosa. In: Neues Wiener Journal. Jg. 39, Nr. 13381 vom 21. Februar 1931. S. 8. – Auf Else Lasker-Schülers offenen Brief an Heinrich Mann hinweisend, der am 11. Februar im »Berliner Tageblatt« erschienen war, schreibt der Verfasser: »Im Romanischen Café, der Stätte, an der im Literatengespräch die Lösung des letzten kosmischen Rätsels eine Kleinigkeit ist und die Bezahlung der Tasse Kaffee ein Problem. / Dort drüben, vor ihrer Tasse, an kleinem rundem Marmortisch, sitzt Else Lasker-Schüler, die große Dichterin, sie sitzt oft so dort drüben, umgeben von einem Kreis meist jüngerer Menschen, Künstlern, die ihrem Wort wie einer schönen Verkündigung lauschen. Ihr Haar ist grau, das Gesicht müde. Aber die innere Flamme leuchtend wie je. Trotz Not, trotz einem in Entbehrung verbrachten Leben, Kämpfen, Ungesichertheit von jeher und der Ungewißheit, wovon am nächsten Tag leben. Wer interessiert sich auch, zumal in diesen Tagen, für einen zeitfernen Prinzen von Theben und glühende lyrische Visionen und kauft sie? / Dieser Tage nun hat die preußische Dichterakademie der Dichterin eine Ehrung in Gestalt einer Geldsumme von tausend Mark zugedacht. Ein guter Gedanke der Akademie. Jetzt würde die Not für eine Weile ein Ende haben, die Mietenfrage würde gelöst werden können, der Lebensunterhalt gedeckt … / ›Eine märchenhafte Summe in dieser Zeit!‹ erklärt die Dichterin und – ›verteilt das Geld unter den jungen Freunden, weil sie begabt und und ebenfalls unterstützenswert sind. / Not, Sorge, Entbehrung. In dieser Zeit doppelt schwer zu tragen. Die Dichterin aber verschenkt ihre tausend Mark. Weil sie nämlich durch und durch eine ist. Und sitzt nun wieder, wie immer, an ihrem kleinen runden Marmortisch im Romanischen Café und ist über alle Geldgeschenke der Welt erhaben …«

Berliner Tageblatt. Jg. 60, Nr. 99 (Abend-Ausgabe) vom 27. Februar 1931. – Ankündigung einer Lesung am 7. März im Theater am Schiffbauerdamm.

Wittner, Doris: Jüdische Frauen als Denkerinnen und Dichterinnen. (Zum Tag des Buches, 22. März 1931.) In: Freie jüdische Monatsschau (Berlin). Jg. 1, H. 1 vom März 1931. S. 28–33. – Kurzer Hinweis auf Else Lasker-Schüler: In ihr manifestiere sich »die dichterische Sendung der heutigen jüdischen Frau«.

Berliner Tageblatt. Jg. 60, Nr. 111 (Abend-Ausgabe) vom 6. März 1931. – Ankündigung einer Lesung am 7. März im Theater am Schiffbauerdamm. – Ankündigungen auch in: Der Abend. Spätausgabe des »Vorwärts« (Berlin). Jg. 48, Nr. 110 vom 6. März 1931; Vorwärts (Berlin). Jg. 48, Nr. 111 (Morgenausgabe) vom 7. März 1931.

L. H.: Eine Nachtvorstellung. In: Berliner Tageblatt. Jg. 60, Nr. 116 (Morgen-Ausgabe) vom 10. März 1931. – Zur Lesung am 7. März.

W. Dr.: Else Lasker-Schüler liest. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 116 (Morgen-Ausgabe) vom 10. März 1931, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 58 (»Kunst, Wissenschaft, Literatur«). – Zur Lesung am 7. März.

-t.: Else Lasker-Schüler liest. In: Der Abend. Spätausgabe des »Vorwärts« (Berlin). Jg. 48, Nr. 116 vom 10. März 1931. – Zur Lesung am 7. März.

A. S.: Der »Tag des Buches«. Die Berliner Veranstaltung. In: Berliner Tageblatt. Jg. 60, Nr. 139 (Abend-Ausgabe) vom 23. März 1931. – Der »Verband deutscher Erzähler« veranstaltete jedes Jahr am 22. März, Goethes Todestag, den »Tag des Buches«. 1931 lasen aus diesem Anlass im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses Jakob Schaffner, Ina Seidel und Else Lasker-Schüler.

Kraus, Karl: Um Wildgans. In: Die Fackel. Jg. 33, Nr. 852–856 von Mitte Mai 1931. S. 67–75. – S. 74: »Aber es gibt auch eine erwachsene Lyrikerin, Else Lasker-Schüler, die keine Anwartschaft auf papiernen Ruhm hat, und doch müßten alle Literaten, die um den Unterschied wohl Bescheid wissen zwischen den Roßäpfeln ihres Pegasus und den goldenen Äpfeln dieser Hesperide, vor Scham vergehen über die Ehre, die sie als Mitlebende einheimsen.«

Arbeiter-Zeitung (Wien). Jg. 44, Nr. 152 vom 3. Juni 1931. S. 12 (»Volksbildung«). – »Vorlesung Else Lasker-Schüler. Else Lasker-Schüler (Berlin) liest Freitag den 5. d. um 20 Uhr in der Volkshochschule Ottakring (Ludo-Hartmann-Platz 7) aus eigenen Werken. Eintritt frei, Gäste willkommen.« – Ankündigung auch in: Arbeiter-Zeitung (Wien). Jg. 44, Nr. 154 vom 5. Juni 1931. S. 9 (»Volksbildung«).

Neue Freie Presse (Wien). Nr. 23967 (Morgenblatt) vom 5. Juni 1931. S. 7. – »Vorträge und Versammlungen«: »Volkshochschule, Ludo-Hartmann-Platz, 8 Uhr, Fachgruppe für Literatur, Else Lasker-Schüler (Berlin): Aus eigenen Werken«. – Ankündigung auch in: Das Kleine Blatt (Wien). Jg. 5, Nr. 154 vom 5. Juni 1931. S. 16 (»Vereine und Versammlungen«).

Suhrkamp, Peter: Die Künstlerin. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 378 (Morgen-Ausgabe) vom 13. August 1931, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 187. – Darin heißt es: »Unter den vielen kunstschaffenden Frauen der Gegenwart gibt es einzelne hervorragende, die durch eine spezifisch weibliche Eigenart, durch Unmittelbarkeit, Offenheit und Eigenwilligkeit, die stellenweise kindhaft anmutet, oder durch ein dunkles, oft schweres Instinktverhaftetsein, durch das ein Rest von Nichtkönnen noch ausdrucksvoll wird, im Kunstschaffen der Gegenwart durchaus Rang und einen eigenen Platz behaupten. In der Malerei sind es Marie Laurencin und Paula Becker-Modersohn, in der Plastik Renée Sintenis. In der Dichtung Ricarda Huch, Else Lasker-Schüler, die Colette, Virginia Woolf und Mechthild Lichnowsky, unter den Schauspielerinnen die Bergner und unter den Tänzerinnen die Wigman.«

Lambert, Raymond-Raoul: Deux poètes juifs: Arthur Schnitzler et Mme Else Lasker-Schüler. In: L’Univers Israélite (Paris). Jg. 87, Nr. 12 vom 27. November 1931. S. 362 f.

Pilavachi, Margret: Else Lasker-Schüler. In: Illustration juive. Revue trimestrielle (Alexandria). Jg. 3, Nr. 12 vom Dezember 1931. S. 28 f. – Die Zeitschrift war von David Prato gegründet worden, den Else Lasker-Schüler in »Das Hebräerland« porträtiert.

Fritsche, Herbert: Lasker-Schüler. In: Das Tagebuch (Berlin). Jg. 12, H. 49 vom 5. Dezember 1931. S. 1910 f. – Über eine Ausstellung von Zeichnungen Else Lasker-Schülers, die von der Berliner Nationalgalerie im Studiensaal des ehemaligen Kronprinzenpalais veranstaltet wird. Hinweis auf den Erwerb von drei Zeichnungen des Sohnes Paul durch die Nationalgalerie.

* * *

Eloesser, Arthur: Die deutsche Literatur von der Romantik bis zur Gegenwart (Die deutsche Literatur vom Barock bis zur Gegenwart. Bd. 2). Berlin: Bruno Cassirer, 1931. – S. 608: »Else Lasker-Schüler blieb am längsten im Expressionismus, dem sie die weibliche Note des Unvermittelten in Wunschtraum und Märchenspiel gab. Sie ist die Sängerin des Orients und sitzt, wie Rahel einmal von sich sagte, auf dem Saum des Mantels ihres Gottes Zebaoth, der sich von ihr Geschichten erzählen und dann seiner Ruth und Sulamith alle Sterne in den Schoß fallen läßt.«

1932

[Anonym:] Berliner Tagebuch. In: Altonaer Nachrichten. Jg. 80, Nr. 107 vom 7. Mai 1932, 2. Beilage. – Über das Café des Westens. Erwähnung Else Lasker-Schülers.

[Anonym:] Berliner Tagebuch. In: Hamburgischer Correspondent. Jg. 202, Nr. 212 (Abend-Ausgabe) vom 7. Mai 1932, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt. S. 11. – Über das Café des Westens. Erwähnung Else Lasker-Schülers.

Rieß, Margot: Religiöse Frauenlyrik. In: Der Morgen. Zweimonatsschrift (Berlin). Jg. 8, Nr. 2 vom Juni 1932. S. 151–154. – »[…] Als ein großes Sich-Heimwärtssehnen ist aber auch die glühende Religiosität der überragenden jüdischen Dichterin Else Lasker-Schüler zu begreifen, die man ›den schwarzen Schwan Israels‹ genannt hat, die sich in ewigem fieberndem Sehnen nach einer letzten Seelen- und Gottheimat verzehrt. […]«

Richard, Roode: Een Koffiehuis met een Verleden. Het Uitsterven van de Bohème. In: Limburger Koerier (Maastricht). Jg. 87, Nr. 148 (Dagblad-Uitgave) vom 25. Juni 1932, Blatt 2. S. 8 (»Brief uit Berlijn«). – Über das »Café des Westens« in Berlin. Erwähnung Else Lasker-Schülers: »Men zag daar dan de schilders Slevogt en Orlik, den journalist en agitator Erich Mühsam, de dichteres Else Lasker-Schüler, bijgenaamd ›de prins van Thebe‹, Herwarth Walden, leider van de ›Storm-groep‹, den architect Rossius von Rhyn en ’s avonds heel laat Paul Lindau, met champagne op zijn tafeltje en in rok, want Lindau was de eenige grand-seigneur onder zijn collega’s.«

Munkepunke [d. i. Alfred Richard Meyer]: Die Verliebtheit des Schriftstellers. In: Die literarische Welt (Berlin). Jg. 8, Nr. 34 vom 19. August 1932. S. 3 f. – Erwähnung der »Ulkiade vom Kartoffelpuffer« aus dem »liebenswerten Buch« »Konzert«.

Herrmann-Neisse, Max: Kleine Bestandsaufnahme heutiger deutscher Lyrik. In: Der weiße Rabe (Berlin). Nr. 1 vom 15. Oktober 1932. S. 3 f. – Erwähnung Else Lasker-Schülers.

Altonaer Nachrichten. Jg. 80, Nr. 267 vom 11. November 1932 (»Theater Kunst u. Wissenschaft«). – »Ernst Ziegel verteilt den Kleistpreis 1932«: Else Lasker-Schüler »für ihr dichterisches Lebenswerk«.

Hamburger Nachrichten. Jg. 141, Nr. 532 (Abend-Ausgabe) vom 11. November 1932. S. 2. – »Kleist-Preis 1932«: Else Lasker-Schüler »für ihr dichterisches Lebenswerk«.

[Anonym:] Kleistpreis an Billinger und Else Lasker-Schüler. In: Berliner Börsen-Courier. Jg. 65, Nr. 530 (Abend-Ausgabe) vom 11. November 1932.

[Anonym:] Die Kleistpreisträger 1932. Richard Billinger und Else Lasker-Schüler. In: Deutsche Allgemeine Zeitung (Berlin). Jg. 71, Nr. 532 (Freitag Abend) vom 11. November 1932.

[Anonym:] De Kleist-Prijs. In: Het Vaderland (’s-Gravenhage) (Jg. 64) vom 11. November 1932, Avondblad B. S. 3 (»Laatste Berichten«).

J[acobs], M[onty]: Der Kleistpreis. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 542 (Abend-Ausgabe) vom 11. November 1932, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 314.

er.: Die übliche Zweiteilung. Der Kleistpreis auch für Else Lasker-Schüler. In: Deutsche Zeitung (Berlin). Jg. 37, Nr. 267a (Morgenausgabe) vom 12. November 1932.

[Anonym:] Kleist-Preisträger 1932. In: Hamburger Anzeiger. Jg. 45, Nr. 267 vom 12. November 1932, 4. Beilage.

[Anonym:] Der Kleistpreis 1932. In: Prager Presse. Jg. 12, Nr. 309 (III. Auflage) vom 12. November 1932. S. 7 (»Kulturchronik«).

[Anonym:] Kleistpreis 1932 vergeben. In: Rigasche Rundschau. Jg. 65, Nr. 257 vom 12. November 1932. S. 5.

[Anonym:] Kleistpreis 1932. In: Vorwärts (Berlin). Jg. 49, Nr. 538 (Abend-Ausgabe) vom 14. November 1932.

[Anonym:] Der Kleistpreis für 1932. In: Tiroler Anzeiger (Innsbruck). Jg. 25, Nr. 262 vom 14. November 1932. S. 4 (»Tagesneuigkeiten«).

P[ankok], H[ulda]: [Die Kleistpreisträger 1932.] In: Der Mittag (Düsseldorf). Jg. 13, Nr. 267 vom 15./16. November 1932, [Beilage:] Das geistige Leben. – Zwei Beiträge mit dem gemeinsamen Titel »Die Kleistpreisträger 1932«. Der Beitrag über Richard Billinger ist mit »E.« gezeichnet.

[Anonym:] Der Kleist-Preis. In: Arbeiter-Zeitung (Wien). Jg.45, Nr. 317 vom 16. November 1932. S. 6 (»Tagesneuigkeiten«)

[Anonym:] Richard Billinger Träger des Kleistpreises. In: Salzburger Chronik. Jg. 68, Nr. 263 vom 16. November 1932. S. 5 (»Theater, Kunst, Kultur«).

[Anonym:] Richard Billinger: Träger des Kleist-Preises. In: Tages-Post (Linz). Jg. 68, Nr. 264 (Abendblatt) vom 16. November 1932. S. 3 (»Theater und Kunst«).

[Anonym:] Kleistpreis 1932 für Else Lasker-Schüler. In: Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz (Zürich). Jg. 32, Nr. 47 vom 18. November 1932. S. 5.

[Anonym:] Kleistpreis 1932 für Else Lasker-Schüler. In: La Tribune Juive (Strasbourg). Jg. 14, Nr. 47 vom 18. November 1932. S. 723 (»Lettres et Musique«).

J[acobs], M[onty]: Kleistpreis 1932 für Else Lasker-Schüler. In: Jüdische Presszentrale Zürich. Jg. 15, Nr. 721 vom 18. November 1932. S. 11 (»Das Blatt der jüdischen Frau«). – Aus dem Beitrag der »Vossischen Zeitung« vom 11. November 1932.

S.: »Die Tochter eines Beduinenscheichs« erhält den Kleistpreis! In: Völkischer Beobachter (München). Jg. 45, 323. Ausgabe (Reichsausgabe) vom 18. November 1932, 2. Beiblatt.

Finkelstein, Z[ygmunt] F[öbus]: Else Lasker-Schüler. Aus dem Zyklus: »Jüdische Schattenbilder«. In: Die Stimme. Jüdische Zeitung (Wien). Jg. 5, Nr. 254 vom 18. November 1932. S. 5.

Vossischen Zeitung (Berlin). Nr. 560 (Abend-Ausgabe) vom 22. November 1932 (»Kunst, Wissenschaft, Literatur«). – Ankündigung: »Else Lasker-Schüler liest. Am Mittwoch, 30. November, abends 8 Uhr, liest Else Lasker-Schüler im Schubertsaal, Bülowstraße 104, aus ihren Büchern.« – Ankündigung auch in: Vossischen Zeitung (Berlin). Nr. 570 (Abend-Ausgabe) vom 28. November, mit dem Hinweis, die Lesung finde »abends 9 Uhr (nicht um 8 Uhr, wie angekündigt)« statt.

Engel, Fritz: Else Lasker-Schüler. In: C. V.-Zeitung (Berlin). Jg. 11, Nr. 48 vom 25. November 1932. S. 485 f. – Zur Verleihung des Kleistpreises.

Die Neue Literatur (Leipzig). Jg. 33, Nr. 12 vom Dezember 1932. S. 596 (»Mitteilungen«). – Hinweis auf die Verleihung des Kleistpreises. Herausgeber der Zeitschrift war Will Vesper.

-er.: Else Lasker-Schüler. In: Berliner Tageblatt. Jg. 61, Nr. 570 (Abend-Ausgabe) vom 1. Dezember 1932. – Zur Lesung am 30. November.

Kn.: Else Lasker-Schüler im Schubertsaal. In: Berliner Börsen-Courier. Jg. 65, Nr. 562 (Abend-Ausgabe) vom 1. Dezember 1932. – Zur Lesung am 30. November.

W. Dr.: Else Lasker-Schüler und ihre Väter. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 576 (Abend-Ausgabe) vom 1. Dezember 1932, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 334. – Zur Lesung am 30. November.

1933

Westböhmische Tageszeitung (Pilsen). Jg. 34, Nr. 61 vom 12. März 1933. S. 4. – »Neue Werke bekannter Autoren«: »Else Lasker-Schüler arbeitet an einem neuen dreiaktigen Schauspiel, dessen Titel noch nicht feststeht.«

The Manchester Guardian. Nr. 27058 vom 30. Mai 1933. S. 10. – »Our London Correspondence. London, Monday Night. By Private Wire«. Im Abschnitt, betitelt »Other Disappearances«, heißt es: »The disappearance of well-known men is now a common thing in Germany. […] The greatest, perhaps, of modern German poetesses, Elsa Lasker Schüler, a Jewess, has also disappeared.« Am 6. Juni 1933 schrieb Else Lasker-Schüler an Kurt Ittmann: »Im Manchester Guardians soll ich gesucht werden, sagte mir eben eine nette Apothekerin Vielleicht bin ich nicht zu finden mehr.« (Else Lasker-Schüler: Werke und Briefe. Kritische Ausgabe. Im Auftrag des Franz Rosenzweig-Zentrums der Hebräischen Universität Jerusalem, der Bergischen Universität Wuppertal und des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar hg. von Andreas B. Kilcher [ab Bd. 9], Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Bd. 9: Briefe. 1933–1936. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki. Frankfurt am Main 2008. S. 22.)

[Anonym:] Jewish Poetess Missing in Reich. Else Lasker-Schuler and Others Have Disappeared Without a Trace, British Paper Reports. In: The New York Times. Jg. 82, Nr. 27521 vom 31. Mai 1933. S. 8. – »LONDON, May 30 (Jewish Telegraphic Agency). – The Jewish poetess Else Lasker-Schüler is among the German Jews who have disappeared without a trace. The Manchester Guardian reports. / […] / Germany’s leading literary critics have acclaimed Else Lasker-Schüler as the outstanding poetess of her time. The Kleist prize was awarded to her last Winter for her sixteenth published work, a prose narrative with a Westphalian background. Her lyrics, described as music that is robust, passionate and often vigorously beautiful, are held to have defied adequate translation into English.«

[Anonym:] German Poet is Safe. Else Lasker Schuler, Reported Missing, is Located in Zurich. In: The New York Times. Jg. 82, Nr. 27522 vom 1. Juni 1933. S. 6. – »Else Lasker Schüler, the poet, one of a number of prominent German Jews reported to have disappeared without a trace, is alive and safe at Zurich, Switzerland, Dr. Samuel Margoshes, editor-in-chief of the Jewish newspaper The Day, said yesterday. A Jewish Telegraph Agency dispatch in THE NEW YORK TIMES yesterday had quoted a report of The Manchester Guardian listing her among the missing. / Dr. Margoshes said he had received a letter from the Poet at Zurich a few days ago, stating that she had ›run away from the holocaust‹ and was destitute but perfectly safe. He added that she had offered her poetry for publication in The Day and he had written to her to send some of it.«

[Anonym:] Hinter braunen Kerkermauern verschollen. Was ist mit Walter Tschuppik und Else Lasker-Schüler geschehen? – Appell einer englischen Zeitung an das Weltgewissen. In: Der Abend (Wien). Jg. 19, Nr. 127 vom 2. Juni 1933. S. 2. – Aus dem »Manchester Guardian« vom 30. Mai 1933.

[Anonym:] Neue Opfer der Nazis. Walter Tschuppik und Else Lasker-Schüler. In: Die Rote Fahne (Wien). Jg. 16, Nr. 129 (2. Aufl.) vom 3. Juni 1933. S. 5. – Aus dem »Manchester Guardian« vom 30. Mai 1933.

Neue Zürcher Zeitung. Jg. 154, Nr. 1161 (Morgenausgabe) vom 27. Juni 1933, Blatt 1. – Anzeige des Studios Fluntern, Gloriastraße 100: »Heute, abends 8 ¼ Uhr: / Else Lasker-Schüler / liest aus unveröffentlichten Werken. / Heute 4–5 Uhr signiert die Dichterin / bei Oprecht & Helbling ihre Bücher. / Karten zu Fr. 2.– u. 3.– in der Buchhandlung Oprecht & Helbling, Rämistraße 5 und an der Abendkasse«.

selkis.: Vortragsabend Else Lasker-Schüler. In: Tages-Anzeiger (Zürich). Jg. 41, Nr. 151 vom 30. Juni 1933 (»Kleine Chronik«). Zur Lesung am 27. Juni: »Dieser Vortragsabend im Studio Fluntern wurde zu einem seltsam eindringlichen Erlebnis. Alle, die gekommen waren, um dieser deutschen Dichterin zu begegnen und das Geschenk ihrer Lyrik von ihr selbst zu empfangen, fühlten, daß hier einer der ganz wenigen Dichter sprach, denen man einmal selbst begegnet sein muß, um den ganzen Zauber ihrer Kunst zu genießen. Diese Frau mit dem seltsam schönen, plastischen Gesicht im düstern Rahmen ihres strähnig-schwarzen Haares sang die Musik ihrer Lyrik mit einer solchen Kraft, daß es war, als lausche man einer der Märchenerzählerinnen des von ihr so geliebten Orients oder beim Vortrag ihrer hebräischen Balladen dem singenden Gebet eines Priesters ihrer Religion. Als sie dann aber aus ihrem neuen Theaterstück ›Artur Aronimus‹ vortrug, wie ein Kind, das anderen wundervolle Geheimnisse verrät, schalkhaft und geheimnisvoll und mit einer fast besessenen Verlorenheit in den Zauber einer längst versunkenen, romantischen Welt, blühte die blaue Blume der Romantiker im mystischen Zwielicht ihrer Stimme auf und verwandelte die Gemeinde dieser Dichterin in eine Schar verzauberter Kinderseelen. Warmer Beifall dankte Else Lasker-Schüler für ihr Kommen und für das Geschenk ihrer zauberischen Kunst.«

[Anonym:] Wat Duitschland verloor. Joodsche auteurs en moderne literatuur. In: De Telegraaf (Amsterdam). Jg. 41, Nr. 15413 (Avondblad) vom 27. Juli 1933, Blatt 3. S. 5. – »Onder de vervaardigers van expressionistische werken, welke voor een groot deel een reactie op de toestanden gedurende den wereldoorlog vormden, namen ook de Joden een belangrijke plaats in. Onder hen waren Carl Sternheim, Else Lasker-Schüler, en Hasenclever.«

[Anonym:] Wat Duitschland verloor. Op het gebied der moderne Letterkunde. In: Nieuwsblad van het Noorden (Groningen). Jg. 46, Nr. 177 vom 29. Juli 1933, Blatt 2. S. 5 (»Kunst en Wetenschap«). – Der Beitrag war zuvor in »De Telegraaf« erschienen.

[Anonym:] Wat Duitschland verliest. Bijdrage der Joden aan de moderne Duitsche letterkunde. In: Nieuw Israelietisch Weekblad (Amsterdam). Jg. 69, Nr. 14 vom 11. August 1933. S. 3. – Der Beitrag war zuvor in »De Telegraaf« und im »Nieuwsblad van het Noorden« erschienen.

The Manchester Guardian. Nr. 27128 vom 19. August 1933. S. 9. – »German Author’s Escape. From our Special Correspondent«: »Lovers of German literature will be glad to hear that Else Lasker-Schuler, who is by common consent the greatest modern German poetess, is safe. She disappeared for a time, and as she is passionately Jewish, besides being audaciously outspoken, it was feared that she had been arrested or maltreated. But she was able to leave Germany, and is now in Switzerland – safe, though destitute.«

* * *

Adreßbuch der deutschen Schriftsteller. 1933/34. Leipzig: Kurt Vieweg [1933]. – S. 124: »Lasker-Schüler, Else, Berlin W., Motzstr. 78«; S. 244: »Nachstehende Anschriften sind zu streichen: […] Lasker-Schüler, Else, Berlin W. […]«. Neben Else Lasker-Schüler werden auf S. 244 unter anderem Johannes R. Becher, Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Walter Hasenclever, Arthur Holitscher sowie Heinrich, Klaus und Thomas Mann genannt.

1934

Maltzahn, Hans-Adalbert v.: Boire à la source. In: Das Blaue Heft (Wien, Paris). Jg. 13, Nr. 11 vom 1. Januar 1934. S. 349 (»Neue Bücher«). – Besprechung des gleichnamigen Buches von Jules Supervielle. Darin heißt es: »In seinem Verhältnis zu Menschen und Tieren erinnert mich Supervielle stets wieder an Franz Marc, den Schöpfer der ›Blauen Pferde‹, und an Else Lasker-Schüler, und eine solche Assoziation gehört – selbst in einer Zeit, wo Wotans Micky Maus in Deutschlands Kunstbetrieb regiert, – zu den ruhmvollsten, in die man einen heute in deutscher Sprache noch allzu unbekannten Dichter situieren kann.«

De Tijd (Amsterdam). Jg. 89, Nr. 27402 vom 9. Februar 1934, Avondblad. – »Nederlandsche kunst te Weenen«: »[…] Dinsdag 13 Februari komen op een concert van de Verein für Neue Musik te Weenen twee Nederlandsche werken ter uitvoering van Willem Pijper en Paul F. Sanders. / […] Van Sanders komt een nieuwe compositie tot uitvoering, getiteld: ›Heimweh‹, op tekst van Else Lasker-Schüler, geschreven voor declamatie en kamerorkest. […]«. – Paul F. Sanders (1891–1986) hatte von Else Lasker-Schüler die Gedichte »Groteske« sowie »Heimweh«, »Ruth«, »Esther« und »Mein Volk« vertont. Partituren im Nachlaß von Paul F. Sanders: Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis Amsterdam, Archief Paul F. Sanders (Inv.-Nr. 68 und 72).

Het Vaderland (’s-Gravenhage) (Jg. 65) vom 9. Februar 1934, Avondblad C. S. 1 (»Kunst en Letteren«). – »Nederlandsche componisten in den vreemde«: »[…] Dinsdag 13 Februari komen op een concert van den Verein für Neue Musik te Weenen twee Nederlandsche werken ter uitvoering van Willem Pijper en Paul F. Sanders. […] Van Sanders wordt een nieuwe compositie gespeeld, getiteld: ›Heimweh‹, op tekst van Else Lasker-Schüler, geschreven voor declamatie en kamerorkest. […]«

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 10, Nr. 5962 vom 12. April 1934. S. 5 (»Social and Personal«). – Notiz: »The German-Jewish poet, Mrs. Elsa Lasker Schiller is at present in Jerusalem on her first visit to Palestine.«

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 10, Nr. 5704 vom 29. April 1934. S. 8 (»Events«). – Ankündigung einer Lesung am 29. April in Jerusalem: »Reading – by Mrs. Else Lasker-Schueller. Steimatzky Gallery, 9 p. m. (German). Admission charge.« – Ankündigung auch in: דבר (Davar) (Tel Aviv). Nr. 2722 vom 29. April 1934. S. 7 (״ירושלים״).

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 10, Nr. 2709 [5709] vom 6. Mai 1934. S. 8 (»Today’s Events«). – Ankündigung einer Lesung am 6. Mai in Tel Aviv: »Habimah Circle – Mrs. Lasker-Schiller’s Readings: Poems and Dramas. 80, Rothschild Blvd., 9 p. m.«

אל[יעזר] לובראני: עלזה לאסקר־שילר. (El[ieser] Lubrany: Else Lasker-Schüler.) In: דבר (Davar) (Tel Aviv). Nr. 2729 vom 8. Mai 1934. S. 4. – Am 13. Mai 1934 schreibt Else Lasker-Schüler an Elieser Lubrany: »Liebverehrter Herr Doktor. Ich war sehr gerührt. Eine herrliche Dichtung schreiben Sie über mich.« (Else Lasker-Schüler: Werke und Briefe. Kritische Ausgabe. Im Auftrag des Franz Rosenzweig-Zentrums der Hebräischen Universität Jerusalem, der Bergischen Universität Wuppertal und des Deutschen Literaturarchivs Marbach am Neckar hg. von Andreas B. Kilcher [ab Bd. 9], Norbert Oellers, Heinz Rölleke und Itta Shedletzky. Bd. 9: Briefe. 1933–1936. Bearbeitet von Karl Jürgen Skrodzki. Frankfurt am Main 2008. S. 121.)

דבר (Davar) (Tel Aviv). Nr. 2744 vom 27. Mai 1934. S. 7 (״ירושלים״). – Ankündigung einer Lesung am 27. Mai in Jerusalem im Arbeiterseminar (Ben-Jehuda-Straße).

* * *

H[eller], J[osef]: Lasker-Schüler, Else. In: Encyclopaedia Judaica. Das Judentum in Geschichte und Gegenwart. Bd. 10: Kimchit-Lyra. Berlin: Verlag Eschkol A.-G., 1934. Spalte 666 f. – Für Else Lasker-Schülers »Dichtung ist kennzeichnend eine lyrisch-ekstatische, visionär-romantische, dem Expressionismus in mancher Hinsicht verwandte seelische Verfassung, die sich in absonderlichen Bildern auslöst und oftmals mit einem grotesken Humor verbindet. Eine besondere Bedeutung gewann für ihre Dichtung die Gestalt ihres Freundes Peter Hille, dem sie eine Reihe von Gedichten und Novellen widmete, und dessen Briefe an sie sie herausgab (Erinnerungen an Peter Hille: Das Peter Hille-Buch 1906; Briefe von Peter Hille an E. L.-S. 1921). Biblische Erzählungen und ins Phantastische umgestaltete Bilder aus der jüd. Geschichte dienten ihr als Stoff für Balladen, Märchen und Geschichten (Hebr. Balladen 1913; Der Wunderrabbiner von Barcelona 1926). Autobiographischer Natur und kulturhistorisch bemerkenswert ist das Buch ›Arthur Aronymus: Die Geschichte meines Vaters‹ (1932).«

Hoppe, Else: Liebe und Gestalt. Der Typus des Mannes in der Dichtung der Frau. Hamburg: Verlag der Frau, 1934. – S. 291 f. »Es ist nur sinnvoll vom Standpunkt des Expressionismus aus, daß in dem Werk der namhaftesten expressionistischen Dichterin, in dem Else Lasker-Schülers, von einem Mannestypus nicht mehr die Rede ist. Der Dichter des Expressionismus projiziert sein Inneres in die Außenwelt, er ist so subjektiv wie nur vorstellbar. So ist der Mannestypus, der etwa in Else Lasker-Schülers Werken vorzufinden ist, der Prinz von Theben, niemand anders als sie selbst. Und wenn sie in ihrer Lyrik von Liebe spricht, so handelt es sich für sie nicht um das Zueinanderstreben zweier geschlechtlich entgegengesetzter Pole, sondern um jenen kosmogonischen Eros, der mit Sexualität nichts gemein hat, sondern in den sich verbunden fühlenden Seelen die Pole der Welt zusammenknüpft. So werden die Vertauschung des Ich mit dem Du und die Selbstgestaltung der Dichterin im Bilde eines Mannes möglich.«

1935

Der Internationale Schriftstellerkongress. Das Programm der Veranstaltungen. In: Pariser Tageblatt. Jg. 3, Nr. 554 vom 19. Juni 1935. S. 3. – Vom 21. bis zum 25. Juni fand in Paris der »Internationale Schriftstellerkongress zur Verteidigung der Kultur« statt. Unter den »weiteren Teilnehmern« wird auch Else Lasker-Schüler erwähnt, die allerdings abgesagt hatte.

1936

Perl, Walter: Else Lasker-Schüler. Zum 60. Geburtstag. In: Jüdischer Kulturbund Berlin. Monatsblätter. Jg. 4, H. 2 vom Februar 1936. S. 3 f.

-lsch.: [Tagebuchblatt.] In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 157, Nr. 202 (Morgenausgabe) vom 5. Februar 1936, Blatt 2. – Über Ascona im Winter: »[…] Wie trefflich hätte so ein roter Schirm auch zur Else Lasker-Schüler gepaßt. Aber sie hatte nur dünne rotgestreifte Pantoffeln an. In ihnen hüpfte sie über die Straße, die Beine schlenkernd wie eine Katze, welche die Nässe nicht liebt, und man sah ihr an, daß sie sich nicht als Prinz von Theben oder Arkadien fühlte. […]«

Galliner, [Paula] Ali: Der »schwarze Schwan Israels«. Zum 60. Geburtstag Else Lasker-Schülers am 11. Februar 1936. In: Jüdische Allgemeine Zeitung (Berlin). Jg. 16, Nr. 6 vom 5. Februar 1936, Beilage.

Pinthus, Kurt: Die innigste Hebräerin. Zu Else Lasker-Schülers 60. Geburtstag. In: C. V.-Zeitung (Berlin). Jg. 15, Nr. 6 vom 6. Februar 1936. 4. Beiblatt.

Ben-Chorin, Schalom: Else Lasker-Schüler. Zum 60. Geburtstag (11. Februar). [Gedicht.] In: Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz (Zürich). Jg. 36, Nr. 6 vom 7. Februar 1936. S. 23.

K[orrodi], E[duard]: Vom deutschen Literaturschicksal. In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 157, Nr. 220 (Morgenausgabe) vom 8. Februar 1936, Blatt 1. – Antwort auf einen offenen Brief Thomas Manns, der am 3. Februar in der »Neuen Zürcher Zeitung« (Jg. 157, Nr. 193 [Abendausgabe], Blatt 7) erschienen war und in dem Thomas Mann zu Korrodis Aufsatz »Deutsche Literatur im Emigrantenspiegel« in der »Neuen Zürcher Zeitung« vom 26. Januar (Jg. 157, Nr. 143 [Zweite Sonntagausgabe], Blatt 5) Stellung nimmt. Thomas Mann bemängelt unter anderem, dass Korrodi nicht auf die Bedeutung Else Lasker-Schülers hingewiesen habe. In seiner Replik macht Korrodi deutlich, dass »Else Lasker-Schülers Gedichte kein ›Fall‹ der deutschen Lyrik […], sondern je und je ein morgenländisches Gastgeschenk« seien.

Prager Presse. Jg. 16, Nr. 41 vom 11. Februar 1936. S. 8 (»Kulturchronik«). – »Else Lasker-Schüler, die Frau, welche die reinsten Gedichte in deutscher Sprache geschrieben hat, tritt in die Reihe der Sechzigjährigen ›Ganz spät, nachdem die Teilung längst geschehen, naht der Poet, er kam aus weiter Fern; ach, da war überall nichts mehr zu sehen, und alles hatte seinen Herrn‹, zitierte Siegfried Jacobsohn vor zehn Jahren, und was er damals dazu bemerkt hat, gilt nach wie vor: ›Else Lasker-Schüler nimmt den Rang ein, vor dem die Mitwelt versagt, versagen muß, um ihn auch auf diese Weise zu bestätigen.‹ – Worte der Freundschaft wird Paul Leppin am 11. Februar in der deutschen Sendung des Prager Rundfunks an die ferne Dichterin richten.« Rundfunkprogramm: 18.10–18.20 Uhr (Prag): »Paul Leppin: Zu Else Lasker-Schülers 60. Geburtstag«.

Wolfenstein, Alfred: Else Lasker-Schüler. Zu ihrem 60. Geburtstag am 11. Februar. In: Jüdische Rundschau (Berlin). Jg. 41, Nr. 12 vom 11. Februar 1936. S. 4.

G. H.: Else Lasker-Schüler. In: Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Jg. 26, Nr. 8 vom 23. Februar 1936. S. 15.

Milbauer, J[oseph]: Else Lasker-Schüler. In: Les Cahiers de Radio-Paris (Paris). Jg. 7, Nr. 4 vom 15. April 1936. S. 403 f. – Digitalisat: Gallica. – Am 13. März 1936 hatte Joseph Milbauer im Sender »Radio-Paris« einen Vortrag mit dem Titel »Une grande poetesse juive Else Lasker-Schuler« gehalten. Vgl. L’Univers Israélite (Paris). Jg. 91, Nr. 24 vom 6. März 1936. S. 381.

Milbauer, J[oseph]: Une grande poétesse juive. Mme Else Lasker-Schüler. A l’occasion de son 60e anniversaire. In: L’Univers Israélite (Paris). Jg. 91, Nr. 39 vom 19. Juni 1936. S. 617.

1937

k. [d. i. Eduard Korrodi]: »Hebräerland«. In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 158, Nr. 495 (Morgenausgabe) vom 19. März 1937, Blatt 2 (»Kleine Chronik«). – Ankündigung von Else Lasker-Schülers Lesung am 19. März im Zürcher »Kramhofsaal«, Füsslistr. 4.

Th[ommen], E[lisabeth]: [Literarische Notizen.] In: National-Zeitung (Basel). Jg. 95, Nr. 134 (Abendblatt) vom 22. März 1937. S. 3. – Zur Lesung am 19. März.

[Anonym:] »Degenerate Art«. In: The Manchester Guardian. Nr. 28362 vom 12. August 1937. S. 8. – »The official exhibition of ›degenerate Art‹ in Munich, to which reference was recently made in our columns, pillories some of the very best of modern German painters. […] Franz Marc was one of the founders of German ›Expressionism.‹ He was killed in the war. He never reached artistic maturity, and most of his work remained experimental. But his little water-colours (painted on postcards at the front and addressed to the German poetess Else Lasker-Schueler) are masterpieces of colour and magic insight into animal forms and movements. […].«

– C.: Listener’s Corner. In: The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 13, Nr. 3356 vom 18. August 1937. S. 4. – »A sympathetic and obviously sincere account of the well-known German-Jewish writer Mrs. Else Lasker-Schueller who is at present on a visit to Jerusalem, was given us on the P. B. S. last night by Mr. Lubrani. / Mr. Lubrani spoke of her ›Hebrew Ballads‹, in which the Jewish consciousness of Mrs. Lasker-Schueller manifested itself so strikingly. In concluding, he told us something of the writer’s life, in which a striking parallel to her works is contained.« P. B. S.: Palestine Broadcasting Service.

אליעזר לובראני: עלזה לאסקר־שילר. (Elieser Lubrany: Else Lasker-Schüler.) In: דבר (Davar) (Tel Aviv). Nr. 3743 vom 30. August 1937. S. 3.

Gottgetreu, Erich: Eine Dichterin im Hebräerland. In: Jüdische Presszentrale Zürich. Jg. 20, Nr. 958 vom 17. September 1937. S. 11 (»Das Blatt der jüdischen Frau«). – Über den zweiten Aufenthalt Else Lasker-Schülers in Jerusalem: Ausstellung ihrer Zeichnungen, Vortragsabend am 17. August auf Einladung der Buchhandlung Universitas. Erich Gottgetreu berichtet: »Aus Anlaß des hohen Besuches zeigte die Buchhandlung Universitas eine Serie der begabten Zeichnungen der Dichterin. In der hebräischen Stunde des Rundfunks besprach Dr. E. Lubrany ihr Schaffen. Den Höhepunkt erlebten wir mit einem Vortragsabend, an dem Else Lasker-Schüler aus ihren Werken las. / Es zeigte sich daß das große Gastzimmer einer Milchwirtschaft, im Villenviertel Rehavia dem hebräischen Gymnasium gegenüber gelegen, die Hörer längst nicht fassen konnte. Richtige Absperrung erschien nötig. Hin und wieder schwang sich noch einer wie ein Einbrecher zum Balkon hinauf und zum offenen Fenster hinein. / Kerzen beleuchteten flackernd das Gesicht der Dichterin. Laut und leise schwang die Stimme, sprechend, singend, mit klingendem Alt. Sie brachte Verse aus den ›Hebräischen Balladen‹, auch andere Lyrik, das Jerusalem-Kapitel aus dem ›Hebräerland‹. Der Ernst auf dem Gesicht der Sprecherin machte die abstrusesten Behauptungen dieses phantasieschönen Buches fast wirklich.«

1938

[Anonym:] Außerordentliche Frauen unserer Zeit. Else Lasker-Schüler und das »romanische Café«. In: Prager Abendzeitung. [Jg. 63,] Nr. 154 vom 9. Juli 1938. S. 3.

Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger (Berlin). Nr. 224 vom 26. September 1938. S. 1. – »Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit«: »36. Lasker, Else, geb. Schüler, geschied. Lewin, geb. am 11. 2. 1869 in Wuppertal-Elberfeld«.

Neue Zürcher Zeitung. Jg. 159, Nr. 1720 (Abendausgabe) vom 30. September 1938, Blatt 5. – »Deutschland. 184 Ausbürgerungen«. Redaktionelle Notiz, dass der »Reichsanzeiger eine neue umfangreiche Liste von Ausbürgerungen« veröffentlicht habe: »Unter ihnen befindet sich der Schriftsteller Walter Hasenclever und die Schriftstellerin Else Lasker-Schüler.«

1939

Neue Zürcher Zeitung. Jg. 160, Nr. 464 (Morgenausgabe) vom 15. März 1939, Blatt 2 (»Vortragschronik«). – Hinweis auf Else Lasker-Schülers Lesung am 15. März im »Zunfthaus zur Meise«, Münsterhof 20. Eingeladen hat die »Vereinigung für soziale und kulturelle Arbeit im Judentum«.

Pem’s Privat-Berichte (London). Nr. 155 vom 19. April 1939. S. 21. – Notiz: »Else Lasker-Schüler z. Z. in Jerusalem.«

שלום בן־חורין: עלזה לאסקר־שילר. (Schalom Ben-Chorin: Else Lasker-Schüler.) In: הארצ (Ha’aretz) (Tel Aviv). Jg. 22, Nr. 6017 vom 26. Mai 1939. S. 9.

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 15, Nr. 3988 vom 27. Juni 1939. S. 6 (»Conferences and Lectures Today«). – »Mrs. Else Lasker-Schuler: Reading of her Works; 8.30 p. m.; Schocken Library Talbieh.« Else Lasker-Schüler las auf Einladung von Luise Mendelsohn.

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 15, Nr. 3989 vom 28. Juni 1939. S. 2 (»Social and Personal«). – »Recitations from her own works were given last night by Mrs. Else Lasker-Schueler, the well-known German-Jewish authoress, at the library, of Mr. Salman Schocken in Jerusalem. The evening had been arranged by Mrs. Mendelssohn.«

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 15, Nr. 3990 vom 29. Juni 1939. S. 6 (»Conferences and Lectures Today«). – »Mrs. Else Lasker-Schuler: Reading of her Works; 8.30 p. m.; Bezalel Museum; Auspices: Emet W’Emouna.«

Ben-Chorin, Schalom: Die Dichterin Else Lasker-Schüler. In: Jüdische Welt-Rundschau (Jerusalem). Jg. 1, Nr. 17 vom 7. Juli 1939. S. 6. – Zur Lesung am 27. Juni: »Die Dichterin Else Lasker-Schüler, die zurzeit wieder in Jerusalem weilt, las in dem stilvollen Saal der Schocken-Bibliothek aus ihren Gedichten und Prosadichtungen. Die ganze tiefe Schönheit ihrer Verse wird erst nacherlebbar, wenn die Dichterin selbst in ihrer unnachahmlichen Weise sie spricht. Spricht? Fast möchte man sagen singt. Wer schon öfters die Freude hatte, die Lasker-Schüler am Vortragspulte zu erleben, der weiss, dass sie nicht improvisiert. Sie hat einen ihr ganz eigenen ›Ritus‹ der Interpretation ihrer Verse und Prosa ausgebildet, der von Ferne an die Art und Weise erinnert, in der (im Sprechgesang) die jüdische Bibel vorgetragen wird. Und so ergibt sich eine unlösbare Einheit von Dichtung und Vortrag, die von der dankbaren, zahlreichen Gemeinde der Dichterin in Jerusalem mit Begeisterung aufgenommen wurde. – Es sei nicht unerwähnt gelassen, dass die Dichterin neben den ernst-biblischen Dichtungen ihrer hebräischen Balladen und orientalischen Geschichten auch Humorvolles aus ihrer Elberfelder Heimat vortrug, das uns für eine kurze Spanne Zeit die Schwere des Augenblicks vergessen liess. Auch dafür sei der Dichterin von Herzen gedankt.«

Pem’s Privat-Berichte (London). Nr. 168 vom 19. Juli 1939. S. 47. – Notiz: »Else Lasker-Schüler las in Palästina aus eigenen Dichtungen.«

* * *

Mann, Erika und Klaus: Escape to Life. Boston: Houghton Mifflin Company, and Cambridge (Mass.): The Riverside Press, 1939. – S. 217–219 über Else Lasker-Schüler.

1940

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 16, Nr. 4230 vom 11. April 1940. S. 2 (»Social and Personal«). – »Mrs. Else Lasker-Schuler will give readings from her new book, ›Tiberias‹, next Wednesday [17. April] evening, at 8.30 in the second-hand book department of ›Heatid‹, Messrs. Salingre and Co., 2 Hassolel Street, Jerusalem (1st floor).«

1941

Aufbau (New York). Jg. 7, Nr. 5 vom 31. Januar 1941. S. 10 (»Musikalische Welt«). – Notiz: »Der österreichische Komponist Max Brand, dessen Oper ›Maschinist Hopkins‹ über 40 Opernbühnen ging, hat das Schicksal der Juden in Europa auch in seinem künstlerischen Schaffen erlebt. Das Oratorium ›Die Vertreibung‹ liegt jetzt vollendet vor. Unter anderen Manuscripten befinden sich ›Hebräische Balladen‹ zu Dichtungen von Else Lasker-Schüler«.

Wolfenstein, Alfred: Else Lasker-Schüler. Zu ihrem 65. Geburtstag am 11. Februar. In: Jüdische Wochenschau / La Semana Israelita (Buenos Aires). Jg. 2, Nr. 44 vom 21. Februar 1941. S. 8.

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 17, Nr. 4547 vom 23. April 1941. S. 2 (»Today«). – »Exhibition – Colour drawings by Else Lasker-Schueler opening at 5 p. m. Alfred Berger Club, Mamillah Rd. Entrance Free.«

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 17, Nr. 4713 vom 10. November 1941. S. 2 (»Social & Personal«). – »Mrs. E Lasker-Schueler will read her play, ›Arthur Aronymus and his Ancestors‹ (›Arthur Aronymus und seine Vaeter‹) at the Emuna Synagogue, (Gan Rehavia Entrance 5) Jerusalem, at 8.30 on Tuesday [11. November] evening. The play won a prize in 1932.«

1942

Aufbau (New York). Jg. 8, Nr. 14 vom 3. April 1942. S. 14 (»Briefkasten«). – Notiz: »O. M., Boston: Else Lasker-Schüler streift durch Jerusalem.«

1943

Sternfeld, W[ilhelm]: Deutsche Schriftsteller in Palästina. In: Die Zeitung (London). Jg. 3, Nr. 339 vom 3. September 1943. S. 9. – Notiz: »Die Kleist-Preis-Trägerin Else Lasker Schüler lebt, seitdem sie von Zürich her eingewandert ist, in Jerusalem. Von ihr sind zwei Gedichtbände ›Das Hebräerland‹ und ›Mein blaues Klavier‹ sowie ein Drama ›Ich und Ich‹ erschienen.«

1944

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 19, Nr. 5402 vom 4. Februar 1944. S. 2 (»Social & Personal«). – »Else Lasker-Schueler, the German-Jewish poetess, will read from her works at the New Bezalel Museum in Jerusalem on Monday, February 7, at 8.30 p. m. Her Hebrew ballads will form a feature of the programme.« – Ankündigung auch in: Mitteilungsblatt (Tel Aviv). Jg. 8, Nr. 5 vom 4. Februar 1944. S. 9.

S. B. C. [d. i. Schalom Ben-Chorin]: Else Lasker-Schüler. In: Neuste Nachrichten (Tel Aviv). Jg. 7, Nr. 2118 vom 3. März 1944. S. 5. – Zur Lesung am 7. Februar.

Zech, Paul: Die deutsche Stimme: Else Lasker-Schüler. In: Deutsche Blätter (Santiago de Chile). Bd. 2 (1944), H. 9/10. S. 31.

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 19, Nr. 5622 vom 26. Oktober 1944. S. 2 (»Where to Go«). – »8.30 p. m.: Reading of her poems by Mrs. Else Lasker-Schueler; New Bezalel School.«

S. B. C. [d. i. Schalom Ben-Chorin]: Else Lasker-Schüler. In: Neuste Nachrichten (Tel Aviv). Jg. 7, Nr. 2294 vom 31. Oktober 1944. – Zur Lesung am 26. Oktober.

1945

The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 20, Nr. 5695 vom 19. Januar 1945. S. 2 (»Social & Personal«). – Notiz: »Mrs. Else Lasker-Schueler, the well-known poetess, is lying seriously ill in the Hadassah Hospital, Jerusalem.«

A. E.: Death of Well-Known Poet in Jerusalem. Else Lasker-Schueler. In: The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 20, Nr. 5698 vom 23. Januar 1945. S. 3. – Nachruf.

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Neuste Nachrichten. Jedioth Chadashoth (Tel Aviv). Jg. 7, Nr. 2366 vom 23. Januar 1945. – Nachruf.

Neuste Nachrichten
Neuste Nachrichten

Neuste Nachrichten vom 23. Januar 1945

The New York Times. Jg. 94, Nr. 31776 vom 23. Januar 1945. S. 19. – »JERUSALEM, Jan. 22 (AP) – Else Lasker Schueler, well-known poet, died today at the age of 60. / Else Lasker Schueler fled from Germany in 1933, and made her way through Switzerland to Palestine.«

Chicago Daily Tribune. Jg. 104, Nr. 20 vom 23. Januar 1945. S. 10 (»Obituaries«). – »JERUSALEM, Palestine, Jan. 22 (AP). – Else Lasker-Schueler, 60, poet, died today.«

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Yedioth Hayom (Tel Aviv). Jg. 7, Nr. 166 vom 24. Januar 1945. – Nachruf. »Else Lasker-Schüler war seit langem der jüdischen Wiedergeburt unserer Zeit verbunden und hatte viele jüdische Sujets in ihren Dichtungen behandelt.«

[Anonym:] Poetess Buried on Mount of Olives. In: The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 20, Nr. 5699 vom 24. Januar 1945. S. 3. – Über die Beerdigung Else Lasker-Schülers am 23. Januar.

Jacob, P. Walter: Else Lasker-Schüler. In: Argentinisches Tageblatt (Buenos Aires). Jg. 57, Nr. 17676 vom 25. Januar 1945. S. 8. – Nachruf mit Abdruck der Gedichte »Die Liebe« (Es rauscht durch unseren Schlaf) und »Ich weiß …«.

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Mitteilungsblatt. Irgun Olej Merkas Europa (Tel Aviv). Jg. 9, Nr. 4 vom 26. Januar 1945. S. 1 und 4. – Über die letzten Lebensjahre in Jerusalem und die Beerdigung, am Schluss Abdruck des Gedichts »Ich weiß …«. Auf S. 4 das Gedicht »Mein Volk«, deutsch und hebräisch, sowie Auszüge aus Zuschriften von Franz Goldstein (Frango) und Werner Kraft.

Ben-Chorin, Schalom: Der »schwarze Schwan Israels«. Else Lasker-Schüler zum Gedenken. In: Neuste Nachrichten. Jedioth Chadashoth (Tel Aviv). Jg. 7, Nr. 2369 vom 26. Januar 1945.

G[eorge], M[anfred]: Else Lasker-Schüler. In: Aufbau (New York). Jg. 11, Nr. 4 vom 26. Januar 1945. S. 5. – Nachruf. Enthält Abdruck der Schlussverse von »Das Hebräerland«.

Jacob, P. Walter: Else Lasker-Schüler. In: Jüdische Wochenschau / La Semana Israelita (Buenos Aires). Jg. 5, Nr. 267 vom 30. Januar 1945. S. 3 (»Literatur und Kunst«). – Nachruf mit Abdruck der Gedichte »An Gott«, »Mein Volk« und »Meiner Mutter«. Ausführlich über die Gedichtsammlung »Mein blaues Klavier«.

Dr. W. Y. [d. i. Wolfgang Yourgrau]: »Ich bin der letzte Soldat Gottes« … Zum Tode von Else Lasker-Schüler. In: Yedioth Hayom (Tel Aviv). Jg. 7, Nr. 174 vom 2. Februar 1945. S. 6.

[Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Mitteilungsblatt. Alija Chadascha (Tel Aviv). Jg. 9, Nr. 5 vom 2. Februar 1945. S. 4. – »In Anbetracht der zahlreichen falschen im Umlaufe befindlichen Gerüchte, die ihren Niederschlag auch in einer Reihe an uns gerichteter Zuschriften finden, werden wir ersucht, festzustellen, daß die verstorbene Dichterin regelmäßige Bezüge sowohl von der ›Deutschen Abteilung‹ der Jewish Agency als auch vom Institut Schocken erhielt. Es ist also unrichtig, daß man sie ›hungern ließ‹. Sie hatte auch einen großen Kreis von Verehrern, die gern etwas für sie taten, soweit sie es zuließ. (An ihrem Sterbebett war Dr. Yourgrau anwesend, der sich ihrer besonders menschlich angenommen hatte.)«

Dolbin, B[enedikt] F[red]: Die Dichterin Else Lasker-Schüler. [Zeichnung.] In: Aufbau (New York). Jg. 11, Nr. 5 vom 2. Februar 1945. S. 22 (»Literarische Welt«). – Unter der Zeichnung: »Die Dichterin Else Lasker-Schüler / ist, wie wir bereits in der vorigen Nummer des ›Aufbau‹ berichteten, in Jerusalem gestorben.«

[Anonym:] Lasker-Schüler Gedächtnis-Ausstellung. In: Mitteilungsblatt. Alija Chadascha (Tel Aviv). Jg. 9, Nr. 7 vom 16. Februar 1945. S. 7. – »Die Buchhandlung Heatid, Salingré & Co. (Jerusalem, 2, Hassolelstr., Tel. 2931) beabsichtigt, eine Gedächtnisausstellung für die kürzlich verstorbene Dichterin Else Lasker-Schüler zu veranstalten und bittet Privatpersonen, die geeignetes Material besitzen, dieses leihweise zur Verfügung zu stellen.«

R[ychner], M[ax]: Else Lasker-Schüler. In: Die Tat. Schweizerische unabhängige Tageszeitung (Zürich). Jg. 10, Nr. 47 vom 17./18. Februar 1945. S. 7 (»Kunst Literatur Forschung«). – Nachruf. »Zwei Heimatlosigkeiten trug Else Lasker-Schüler in sich; beiden mußte sie an Schmerz entrichten, was jene ihr abverlangten, der Jüdin aus Wuppertal, die in deutscher Sprache zu zaubern die Gabe hatte. Doch war etwas in ihr, das sich überhaupt nicht beheimaten ließ und das sich entdeckte, wenn sie begehrend und heftig und bildreich wie die Psalmen Gott anrief. Bei ihr war es glaubhaft, daß sie seinen Namen ›nicht unnützlich‹ im Mund führte wie so viele, da sie sich blindlings in den Einsatz warf und doch stets bewahrt blieb, als die sie geschaffen war. Irdisch verstrickt und überirdisch hingewandt: beides war sie immerfort. Eine hitzige Mutter, ein stürmischer Freund, ein himmlisch berührtes Erdenkind ist mit ihr von uns gegangen.«

M[ihaly], J[o] [d. i. Elfriede Steckel]: Else Lasker-Schüler. In: Über die Grenzen. Von Flüchtlingen für Flüchtlinge (Wallisellen, Zürich). Nr. 5 (Sondernummer) von Ende Februar 1945. S. 11. – Nachruf mit Abdruck des Gedichts »An meine Freunde«.

Mayer, Paul: Else Lasker-Schüler. In: Freies Deutschland (Mexico). Jg. 4, Nr. 4 vom März 1945. S. 27.

Le-ezrath Ha-am (Eindhoven). Nr. 4 vom März 1945. S. 2 (»Uit de Joodsche Wereld«). – »Te Jeruzalem, is op 68-jarige leeftijd de dichteres Else Lasker-Schüler overleden.«

Stern, Gerson: In Memoriam. In: Mitteilungsblatt. Alija Chadascha (Tel Aviv). Jg. 9, Nr. 10 vom 9. März 1945. S. 6. – Über eine Else Lasker-Schüler-Ausstellung und eine Gedenkveranstaltung in Jerusalem: »›Es schneien weiße Rosen auf die Erde‹ beginnt das Gedicht, mit dem Else Lasker-Schüler ihr bestes Prosabuch ›Konzert‹ einsang. Und weiße Rosen schneien nieder auf das Andenken der Dahingegangenen. Die Buchhandlung ›Heatid‹, Salingré & Co., Jerusalem, läßt in einer liebevoll zusammengetragenen Darbietung die Erinnerung an die Dichterin erstehen. Die von dem Bildhauer J. Löw hergestellte Totenmaske ergreift mit dem Lächeln letzten Wissens unser Herz. Um die Zeichnung von Grete Krakauer-Wolf, die Else Lasker-Schüler gibt, wie sie friedvoll und tagesfern in ihren Abschied einsinkt, schweben Geheimnis und Tiefe, die diese einmalige Dichterin und Jüdin nie ganz freigaben. Die Zeichnung verdient, daß sie von einem unserer Institute angekauft wird, und sollte durch Vervielfältigung einem weiteren Kreis zugängig gemacht werden. Wir finden in der Ausstellung fast alle Bücher der Dichterin. Wir finden Zeichnungen, Briefe und Karten, mit all den Absonderlichkeiten der von ihrem Untergründigen Getriebenen. / Zu einem letzten ›Kraal‹-Abend hatten der Irgun Olej Merkas Europa und die Gemeinde Emet w’Emuna eingeladen. Und in der ›Himmelblauen Synagoge‹ ließen Worte von Rabb. Dr. Wilhelm und eine ausführliche Würdigung von Werner Kraft die Dichterin und den Menschen Else Lasker-Schüler erstehen.«

F[ischer], G[rete]: Eine Prophetin. In: Die Zeitung. Londoner deutsches Wochenblatt. Jg. 5, Nr. 422 vom 6. April 1945. S. 6.

Fischer, Heinrich: Der Prinz von Theben. In: Die Zeitung. Londoner deutsches Wochenblatt. Jg. 5, Nr. 422 vom 6. April 1945. S. 6.

Ball-Hennings, Emmy: Die Dichterin Else Lasker-Schüler. In: Schweizer Rundschau. N. F. Jg. 45, H. 3 vom Juni 1945. S. 225–229. – Nachruf.

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Vogel, Manfred: Else Lasker-Schüler, ein Gedenkblatt. Tel Aviv: Edition »Refta«, 1945.

[1895–1918] [1919–1926] [1927–1945]