www.kj-skrodzki.de

Adresse:

Datum

E-Mail: web (bei) kj-skrodzki.de

Zurück zur Standardansicht

Copyright © 2003–2023 by Karl Jürgen Skrodzki, Lohmar

Else Lasker-Schüler – Daten zu Leben und Werk

Texte von Else Lasker-Schüler werden nach der »Kritischen Ausgabe« (KA) der »Werke und Briefe« (11 Bände. Frankfurt am Main [Bd. 11: Berlin]: Jüdischer Verlag, 1996–2010) zitiert. Die Bände 1–5 enthalten die Werke, die Bände 6–11 die Briefe Else Lasker-Schülers. In den Bänden 6–8 sind Else Lasker-Schülers Briefe von 1893 bis zu ihrer Flucht aus Berlin am 19. April 1933 (insgesamt 1910 Briefe), in den Bänden 9–11 die Briefe aus der Exilzeit (zusammen 1958 Briefe) abgedruckt. Band 11 enthält zudem einen Anhang mit 201 Nachträgen aus den Jahren 1897–1939.

Aktualisiert: 10. März 2023

1855

August • Der aus dem westfälischen Geseke gebürtige Kaufmann und spätere Privatbankier Aron Schüler (1825–1897) lässt sich in Elberfeld nieder. Zusammen mit einem Geschäftspartner meldet er als Gewerbe einen Manufakturwarenhandel an. Wenig später dehnen beide ihre geschäftlichen Aktivitäten auf die Einwechslung ausländischer Kassenanweisungen aus.

1857

17. Oktober (Samstag) • Aron Schüler heiratet in Frankfurt am Main Jeanette Kissing (1838–1890). Sie war die Tochter des Weinhändlers Jakob Kissing (1795–1845) aus Kissingen und seiner Ehefrau Johanna (geb. Kopp) (1806–1838) aus Höchberg. Johanna Kissing starb einen Monat nach der Geburt Jeanettes: Jakob Kissing heiratete schon bald wieder, die Tochter Jeanette wuchs in Frankfurt im Hause ihres Onkels Meyer Sonnemann (gest. 1853) auf, des Vaters von Leopold Sonnemann (1831–1909), dem Gründer der »Frankfurter Zeitung«.

1858

21. Oktober (Donnerstag) • Geburt von Alfred Jacob Schüler, dem ersten Sohn Jeanette und Aron Schülers.

1859

1. Dezember (Donnerstag) • Geburt von Maximilian Moritz Schüler, dem zweiten Sohn Jeanette und Aron Schülers.

1861

23. Februar (Samstag) • Geburt von Paul Carl Schüler, dem jüngsten Sohn Jeanette und Aron Schülers und späteren Lieblingsbruder von Else Schüler.

1862

24. Mai (Samstag) • Geburt von Martha Theresia Schüler, der ersten Tochter Jeanette und Aron Schülers.

1863

3. August (Montag) • Geburt von Annemarie (Anna) Schüler, der zweiten Tochter Jeanette und Aron Schülers.

1869

11. Februar (Donnerstag) • Elisabeth Schüler, genannt Else Schüler, wird in der elterlichen Wohnung in Elberfeld, Herzogstraße 29, geboren. Else ist das sechste Kind, die dritte Tochter, Jeanette und Aron Schülers. – Schon bald nach Elses Geburt beziehen die Schülers ein eigenes Haus in der Sadowastraße 7.

1875

Ostern 1875 (?) – Ostern 1882 (?) • Else Schüler besucht die Städtische Höhere Töchterschule »Lyzeum West« in Elberfeld. Das Hauptgebäude befindet sich an der Aue (Auerstraße 57/59), etwa 500 m vom Elternhaus in der Sadowastraße entfernt gelegen. Im Volksmund wird das Lyzeum »Schornsteinschule« genannt – nach seinem langjährigen Direktor Richard Schornstein (1817–1893). – Literatur: Johannes Abresch: Schülerin Else. In: Romerike Berge. Jg. 45 (1995), H. 1. S. 12–17.

1882

2. Februar (Donnerstag) • Tod von Paul Carl Schüler. Die Beisetzung erfolgt auf dem Jüdischen Friedhof an der Weißenburgstraße in Elberfeld.

1883

16. Februar (Freitag) • Martha Theresia Schüler (1862–1917) heiratet den in Karlsruhe lebenden Kaufmann Leopold Wormser (1852–1921).

1890

27. Juli (Sonntag) • Tod der Mutter Jeanette Schüler. Die Beisetzung erfolgt auf dem Jüdischen Friedhof an der Weißenburgstraße in Elberfeld.

1893

5. September (Dienstag) • Annemarie (Anna) (1863–1912) Schüler heiratet den Opernsänger Franz Lindner (1857–1937), der zu Beginn der Spielzeit 1889/90 an das Stadttheater Elberfeld (»Stadttheater am Brausenwerth«) gekommen und dort bis zum Juni 1893 engagiert war. – Die Lindners ziehen zunächst nach Straßburg, wo Franz Lindner ein Engagement erhält.

1894

15. Januar (Montag) • Else Schüler heiratet den Arzt Jonathan Berthold Barnett Lasker (1860–1928), wohnhaft in Elberfeld, Klotzbahn 17.

Etwa Mitte August • Else Lasker-Schüler und Berthold Lasker ziehen nach Berlin. – Das »Berliner Adreß-Buch für das Jahr 1895« (Unter Benutzung amtlicher Quellen hg. von W. & S. Loewenthal. Mit dem neuesten Plan von Berlin. Jg. 27. Berlin: W. & S. Loewenthal [1895]. Bd. 1. S. 761) verzeichnet für Dr. med. Berthold Lasker: »NW Brücken Allee 16. III.« und »Instit. f. chronische Hautleiden, C Alexanderstr. 67a.«

1897

3. März (Mittwoch) • Tod des Vaters Aron Schüler. Die Beisetzung erfolgt auf dem Jüdischen Friedhof an der Weißenburgstraße in Elberfeld. – Das väterliche Bankgeschäft übernimmt der zweite Sohn Maximilian Moritz Schüler (1859–1907).

1899

24. August (Donnerstag) • Geburt von Else Lasker-Schülers Sohn Paul in der Universitäts-Frauenklinik, Artilleriestraße 18 (ab 1951: Tucholskystraße 2).

1901

27. September (Freitag) • Erster Abend (»Tragische Kunst«) des von Herwarth Walden (urspr. Georg Lewin) (1878–1941) gegründeten »Cabarets für Höhenkunst«: »Teloplasma«. Von Else Lasker-Schüler gelangen das Gedicht »Ballade« (»Er hat sich«) sowie wahrscheinlich die drei Gedichte »Mutter« (»Ein weisser Stern singt ein Totenlied«), »Die schwarze Bhowanéh« und »Mein Drama« (nach einem Durchschlag des Typoskripts von »Styx«) zum Vortrag. Der Abend fand (wie der folgende) im Künstlerhaus, Bellevuestraße 3, statt. – Literatur: Peter Sprengel: Institutionalisierung der Moderne: Herwarth Walden und »Der Sturm«. In: P. S.: Literatur im Kaiserreich. Studien zur Moderne (Philologische Studien und Quellen. H. 125). Berlin: Erich Schmidt Verlag, 1993. S. 147–178 (S. 151–156 über »Teloplasma«; nach den Zensurakten der Berliner Polizei im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam: »Acta des Königlichen Polizei-Präsidii zu Berlin, betreffend Teloplasma ›Tragische Kunst‹«).

31. Oktober (Donnerstag) • Zweiter (und letzter) Abend (»Erotische Kunst«) des Kabaretts »Teloplasma«. Von Else Lasker-Schüler trägt Richard Vallentin aus »Styx« die drei Gedichte »Lenzleid«, »Fortissimo« und »Elegie« vor. Der Vortrag der beiden Gedichte »Nervus Erotis« und »Orgie« war von der Zensurbehörde untersagt worden.

1903

11. April (Samstag) • Scheidung der Ehe mit Berthold Lasker.

5. September (Samstag) • Else Lasker-Schüler zieht zu Herwarth Walden in die Ludwigkirchstraße 1. Quelle: KA, Bd. 6, Nr. 93.

30. November (Montag) • Heirat mit Herwarth Walden.

1904

7. Mai (Samstag) • Peter Hille stirbt in Groß-Lichterfelde.

21. Mai (Samstag) • Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden besuchen Detlev von Liliencron (1844–1909) in Alt-Rahlstedt bei Hamburg. Am 22. Mai schreibt Liliencron an Richard Dehmel (1863–1920): »Ich las ›Dich‹ übriegens gestern Nachm. mal wieder serrrrrrr gut vor: Ein mir bisher unbekannter Herr Walden, ein Musiker aus Berlin, war nämlich bei mir mit seiner Frau – – früher Else Lasker. Ein klein Jüdenweiblein, elend, mager, mit großen braunen Augen: Else, die Tichterin! Übriegens das Prototyp einer echten ›Berliner Schriftstellerin‹. Aber gestern war sie sanft und lieb. Vor Dir schien sie etwas Scheu zu haben. Denn sie wollte heut (Sonntag) nicht mit Herrn Herwarth Walden, ihrem Ehgemahl, hinaus nach Blankenese. Übriegens schien mir der starkbebrillte Musiker ein starkes, vielleicht großes Talent zu sein. […] Herr Walden hatte große Projecte (›Die Kunst‹) vor; wollte Millionen Mark Geld einnehmen.« (Faksimile: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg: DA : Br : L : 1051.)

26. Mai (Donnerstag) • Abend zu Ehren Peter Hilles: »Der Peter Hille-Ehrung, die am nächsten Donnerstag Abends 8 Uhr im Architektenhause stattfindet, haben sich bisher angeschlossen: […] Else Lasker-Schüler […].« (Berliner Tageblatt. Jg. 33, Nr. 252 [Abend-Ausgabe] vom 19. Mai 1904 [»Kleine Mitteilungen«].)

1905

9. Februar (Donnerstag) • Vortragsabend im von Herwarth Walden gegründeten »Verein für Kunst«: »Am achten Abend des Vereins für Kunst (9. Februar, Abends 8 Uhr, Architektenhaus) ›Lyrische Dichtung in Wort und Ton‹ gelangen […] in Vertonung von […] Herwarth Walden Dichtungen von […] Else Lasker-Schüler […]« zum Vortrag (Berliner Tageblatt. Jg. 34, Nr. 68 [Abend-Ausgabe] vom 6. Februar 1905 [»Kleine Mitteilungen«]).

28. Oktober (Samstag) • Aufenthalt in Weimar: Friedrich-Nietzsche-Abend des »Vereins für Kunst«. Quelle: KA, Bd. 6, Nr. 121. – Zuvor hatte der »Verein für Kunst« am 12. Januar 1905 in Berlin einen Nietzsche-Abend ausgerichtet, an dem Herwarth Walden am Klavier begleitet hat. Über die Veranstaltung erschien anonym ein Bericht (»Nietzsche als Komponist«) im »Berliner Tageblatt« vom 13. Januar 1905 (Jg. 34, Nr. 23 [Morgen-Ausgabe] [»Feuilleton«]).

1906

26. Januar (Freitag) • Erster Vortragsabend von Else Lasker-Schüler: »Else Lasker-Schüler liest am achten Abend des Vereins für Kunst (26. Januar im Architektenhause) aus ihren Dichtungen: Verse, ungedruckte arabische Novellen und eine Auswahl aus ihrem ›Peter Hille-Buch‹. Vertonungen von Herwarth Walden zu ihren Dichtungen werden von Betsy Schot vorgetragen.« (Berliner Tageblatt. Jg. 35, Nr. 40 [Morgen-Ausgabe] vom 23. Januar 1906 [»Kleine Mitteilungen«].)

9. Februar (Freitag) • Lesung im »Verein für Kunst«: »Der neunte Abend des Vereins für Kunst ist den Dichtern Peter Hille und Peter Baum gewidmet. Er findet am 9. Februar im Salon Cassirer statt. Zuerst liest Else Lasker-Schüler einige Kapitel aus ihrem Peter Hille-Buch.« (Berliner Tageblatt. Jg. 35, Nr. 59 [Morgen-Ausgabe] vom 2. Februar 1906 [»Kleine Mitteilungen«].)

13. November (Dienstag) • Gedenkfeier für Peter Hille in Dortmund, an der unter anderem Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden teilnehmen. Quelle: Dortmunder Zeitung. Jg. 79, Nr. 557 (Abend-Ausgabe) vom 1. November 1906 (»Kunst, Wissenschaft und Leben«).

23. November (Freitag) • Lesung beim Kaufmännischen Verein Iserlohn: »Am nächsten Freitag wird Frau Else Lasker-Schüler aus Berlin eigene Dichtungen vortragen und unter anderm aus ihrem Peter Hille-Buch vorlesen.« (Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung. Jg. 65, Nr. 271 vom 17. November 1906, 2. Blatt [»Westfalen – Rheinland«].)

29. November (Donnerstag) • Der Münchner Schriftsteller Oscar A. H. Schmitz (1873–1931) notiert im Tagebuch: »Bei Axel Juncker, den ich zum ersten Mal zu sehen bekomme. Liebenswürdige Schlafmütze. Ziemlich reduzierte Einrichtung. Ich begreife nicht, wie man ihn mir empfehlen konnte. Er erzählt viel von meinem hiesigen Ruhm und schlägt eine Vorlesung meiner Werke durch mich im ›Verein für Kunst‹ vor, wo allerdings die besten Namen auf dem Programme stehen. Zu diesem Zwecke gehe ich gleich zu dem Leiter Herwarth Walden und finde dessen Frau Else Lasker-Schüler, der furchtbarste Blaustrumpf, allerdings durch unfreiwillige Komik gemildert, waschechtes Berlinisch. ›Ick verdiene nischt mit meinen Jedichten‹, sagt sie, ›wie kommt det nur?‹ Erzählt dann, wie wunderschön ihre Bücher sind, in denen sie mit Peter Hille Wotansfeste feiert.« (Oscar A. H. Schmitz: Das wilde Leben der Boheme. Tagebücher. Bd. 1. 1896–1906. Hg. von Wolfgang Martynkewicz. Berlin 2006. S. 318.)

20. Dezember (Donnerstag) • In den Zeitungen wird die Liquidierung des väterlichen Bankgeschäftes angekündigt: »Elberfeld. Das Bankgeschäft A. Schüler beabsichtigt, zu liquidieren. Der Inhaber Moritz Schüler ist geistesgestört geworden. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, werden die Gläubiger mit 90 % befriedigt.« (Kölnische Zeitung. Nr. 1362 [Abend-Ausgabe] vom 20. Dezember 1906.)

1907

13. Januar (Sonntag) • Maximilian Moritz Schüler stirbt in Godesberg.

21. Februar (Donnerstag) • Lesung im »Verein für Kunst«: »Else Lasker-Schüler wird an dem ihr gewidmeten zwölften Abend des Vereins für Kunst, am Donnerstag, 21. Februar (Salon Cassirer), aus eigenen Dichtungen, zum Teil Ungedrucktes lesen.« (Berliner Volks-Zeitung. Jg. 55, Nr. 79 [Morgen-Ausgabe] vom 16. Februar 1907 [»Kleine Mitteilungen«].)

1908

5. März (Donnerstag) • Lesung im »Verein für Kunst«: »Im Verein für Kunst wird am Donnerstag, den 5. März (Salon Cassirer), Else Lasker-Schüler aus eigenen Dichtungen vorlesen.« (Berliner Tageblatt. Jg. 37, Nr. 114 [Morgen-Ausgabe] vom 3. März 1908 [»Kleine Mitteilungen«].)

Etwa August • Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden ziehen in die Katharinenstraße 5 im Ortsteil Halensee. Sie wohnt dort bis zur Trennung von Herwarth Walden im Sommer 1912. – 1991 wurde eine Gedenktafel an einem später errichteten Neubau angebracht.

1909

10. August (Dienstag) • Karl Kraus (1874–1936) hält sich – auf der Reise von Wien nach Scheveningen – für einen Tag in Berlin auf: erste Begegnung mit Else Lasker-Schüler.

11. November (Donnerstag) • Adolf Loos (1870–1933) spricht im »Verein für Kunst« über das Thema »Kritik der angewandten Kunst«. Auf seiner Reise nach Berlin wird Adolf Loos von Karl Kraus begleitet.

22. November (Montag) • Lesung in Dresden: »In der Literarischen Gesellschaft werden Montag den 22. November abends 8 Uhr im Künstlerhaus Else Lasker-Schüler aus Berlin und Hanns Heinz Ewers eigene Dichtungen vortragen.« (Dresdner Anzeiger. Jg. 180, Nr. 323 vom 21. November 1909. S. 4 [»Aus Dresden«].)

14. Dezember (Dienstag) • Lesung bei der Berliner Finkenschaft. Quelle: KA, Bd. 6, Nr. 192, 197, 202 und 203.

1910

13. Januar (Donnerstag) • Im »Verein für Kunst« findet die erste öffentliche Vorlesung von Karl Kraus statt.

14. Februar (Montag) • Premiere des Schwanks »Der Eisenbahnräuber« von Fritz Gräbert (1854–1931) im Berliner Rose-Theater. Else Lasker-Schüler bespricht die Inszenierung im »Sturm« vom 17. März 1910 (Jg. 1, Nr. 3. S. 21 f. [»Der Eisenbahnräuber«]).

3. März (Donnerstag) • Adolf Loos hält seinen zweiten Vortrag im »Verein für Kunst«. Eine Anzeige Herwarth Waldens erscheint im »Sturm« vom 3. März 1910 (Jg. 1, Nr. 1. S. 8): »Verein für Kunst | Salon Cassirer Viktoriastr. 35 | Donnerstag, den 3. März | abends 8 Uhr | Adolf Loos | Ornament und Verbrechen | Vortrag«. Karl Kraus begleitet Adolf Loos auf seiner Reise nach Berlin.

Mitte August • Else Lasker-Schüler, Oskar Kokoschka (1886–1980) und Herwarth Walden reisen ins Rheinland, um dort für den »Sturm« zu werben. Sie besuchen unter anderem Elberfeld. Am 22. August schreibt Else Lasker-Schüler an Friedrich Andreas Meyer: »Ich bin wieder in Berlin. Ich war überhaupt nur 3 Tage fort.« (KA, Bd. 6. S. 169.)

9. November (Mittwoch) • »Der neue Club« veranstaltet das dritte »Neopathetische Cabaret für Abenteurer des Geistes«. Else Lasker-Schüler bespricht den Abend im »Sturm« vom 17. November 1910 (Jg. 1, Nr. 38. S. 304 [»Im neopathetischen Cabaret«]).

19. November (Samstag) • Else Lasker-Schüler besucht eine Lesung von Max Brod (1884–1968) im Salon Cassirer. Brod liest auf Einladung des »Neuen Clubs«. Ihre »Max Brod« betitelte Besprechung erschien am 1. Dezember 1910 im »Sturm« (Jg. 1, Nr. 40. S. 319 f.). Die Veranstaltung war am 17. November 1910 im »Sturm« (Jg. 1, Nr. 38. S. 306) angezeigt worden.

9. Dezember (Freitag) • Else Lasker-Schüler liest im »Neopathetischen Cabaret für Abenteurer des Geistes«. Anzeige: Der Sturm. Jg. 1, Nr. 41 vom 8. Dezember 1910. S. 330.

1911

18. Januar (Mittwoch) • Lesung im »Neopathetischen Cabaret für Abenteurer des Geistes«. Else Lasker-Schüler schreibt am 5. oder 12. Januar an Karl Kraus: »Am 18. spreche ich wieder bei den Neopathetischen. Meine Wupper auf Elwerfelder-Plattdütsch.« (KA, Bd. 6. S. 182.) Anzeige: Der Sturm. Jg. 1, Nr. 46 vom 14. Januar 1911. S. 370.

8. Mai (Montag) • Über eine Begegnung von Else Lasker-Schüler und Emmy Hennings (1885–1948) in München notiert Erich Mühsam (1878–1934) im Tagebuch: »Eine peinliche Überraschung wurde uns dadurch zuteil, daß die Ichenhäuser plötzlich mit Else Lasker-Schüler das Lokal betrat. Die eifersüchtige Megäre, die komplett wahnsinnig ist, hat Emmy in Berlin mit Schimpfreden und Drohungen nachgestellt. Nun war das arme Kind ganz verängstigt. Ich hoffe, sie fährt bald wieder ab. Es wäre recht widerwärtig, wenn Emmy wieder keine Ruhe vor ihr hätte. Ich bin aber entschlossen, trotz aller Freundlichkeiten der törichten Frau gegen mich und trotz meiner Verehrung für manche ihrer Gedichte, Emmy sehr energisch gegen sie zu verteidigen.« – Else Lasker-Schüler war eifersüchtig, weil Herwarth Walden sich für Emmy Hennings interessierte, die damals mit Ferdinand Hardekopf (1876–1954) liiert war und Letzteren 1910 auf einer Reise nach Frankreich begleitet hatte. Am 24./25. März 1910 schreibt Walden an Karl Kraus: »Der Herr Hardekopf entführt mir den blonden Stern nach Paris« (»Feinde in Scharen. Ein wahres Vergnügen dazusein«. Karl Kraus – Herwarth Walden. Briefwechsel 1909–1912. Hg. von George C. Avery [Veröffentlichungen der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, 79. Veröffentlichung]. Göttingen 2002. S. 190 f.).

9. Mai (Dienstag) • Erich Mühsam notiert im Tagebuch:»Emmy war sehr aufgeregt, da gleichzeitig mit der Ichenhäuser die Else Lasker-Schüler in einer Ecke des Lokals saß. Das verängstigte Kind fürchtete Revolver und Vitriol. Mir fiel mal wieder die angenehme Aufgabe zu, zu parlamentieren. So setzte ich mich zu der Lasker und kam auf Umwegen zu dem Thema Emmy. Ich erreichte das Versprechen, sie werde während der Zeit ihres Münchner Aufenthalts nicht mehr den ›Simpl‹ betreten, noch Emmy im mindesten nahetreten. Als ich zu Emmys Tisch zurückkam, war sie grade dabei, einen Zustand zu kriegen. Ich begleitete sie mit Keller zusammen nach Hause und sie stieß schreckliche Drohungen gegen Elschen aus.«

10. Mai (Mittwoch) • Erich Mühsam notiert im Tagebuch: »Die Angelegenheit Else Lasker-Schüler – Emmy spitzt sich dramatisch zu. Ich erhielt einen langen Brief von Elschen, in dem sie Emmy als ›geiles kleines Nähmädchen‹ beschimpft, in deren Mund ihr ›erlauchter‹ Name (an einer andern Stelle ›die Majestät meines Namens‹ – immer dick unterstrichen) nichts zu tun habe, und worin sie schließlich erklärt, sie lasse sich das Betreten öffentlicher Lokale nicht verbieten. Ich hielt es für ratsam, diplomatisch zu sein und schrieb einen langen vorsichtigen Antwortbrief, von dem ich auch noch eine Abschrift nahm, sodaß mir wieder die Zeit, wo ich hätte arbeiten mögen, zum Teufel ging. Ich bat die Lasker, mir persönlich den Gefallen zu tun, den Simpl. zu meiden. Abends im Café kriegte ich dann einen weiteren albernen Brief, in dem u. a. stand, sie (Tino von Bagdad) habe in Berlin nur Emmy aus dem Café entfernt wissen wollen, um den einzigen Ort, wo man sich aufhalten könne, nicht verflachen und verhuren zu lassen.«

14. Mai (Sonntag) • Erich Mühsam notiert im Tagebuch: »Die Lasker-Schüler-Geschichte nimmt allmählich die Formen einer komischen Groteske an. […] Und nun beteiligt sich auch die Ichenhäuser – Emmy nennt sie unhöflich Frl. Siechenhäuser – an der Korrespondenz. Gestern bekam ich einen total verstiegenen Brief von ihr. Wenn ihr Diener Jehovah ermittle, daß ich ein Hurerich sei, so müsse ich Millionen Meilen weit von ihrem Lande fortgehn. Scheißtrommel! – Inzwischen hat Emmy selbständig Schritte unternommen, um die Dichterin Tino loszuwerden. Sie hat veranlaßt, daß ihr von Berlin aus ein Telegramm ins Café Bauer geschickt wurde, wonach sie sofort nachhause zurückkommen möge. Natürlich ist sie darauf nicht hereingefallen und hat angeblich das ganze Material der Polizei übergeben.«

Wahrscheinlich 16. Mai (Dienstag) • In einem Münchner Café begegnet Else Lasker-Schüler dem Maler Max Oppenheimer (1885–1954), dessen Werke stilistisch unter anderem von Oskar Kokoschka beeinflusst sind. Am 17. Mai schreibt sie an Oskar Kokoschka: »Ollet Rind, wat schecken Se’ meck ens däm fisen, schwaten Caplan no hier? Sie han ömm gescheckt, dat hä meck beobachten dut, dat Se’ wat tu Klatschen han. Hä seit, Se löten (ließen) meck größen on eck söll öwer sing Utstellung hier schriewen. Wat gon meck sinne Kleckserieen on! Ewwer kömmen Se’ bitte wacker no hier, Se ollet Rind, dat eck eene Fröde han denn wir beleedigen uss so nett.« (KA, Bd. 6. S. 197.) – Am 19. Mai wurde in München in der Galerie Thannhauser die erste Einzelausstellung mit Bildern Max Oppenheimers eröffnet: Kokoschka – und mit ihm Karl Kraus, Else Lasker-Schüler und Herwarth Walden – vertrat die Ansicht, dass Oppenheimer ihn plagiiere.

24. Juni (Samstag) • »Einen Vortragsabend veranstaltet Armin Wassermann (Lessingtheater) am 24. d. M. im Hotel Atlas (Weidendammer Brücke) (Beginn 8 ¼ Uhr). Er wird Lyrisches von George, Hofmannsthal, Rilke, Baudelaire, Else Lasker-Schüler, und Episches von Jakob Wassermann und Heinrich Eduard Jakob vorlesen.« (Die Aktion. Jg. 1, Nr. 18 vom 19. Juni 1911. Spalte 570.) – Rudolf Kayser lobt in seiner Besprechung des Abends Wassermanns Vortrag »der ganz auf Rhythmus gestellten Kunst der Lasker-Schüler« (Rudolf Kayser: Der Rezitator Armin Wassermann. In: Die Aktion. Jg. 1, Nr. 20 vom 3. Juli 1911. Spalte 625 f.).

27. August (Sonntag) • Zusammen mit dem Berliner Rechtsanwalt Kurt Neimann (1877–1944) bricht Herwarth Walden zu einer Reise nach Dänemark, Schweden und Norwegen auf. Beide kehren am 10. oder 11. September nach Berlin zurück. Auf der Reise lernt Herwarth Walden die schwedische Musikerin und Malerin Nell Roslund (1887–1975) kennen.

1912

Wahrscheinlich 15. Januar (Montag) • Besuch einer Vorstellung von Hugo von Hofmannsthals (1874–1929) Theaterstück »Jedermann«, das am 1. Dezember 1911 in Berlin im Zirkus Schumann unter der Regie von Max Reinhardt (1873–1943) uraufgeführt worden war. – In den »Briefen nach Norwegen« (Der Sturm. Jg. 2, Nr. 97 vom [10.] Februar 1912. S. 773 f.) schreibt Else Lasker-Schüler: »Draußen tobten die Sozialdemokraten, es war am Tag der Wahl […].« Am 12. Januar, dem Tag der Reichstagswahl, wurde der »Jedermann« nicht aufgeführt. Die Sozialdemokraten bildeten nach dieser Wahl erstmals die stärkste Fraktion im Reichstag.

17. Januar (Mittwoch) • »Verein für Kunst | Achtes Jahr | Fünfter Abend | Mittwoch, den 17. Januar | abends 8 Uhr | Architektenhaus | Wilhelmstrasse 92/93 | Else Lasker-Schüler | Vorlesung | aus eigenen Dichtungen« (Der Sturm. Jg. 2, Nr. 93 vom [13.] Januar 1912. S. 745).

21. Januar (Sonntag) • »Vortragsabend Resi Langer. Sonntag, 21. Januar 1912, abends 8 Uhr, Architektenhaus, Kleiner Saal, Wilhelmstr. 92/93. Dichtungen von Hugo von Hofmannsthal | Richard Dehmel | Rainer Maria Rilke | Frank Wedekind | Eduard Stucken | Heinrich Lautensack | Alfred Richard Meyer | Victor Hadwiger | Anselm Ruest | S. Friedlaender | Alfred Kerr | René Schickele u. a.« (Die Aktion. Jg. 2, Nr. 3 vom 15. Januar 1912. Spalte 88.) – Rudolf Kurtz weist in seiner Besprechung des Abends darauf hin, dass Resi Langer auch »das einsamkeitswilde Weltende Else Lasker-Schülers« vorgetragen habe (R[udolf] K[urtz]: Vortragsabend Resi Langer. In: Die Aktion. Jg. 2, Nr. 6 vom 5. Februar 1912. Spalte 176 f.).

27. Januar (Samstag) • Else Lasker-Schülers zweite Schwester Annemarie (Anna) Lindner stirbt in Berlin.

11. März (Montag) • Erste Lesung im Wien: »Akademischer Verband für Literatur und Musik, ½ 8 Uhr, Hörsaal 3 des elektrotechnischen Instituts, 4. Bezirk, Gußhausstraße 25, Else Lasker-Schüler: ›Aus eigenen Werken.‹« (Neue Freie Presse [Wien]. Nr. 17080 [Nachmittagblatt] vom 11. März 1912. S. 10 [»Vorträge und Versammlungen«].)

10. August (Samstag) • Paul Lasker-Schüler reist von Berlin nach Ober-Hambach bei Heppenheim: Er besucht dort bis zum Juli 1913 die Odenwaldschule, die Paul (1870–1961) und Edith Geheeb (1885–1982) 1910 gegründet hatten. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. *21.

Mitte August • Else Lasker-Schüler reist – nach der Trennung von Herwarth Walden – zunächst nach Brunshaupten an die Ostsee. – Am 30. August schreibt sie von dort an Paul Geheeb: »Ich reise Sonntag nach Berlin: Meine Adresse einstweilen: Else Lasker-Schüler (Walden) Halensee-Berlin. Postamt Halensee Postlagernd.« (KA, Bd. 11. S. 386.)

September • Else Lasker-Schüler zieht in die Humboldtstraße 13, in der damals selbständigen Landgemeinde Grunewald gelegen. Sie wohnt dort bis Mitte Juli 1914.

12. September (Donnerstag) • Else Lasker-Schüler fährt für einige Tage nach Ober-Hambach. Quelle: KA, Bd. 6, Nr. 383.

22. Oktober (Dienstag) • Auf Einladung der »Literarischen Gesellschaft Elberfeld« liest Else Lasker-Schüler in der Elberfelder Stadthalle.

1. November (Freitag) • Scheidung der Ehe mit Herwarth Walden.

1913

11. Januar (Samstag) • Karl Kraus veröffentlicht in der »Fackel« (Jg. 14, Nr. 366/367) auf der Innenseite des hinteren Umschlags einen Spendenaufruf für Else Lasker-Schüler.

9. Februar (Sonntag) • In Berlin veranstaltet das Konzertbüro Emil Gutmann eine Matinee zugunsten Else Lasker-Schülers: »Frau Else Lasker-Schüler wird eigene Dichtungen zum Vortrag bringen.« (Berliner Volks-Zeitung. Jg. 61, Nr. 54 [Abend-Ausgabe] vom 1. Februar 1913 [»Kunst und Wissenschaft«].)

16. März (Sonntag) • Lesung im Hagener Folkwang-Museum: »Eine der eigenartigsten Erscheinungen der modernen Frauenlyrik, die Berliner Dichterin Frau Else Lasker-Schüler, las gestern vor einer nur mäßig zahlreichen Zuhörerschar im Folkwang-Museum einige ihrer Gedichte vor. […] Es ist eine Poesie, deren Geheimnisse sich nur wenigen Auserwählten entschleiern, und diesen Auserwählten sei diese Poesie neidlos gegönnt, die ›Provinz‹ ist ›nicht reif‹ für sie und wird es hoffentlich niemals werden.« (C. H.: Vortrag von Else Lasker-Schüler im Folkwang-Museum. In: Hagener Zeitung. Nr. 64 vom 17. März 1913 [»Kunst, Wissenschaft, Leben«].)

28. März (Freitag) • Else Lasker-Schüler verlässt abends Berlin und reist nach München. Quelle: KA, Bd. 6, Nr. 501.

29. März (Samstag) • Frank Wedekind (1864–1918) notiert in München im Tagebuch (Münchner Stadtbibliothek – Monacensia, Nachlass Frank Wedekind): »Karl Kraus Vortrag / Mit Kraus Else Lasker, Frau Parsenow in der / Odeonbar.« (Transkription auf der Homepage der Frank Wedekind-Gesellschaft.)

4. April (Freitag) • Am Vorabend von Else Lasker-Schülers Lesung in Prag ereignet sich folgender Vorfall, über den Leopold B. Kreitner (1892–1969) berichtet: »Ich glaube, daß es an einem Abend im Jahre 1913 war, daß die deutsche Dichterin Else Lasker-Schüler einmal der Ehrengast war. Sie hatte ein sehr affektiertes und übertriebenes Wesen. Gegen Mitternacht verließen wir alle (ich erinnere mich, daß Franz Werfel und Egon Erwin Kisch ebenfalls anwesend waren) die Veranstaltung, und unsere Besucherin – sie nannte sich ›Prinz von Theben‹ und versuchte angestrengt, auch so auszusehen – sank angesichts des wunderschönen Platzes, der mit seinen gotischen Türmen rechts und links in nahezu überirdisches Mondlicht getaucht war, auf ihre Knie nieder und begann, eine improvisierte Ode zu rezitieren. Ein Polizist griff ein und fragte sie, wer sie sei. Stolz erwiderte sie: ›Ich bin der Prinz von Theben‹, worauf Kafka korrigierte: ›Sie ist nicht der Prinz von Theben, sondern eine Kuh vom Kurfürstendamm.‹« (Leopold B. Kreitner: Der junge Kafka. In: »Als Kafka mir entgegenkam …«. Erinnerungen an Franz Kafka. Hg. von Hans-Gerd Koch. Berlin 1995. S. 45–54, Zitat S. 52 f.)

5. April (Samstag) • Lesung in Prag auf Einladung des »Klubs deutscher Künstlerinnen«: »Am 5. April findet ein Vortragsabend statt, innerhalb dessen Frau Else Lasker-Schüler eine Reihe eigener Dichtungen zum Vortrage bringen wird. […] In ihrer Begleitung kommt der Lyriker und Kritiker Paul Zech […]. Herr Zech wird am Sonntag den 6. April um 11 Uhr vormittags in einer Matinee unveröffentlichte Gedichte und Novellen zur Vorlesung bringen.« (Prager Tagblatt. Jg. 38, Nr. 86 [Morgen-Ausgabe] vom 30. März 1913. S. 11 [»Kunst«].)

25. August (Montag) • Fahrt nach Hellerau. Paul Lasker-Schüler besucht vom Herbst 1913 bis zum Frühjahr 1915 das Landschulheim in der bei Dresden gelegenen Gartenstadt Hellerau.

November • Reise nach Moskau und Sankt Petersburg. Else Lasker-Schüler besucht Johannes Holzmann (Senna Hoy) (1882–1914) im Gefängnis und bemüht sich – vergeblich – um dessen Freilassung.

1914

11. Januar (Sonntag) • Else Lasker-Schüler besucht Martin Buber (1878–1965). Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 6.

16. Januar (Freitag) Frank Wedekind notiert im Tagebuch (Münchner Stadtbibliothek – Monacensia, Nachlass Frank Wedekind): »Im Café des Westens Else Lasker Schüler / getroffen.« (Transkription auf der Homepage der Frank Wedekind-Gesellschaft.)

19. Januar (Montag) • »Else Lasker-Schüler veranstaltet einen Vortragsabend mit Vorlesung neuer Dichtungen am 19. Januar im Salon Paul Cassirer.« (Berliner Tageblatt. Jg. 43, Nr. 9 [Abend-Ausgabe] vom 6. Januar 1914 [»Kleine Mitteilungen«].)

20. Januar (Dienstag) • Else Lasker-Schüler schließt mit dem »Verlag der Weißen Bücher« einen Vertrag (Deutsches Literaturarchiv Marbach [Zugangsnummer: 93.65.32]) über ihre »im Laufe der nächsten 3 Jahre verfassten Bücher«. Der Vertrag sichert ihr »auf ein Jahr vom 1. Januar 1914 bis 31. Dezember 1914 monatlich M 100,--« zu, »die als Vorschuss auf die einzelnen Bücher, über die je ein besonderer Vertrag zu machen ist, verrechnet werden.« Der »Verlag der Weißen Bücher« war 1913 von Erik-Ernst Schwabach (1891–1938) zusammen mit Kurt Wolff (1887–1963) in Leipzig gegründet worden.

9. März (Montag) • »Karl Vogt vom Königlichen Schauspielhause veranstaltet am 9. März im Meistersaal, Köthenerstraße einen Balladenabend, an dem Gedichte von Herder bis Else Lasker-Schüler zum Vortrag kommen.« (Die Aktion. Jg. 4, Nr. 6 vom 7. Februar 1914. Spalte 132 [»Balladenabend«].)

24. März (Dienstag) • Else Lasker-Schüler und Franz Werfel (1890–1945) lesen in der »Frankfurter Loge«. Den Verlauf des Abends hält der junge Wieland Herzfelde (1896–1988) im Tagebuch fest: »Plötzlich wurde es dunkel und Frau Lasker-Schüler trat vor die Bühne. Der erste Eindruck übertraf weitaus meine Erwartungen. Sie hatte ein blaues Seidengewand an. Weite Hosen, silberne Schuhe, eine Art weite Jacke, die Haare wie Seide, tiefschwarz, wild zuweilen, dann wieder sinnlich sanft.« Weiter heißt es: »Ich dachte immer, sie spräche sanft, traurig, träumend. Hart, gläsern waren ihre Worte. Wie Metall glühten sie. Niemals bebten sie. Und ganz plötzlich brachen die Gedichte immer ab. Man erschrak jedesmal. Ich mußte mich erst gewöhnen. Das war kein Sprechen, das war Singen, ekstatisch, ewig tönend, wie das Zaubergebet eines orientalischen Propheten.« (Wieland Herzfelde: Else Lasker-Schüler. Begegnungen mit der Dichterin und ihrem Werk. In: Sinn und Form. Jg. 21 [1969], H. 6. S. 1294–1325, Zitate S. 1307.)

1. April (Mittwoch) • Karl Kraus liest in Berlin im Großen Saal des Architektenhauses aus eigenen Schriften. Am 31. März schreibt Else Lasker-Schüler aus Frankfurt an Karl Kraus: »Ich bin am 1. zur Vorlesung in Berlin und komme selbstredend.« (KA, Bd. 7. S. 26.)

25. April (Samstag) • »8. Autorenabend der Aktion. Sonnabend, den 25. April, im Vortragssaal Austria, Potsdamer Straße 28. Programm: Else Lasker-Schüler: Neue Novellen. Jakob van Hoddis: Verse. Alfred Lichtenstein: Aus neuen Manuskripten. Adolf Knoblauch: Übertragungen aus William Blake. Mynona: Polare Grotesken.« (Die Aktion. Jg. 4, Nr. 17 vom 25. April 1914. Spalte 376.)

28. April (Dienstag) • Johannes Holzmann (Senna Hoy) stirbt in einem Gefängniskrankenhaus in der Nähe von Moskau.

8. Mai (Freitag) • Aufenthalt in Leipzig. Else Lasker-Schüler besucht Walter Hasenclevers Lesung seines Schauspiels »Der Sohn«. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 47 und 54.

11. Mai (Montag) • Johannes Holzmann wird – in Anwesenheit Else Lasker-Schülers – auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee beigesetzt.

16. Mai (Samstag) • Gedenkfeier für Johannes Holzmann: »Zum Gedächtnis Senna Hoys findet Sonnabend, den 16. Mai in Berlin eine öffentliche Versammlung statt, in der Else Lasker-Schüler und Franz Pfemfert sprechen werden. Das Lokal wird durch Anschlagssäulen noch bekannt gegeben.« (Die Aktion. Jg. 4, Nr. 20 vom 16. Mai 1914. Spalte 444.)

27. Juni (Samstag) • Else Lasker-Schüler reist für einige Tage nach Leipzig. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 72.

30. Juni (Dienstag) • Gespräch mit Franz Werfel, damals Lektor beim Verlag Kurt Wolff in Leipzig. Franz Kafka (1883–1924) notiert im Tagebuch: »Lasker-Schüler belegt Werfel« (Franz Kafka: Tagebücher. Bd. 2: 1912–1914. In der Fassung der Handschrift [Gesammelte Werke in zwölf Bänden. Nach der Kritischen Ausgabe hg. von Hans-Gerd Koch. Bd. 10]. Frankfurt am Main 1994. S. 164).

Mitte Juli – Ende September • Aufenthalt in München. Else Lasker-Schüler wohnt in der Pension Modern, Theresienstraße 80.

Ende September • Else Lasker-Schüler bezieht ein Zimmer in Wilmersdorf in der Pension Margarethe, Schaperstraße 4.

21. Oktober (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler dankt Ludwig von Ficker (1880–1967) für die Übersendung von 4000 Kronen. Das Geld stammt aus einer Spende Ludwig Wittgensteins (1889–1951) in Höhe von 100000 Kronen, die Ludwig von Ficker erhalten hatte und an »unbemittelte österreichische Künstler« verteilen sollte. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 93 und 96.

Anfang November • Else Lasker-Schüler wechselt in die Pension Benecke, Nürnberger Straße 46, ebenfalls in Wilmersdorf gelegen.

1915

März • Else Lasker-Schüler wohnt vorübergehend zur Untermiete (»Bei Frau Kroll«) in Charlottenburg in der Nürnberger Straße 26. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 128.

April – Mitte Juni • Else Lasker-Schüler wohnt in Schöneberg in der Pension Bayreuth, Kleiststraße 22.

Mitte Juni – September • Aufenthalt in Kolberg. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 141–151.

28. Juli (Mittwoch) • Tod Hans Ehrenbaum-Degeles an der Ostfront.

1. Oktober (Freitag) • Im Brief an Maria Marc (KA, Bd. 7, Nr. 153) ist als Korrespondenzanschrift das Postamt Marburger Straße (Berlin W 50) angegeben. Bis zu ihrem Einzug in das Hotel »Koschel« Ende 1918 verzichtet Else Lasker-Schüler auf die Angabe einer Wohnadresse und lässt sich ihre Post in die Marburger Straße schicken.

Mitte Dezember • Eröffnung einer Ausstellung von Zeichnungen Else Lasker-Schülers. Diese findet in den Berliner Räumen des Graphik-Verlags am Pariser Platz statt und wird bis zum 26. Januar 1916 gezeigt.

1916

Mitte Januar • Lesung in den Räumen des Graphik-Verlags: Else Lasker-Schüler »las im Graphik-Verlag, in dem sich jetzt eine Ausstellung ihrer kleinen, anspruchslosen, aber sehr persönlichen Zeichnungen befindet, in einem verdunkelten Raume aus ihren Gedicht- und Prosabüchern vor. […] Wie eine Klage sprach sie zuerst Gedichte auf tote Freunde und hierauf hebräische Balladen, vollkommene Stücke wie den ›Tibetteppich‹ und Prosa, in der sie mit einem melancholischen Witz sich mit ihrer eigenen Existenz voll Not und Sehnsucht zu versöhnen sucht.« (F. St.: Else Lasker-Schüler. In: Vossische Zeitung [Berlin]. Nr. 38 [Abend-Ausgabe] vom 21. Januar 1916.)

20. März (Montag) • Else Lasker-Schüler liest in München in der Wohnung Alfred Richard Meyers (1882–1956). Thea Sternheim (1883–1971) notiert im Tagebuch: »Man stelle sich vor: Eine in den Dreissigern stehende Frau mit kurzen Haaren und auffallend stumpfen Fingern, zerzaust, wie durch Betten gerollt, liest in verdunkeltem Raum beim Schein zweier Kerzen vor einer Kalas [?] einigen zwanzig Leuten, die erschüttert scheinen ihre jüdischen Balladen vor. Ich hörte da ich erst zum Schlusse der Vorlesung kam nur noch zwei. Sie beeindruckten mich ebenfalls, aber die Aufmachung der Frau ist nicht geeignet mich anzuziehen.« (Thea Sternheim: Tagebücher 1903–1971. Hg. und ausgewählt von Thomas Ehrsam und Regula Wyss im Auftrag der Heinrich Enrique Beck-Stiftung. Bd. 1: 1903–1925. Göttingen 2002. S. 329.)

22. März (Mittwoch) • Lesung in München im »Kunstsaal Steinicke«.

April – Mai • Das Hagener Folkwang-Museum übernimmt die zuvor in Berlin gezeigte Ausstellung von Zeichnungen Else Lasker-Schülers.

9. Mai (Dienstag) • Karl Ernst Osthaus (1874–1921), der Gründer und Leiter des Folkwang-Museums, teilt Else Lasker-Schüler mit, dass er die beiden Zeichnungen »Karl Kraus« und »Jussufs Häuptlinge« an seine Kusine Elisabeth Harkort verkauft habe. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 174.

13. Mai (Samstag) • Else Lasker-Schüler wendet sich an die Deutsche Schillerstiftung in Weimar: »Nun bin ich noch dazu so erschöpft und möchte mich zwei Monate mal erholen und ich wende mich an Sie, liebe, gute Stiftung und freute mich wenn Sie mir helfen wollen.« (KA, Bd. 7. S. 111.) – Die Akte Else Lasker-Schüler ist im Goethe- und Schiller-Archiv nicht vorhanden, sie wurde in den dreißiger Jahren von der Schillerstiftung zur Vernichtung ausgesondert.

• »Die neuen Literarischen Vortragsabende der Berliner Sezession finden im Rahmen der Frühjahrs-Ausstellung unter künstlerischer Leitung von Felix Stössinger wochentags abends zu niedrigen Eintrittspreisen statt und sind moderner Dichtung gewidmet. Am ersten Abend, Sonnabend, 13. d. M., um ¾ 9 Uhr, lesen aus eigenen Werken Else Lasker-Schüler, Theodor Däubler und Albert Ehrenstein.« (Berliner Börsen-Zeitung. Jg. 61, Nr. 219 [Morgen-Ausgabe] vom 11. Mai 1916, 1. Beilage. S. 8.)

Mitte Juli – Mitte August • Aufenthalt in Warnemünde.

22. September (Freitag) • »Zweiter Autorenabend der ›Neuen Jugend‹, Berlin, 22. September 1916, im Graphischen Kabinett Neumann, Kurfürstendamm 232 | Es lasen: Johannes R. Becher, Else Lasker-Schüler, Theodor Däubler, Wieland Herzfelde, George Grosz.« (Der Almanach der Neuen Jugend auf das Jahr 1917. Hg. von Heinz Barger. Berlin: Verlag Neue Jugend [1916]. S. [185].) – Im Septemberheft der »Neuen Jugend« war folgende Ankündigung erschienen: »Autorenabend der ›Neuen Jugend‹. Es werden im kommenden Herbst und Winter eine Anzahl Vortragsabende von den Autoren der ›Neuen Jugend‹ veranstaltet. Es sollen aus eigenen Arbeiten lesen: Theodor Däubler, Johannes R. Becher, Albert Ehrenstein, Georg Grosz, Else Lasker-Schüler, Ferdinand Hardekopf, Wieland Herzfelde usw., sowie namhafte Führer der Jugendbewegung, unter ihnen Gustav Landauer, Ernst Joël, Hans Blüher und einige Mitarbeiter des ›Anfangs‹ und des ›Aufbruchs‹. Die Abende werden in Berlin und in München stattfinden und von Wieland Herzfelde geleitet.« (Neue Jugend. Monatsschrift [Berlin]. Jg. 1, H. 9 vom September 1916. S. [186].)

26. September (Dienstag) • Lesung in München im »Salon für Neue Kunst« Hans Goltz: »Der zweite der Abende für Neue Literatur im Kunstsalon Hans Goltz, Briennerstraße 8, an dem Else Lasker-Schüler aus ihren Dichtungen vorliest, beginnt pünktlich abends 8 Uhr.« (Münchner Neueste Nachrichten. Jg. 69, Nr. 490 [Morgen-Ausgabe] vom 26. September 1916. S. 3 [»Literatur und Kunst«].) Die Lesung findet aus Anlass einer Ausstellung von Zeichnungen Else Lasker-Schülers statt.

23. Oktober (Montag) • Lesung in München im »Musiksaal Alfred Schmid Nachf.«

17. November (Freitag) • »Fünfter Autorenabend der ›Neuen Jugend‹, München, 17. November 1916, im Prinzensaal, Briennerstraße | Es lasen: Theodor Däubler, Johannes R. Becher, Else Lasker-Schüler, George Grosz, Wieland Herzfelde (durch Ado von Bernt), Franz Held (durch Ado von Bernt).« (Der Almanach der Neuen Jugend auf das Jahr 1917. Hg. von Heinz Barger. Berlin: Verlag Neue Jugend [1916]. S. [185].) – In der »Neuen Jugend« zudem der Hinweis, dass der Abend »in den Prinzensälen des Café ›Luitpold‹« stattgefunden habe: »Der Kunstsalon Goltz leitete den Abend.« (Neue Jugend. Monatsschrift [Berlin]. Jg. 1, H. 11/12 von Februar/März 1917. S. 245.)

7. Dezember (Donnerstag) • »Der sechste Autorenabend der ›Neuen Jugend‹ fand am 7. Dezember in Mannheim in der ›Kunsthalle‹ statt. Es lasen Theodor Däubler, Else Lasker-Schüler und George Grosz; für Wieland Herzfelde las Theodor Däubler. | Wir danken Herrn S. Falk, Mannheim, herzlichst für das Zustandekommen dieses Abends.« (Neue Jugend. Monatsschrift [Berlin]. Jg. 1, H. 11/12 von Februar/März 1917. S. 245.)

1917

20. März (Dienstag) • In der »Berliner Secession« findet eine Gedenkfeier für Hans Ehrenbaum-Degele (1889–1915) statt, veranstaltet auf Einladung Else Lasker-Schülers: »In die Sezession lud Else Lasker-Schüler zu einer Gedenkfeier für den gefallenen Dichter Hans Ehrenbaum-Degele. Sie widmete ihm die Wärme einer liebevollen Rede und las einige ihrer Liebeslieder, die der tote Freund besonders gepriesen hat.« (Berliner Tageblatt. Jg. 46, Nr. 148 [Morgen-Ausgabe] vom 22. März 1917.)

18. Mai (Freitag) • Lesung im Berliner Architektenhaus.

Anfang Juli • Paul Lasker-Schüler reist von Berlin nach Kreuzlingen am Bodensee und hält sich vorübergehend im Sanatorium Bellevue des Schweizer Psychiaters Ludwig Binswanger (1881–1966) auf.

Ende Juli • »Die gesammelten Gedichte« erscheinen in Leipzig im »Verlag der Weißen Bücher«.

Mitte August – Anfang Oktober • Aufenthalt in Köln.

24. August (Freitag) • Paul Lasker-Schüler wird – am Tag seines achtzehnten Geburtstags – in das von Hans Huber geleitete Sanatorium Kilchberg aufgenommen. Er bleibt dort bis Anfang November und hält sich anschließend zunächst in Zürich, dann in Locarno auf.

22. September (Samstag) • Lesung in Köln »in einem Sälchen des Hotels Großer Kurfürst« ([Anonym:] Else Lasker-Schüler. In: Kölnische Zeitung. Nr. 915 [Abend-Ausgabe] vom 24. September 1917).

Mitte Oktober • Anmeldung bei der Fremdenpolizei in Zürich. Else Lasker-Schüler legt einen am 9. Oktober in Köln ausgestellten Pass vor.

6. Dezember (Donnerstag) • Else Lasker-Schülers erste Schwester Martha Theresia Wormser stirbt in Chicago.

19. Dezember (Mittwoch) • Lesung in Zürich: Else Lasker-Schüler »las Mittwoch abend im Schwurgerichtssaal Gedichte, wie es nur eine schöpferische Frau vermag. […] Man war ergriffen, wie diese seltsame Frau die Harfe Davids an sich riß, wie diese Stimme in einer Höhe anhob, die uns zuerst mißfiel, bis sie uns aus der Nüchternheit zu sich emporriß; eine Stimme, die alles sein kann: eine Scherbe, wenn es den Jammer der Stiefmutter Erde zu bestöhnen galt; Posaune von Jericho, wenn sie die Propheten aus den Jahrtausenden heraufbeschwor. […] Wer sie sah, mit den schwarzen Strähnen und dem lodernden Blick aus dem Alten Testament, begriff daß das Judäerblut sie in Wallung brachte, als sie die Herrlichkeit ihrer ›Hebräischen Balladen‹ mit ganzer Hingabe erlebte.« (E[duard] K[orrodi]: Else Lasker-Schüler als Vorleserin. In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 138, Nr. 2399 [Zweites Mittagblatt] vom 21. Dezember 1917.)

1918

Erste Februarhälfte • Else Lasker-Schüler hält sich für einige Tage in Davos auf. Sie schreibt am 12. Februar aus Zürich an Max Gubler (1898–1973): »Hirte, ich bin aus Davos wieder zurück.« (KA, Bd. 7. S. 150.)

Ende Februar • Else Lasker-Schüler erhält eine Ehrengabe der Berliner Gesellschaft »Das junge Deutschland«.

15. März (Freitag) • Lesung in Zürich: »Sind Dichter wirklich die schlechtesten Interpreten ihrer eigenen Werke? Else Lasker-Schüler gab für sich Freitag abend zum zweitenmal die energisch verneinende Antwort. Sie öffnete den Mund, und ihre Dichtung begann zu leben. […] Die Welt, die sie im nüchternen Schwurgerichtssaal erstehen ließ, war aus diesem Herzen herausgeholt: bunt und farbig spielend, mit viel Gold und Silber und rotem Blut darin. […] Mit ihrer hohen und hellen Stimme beschwor sie Abraham aus seiner urfernen Zeit; Jonathan und David, Saul, Esther erweckte sie aus dem Moder ihrer Gräber zur dichterisch potenzierten Reinkarnation.« (Btr.: Vorlesung Else Lasker-Schüler. In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 139, Nr. 372 [Erstes Morgenblatt] vom 18. März 1918 [»Kleine Chronik«].)

20. März (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler meldet sich in Zürich ab und reist zu ihrem Sohn Paul nach Locarno. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 265–269.

28. April (Sonntag) • Zusammen mit Paul kehrt Else Lasker-Schüler von Locarno nach Zürich zurück. Sie schreibt am 30. April an Max Gubler: »Wir sind seit Sonntag abend wieder in Zürich.« (KA, Bd. 7. S. 155.)

16. Mai (Donnerstag) • Abmeldung bei der Fremdenpolizei in Zürich. Else Lasker-Schüler reist nach Berlin.

12. Juni (Mittwoch) • Anmeldung in Zürich.

17. Juli (Mittwoch) • Abmeldung in Zürich.

Ende des Jahres • Else Lasker-Schüler zieht in das Hotel »Koschel« im Ortsteil Schöneberg, Motzstraße 78 (heutige Hausnummer: 7). Sie wohnt dort bis zu ihrer Emigration 1933. – An dem Mitte der zwanziger Jahre in »Der Sachsenhof« umbenannten Hotel wurde 1971 eine Gedenktafel angebracht und 2002 erneuert.

1919

17. Januar (Freitag) • Anmeldung in Zürich.

23. Februar (Sonntag) • Lesung in Zürich: »Else Lasker-Schüler liest Sonntagabend 8 Uhr im Schwurgerichtssaal aus eigenen Dichtungen vor. Ihren Ruf als eigenartige und eindrucksvolle Interpretin ihrer ganz einsam stehenden, stolzen Dichtungen wird auch diese neue Vorlesung rechtfertigen, die diesmal nicht nur Ernstes, sondern auch Heiteres auf dem Programm verspricht.« (Neue Zürcher Zeitung. Jg. 140, Nr. 275 [II. Sonntagausgabe] vom 23. Februar 1919, Blatt 5 [»Lokales«].)

10. April (Donnerstag) • Abmeldung in Zürich.

27. April (Sonntag) • Uraufführung von Else Lasker-Schülers Schauspiel »Die Wupper« im von Max Reinhardt geleiteten Deutschen Theater in Berlin: Insgesamt fanden sechs Aufführungen statt, die letzte am 6. September 1919. Das Stück wurde als Teil der Reihe »Das junge Deutschland« gespielt.

11. Mai (Sonntag) • Lesung bei einer Matinee der Gesellschaft »Das junge Deutschland« in den Kammerspielen des Deutschen Theaters: »Else Lasker-Schüler wird am Sonntag, 11. Mai, mittags 12 Uhr, in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Veröffentlichtes und Unveröffentlichtes aus eigenen Werken zur Vorlesung bringen. Die Vorlesung ist als eine Sonderveranstaltung der Gesellschaft Das junge Deutschland gedacht, der Gesamterlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten wird ohne jeden Abzug der Dichterin in Form einer Ehrengabe überreicht werden.« (Berliner Tageblatt. Jg. 48, Nr. 200 [Montags-Ausgabe] vom 5. Mai 1919.)

Mitte Juni • Else Lasker-Schüler erhält eine Ehrengabe der Kölner Johannes-Fastenrath-Stiftung.

11. Juli (Freitag) • Anmeldung in Zürich.

12. August (Dienstag) • Abmeldung in Zürich. Else Lasker-Schüler reist nach Locarno. Am 20. August schreibt sie von dort an Karl Kraus (KA, Bd. 7, Nr. 309).

2. November (Sonntag) • Lesung in Leipzig: »Die Vereinigung für Neue Kunst veranstaltet heute Sonntag 7 ½ Uhr im Saale der Alten Handelsbörse ihren ersten Vortragsabend. Else Lasker-Schüler wird aus eigenen Dichtungen lesen.« (Leipziger Tageblatt und Handels-Zeitung. Jg. 113, Nr. 527 [Sonntags-Ausgabe] vom 2. November 1919, 3. Beilage. S. 13 [»Kunstkalender«].)

23. November (Sonntag) • Lesung bei einer Matinee der Leipziger Kammerspiele: »Else Lasker-Schüler teilt mit, daß sie ihrer Vortragsfolge am Sonntag, den 23. d. M., 11 ½ Uhr vorm., eine neue Auswahl aus den ›Hebräischen Balladen‹, den ›Amokläufer‹, unveröffentlichte Gedichte, ferner den ›Fakir‹ u. a. zugrunde legt.« (Leipziger Tageblatt und Handels-Zeitung. Jg. 113, Nr. 562 [Sonntags-Ausgabe] vom 23. November 1919, 2. Beilage [»Kunst und Wissenschaft«].)

25. November (Dienstag) • Lesung in Dresden: »Die Dresdner Sezession, Gruppe 1919, veranstaltet am Dienstag den 25. November einen Vortragsabend, an dem Frau Else Lasker-Schüler aus eigenen Dichtungen spricht.« (Dresdner Neueste Nachrichten. Jg. 27, Nr. 315 vom 19. November 1919. S. 3.)

Dezember • Ausstellung von Zeichnungen Else Lasker-Schülers bei Paul Cassirer (1871–1926) in Berlin. Am 16. Dezember erscheint im »Berliner Tageblatt« (Jg. 48, Nr. 601 [Abend-Ausgabe] [»Aus der Kunstwelt«]) folgende Ankündigung: »Paul Cassirer veranstaltet in seinen Ausstellungsräumen, Viktoriastraße 35, eine Ausstellung der in seinem Verlag erschienenen Bücher und Graphik, insbesondere seiner wesentlichen Neuerscheinungen. Gleichzeitig werden Bilder und Zeichnungen von Else Lasker-Schüler gezeigt.«

21. Dezember (Sonntag) • Lesung im Berliner Theater »Die Tribüne«: »Else Lasker-Schüler liest am nächsten Sonntag, vormittags 11 ½ Uhr, in der ›Tribüne‹ aus eigenen Dichtungen.« (Vorwärts [Berlin]. Jg. 36, Nr. 647 [Morgen-Ausgabe] vom 19. Dezember 1919.)

1920

25. Januar (Sonntag) • Lesung in Berlin im »Brüdervereinshaus«: »Else Lasker-Schüler liest am 25. Januar, 12 Uhr mittags, im ›Brüdervereinshaus‹, Kurfürstenstr. 115, aus eigenen Werken für den Palästina-Aufbaufonds.« (Vorwärts [Berlin]. Jg. 37, Nr. 39 [Morgen-Ausgabe] vom 22. Januar 1920.)

März • Ausstellung von Zeichnungen Else Lasker-Schülers in der Münchner Galerie Thannhauser.

5. März (Freitag) • Auf Einladung des Kurt Wolff Verlags liest Else Lasker-Schüler in München im Saal des Georg-Hirth-Hauses. Anlass dürfte das Erscheinen der Neuausgabe der »Gesammelten Gedichte« gewesen sein, die 1920 bei Kurt Wolff in München herauskam.

14. April (Mittwoch) • In Weimar findet der »I. Bauhaus-Abend« mit einer Lesung Else Lasker-Schülers statt. – Einladung (Grafik von Friedl Dicker): Klassik Stiftung Weimar.

16. April (Freitag) • Else Lasker-Schüler besucht den Erfurter Kunstsammler Alfred Hess (1879–1931). Sie notiert im Gästebuch: »Jussuf Prinz von Theben | wird bald wiederkommen so schön war es« (Dank in Farben. Aus dem Gästebuch Alfred und Thekla Hess. Nachwort von Hans Hess. München [1957]. S. 18 [als Faksimile]).

Anfang Mai • Die Berliner Nationalgalerie erhält insgesamt 104 Zeichnungen Else Lasker-Schülers, überwiegend Illustrationen zu ihren Prosaschriften, von Freunden der Dichterin geschenkt. Zu den Stiftern gehört unter anderem ihr Berliner Verleger Paul Cassirer.

Gegen Ende Juni • Else Lasker-Schüler reist von Berlin nach München. – Mit dem Datum »Montag, – Samstag, 26.« notiert Bertolt Brecht (1898–1956) im Tagebuch: »Ende der Woche höre ich die Else Lasker-Schüler lesen, gute und schlechte Gedichte, übersteigert und ungesund, aber im einzelnen wunderschön. Die Frau ist alt und abgelebt, schlaff und unsympathisch.« (Bertolt Brecht: Journale 1. 1913–1941. Bearbeitet von Marianne Conrad und Werner Hecht unter Mitarbeit von Herta Ramthun [Werke. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Hg. von Werner Hecht, Jan Knopf, Werner Mittenzwei, Klaus-Detlef Müller. Bd. 26]. Berlin und Weimar 1994. S. 122.) Else Lasker-Schüler hatte »im Steinickesaal aus eigenen Dichtungen« gelesen: »Was man an Lasker-Schüler vor allem begrüßt, ist neben einer seltsamen Verbindung von lyrischer Grundstimmung mit kühl formendem Kunstverstand vor allem eine bei Frauen seltene Freiheit von jeglicher Sentimentalität, von jedem Ressentiment, eine Fähigkeit, die auch ihren Vortrag charakterisiert und schließlich auch mit ihm – aussöhnt.« (sp.: Autorenabend. In: Münchner Neueste Nachrichten. Jg. 73, Nr. 267 [Einzige Ausgabe] vom 3./4. Juli 1920. S. 2.)

8. Juli (Donnerstag) • Else Lasker-Schüler liest erneut im »Kunstsaal Steinicke«. Ankündigung: Münchner Neueste Nachrichten. Jg. 73, Nr. 269 (Morgen-Ausgabe) vom 6. Juli 1920. S. 2.

Mitte September • Else Lasker-Schüler reist von München für einige Tage nach Konstanz.

10. Oktober (Sonntag) • Lesung im Münchner Schauspielhaus. Ankündigung: Münchner Neueste Nachrichten. Jg. 73, Nr. 412 (Morgen-Ausgabe) vom 5. Oktober 1920. S. 2.

Mitte Oktober • Else Lasker-Schüler kehrt von München nach Berlin zurück.

23. Oktober (Samstag) • Elisabeth Bergner (1897–1986) schreibt aus München an Albert Ehrenstein (1886–1950): »Die Lasker sah und sprach ich einmal ganz flüchtig. Sie war sehr verwirrt und gefiel mir gar nicht. Was ich ihr von dir ausrichtete, hörte sie gar nicht. Von der Krausaffäre scheint sie auch nicht den leisesten Schimmer zu haben. Ich sprach auch nicht davon. Ansonsten ist sie glaube ich nach Magdeburg gereist zu einer Vorlesung. Ob sie hierher zurückkommt, weiß ich gar nicht. Paul soll hier sein, aber ich sah ihn noch nicht. | Es dürfte das beste sein, wenn du dich an Cassirer wendest, wenn du etwas von ihr willst, sie scheint mir unzurechnungsfähiger und verworrener denn je.« (Klaus Völker: Elisabeth Bergner. Das Leben einer Schauspielerin. Ganz und doch immer unvollendet. Berlin: Edition Hentrich, 1990. S. 103.)

5. November (Freitag) • Besuch des Staatlichen Schauspielhauses in Berlin: Premiere der Inszenierung von William Shakespeares Historiendrama »König Richard III.«. Leopold Jessner (1878–1945) führte Regie, Fritz Kortner (1892–1970) spielte die Hauptrolle. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 379 und 380.

Ende November • Eine geplante Reise nach Prag (Lesung am 25. November) und Wien (Lesung am 28. November) muss verschoben werden. Am 27. November meldet das »Neue Wiener Journal« (Jg. 28, Nr. 9720. S. 7 [»Theater und Kunst«]): »In den Kammerspielen kann die für morgen angekündigte Vorlesung der Dichterin Else Lasker-Schüler nicht stattfinden, weil dieser wegen Paßschwierigkeiten die Reise nach Wien unmöglich geworden ist.«

1921

11. Januar (Dienstag) • Lesung im Wiener Volkshaus in der Stöbergasse: Else Lasker-Schüler »leitete den Vortrag mit einigen ihrer wunderbar melodischen Gedichte ein und brachte im Laufe des Abends auch jenes über Senna Hoy, den jungen Revolutionär der Vorkriegszeit, dem das zaristische Rußland ein grausames Ende bereitet hat. Else Lasker-Schüler, die Altmeisterin moderner Lyrik, hatte im Volksbildungshause begeisterten Enthusiasmus geweckt, – ein Zeichen, daß auch die Arbeiterjugend imstande ist wahre große Dichtung, auch wenn sie modern ist, mitzufühlen. ›Der Wunderrabbi von Barcelona‹ ein letztes ungedrucktes Manuskript, Prosa von herrlicher kompositorischer Architektonik, beschloß die Vorlesung.« (Karl F. Kocmata: Else Lasker-Schüler. In: Ver! [Wien]. H. 33 vom Februar 1921. S. 24.)

13. Januar (Donnerstag) • Lesung im Prager Mozarteum: »Vorlesung Else Lasker-Schüler. Donnerstag den 13. Jänner liest die berühmte Dichterin und Vorkämpferin des Zionismus über Einladung der Kultursektion des ›Hagibor‹ im Mozarteum aus eigenen Werken, u. a. die ›Hebräischen Balladen‹, mit deren Vortrag sie überall eine ergreifende Wirkung ausübte.« (Prager Tagblatt. Jg. 46, Nr. 6 vom 8. Januar 1921. S. 6 [»Bühne und Kunst«].)

16. Januar (Sonntag) • Eugen Hoeflich (1891–1965) notiert im Tagebuch zur Lesung Else Lasker-Schülers im Wiener Volkshaus: »Dienstag Vorlesung Else Lasker Schüler: Mit einem gewissen Misstrauen ging ich hin. Sah eine knabenhafte Frau, die mit schriller Stimme Gedichte rezitierte. Sie erinnerte etwas an die Knaben, die vom Turm der Dschamîel umawi in Damaskus herunterschrieen. Miteinem erklärte sie, nicht weiter lesen zu wollen, es lachten Leute im Publikum und zwei täten sie mit Spiegeln blenden. Äusserst peinliche Unterhandlungen zwischen ihr und dem Publikum: ein beispielhafter Verfolgungswahnanfall, und wäre es auch nur einfache Sensationshascherei gewesen, wäre es ebenfalls einer Manie entsprungen. Ihre Gedichte sind mitunter von hervorragendem Wert, ihre Prosa mitunter schon zuviel könnerhaft, gewollt, manches nicht mehr rein unmittelbar erlebt, sondern aus gewolltem Erlebnis. Ich fand es darum gut, dass ihr Gefolge aus dekadenten, abstossenden Literatenjüngerln mir den Zutritt zu ihr verlegte.« (Eugen Hoeflich [Moshe Ya’akov Ben-Gavriêl]: Tagebücher 1915 bis 1927. Hg. und kommentiert von Armin A. Wallas. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag, 1999. S. 114.)

6. Februar (Sonntag) • Lesung in den Kammerspielen des Deutschen Theaters in Berlin: »Else Lasker-Schüler liest heute mittag 11 ½ Uhr in den Kammerspielen zum erstenmal den ›Wunderrabbi von Barcelona‹ aus dem Manuskript.« (Berliner Tageblatt. Jg. 50, Nr. 61 [Morgen-Ausgabe] vom 6. Februar 1921 [»Kleine Mitteilungen«].)

6. März (Sonntag) • Erneute Lesung in den Kammerspielen des Deutschen Theaters. Else Lasker-Schüler trägt Gedichte und den »Wunderrabbiner von Barcelona« vor: »Von ungewöhnlicher Wucht und innerer Spannkraft ist ihr letztes Werk ›Der Wunderrabbiner von Barcelona‹. Die Geschichte eines Heiligen, der seinen Gott nicht mehr begreift und im maßlosen Zorn über ihn sich selbst und das Geschick seines Volkes vernichtet. Das mit feinen Sinnen aufgefangene historische Kolorit, das die Novelle zu einem charakteristischen Zeitbild gestaltet, die poesievolle Phantastik, die ihre Begebenheiten umspinnt, bereichern den Stoff um manche wertvolle Einzelheit und der kunstvolle Aufbau, der am Schluß mit jähem Schwung zur letzten Steigerung ausholt, läßt die Erzählung auch technisch als eine Meisterleistung erscheinen.« (Gi.: Vorlesung Else Lasker-Schüler. In: Berliner Börsen-Courier. Jg. 53, Nr. 111 [Morgen-Ausgabe] vom 8. März 1921, 1. Beilage. S. 5.)

10. März (Donnerstag) • Else Lasker-Schüler liest auf Einladung der Volksbühne in der Aula des Gymnasiums »Zum grauen Kloster«. Ankündigung: Berliner Börsen-Courier. Jg. 53, Nr. 113 (Morgen-Ausgabe) vom 9. März 1921, 1. Beilage. S. 6.

26. April (Dienstag) • Lesung in München: »Heute: […] 7 ½ Uhr in Schmids Musiksaal Vorlesung von Else Lasker-Schüler aus eigenen Werken; Karten in der Ewer-Buchhandlung« (Münchner Neueste Nachrichten. Jg. 74, Nr. 175 [Morgen-Ausgabe] vom 26. April 1921. S. 2 [»Konzerte und Vorträge«]).

Kurz vor dem 15. Juli • Besuch bei Albert Einstein (1879–1955). Else Lasker-Schüler überreicht ein Exemplar des »Wunderrabbiners von Barcelona«. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 424 und 425.

15. Juli (Freitag) • Else Lasker-Schüler reist nach Mannheim, wo ihr Sohn auf der Straße niedergestochen wurde. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 425 und 426.

Zweite Augusthälfte • Aufenthalt in Kolberg. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 429–431.

30. September (Freitag) • Lesung im Berliner Meistersaal, Köthener Straße 38, in der Nähe des Potsdamer Platzes gelegen: »Heute abend liest im Meistersaal Else Lasker-Schüler den Wunderrabbiner von Barcelona. Karl Hannemann (Deutsches Theater) und Aribert Wäscher (Deutsches Theater) lesen Dichtungen von Georg Trakl und Gottfried Benn.« (Berliner Tageblatt. Jg. 50, Nr. 460 [Morgen-Ausgabe] vom 30. September 1921 [»Kleine Mitteilungen«].)

4. November (Freitag) • Lesung in Hannover (im Saal des »Hansa-Hauses«) beim »Ersten Autorenabend« der Kestner Gesellschaft im Winter 1921/2. Ankündigung: Hannoverscher Kurier. Jg. 73, Nr. 518 (Morgen-Ausgabe) vom 4. November 1921, Beilage.

6. November (Sonntag) • Lesung im Düsseldorfer Schauspielhaus bei einer »Morgenfeier des Immermannbundes«. Ankündigung: Volkszeitung (Düsseldorf). Jg. 32, Nr. 260 vom 5. November 1921, Beilage.

8. November (Dienstag) • Lesung bei der »Gesellschaft der Künste« in Köln: »Am Dienstag, den 8. Nov., abends 8 Uhr, im kleinen Festsaal der Bürgergesellschaft liest Else Lasker-Schüler aus eigenen Dichtungen« (Rheinische Volkswacht [Köln]. Jg. 35, Nr. 442 [Abend-Ausgabe] vom 5. November 1921. S. 2 [»Kunst und Leben«]).

9. oder 10. November (Mittwoch oder Donnerstag) • Im Anschluss an ihre Lesung in Köln fährt Else Lasker-Schüler nach Elberfeld und besucht dort Carl Krall (1893–1938) und Klaus Gebhard (1896–1976). Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 441–444.

15./16. November (Dienstag/Mittwoch) • Else Lasker-Schüler reist von Elberfeld zurück nach Berlin. Sie schreibt am 15. November an Carl Krall und Klaus Gebhard: »Heute aber am Abend oder morgen früh reise ich fort nach Berlin.« (KA, Bd. 7. S. 228.)

1922

22. Januar (Sonntag) • Lesung bei einer Matinee der Hamburger Kammerspiele.

Juli – August • Aufenthalt in Kolberg. Am 6. September schreibt Else Lasker-Schüler an Max Gubler: »Ich war am Meer. Auch den Wald sah ich acht Wochen, Wiesen mit Schafegarben.« (KA, Bd. 7. S. 246.)

14. Oktober (Samstag) • Aufenthalt in Elberfeld. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 482.

Kurz vor dem 22. Oktober • Zur Eröffnung der Wintervorträge liest Else Lasker-Schüler bei der »Gesellschaft der Künste« in Köln. Besprechung: D[etmar] H[einrich] Sarnetzki: Else Lasker-Schüler. In: Kölnische Zeitung. Nr. 739 (Sonntags-Ausgabe) vom 22. Oktober 1922, Erstes Blatt (»Öffentliche Vorträge«).

12. November (Sonntag) • Else Lasker-Schüler trägt in der Berliner Ewer-Buchhandlung ihre »Hebräischen Balladen« und den »Wunderrabbiner von Barcelona« vor.

29. November (Mittwoch) • Lesung in der Prager Produktenbörse: »Else Lasker-Schüler wird, scheint es, immer noch bloß wegen der Sensation aufgesucht, die ihre Erscheinung und ihr äußeres Leben – aufgeputzt durch die Zutaten von Kaffeehausklatsch und übereifriger Jüngerschaft – den literarisch Angekränkelten bereitet. Als sie vorgestern vor halbleerem Saal der Produktenbörse ihre prachtvollen, üppigen Verse las, ihre genial subjektiven Umrißzeichnungen bekannter Dichter und Künstler, wie Werfel, Egon Adler und Leppin hinwarf und ihre zugleich ganz außerirdische und typisch spanisch-jüdische Ghettogeschichte vom ›Rabbi von Barzelona‹ unheimlich und hinreißend vor ihren Hörern gestaltete, da folgte eisiges Schweigen ihren Darbietungen und nur am Schluß gab es übliche, nicht aus echter Begeisterung kommende Dankesklatschen der Konventionellen. Else Lasker-Schüler ist eine zu ungewöhnliche und zu artistische Erscheinung in der Literatur, um in Prag in Mode zu kommen. Diejenigen, die sie schon kannten und bereits liebten, nahmen aber auch diesmal das mit aller Kunst eines Berufsvorlesers Gebotene mit empfänglichen Herzen auf.« (s. st.: Else Lasker-Schüler. In: Deutsche Zeitung Bohemia [Prag]. Jg. 95, Nr. 282 vom 1. Dezember 1922. S. 6 [»Bühne und Kunst«].)

1923

14. Januar (Sonntag) • Else Lasker-Schüler ist in Görlitz Gast des literarischen Zirkels »Die Lebenden«, den Ludwig Kunz (1900–1976) Anfang des Jahres gegründet hatte. Sie trägt ins Gästebuch ein: »Meine Stadt grüßt Ludwig Kunz in dem schönen Görlitz | Jussuf Prinz von Theben | 14. Jan. 23.« (Faksimile des Eintrags in: Die Lebenden. Flugblätter. Hg. von Ludwig Kunz. 1923–1931. [Fotomechanischer Nachdruck.] Hilversum und Zürich 1966. S. 89.)

27. Januar (Samstag) • Lesung in Oldenburg: »Else Lasker-Schüler-Abend der Vereinigung für junge Kunst. Sonnabend, den 27. Januar, liest Else Lasker-Schüler im Zivilkasino eigene Dichtungen. Ein nicht alltägliches Ereignis! […] Wenn Dichter schlechte Vorleser sind, so gilt dies nicht für Frau Lasker-Schüler. Niemand, der sie je gehört hat, wird sich dem eigentümlichen Zauber ihres Vortrags entzogen haben. Wie eine Märchenerzählerin spinnt sie die Zuhörer in ihre Netze.« (Nachrichten für Stadt und Land [Oldenburg]. Jg. 57, Nr. 15 vom 16. Januar 1923.)

15. Februar (Donnerstag) • Lesung im Blüthner-Saal, Lützowstraße 76, bei einem »Jüdischen Kunst- und Autoren-Abend« der »Berliner Zionistischen Vereinigung«: Gedichte und »Der Wunderrabbiner von Barcelona«. Ankündigung: Berliner Tageblatt. Jg. 52, Nr. 71 (Morgen-Ausgabe) vom 11. Februar 1923 (»Vortragsabende«).

Juli – Anfang September • Aufenthalt in Kolberg. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 517–530.

2. Oktober (Dienstag) • Gemeinsam mit Carl Krall Besuch des Staatlichen Schaupielhauses in Berlin. Gespielt wird Leopold Jessners Inszenierung von Hermann Essigs (1878–1918) Tragödie »Überteufel«. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 537 (Datum korrigiert nach den Theateranzeigen in der »Vossischen Zeitung«).

25. November (Sonntag) • Else Lasker-Schüler liest in Berthold Viertels (1885–1953) Theater »Die Tribüne« zum ersten Mal aus dem Manuskript von »Ich räume auf!«

2. und 3. Dezember (Sonntag und Montag) • Lesungen in Basel: Else Lasker-Schüler »besucht in den nächsten Tagen auch unsere Stadt, wo sie am 2. und 3. Dezember öffentlich vorliest und außerdem wahrscheinlich noch in privaten literarischen Kreisen vorträgt« (Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz [Zürich]. Jg. 23, Nr. 48 vom 30. November 1923. S. 6). Am 2. Dezember, »am ersten Chanuka-Abend«, trug sie bei der Basler Loge vor: Es sei »ein in jeder Hinsicht genußreicher Abend« gewesen, heißt es im »Israelitischen Wochenblatt« vom 14. Dezember 1923 (Jg. 23, Nr. 50. S. 7).

9. Dezember (Sonntag) • Lesung im Saal der Zürcher Augustin-Keller-Loge in der Urania, Uraniastrasse 9: »Der Dichterin, die zu hören ein Erlebnis bedeutet – das Erlebnis des Werkes und des fascinierenden Vortrags – ist zu wünschen, daß nicht nur das literarisch interessierte Zürich sich an diesem Abend einfinden möge.« ([Anonym:] Vortrag Else Lasker-Schüler. In: Züricher Post und Handelszeitung. Jg. 45, Nr. 289 vom 8. Dezember 1923, 2. Blatt.)

1924

20. Januar (Sonntag) • »Else Lasker-Schüler liest am Sonntag, 11 ½ Uhr vormittags, im Theater ›Die Tribüne‹ ihre Broschüre ›Ich räume auf‹ vor.« (Vossische Zeitung [Berlin]. Nr. 29 [Abend-Ausgabe] vom 17. Januar 1924 [»Vortragsabende«].)

22. Januar (Dienstag) • Else Lasker-Schüler liest zur Eröffnung einer Vortragsreihe in der Berliner »Humboldt-Hochschule«: »Dichterabende veranstaltet die Humboldt-Hochschule Dienstag abends 8 Uhr Dorotheenstraße 12. Aus ihren Werken tragen vor: Else Lasker-Schüler, Dr. Alfred Döblin, M. Hermann (Neiße), K. W. Goldschmidt.« (Berliner Tageblatt. Jg. 53, Nr. 33 [Abend-Ausgabe] vom 19. Januar 1924.)

8. Februar (Freitag) • »Die Dichterin Else Lasker-Schüler wird, vor Antritt ihrer Tournee durch die Schweiz, Holland und England, Freitag den 8. d. M., 7 Uhr abends, im Neuen Saal der Burg aus eigenen Werken lesen.« (Neues Wiener Journal. Jg. 32, Nr. 10852 vom 5. Februar 1924. S. 12 [»Konzertnachrichten«].)

25. Februar (Montag) • Eugen Hoeflich notiert im Tagebuch: »Ein anderes, weniger freudvolles Erlebnis war eine Zusammenkunft mit der Else Lasker-Schüler. So gross sie als Künstlerin ist, so jammervoll, bemitleidenswert als Mensch. Eine Ruine, ein zerbrochener kranker alter Mensch, ein Nervenbündel, das zuckt, weiter nichts.« (Eugen Hoeflich [Moshe Ya’akov Ben-Gavriêl]: Tagebücher 1915 bis 1927. Hg. und kommentiert von Armin A. Wallas. Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verlag, 1999. S. 204.)

28. Februar (Donnerstag) • Eine für diesen Tag geplante Lesung bei der »Deutschen Gesellschaft für Literatur und Kunst« in Aachen fällt aus: »Der Vortrag von Frau Else Lasker-Schüler aus eigenen Dichtungen muß wegen Erkrankung der Dichterin in Wien verschoben werden.« (Aachener Anzeiger. Jg. 46, Nr. 126 [Mittag-Ausgabe] vom 28. Februar 1924 [»Hinweise«].)

31. März (Montag) • Lesung in Duisburg: »Im Verein für Literatur und Kunst (Ortsgruppe der Goethe-Gesellschaft) liest heute abend Else Lasker-Schüler aus eigenen Werken vor. […] In den Anthologien, die der sogenannte Expressionismus für seine Anhänger geschaffen hat, ist Else Lasker-Schüler ein ständig wiederkehrender Name. Es dürfte deshalb besonders interessant sein, die Dichterin aus ihren Werken persönlich vorlesen zu hören. Die Veranstaltung, die in der Aula des Lyzeums an der Landgerichtsstraße stattfindet, beginnt um 8 ¼ Uhr.« (Rhein- und Ruhrzeitung [Duisburg]. Nr. 141 [Mittag-Ausgabe] vom 31. März 1924. S. 4.)

9. Juli (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler reist von Berlin nach Kolberg. Sie schreibt an diesem Tag an den Berliner Buchhändler Reinhold Stahl, einen Jugendfreund ihres Sohnes Paul: »[…] ich grüße Sie herzlich aus dem Coupé.« (KA, Bd. 11, S. 426.) Der Aufenthalt in Kolberg dauert bis Anfang August. Am 31. Juli kündigt sie ebenfalls in einem Brief an Reinhold Stahl an: »Ich bin 5. Berlin.« (KA, Bd. 11, S. 429.)

4. September (Donnerstag) • Else Lasker-Schüler reist von München aus nach Venedig. In München dürfte sie sich nur kurz – auf der Durchreise von Berlin – aufgehalten haben. Aus Berlin hatte sie zuletzt am 28. August an Reinhold Stahl geschrieben. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. *108–*110.

8. September (Montag) • Else Lasker-Schüler reist von Venedig zunächst nach Locarno. Dort Begegnung mit der Malerin Marianne Werefkin (1860–1938). Am 22. September ist Else Lasker-Schüler zurück in Berlin. Quelle: KA, Bd. 7, Nr. 609–612 und Bd. 11, Nr. *111.

1925

27. Februar (Freitag) • Lesung im Berliner Meistersaal, Köthener Straße 38, in der Nähe des Potsdamer Platzes gelegen.

Kurz vor dem 6. März • Else Lasker-Schüler und Hedwig Wangel (1875–1961) lesen im Berliner Harmonium-Saal, Steglitzer Straße 35: Else Lasker-Schüler eigene Gedichte, Hedwig Wangel aus biblischen Texten. Besprechung: E m o.: Hedwig Wangels Rückkehr. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 110 (Morgen-Ausgabe) vom 6. März 1925, [Beilage:] Das Unterhaltungsblatt Nr. 110.

22. März (Sonntag) • »Else Lasker-Schüler trägt 22. März im Harmonium-Saal Gedrucktes und Ungedrucktes aus eigenen Werken vor.« (B. Z. am Mittag [Berliner Zeitung]. Jg. 48, Nr. 77 vom 19. März 1925 [»Kleine Chronik«].)

24. März (Dienstag) • Lesung in Dresden: »Else Lasker-Schüler wird auf Einladung der Neuen Kunst-Fides nächsten Dienstag, 8 Uhr, in der Zinzendorfstraße 2a: eigene Dichtungen sprechen.« (Dresdner Neueste Nachrichten. Jg. 33, Nr. 67 vom 20. März 1925. S. 4 [»Kleines Feuilleton«].)

23. Mai (Samstag) • Eine für den 23. Mai geplante Lesung in Amsterdam wird wegen einer Erkrankung Else Lasker-Schülers zunächst auf den 6. Juni, dann auf unbestimmte Zeit verschoben.

August • Else Lasker-Schüler verbringt den Monat in Locarno und reist von dort nach Zürich.

29. September (Dienstag) • Lesung im Zürcher Schwurgerichtssaal: Else Lasker-Schüler »las ihre Lyrik nicht durchweg mit jener frühern jugendlichen Wärme, aber man hat das Gefühl, daß gerade dadurch der Vortrag dieser Frau die tiefernste, fast sachlich-schmerzliche Färbung gewann, die ganz ihrer ergreifenden Lyrik entspricht. Wundervoll, wie sie die Hebräischen Balladen las, wie unter ihren Fingern die archaische Größe dieser männlich-glutvollen Gedichte zu rauschen begann. […] Hier ist es, wo unverfälschtes Altes Testament fesselndsten Ausdruck findet, wo man vergißt, daß das Gesicht über dem Katheder, ganz eingefaßt in die schwarze Strenge des Pagenhaares, einer Frau gehört.« (at.: Vorlesung Else Lasker-Schülers. In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 146, Nr. 1525 [Morgenausgabe] vom 1. Oktober 1925, Blatt 2 [»Kleine Chronik«].)

7. Oktober (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler kehrt am Abend von Locarno nach Zürich zurück. Sie hatte ihren Aufenthalt in Zürich für zwei Tage unterbrochen und war nach Locarno gereist, wo vom 5. bis zum 16. Oktober 1925 die »Verträge von Locarno« ausgehandelt wurden. Unmittelbar nach ihrer Ankunft in Zürich besucht sie im Bellevue-Kino die Schweizer Uraufführung von Charlie Chaplins (1889–1977) Filmkomödie »The Gold Rush«. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 73–75.

12. November (Donnerstag) • Else Lasker-Schüler lässt sich in Zürich wegen einer Sehnenscheidenentzündung am Arm operieren. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 85.

Ende November • Else Lasker-Schüler reist von Zürich über Karlsruhe nach München. In München besucht sie ihren Sohn Paul, der dort Zeichenunterricht bei dem Grafiker Fritz Helmuth Ehmcke (1878–1965) erhält.

9. Dezember (Mittwoch) • Rückkehr nach Berlin. Am 10. Dezember schreibt Else Lasker-Schüler an Dolf Rocks in Antwerpen: »Bin gestern wieder in Berlin angekommen nach 4 Mon.« (KA, Bd. 8. S. 48.)

1926

Mitte Februar – Ende April • An Lungentuberkulose erkrankt, liegt Paul Lasker-Schüler im »Großen Schwabinger Krankenhaus«.

26. Februar (Freitag) • Aus Anlass ihres vermeintlich 50. Geburtstags am 11. Februar findet in Berlin eine Feier zu Ehren Else Lasker-Schülers statt: »Im Kleinen Theater findet am 26. Februar ein Else-Lasker-Schüler-Abend statt, an dem die Dichterin aus ihren Werken lesen wird. Friedrich Hollaender wird Kompositionen zu Dichtungen Else Lasker-Schülers spielen, Aribert Waescher die ›Elberfelder Ballade‹ sprechen und Heinrich Fischer die einleitende Rede halten.« (Berliner Tageblatt. Jg. 55, Nr. 74 [Morgen-Ausgabe] vom 13. Februar 1926.)

Anfang März • Else Lasker-Schüler reist nach München, um ihrem erkrankten Sohn beizustehen.

7. März (Sonntag) • Lesung in den Münchner Kammerspielen. Ankündigung: Münchner Neueste Nachrichten. Jg. 79, Nr. 65 vom 6. März 1926. S. 2.

Ende April • Von München aus reist Paul Lasker-Schüler zur Kur in das Tessin. Er wird Patient der Lungenheilstätte »Deutsches Haus« in der damaligen Gemeinde Agra, unweit von Lugano gelegen. Das »Deutsche Haus« ist eine Zweigstelle der »Deutschen Heilstätte in Davos«. – Else Lasker-Schüler reist über Frankfurt zurück nach Berlin.

7. Mai (Freitag) • Lesung in Frankfurt. Besprechung: -den.: [Else Lasker-Schüler.] In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 70, Nr. 341 (Abendblatt) vom 8. Mai 1926. S. 2. Am 14. Mai schreibt Else Lasker-Schüler an Lazar Felix Pinkus (1881–1947) in Zürich: »Der Rabbiner in Frankfurt lud mich zum Freitag abend ein und wir sprachen wunderschön.« (KA, Bd. 8. S. 69.)

15. Mai (Samstag) • »Else Lasker-Schüler liest heute, 15. Mai, abends 9 Uhr, im Logenhaus, Kleiststraße 10 (Gartensaal) aus eigenen Werken.« (Berliner Tageblatt. Jg. 55, Nr. 226 [Morgen-Ausgabe] vom 15. Mai 1926 [»Berliner Vortragsabende«].)

21. Juni (Montag) • Else Lasker-Schüler reist von Berlin zunächst nach Zürich, von dort weiter nach Lugano. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 147 und Bd. 11, Nr. *135 (im Brief ist die Monatsangabe »Juli« für »Juni« verschrieben).

31. August (Dienstag) • Vertrag mit dem Staatlichen Schauspielhaus in Berlin über eine Inszenierung der »Wupper«. Dabei lässt Else Lasker-Schüler sich durch den Zürcher Rechtsanwalt Georg Steinmarder vertreten.

Oktober – November • Aufenthalt in Berlin.

24. Oktober (Sonntag) • Else Lasker-Schüler besucht ein Bankett zu Ehren der Habima, die im Theater am Nollendorfplatz gastiert. Quelle: Moses Waldmann: Habimah-Fest. In: Jüdische Rundschau (Berlin). Jg. 31, Nr. 84 vom 26. Oktober 1926. S. 598 f.

27. November (Samstag) • Else Lasker-Schüler sagt eine für den Abend geplante Lesung in Breslau ab. Im Bericht über den Festakt zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen des Keren Kajemet in Breslau am 27. und 28. November heißt es: »Auf mehrfache Anfragen teilen wir mit, daß zunächst nicht bekannt war, aus welchem Grunde die Dichterin Else Lasker-Schüler ihr Erscheinen am Festball des Keren Kajemeth abgesagt hatte. Nunmehr haben wir durch Freunde erfahren, daß sie durch schwere Erkrankung ihres Sohnes gezwungen war, mit diesem nach der Schweiz zu fahren. Die nachträgliche Rechtfertigung des Fernbleibens der Dichterin erfüllt uns wegen des Grundes mit aufrichtigem Bedauern.« ([Anonym:] Tage des Keren Kajemeth. In: Jüdische Zeitung für Ostdeutschland [Breslau]. Jg. 3, Nr. 49 vom 3. Dezember 1926 [»Aus den Gemeinden«].)

• Else Lasker-Schüler reist von Berlin zunächst nach München, von dort weiter nach Lugano. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 184.

30. Dezember (Donnerstag) • Paul Lasker-Schüler wird von Lugano nach Davos verlegt. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 191.

1927

1. Januar (Samstag) • Else Lasker-Schüler reist von Lugano nach Zürich. Sie bleibt dort bis Ende des Monats. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 194.

17. Januar (Montag) • Im »Buchladen am Kurfürstendamm« (Axel Juncker Verlag) wird eine »Bilderausstellung von Nicht-Berufsmalern« eröffnet, bei der unter anderem Else Lasker-Schüler, Arno Nadel (1878–1943), Joachim Ringelnatz (1883–1934) und Albert Steinrück (1872–1929) vertreten sind. Die Ausstellung wird bis zum 20. Februar gezeigt. Ankündigung: Vorwärts (Berlin). Jg. 44, Nr. 23 (Abendausgabe) vom 14. Januar 1927.

Februar – März • Aufenthalt in Davos. Else Lasker-Schüler unterbricht ihren Aufenthalt für die Lesung in Zürich am 27. Februar.

27. Februar (Sonntag) • Lesung im Zürcher Schwurgerichtssaal: »Es sind jetzt zehn Jahre her, seit diese größte Dichterin, die das deutsche Judentum kennt, zum erstenmal in Zürich ihre unter Sibyllen und Propheten heimischen Gedichte psalmodierte und durch den Schwung ihrer großherzigen Phantasie die Zuhörer mitriß. Ein vollgerütteltes Maß an Kümmernis und Schicksalsschlägen hat in diesem letzten Jahrzehnt diese tapfere Frau wohl zu prüfen, aber nicht zu beugen vermocht. Wir wissen nur, daß mit einer unvergleichlichen inneren Würde diese Dichterin in einem entsagenden Leben ihr Traumreich gestaltet und herrlich verschönert und sich im wirklichen Dasein kaum mehr selber als ein wirkliches Wesen verhaftet fühlt. In diesen zehn Jahren hat sich Else Lasker-Schüler in Zürich einen treuen Kreis gebildet, der ihren Vorlesungen immer gern folgte. Hoffen wir, daß am 27. Februar, Sonntagabend 8 Uhr im Schwurgerichtssaal zu der alten Gemeinde neue Literaturfreunde sich gesellen, die wissen, daß sie eine Stunde reiner Dichtung zu erwarten haben, wie sie uns nicht alle Tage erblüht.« (k. [d. i. Eduard Korrodi]: Else Lasker-Schüler. In: Neue Zürcher Zeitung. Jg. 148, Nr. 316 [Morgenausgabe] vom 26. Februar 1927, Blatt 1 [»Lokales«].)

26. März (Samstag) • Else Lasker-Schüler teilt Marcel Brion (1895–1984) mit, dass sie wieder in Zürich sei. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 219.

Mitte Mai • Rückkehr von Zürich nach Berlin. Paul Lasker-Schüler wird in einer Zürcher Privatklinik behandelt.

27. Juni (Montag) • Else Lasker-Schüler hält sich erneut in Zürich auf. Sie schreibt an Paul Goldscheider (1902–1982): »Ich bin wieder in Zürich unbestimmte Zeit.« (KA, Bd. 8. S. 140.)

11. Juli (Montag) • Else Lasker-Schüler reist von Zürich zurück nach Berlin. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 285.

15. Oktober (Samstag) • Premiere der Inszenierung von Else Lasker-Schülers Schauspiel »Die Wupper« im Staatlichen Schauspielhaus in Berlin.

14. Dezember (Mittwoch) • Else Lasker-Schülers Sohn Paul stirbt in Berlin.

18. Dezember (Sonntag) • Beisetzung von Paul Lasker-Schüler auf dem jüdischen Friedhof Weißensee (Feld E IV, Reihe 9; Grabnummer 74581).

1928

8. Januar (Sonntag) • Else Lasker-Schüler besucht im Theater am Nollendorfplatz eine Protestveranstaltung zugunsten Johannes R. Bechers (1891–1958), der wegen Hochverrats angeklagt ist. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 331.

3. März (Samstag) • Im Staatlichen Schauspielhaus in Berlin findet mittags eine Feier zum 50. Geburtstag Leopold Jessners statt: »Dann huschte eine kleine Gestalt im schwarzen Kleide mit einem Blumenstrauß an das Geburtstagskind heran: Else Lasker-Schüler, die Dichterin der ›Wupper‹.« ([Anonym:] Ehrung Leopold Jeßners. In: Vossische Zeitung [Berlin]. Nr. 108 [Abend-Ausgabe] vom 3. März 1928.)

Juli – August • Aufenthalt in Kolberg.

3. Oktober (Mittwoch) • Besuch eines Banketts zum 50. Geburtstag von Arno Nadel: »Männer und Frauen bedeutenden Namens (Else Lasker-Schüler, Intendant Jessner, Arthur Holitscher, Magnus Hirschfeld und viele andere) zierten die Tafel und feierten mit Freunden auf eine schlichte und erhabene Weise Arno Nadel und sein Werk.« (E. B. C.: Arno Nadels Ehrentag. In: Jüdische Rundschau [Berlin]. Jg. 33, Nr. 80/81 vom 12. Oktober 1928. S. 568.) Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 380.

Erste Novemberhälfte • Else Lasker-Schüler unternimmt eine – für sie enttäuschende – Reise nach Amsterdam und Paris. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 390–395.

27. November (Dienstag) • Lesung in Frankfurt im Freien Deutschen Hochstift: »Wenn sie in den Hebräischen Balladen von ihrem Volk spricht, ist sie eins mit ihm, aber eine Summe aller seiner Leiden, die zum Himmel nach Gott schreien. Und leidet nicht nur mit ihm, sondern auch über es, da sie vom morschen Fels spricht, dem sie entsprang; sie hat sich so abgeströmt. Sie ist ihr Volk, ist sein mahnender Prophet und ist die Natur selbst, die klagt.« (Erik Wickenburg: Else Lasker-Schüler. Zur Vorlesung im Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt am 27. November. In: Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Jg. 73, Nr. 891 [Abendblatt] vom 28. November 1928. S. 1.)

1. Dezember (Samstag) • Aufenthalt in Darmstadt. Zu einer geplanten Lesung in der Bücherstube Bodenheimer erscheint Else Lasker-Schüler nicht. Der »Hessische Volksfreund« berichtet: »Mit nachtwandlerischer Sicherheit hatte sie in dem ihr sonst ganz fremden Darmstadt just das Kaffeehaus ausfindig gemacht, wo auch sonst die Literaten und Künstler seßhaft sind, und dort saß sie, und keine Macht der Welt, auch nicht der gramdurchfurchte Gebieter der Bücherstube brachte sie dazu, ihren eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen.« (D. D.: Else Lasker-Schüler liest – nicht! und: Improvisationen im Dezember. In: Hessischer Volksfreund [Darmstadt]. Jg. 22, Nr. 286 vom 5. Dezember 1928.)

12. Dezember (Mittwoch) • Auf Einladung des »Verbands deutscher Erzähler« lesen Else Lasker-Schüler und Max Brod im ehemaligen Preußischen Herrenhaus, Leipziger Straße 3–4. Ankündigung im »Führer durch die Konzertsäle Berlins« (Jg. 9, Nr. 13 [Konzertplan vom 10. Dezember 1928 bis 8. Januar 1929]. S. 7).

1929

5. Mai (Sonntag) • Enthüllung einer Gedenktafel in Peter Hilles Geburtsort Erwitzen: Else Lasker-Schüler »war persönlich erschienen und sprach vor der lauschenden Menge in der Dorfstraße vor dem Schulhause innige Worte der Verbundenheit mit ihrem toten Freunde und seinem lebenden Werk.« (Johan Luzian: Das Heimatdorf ehrt Peter Hille. Gedenkfeier zu seinem 25. Todestag in Erwitzen bei Bad Driburg. In: Westfälische Zeitung [Bielefeld]. Jg. 119, Nr. 105 vom 7. Mai 1929.)

Anfang Juni • Aufenthalt in Köln. Anschließend unternimmt Else Lasker-Schüler eine kurze Reise nach Paris, wo sie sich mit Marcel Brion trifft. Sie schreibt am 6. Juni, einem Donnerstag, an Brion: »I am in Köln, the Rhein is here. And I am going to Paris a little and I like to see: Marseille.« Einen Tag später: »Sir: Oder kämen Sie nach Paris? Daß wir uns Montag oder Dienstag dort träfen?« Am 20. Juni, erneut am 7. Juli bedankt sie sich bei Brion für das Treffen: »I was so glad to see jou in Paris and nous parlerons très amico ensemble, als wenn wir uns 1000and1 year kannten allready.« Begleitet wird sie auf der Reise möglicherweise von Carl Krall und Klaus Gebhard: »And the both friends are entzückt from jou«, heißt es im Brief vom 20. Juni. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 418 f. und 420 f.

Juli – August • Aufenthalt in Kolberg.

22. Oktober (Dienstag) • Else Lasker-Schüler liest auf Einladung des »Berthold Auerbach-Vereins« in Stuttgart: »Dienstag, den 22. Oktober, | Kleiner Saal des Oberen Museums (Kanzlei- und Lindenstr.), | abends 8 Uhr | liest | Else Lasker-Schüler, Berlin, | aus eigenen Werken | Programm: | Gedichte – Hebräische Balladen – Aus ›Prinz von Theben‹« (Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs [Stuttgart]. Jg. 6, Nr. 14 vom 16. Oktober 1929. S. 192).

10. November (Sonntag) • Lesung bei der »Freien Jüdischen Volkshochschule Breslau«. Inserat: Breslauer Jüdisches Gemeindeblatt. Jg. 6, Nr. 10 vom Oktober 1929. S. 180.

1930

Mai (?) • Else Lasker-Schüler reist nach Hamburg und trifft dort ihren ältesten Bruder, den Maler Alfred Jacob Schüler (1858–1938). Sie schreibt am 25. November 1930 an Selma von der Heydt (1862–1944): »Auch traf ich ungefähr vor einem halben Jahr meinen ältesten noch einzig lebenden Bruder Alfred in Hamburg – den Maler. Ich hatte ihn seit Kind nicht gesehen. Es ging ihm bitter schlecht. Das Museum in Hamburg hat ihm nun einige große Aquarelle abgekauft, das erhebt ihn wieder.« (KA, Bd. 8, S. 250 f.)

Ende Mai – Ende August • Aufenthalt in Kolberg. Am 26. Mai schreibt Else Lasker-Schüler an Siegfried (1889–1966) und Elisabeth Kracauer (1893–1971): »Also ich bin nun glücklich hier gelandet: Kolberg Hauptpostlagernd alle Post« (KA, Bd. 8. S. 232), am 22. August an Friedrich Andreas Meyer (1888–1978): »Ich habe Deinen Kriegsruf vernommen, bin aber gerade vom Meer gekommen.« (S. 234.)

4. Dezember (Donnerstag) • Im Mozartsaal am Nollendorfplatz findet – in Anwesenheit Else Lasker-Schülers – die deutsche Erstaufführung des amerikanischen Spielfilms »Im Westen nichts Neues« nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque (1898–1970) statt.

1931

8. Januar (Donnerstag) • Else Lasker-Schüler besucht im Marmorsaal am Kurfürstendamm die deutsche Erstaufführung des Dokumentarfilms »Mit Byrd zum Südpol«.

18. Januar (Sonntag) • Besuch der ›proletarischen Gedenkfeiern‹: »Proletarische Gedenkfeiern | Lenin – Liebknecht – Luxemburg | Spieltruppen, Filme, Musik, Ansprachen | […] | Südwest: 17.30 Uhr im Nationalhof, Bülowstr. 37. […] | 11 Uhr vormittags im Wallnertheater, veranstaltet von den roten Studenten. Genosse Willi Münzenberg spricht. […] | Halensee: Johann-Georg-Festsäle, Johann-Georg-Straße, um 11 Uhr.« (Die Rote Fahne [Berlin]. Jg. 14, Nr. 15 vom 18. Januar 1931.) Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 493.

7. März (Samstag) • Lesung im Theater am Schiffbauerdamm. Ankündigung: Berliner Tageblatt. Jg. 60, Nr. 111 (Abend-Ausgabe) vom 6. März 1931.

22. März (Sonntag) • Der »Verband deutscher Erzähler« veranstaltete jedes Jahr am 22. März, Goethes Todestag, den »Tag des Buches«. 1931 lasen aus diesem Anlass im ehemaligen Preußischen Herrenhaus, Leipziger Straße 3–4, Jakob Schaffner (1875–1944), Ina Seidel (1885–1974) und Else Lasker-Schüler.

5. Juni (Freitag) • Vortrag in Wien: »Volkshochschule, Ludo-Hartmann-Platz, 8 Uhr, Fachgruppe für Literatur, Else Lasker-Schüler (Berlin): Aus eigenen Werken« (Neue Freie Presse [Wien]. Nr. 23967 [Morgenblatt] vom 5. Juni 1931. S. 7 [»Vorträge und Versammlungen«]).

24. Juni (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler reist von Berlin nach Kolberg: »Morgen reise ich Kolberg« (KA, Bd. 8. S. 275), heißt es im Brief an Klaus Gebhard vom 23. Juni. Der Aufenthalt dürfte bis kurz vor dem 23. Juli gedauert haben. An diesem Tag schreibt Else Lasker-Schüler an Klaus Gebhard: »Ich bin wieder in Berlin.« (S. 278.)

Ende des Jahres • Die Berliner Nationalgalerie zeigt im Studiensaal des ehemaligen Kronprinzenpalais Zeichnungen von Else Lasker-Schüler.

1932

6. Januar (Mittwoch) • »Hannemanns Buchhandlung« (Berlin) teilt in einer Anzeige auf dem hinteren Umschlag des »Börsenblatts für den Deutschen Buchhandel« (Leipzig) (Jg. 99, Nr. 4) mit, dass sie den Vertrieb der bei Paul Cassirer erschienenen Bücher von Else Lasker-Schüler übernommen habe. Als lieferbar sind verzeichnet: »Das Peter Hille-Buch«, »Der Malik«, »Der Prinz von Theben«, »Die Kuppel«, »Die Nächte der Tino von Bagdad«, »Die Wupper«, »Hebräische Balladen« und »Mein Herz« sowie »Der Wunderrabbiner von Barcelona« und »Briefe Peter Hilles an Else Lasker-Schüler«. Von der bei Cassirer 1919/20 erschienenen »Gesamtausgabe in zehn Bänden« waren lediglich die beiden Bände »Essays« und »Gesichte« nicht mehr lieferbar, von der »Wupper« hatte Else Lasker-Schüler 1927 eine Neuausgabe im Selbstverlag herausgebracht.

24. Februar (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler besucht im Capitol am Zoo eine Vorstellung des deutschen Spielfilms »Rasputin. Der Dämon der Frauen«.

20. November (Sonntag) • Gedenkfeier für den Berliner Arzt Heinrich Peter Dehmel (1891–1932), den einzigen Sohn Richard Dehmels. Es spricht unter anderem Else Lasker-Schüler. – Nachrufe: [Anonym:] Selbstmord Heinrich Dehmels. Mit Veronal vergiftet. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 441 (Morgen-Ausgabe) vom 14. September 1932, 1. Beilage (»gestern in seiner Wohnung, Potsdamer Straße 118c im Westen Berlins, mit Veronal vergiftet, tot aufgefunden«); Victor Noack: Heinrich Dehmel zum Gedächtnis. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 444 (Abend-Ausgabe) vom 15. September 1932, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 257; d.: Gedächtnisfeier für Heinrich Dehmel. In: Vossische Zeitung (Berlin). Nr. 558 (Abend-Ausgabe) vom 21. November 1932, [Beilage:] Unterhaltungsblatt Nr. 324.

21. November (Montag) • Verleihung des Kleist-Preises an Else Lasker-Schüler und Richard Billinger (1890–1965). Else Lasker-Schüler wird »für ihr dichterisches Lebenswerk« ausgezeichnet.

30. November (Mittwoch) • »Am Mittwoch, 30. November, abends 9 Uhr (nicht um 8 Uhr, wie angekündigt), liest Else Lasker-Schüler im Schubertsaal, Bülowstraße 104, aus ihren Büchern.« (Vossischen Zeitung [Berlin]. Nr. 570 [Abend-Ausgabe] vom 28. November 1932 [»Kunst, Wissenschaft, Literatur«].)

1933

23. Januar (Montag) • Else Lasker-Schüler besucht im Staatlichen Schauspielhaus in Berlin eine Aufführung von Goethes »Faust II«. Die Premiere von Gustav Lindemanns (1872–1960) Inszenierung des Stückes war am 21. Januar erfolgt. Quelle: KA, Bd. 8, Nr. 634.

19. April (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler flieht aus Berlin und reist über den Badischen Bahnhof in die Schweiz ein.

1. Mai (Montag) • Besuch eines Vortrags von Martin Buber, der auf Einladung der »Vereinigung für soziale und kulturelle Arbeit im Judentum« über das Thema »Der jüdische Glaube und das öffentliche Leben« spricht.

27. Juni (Dienstag) • Lesung im Studio Fluntern, Gloriastrasse 100: »Dieser Vortragsabend im Studio Fluntern wurde zu einem seltsam eindringlichen Erlebnis. Alle, die gekommen waren, um dieser deutschen Dichterin zu begegnen und das Geschenk ihrer Lyrik von ihr selbst zu empfangen, fühlten, daß hier einer der ganz wenigen Dichter sprach, denen man einmal selbst begegnet sein muß, um den ganzen Zauber ihrer Kunst zu genießen. Diese Frau mit dem seltsam schönen, plastischen Gesicht im düstern Rahmen ihres strähnig-schwarzen Haares sang die Musik ihrer Lyrik mit einer solchen Kraft, daß es war, als lausche man einer der Märchenerzählerinnen des von ihr so geliebten Orients oder beim Vortrag ihrer hebräischen Balladen dem singenden Gebet eines Priesters ihrer Religion. Als sie dann aber aus ihrem neuen Theaterstück ›Artur Aronimus‹ vortrug, wie ein Kind, das anderen wundervolle Geheimnisse verrät, schalkhaft und geheimnisvoll und mit einer fast besessenen Verlorenheit in den Zauber einer längst versunkenen, romantischen Welt, blühte die blaue Blume der Romantiker im mystischen Zwielicht ihrer Stimme auf und verwandelte die Gemeinde dieser Dichterin in eine Schar verzauberter Kinderseelen. Warmer Beifall dankte Else Lasker-Schüler für ihr Kommen und für das Geschenk ihrer zauberischen Kunst.« (selkis.: Vortragsabend Else Lasker-Schüler. In: Tages-Anzeiger [Zürich]. Jg. 41, Nr. 151 vom 30. Juni 1933 [»Kleine Chronik«].)

11. September (Montag) • Klaus Mann (1906–1949) notiert im Tagebuch: »Anruf von der Lasker-Schüler, leider.«

12. September (Dienstag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Später ins Café Neumann, dort: Else Lasker-Schüler, zerstört und irre, aber mit rührenden und begabten Momenten. Gibt mir ein konfuses, stellenweis schönes Gedicht.«

15. September (Freitag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Anrufe von […] der Lasker-Schüler.«

16. September (Samstag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »[…] die gedankenflüchtige Lasker-Schüler im Café Neumann […].«

18. September (Montag) • Else Lasker-Schüler liest auf Einladung der »Vereinigung für soziale und kulturelle Arbeit im Judentum« im Zürcher »Kramhofsaal«, Füsslistrasse 4, aus ihren Dichtungen. Ankündigung: Jüdische Presszentrale Zürich. Jg. 16, Nr. 762 vom 15. September 1933. S. 15 (»Das Blatt der jüdischen Frau«), auf S. 21 ein Inserat: »Else Lasker-Schüler. Vorlesung aus eigenen Werken«.

21. September (Donnerstag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »[…] ins Café Neumann; dort Lasker-Schüler […].«

Anfang November • Auf Einladung von Emil Raas (1910–1993) liest Else Lasker-Schüler in der jüdischen Studentengruppe »Union Bern«.

11. Dezember (Montag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Telephon: […] die Lasker-Schüler.«

12. Dezember (Dienstag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »In dem Augustiner Hof zur Lasker-Schüler. Ihre echte Zerstörtheit; Spuren legitimen dichterischen Wahnsinns.«

28. Dezember (Donnerstag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Anruf: Lasker-Schüler.«

1934

21. März (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler bricht von Zürich zu ihrer ersten Palästinareise auf.

24. März (Samstag) • Von Genua aus reist Else Lasker-Schüler mit dem Dampfschiff »Esperia« der Schifffahrtsgesellschaft »Lloyd Triestino« nach Alexandria.

25. März (Sonntag) • Klaus Mann hält sich in Amsterdam auf. Er notiert im Tagebuch: »Abends: mit F. [d. i. Fritz Landshoff] bei James Simon. […] Klavierspiel […] (Texte: Lasker-Schüler, Manfred Hausmann, Fontane u. s. w.)«. James Simon (1880–1944) hatte Else Lasker-Schülers Gedicht »Die Liebe« (»Es rauscht durch unseren Schlaf«) vertont. Exemplar im Nachlass Else Lasker-Schülers in der National Library of Israel (Jerusalem), Arc. Ms. Var. 501 (Else Lasker-Schüler Archive), File 15:17: »Frau Lasker-Schüler / dankbar zugeeignet von / James Simon / Amsterdam, Bachstr. 22 (Lindemann).« Datiert 22.–25. März 1934.

27. März (Dienstag) • Else Lasker-Schüler trifft in Alexandria ein.

4. April (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler reist aus Alexandria ab. Nach der Beilage zu »Steimatzky’s Palästina-Führer« (Jerusalem 1935) gab es eine täglich verkehrende Zugverbindung von Alexandria nach Jerusalem. Der Zug verließ Alexandria um 15.00 Uhr und traf um 21.14 Uhr in El-Kantara (Al-Qantarah) am Westufer des Suezkanals ein. Die Abfahrt vom Ostufer erfolgte um 23.35 Uhr, die Ankunft in Jerusalem am folgenden Morgen um 8.45 Uhr.

25. April (Mittwoch) • Aus Jerusalem sendet Else Lasker-Schüler an Helene Kann (1877–1949) in Wien eine Reinschrift des Gedichts »Der Tibetteppich« und die kolorierte Zeichnung »Jussuf reitet durch die Wüste«. Beides ist für Karl Kraus zum 60. Geburtstag am 28. April 1934 bestimmt.

29. April (Sonntag) • Lesung in Jerusalem in der Galerie Steimatzky: »Reading – by Mrs. Else Lasker-Schueller. Steimatzky Gallery, 9 p. m. (German). Admission charge.« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 10, Nr. 5704 vom 29. April 1934. S. 8 [»Events«].)

6. Mai (Sonntag) • Lesung in Tel Aviv: »Habimah Circle – Mrs. Lasker-Schiller’s Readings: Poems and Dramas. 80, Rothschild Blvd., 9 p. m.« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 10, Nr. 2709 [5709] vom 6. Mai 1934. S. 8 [»Today’s Events«].)

27. Mai (Sonntag) • Lesung in Jerusalem im Arbeiterseminar (Ben-Jehuda-Straße). Ankündigung: דבר (Davar) (Tel Aviv). Nr. 2744 vom 27. Mai 1934. S. 7 (״ירושלים״).

30. Mai (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler reist von Haifa mit dem Dampfschiff »Gerusalemme« der Schifffahrtsgesellschaft »Lloyd Triestino« nach Triest.

4. Juni (Montag) • Else Lasker-Schüler trifft in Triest ein und reist von dort zunächst nach Wien.

14. Juni (Donnerstag) • Else Lasker-Schüler kehrt von ihrer Palästinareise nach Zürich zurück und bezieht ein Zimmer im Glockenhof, einem christlichen Hospiz in der Sihlstrasse 31. Sie wohnt dort bis zum 1. Juli 1935.

3. August (Freitag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Die Lasker-Schüler getroffen. Ihr zerstörtes Affengesichtchen mit den starken Augen.«

5. August (Sonntag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Nachmittags mit der Lasker-Schüler im ›Terrasse‹. Schwatzt gespenstisch, doch dazwischen immer genial über Palästina, den Rabbi von Alexandria, die arme Julie Wassermann und Geistererscheinungen (ein blutiger Arm mit Hand im Zimmer – –)«.

19. November (Montag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Lasker-Schülerin, spukhafte Begegnung.«

23. Dezember (Sonntag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Klagend närrischer Anruf der Lasker-Schüler.«

30. Dezember (Sonntag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Abends mit Theres [d. i. Therese Giehse] – E [d. i. Erika Mann] bei Katzensteins. Bakys dabei. Unterhaltung, z. B., lang über die Julie Wassermann, die Lasker-Schüler, Döblin u. s. w.«

1935

12. Februar (Dienstag) • Der ehemalige Berliner Rechtsanwalt Victor Fraenkl (1869–1951) spricht auf Einladung der »Vereinigung für soziale und kulturelle Arbeit im Judentum« im Saal der Augustin-Keller-Loge über das Thema »Gott und die Tiere«: »Unter den Zuhörern erblickte man u. a. zwei Prominente der literarischen Welt, Else Lasker-Schüler und Arthur Holitscher.« (h.: Tierschutz im Judentum. Ein Vortrag von Justizrat Dr. Viktor Fraenkl. In: Jüdische Presszentrale Zürich. Jg. 18, Nr. 832 vom 22. Februar 1935. S. 13 [»Das Blatt der jüdischen Frau«].) Der Vortrag war am 8. Februar in der »Jüdischen Presszentrale« (Nr. 830. S. 13) angekündigt worden.

23. März (Samstag) • Else Lasker-Schüler liest auf Einladung der »Zionistischen Ortsgruppe Zürich« im Saal der Augustin-Keller-Loge aus ihren Dichtungen. Ankündigung: Jüdische Presszentrale Zürich. Jg. 18, Nr. 836 vom 22. März 1935. S. 15 (»Das Blatt der jüdischen Frau«), auf S. 23 ein Inserat: »Frau Else Lasker-Schüler [liest] aus eigener Dichtung vor.«

1. Juli (Montag) • Else Lasker-Schüler zieht von Zürich nach Ascona.

1936

13. April (Montag) • Emil Oprecht (1895–1952) besucht Else Lasker-Schüler in Ascona, die ihm aus dem Manuskript des »Hebräerlands« vorliest. Quelle: KA, Bd. 9, Nr. 539.

6. Mai (Mittwoch) • 80. Geburtstag Sigmund Freuds. Else Lasker-Schüler gehört zu den Unterzeichnern einer »Glückwunschadresse«. Vgl. Pariser Tageblatt. Jg. 4, Nr. 880 vom 10. Mai 1936. S. 4 (»Eine Glückwunschadresse an Sigmund Freud«).

30. Mai (Samstag) • Lesung in Ascona im Teatro San Materno. Quelle: KA, Bd. 9, Nr. 573.

12. Juni (Freitag) • Karl Kraus stirbt in Wien. Am 13. Juni schreibt Else Lasker-Schüler an Helene Kann: »Eben erfahren – erschütternd geradezu. In aller Eile die Karte: Bitte leget paar Blumen für mich auf Karl Kraus Hügel. Ich Einsende paar Kronen (leider nur) wenn noch Post offen, heute noch an Sie, meine liebe verehrte Frau Kann.« (KA, Bd. 9. S. 366.)

2. September (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler kehrt aus dem Tessin nach Zürich zurück und bezieht ein Zimmer im Hotel Seehof-Bollerei an der Zürcher Schifflände.

13. Oktober (Dienstag) • Besuch des Zürcher Schauspielhauses. Gespielt wird Shakespeares »Hamlet« mit Ernst Ginsberg (1904–1964) in der Hauptrolle. Quelle: KA, Bd. 9, Nr. 647 und 649.

29. Oktober (Donnerstag) • Besuch des Zürcher Schauspielhauses. Gespielt wird »Peer Gynt« von Henrik Ibsen (1828–1906). Quelle: KA, Bd. 9, Nr. 655.

19. Dezember (Samstag) • Uraufführung von Else Lasker-Schülers Schauspiel »Arthur Aronymus und seine Väter« im Zürcher Schauspielhaus.

23. Dezember (Mittwoch) • Einzige Wiederaufführung von »Arthur Aronymus und seine Väter«.

1937

13. März (Samstag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Abends: mit Eltern – Medi [d. i. Elisabeth Mann] in die Stadt: Vortrag von Z., [Zauberer; d. i. Thomas Mann] im Konservatorium, für einen jüdischen Verein; beginnend mit ad hoc verfasster Rede. (Über den Antisemitismus; zivilisatorische Rolle des Judentums. Über den ›Joseph.‹) Anschliessend: Vorlesung des ›Damentees‹ (aus dem III. Band.) – Gut besucht. Bekannte: Kahler, Beidlers, Tennenbaum, Frau Katzenstein, Hündchen [d. i. Constance Hallgarten] (ihre ziemlich würdelose Freundlichkeit mir gegenüber .... bei allem, was gewesen ist …); die Lasker-Schüler (hell-lodernd wahnsinnig; aber ihre kohlschwarzen Augen .... haben Gesichte ....); Rechtsanwalt Löwenfeld (oder .. stein?) aus München u. s. w.«

19. März (Freitag) • Lesung im Zürcher »Kramhofsaal«, Füsslistrasse 4. Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Den Dr Stössinger im ›Hinteren Stern‹ getroffen. (Dort auch Emmy Oprecht, Schauspieler Gretler, Erna Hirsch.) Mit ihm, zum Vortragsabend der Else Lasker-Schüler. Gedichte, aus dem Palästina-Buch, drei kleine Geschichten. Wunderliche Frau! Diese unentwirrbare Mischung aus echtem dichterischen Wahnsinn und Koketterie … Giehse, den Bühnenmaler Otto u. s. w. gesprochen.«

25. März (Donnerstag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Die Lasker-Schüler im ›Select‹ getroffen. 1 ½ Stunden mit ihr. Ein pudelnärrisch Ding; dazwischen aber immer wieder die Blitze …«

7. oder 8. Juni (Montag oder Dienstag) • Else Lasker-Schüler bricht von Zürich zu ihrer zweiten Palästinareise auf.

9. Juni (Mittwoch) • Von Triest aus reist Else Lasker-Schüler mit dem Dampfschiff »Galilea« der Schifffahrtsgesellschaft »Lloyd Triestino« nach Haifa.

14. Juni (Montag) • Else Lasker-Schüler reist über Haifa nach Palästina ein.

16. Juni (Mittwoch) • Erste Begegnung mit Schalom Ben-Chorin (1913–1999).

27. Juni (Sonntag) • Besuch bei Schalom Ben-Chorin.

17. August (Dienstag) • Auf Einladung der Buchhandlung Universitas liest Else Lasker-Schüler in Jerusalem aus ihren Dichtungen. Für ihre Lesung schrieb sie folgenden Einladungstext: »Else Lasker-Schüler liest aus ihren Büchern und neuem Hebräerland – etc. neuste Gedichte. | Am 17. Aug. Dienstag | Hygienic Dairy (Dr. Kahn) | Keren Kajemeth Str. | Rechavia | Bilets Vorverkauf zu 5. Piaster (ermäßigt Abendkasse) Universitas Buchhdl. Princess Mary Street« (The National Library of Israel [Jerusalem], Schwadron Collection).

25. August (Mittwoch) • Abreise aus Jerusalem. Am Abend verlässt Else Lasker-Schüler mit dem Schiff Haifa.

30. August (Montag) • Else Lasker-Schüler trifft in Triest ein.

1. Oktober (Freitag) • Aus dem »Hebräerland« notiert Klaus Mann im Tagebuch: »Else Lasker-Schüler: | ›Die Liebe zu dir ist das Bildnis, / Das man sich von Gott machen darf.‹«

28. Oktober (Donnerstag) • Else Lasker-Schüler besucht im Schauspielhaus die Premiere der Zürcher Inszenierung von Franz Werfels Schauspiel »In einer Nacht«. Quelle: KA, Bd. 10, Nr. 155.

17. November (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler lernt im Café »Select« Nahum (Nachum) Goldmann (1895–1982) kennen. Quelle: KA, Bd. 10, Nr. 163 und 165.

5. Dezember (Sonntag) • Else Lasker-Schüler liest bei der »Makkabäer-Feier« der »Zionistischen Ortsgruppe Zürich« aus ihren Dichtungen. Sie schreibt am 1. Dezember an Emil Raas: »Am 5. Dez. hab ich zugesagt dem Zionistischen Verein zur Makkabaerfeier aus meinem Hebräerland zu lesen. Hôtel Savoy – Bahnhofstr. 25. Frc.« (KA, Bd. 10. S. 100.)

11. Dezember (Samstag) • Besuch einer Benefizveranstaltung im Zürcher Schauspielhaus: »Ernste und heitere Darbietungen«. Der Erlös geht an das »Schweizer Hilfswerk für Emigrantenkinder«. Quelle: KA, Bd. 10, Nr. 174.

1938

20. März (Sonntag) • Else Lasker-Schüler liest bei einer Matinee im »Studio Nord-Süd« aus ihren Dichtungen. Ankündigung: Jüdische Presszentrale Zürich. Jg. 21, Nr. 981 vom 4. März 1938. S. 12 (»Das Blatt der jüdischen Frau«).

1. Mai (Sonntag) • Klaus Mann notiert im Tagebuch: »Else Lasker-Schüler getroffen. Ihre Geldnöte.«

1. September (Donnerstag) • Eröffnung einer Ausstellung von Zeichnungen Paul Lasker-Schülers im »Künstlerhaus am Hirschengraben« (Hirschengraben 78), das von Rose Schindler betrieben wird. Die Ausstellung wird bis zum 30. September gezeigt. Inserat: Jüdische Presszentrale Zürich. Jg. 21, Nr. 1005 vom 16. September 1938. S. III.

26. September (Montag) • Im »Deutschen Reichsanzeiger und Preußischen Staatsanzeiger« (Berlin) (Nr. 224. S. 1) wird die Ausbürgerung Else Lasker-Schülers angezeigt.

1939

31. Januar (Dienstag) • Eröffnung einer Verkaufsausstellung mit Zeichnungen Else Lasker-Schülers in der Londoner Matthiesen Gallery. Die Ausstellung wird bis zum 14. Februar gezeigt.

15. März (Mittwoch) • Else Lasker-Schüler hält auf Einladung der »Vereinigung für soziale und kulturelle Arbeit im Judentum« eine »Abschiedsvorlesung« im »Zunfthaus zur Meise«, Münsterhof 20. Ankündigung: Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz (Zürich). Jg. 39, Nr. 10 vom 10. März 1939. S. 24, auf S. 22 ein Inserat, in dem das Programm genannt wird, darunter »Ungedrucktes: Tagebuchzeilen (Abschied von Zürich)«.

Anfang April • Else Lasker-Schüler trifft in Jerusalem ein und bezieht ein Zimmer im Hotel Vienna in der Jaffastraße.

9. Mai (Dienstag) • Besuch eines Konzerts in der »Edison Hall«. Das »Palestine Orchestra« spielt Werke von Johann Sebastian Bach, Anton Bruckner und Ferruccio Busoni. Quelle: KA, Bd. 10, Nr. 367.

27. Juni (Dienstag) • Auf Einladung von Luise Mendelsohn (1894–1980) liest Else Lasker-Schüler in der Schocken-Bibliothek aus ihren Dichtungen: »Mrs. Else Lasker-Schuler: Reading of her Works; 8.30 p. m.; Schocken Library Talbieh.« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 15, Nr. 3988 vom 27. Juni 1939. S. 6 [»Conferences and Lectures Today«].)

29. Juni (Donnerstag) • Lesung im Bezalel-Museum: »Mrs. Else Lasker-Schuler: Reading of her Works; 8.30 p. m.; Bezalel Museum; Auspices: Emet W’Emouna.« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 15, Nr. 3990 vom 29. Juni 1939. S. 6 [»Conferences and Lectures Today«].)

1940

23. Januar (Dienstag) • Eröffnung einer Ausstellung mit Zeichnungen Else Lasker-Schülers in der Buchhandlung Heatid: »An exhibition of drawings by Mrs. Else Lasker-Schueler will be opened today at the new premises of the Heatid Bookshop in Jerusalem at 2, Hassolel Street, above the shop. The originals of the illustrations to Mrs. Lasker-Schueler’s last book, ›Hebraerland‹, will be among the drawings shown.« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 16, Nr. 4164 vom 23. Januar 1940. S. 2 [»Social and Personal«].)

17. April (Mittwoch) • Lesung in der Buchhandlung Heatid: »Mrs. Else Lasker-Schuler will give readings from her new book, ›Tiberias‹, next Wednesday evening, at 8.30 in the second-hand book department of ›Heatid‹, Messrs. Salingre and Co., 2 Hassolel Street, Jerusalem (1st floor).« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 16, Nr. 4230 vom 11. April 1940. S. 2 [»Social and Personal«].)

Mitte Mai • Else Lasker-Schüler zieht vom Hotel Vienna in das Hotel Atlantic in der Ben-Jehuda-Straße.

7. November (Donnerstag) • Besuch einer hebräischen Theateraufführung in der »Edison Hall«. Das Habima-Theater spielt »Man and the Devil« (»Got, mentsh un tayvl«) des jiddischen Dramatikers Jacob Gordin (1853–1909). Quelle: KA, Bd. 10, Nr. 538.

1941

13. Januar (Montag) • Besuch eines Vortrags von Ernst Simon (1899–1988) im Saal der HOGOA (Hitachduth Olej Germania we Olej Austria / Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland und Österreich), Mamillastraße (später umbenannt in Gershon-Agron-Straße), Ecke King-George-Straße. Ernst Simon spricht über das Thema »Die Erziehung unserer Jugend in dieser Zeit«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 4.

23. April (Mittwoch) • Eröffnung einer Ausstellung von Zeichnungen Else Lasker-Schülers im »Alfred Berger Club« im Haus der HOGOA (Hitachduth Olej Germania we Olej Austria / Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland und Österreich), Mamilla-Straße (später umbenannt in Gershon-Agron-Straße), Ecke King-George-Straße: »Exhibition – Colour drawings by Else Lasker-Schueler opening at 5 p. m. Alfred Berger Club, Mamillah Rd. Entrance Free.« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 17, Nr. 4547 vom 23. April 1941. S. 2 [»Today«].)

Mitte Juni • Else Lasker-Schüler zieht aus dem Hotel Atlantic aus und wohnt vorübergehend bei Olga Alexander im Jerusalemer Stadtteil Kerem Abraham, Yona(h)straße 24.

20. Juli (Sonntag) • Else Lasker-Schüler liest ihr Schauspiel »IchundIch« im »Alfred Berger Club«.

2. September (Dienstag) • Else Lasker-Schüler bezieht ein Zimmer bei Leokardia Weidenfeld in der Hama’alotstraße. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 90.

1. Oktober (Mittwoch) • Besuch des Jom-Kippur-Gottesdienstes in der Synagoge »Emet we’Emuna« (»Wahrheit und Glaube«), Narkiss-Straße 5. Ernst Simon und Kurt Wilhelm (1900–1965) halten gemeinsam die Predigt. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 102.

2. Oktober (Donnerstag) • Else Lasker-Schüler liest im Saal der HOGOA aus ihren Dichtungen. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 101.

11. November (Dienstag) • Else Lasker-Schüler liest in der Synagoge »Emet we’Emuna« ihr Schauspiel »Arthur Aronymus und seine Väter«: »Mrs. E Lasker-Schueler will read her play, ›Arthur Aronymus and his Ancestors‹ (›Arthur Aronymus und seine Vaeter‹) at the Emuna Synagogue, (Gan Rehavia Entrance 5) Jerusalem, at 8.30 on Tuesday evening. The play won a prize in 1932.« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 17, Nr. 4713 vom 10. November 1941. S. 2 [»Social & Personal«].)

1942

3. Januar (Samstag) • Else Lasker-Schüler liest in Tel Aviv bei Grete (1881–1969) und Leo Kestenberg (1882–1962) ihr Schauspiel »Arthur Aronymus und seine Väter«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 160.

10. Januar (Samstag) • Kraal-Abend im Centre de Culture Française, Ben-Jehuda-Straße 3. Martin Buber liest »Geschichten vom Berditschewer Rabbi«.

24. Januar (Samstag) • Kraal-Abend im Centre de Culture Française. Gershon Swet (1893–1968) spricht über das Thema »Die Juden in Sowjetrußland«.

7. Februar (Samstag) • Kraal-Abend im Saal der »Dritten Mädchenschule« (»Beit-sefer le-banot gimmel«), Seitengasse der Ben-Jehuda-Straße. Werner Kraft (1896–1991) liest aus seinen »Dichtungen«.

1. März (Sonntag) • Kraal-Abend in der Synagoge »Emet we’Emuna« (»Wahrheit und Glaube«), Narkiss-Straße 5. Nehemia Cymbalist (1902–1991) spricht über das Thema »Der Kibbuz Tel-Josef«.

8. März (Sonntag) • Kraal-Abend in der Pension Brieger, Beit Hakerem. Klavier- und Gesangsvortrag: Emil Stein trägt aus »Madame l’Archiduc« von Jacques Offenbach vor.

15. März (Sonntag) • Kraal-Abend in der Synagoge »Emet we’Emuna«. Julius Simon (1869–1944) spricht über das Thema »Der Jude als Patient«.

28. März (Samstag) • Kraal-Abend in der Synagoge »Emet we’Emuna«. Walter Turnowsky (1897–1959) spricht über das Thema »Wanderung durch den Nahen Osten im Krieg«.

11. April (Samstag) • Kraal-Abend in der Synagoge »Emet we’Emuna«. Ernst Simon spricht über das Thema »Der Prophet Jeremias«.

18. April (Samstag) • Kraal-Abend in der Synagoge »Emet we’Emuna«. Awraham Werber spricht über die beiden Themen »Das Inkareich und das Nazireich« und »Die Tragödie eines großen Ingenieurs«.

6. Mai (Mittwoch) • Kraal-Abend im Saal der »Dritten Mädchenschule« (»Beit-sefer le-banot gimmel«). Gespräch zwischen Friedrich Ollendorff (1889–1951) und Kurt Wilhelm über das Thema »Organisation und Menschlichkeit in der Wohlfahrtspflege«.

30. Mai (Samstag) • Kraal-Abend in der Synagoge »Emet we’Emuna«. Vortrag von Ismar Freund (1876–1956), das genaue Thema ist nicht bekannt.

2. Juni (Dienstag) • Besuch eines Vortrags in der Volkshochschule der HOGOA (Hitachduth Olej Germania we Olej Austria / Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland und Österreich). Ernst Simon spricht über das Thema »Die Propheten Israels«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 238.

5. Juli (Sonntag) • Besuch eines Vortrags in der Synagoge »Emet we’Emuna«. Ernst Simon spricht auf Einladung der HOGOA über »Tolstoi als Künstler und Erzieher«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 246.

2. August (Sonntag) • Kraal-Abend in der Synagoge »Emet we’Emuna«. Else Lasker-Schüler liest aus ihren »Dichtungen«.

6. September (Sonntag) • Kraal-Abend in der Synagoge »Emet we’Emuna«. Alex Bein (1903–1988) spricht über »Theodor Herzl«.

13. September (Sonntag) • Besuch der Synagoge »Emet we’Emuna«. Der liberale Rabbiner Robert Raphael Geis (1906–1972) hält die Predigt im Gottesdienst des 2. Neujahrstags. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 279.

20. September (Sonntag) • Besuch der Synagoge »Emet we’Emuna«. Am Vorabend des Versöhnungstags (Jom Kippur) hält Ernst Simon die Predigt im Kol-Nidre-Gottesdienst. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 278 und 282.

5. Oktober (Montag) • Kraal-Abend im »Alfred Berger Club« im Haus der HOGOA (Hitachduth Olej Germania we Olej Austria / Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland und Österreich), Mamillastraße (später umbenannt in Gershon-Agron-Straße), Ecke King-George-Straße. Georg Landauer (1895–1954) spricht über das Thema »Deutsche Juden in Palästina«.

19. Oktober (Montag) • Kraal-Abend im Luftschutzraum Ben-Jehuda-Straße 7. Ulrich Salingré spricht über das Thema »Du und der Luftschutz«.

7. November (Samstag) • Besuch einer Feier zum 50. Geburtstag von Ludwig Strauss in der Synagoge »Emet we’Emuna«. David Werner Senator (1896–1953) spricht über Ludwig Strauss, der aus seinen Werken liest. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 298.

19. November (Donnerstag) • Besuch eines Vortrags in der Synagoge »Emet we’Emuna«. Ernst Simon spricht auf hebräisch über Chajim Nachman Bialik (1873–1934). Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 306.

22. November (Sonntag) • Kraal-Abend im Saal der HOGOA, Mamillastraße (später umbenannt in Gershon-Agron-Straße), Ecke King-George-Straße. Gespräch zwischen Heinz Kappes (1893–1988) und Gerson Stern (1874–1956) über Sterns Roman »Weg ohne Ende«.

6. Dezember (Sonntag) • Kraal-Abend im Saal der HOGOA. »Spoken Paper« mit Franz Goldstein (»Frango«) (1898–1982), Erich Gottgetreu (1903–1981) und Kurt Wilhelm.

20. Dezember (Sonntag) • Kraal-Abend im Saal der HOGOA. Friedrich Ollendorff spricht über das Thema »Drei Frauen«.

1943

11. Januar (Montag) • Kraal-Abend im Saal der HOGOA (Hitachduth Olej Germania we Olej Austria / Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland und Österreich). Ernst Simon spricht über das Thema »Martin Buber, der Mann und sein Werk«.

9. Februar (Dienstag) • Kraal-Abend im Saal der HOGOA. Kurt Wilhelm liest »Aus heiligen Büchern«.

21. Februar (Sonntag) • Kraal-Abend im Bezalel-Museum, Shmuel-Hanagid-Straße, Ecke Bezalelstraße. Hugo Nothmann (1882–1965) spricht über das Thema »Traum im Talmud«.

28. Februar (Sonntag) • Besuch eines Vortrags von Ernst Simon in der Volkshochschule der HOGOA. Das genaue Thema ist nicht bekannt. Am 1. März schreibt Else Lasker-Schüler an Ernst Simon: »Ihr Vortrag war gestern entzückend schön. […] Nun sprachen Sie so viele Dinge, die ich schnell auffing, ich meine, die ich mir raubte! Die beiden ersten Baumeister Palästinas, gefallen mir so sehr. Beide! Und beide doch verschieden. Borris (Berl) und ? Gordon.« (KA, Bd. 11. S. 207 f.) Gemeint sind Berl Katznelson (1887–1944) und Aharon David Gordon (1856–1922). Ernst Simon hielt eine Vortragsreihe mit dem Titel »Baumeister des Zionismus«, zuerst angezeigt im »Mitteilungsblatt der Hidachduth Olej Germania we Olej Austria« (Tel Aviv) vom 12. Februar 1943 (Jg. 7, Nr. 7. S. 7).

7. März (Sonntag) • Besuch eines Vortrags in der Volkshochschule der HOGOA. Ernst Simon spricht über das Thema »Ussischkin und Arthur Ruppin«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 352.

8. März (Montag) • Kraal-Abend im Bezalel-Museum. Werner Kraft liest »Gedichte und Prosa«.

15. März (Montag) • Besuch eines Vortrags in der Volkshochschule der HOGOA. Ernst Simon spricht über das Thema »Ch. Weizmann und J. L. Magnes. Zwei Wege der Politik«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 358.

20. März (Samstag) • Else Lasker-Schüler liest in Haifa auf Einladung von Friedrich Sally Grosshut (1906–1969) aus ihren Dichtungen. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 358–360.

22. März (Montag) • Besuch eines Vortrags in der Volkshochschule der HOGOA. Ernst Simon spricht über das Thema »Baumeister des Zionismus (Elieser ben Jehuda und Ch. N. Bialik)«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 359.

30. März (Dienstag) • Kraal-Abend im Bezalel-Museum. Else Lasker-Schüler liest die Erzählung »Der Wunderrabbiner von Barcelona«.

31. März (Mittwoch) • Besuch eines Konzerts in der »Edison Hall«. Das »Palestine Orchestra« spielt unter anderem die Sinfonie in h-Moll (»Die Unvollendete«) von Franz Schubert. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 367 und 371.

17. April (Samstag) • Mittags: Besuch eines Vortrags im »Alfred Berger Club« im Haus der HOGOA (Hitachduth Olej Germania we Olej Austria / Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland und Österreich), Mamilla-Straße (später umbenannt in Gershon-Agron-Straße), Ecke King-George-Straße. Kurt Wilhelm spricht über das Thema »Das amerikanische Judentum und die Palästinafrage«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 373.

• Abends: Besuch eines Vortrags von Martin Buber in der Volkshochschule der HOGOA. Der Vortrag ist Teil von Bubers Reihe »Judentum und Christentum«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 373.

11. Mai (Dienstag) • Kraal-Abend im Bezalel-Museum. Friedrich Sally Grosshut liest seine Erzählung »Napoleon in Potsdam«.

25. Mai (Dienstag) • Kraal-Abend im Bezalel-Museum. Walter Jablonski (1892–1967) liest seine Übersetzung »Gedichte des Kavaphis«, Hans Zeuger (1901–1983) sein Schauspiel »Judas, der Mann aus Kariot«.

22. Juni (Dienstag) • Kraal-Abend im Bezalel-Museum. Schalom Ben-Chorin liest sein Schauspiel »Söhne«.

26. Juni (Samstag) • Besuch eines Vortrags von Martin Buber in der Volkshochschule der HOGOA. Buber beginnt an diesem Abend mit einem »Neuen Zyklus« seiner Reihe »Judentum und Christentum«: Das Thema lautet »Sünde und Erlösung«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 427 und 445.

9. Juli (Freitag) • Else Lasker-Schüler schreibt ihre »Anfang« betitelte Vorrede zu dem Schauspiel »IchundIch«.

11. Juli (Sonntag) • Else Lasker-Schüler liest ihr Schauspiel »IchundIch« in Haifa im Antiquariat von Friedrich Sally und Sina Grosshut. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 443 und 444.

12. Juli (Montag) • Zweite Lesung von »IchundIch« in Haifa im Hause des Fabrikanten Hans Moller (1896–1962). Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 442 und 444.

7. August (Samstag) • Besuch eines Vortrags in der Volkshochschule der HOGOA. Martin Buber spricht über das Thema »Sünde und Erlösung«. Der Vortrag ist Teil von Bubers Reihe »Judentum und Christentum«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 461.

10. August (Dienstag) • Besuch eines Vortragsabends im »Club of the Friends of Austria«. Friedrich Sally Grosshut liest aus einem ungedruckten Manuskript. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 463 und 464.

31. August (Dienstag) • Besuch eines Konzerts in der »Edison Hall«. Das »Palestine Orchestra« spielt unter anderem Stücke von Debussy, Smetana und Tschaikowski. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 478.

1944

23. Januar (Sonntag) • Besuch eines Vortrags von Arnold Zweig im »Jerusalem Book Club«. Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 554.

7. Februar (Montag) • Lesung im Bezalel-Museum: »Else Lasker-Schueler, the German-Jewish poetess, will read from her works at the New Bezalel Museum in Jerusalem on Monday, February 7, at 8.30 p. m. Her Hebrew ballads will form a feature of the programme.« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 19, Nr. 5402 vom 4. Februar 1944. S. 2 [»Social & Personal«].)

20. Februar (Sonntag) • Im Café Sichel hört Else Lasker-Schüler einen Radiovortrag Ernst Simons, der in einer Reihe des britischen Senders »Palestine Broadcasting Service« (»P. B. S.«) spricht: »Adult Education. Series of broadcasts under the guidance of the staff of the Hebrew University. ›Nations in the Making‹. Historical talks on the Modern Nations on the threshold of the 20th Century, pres. by Dr. Ernst Simon« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 19, Nr. 5415 vom 20. Februar 1944. S. 2 [»Wireless Programmes«]). Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 557.

5. März (Sonntag) • Else Lasker-Schüler hört erneut einen Vortrag Ernst Simons im britischen Sender »Palestine Broadcasting Service«. Vgl. The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 19, Nr. 5427 vom 5. März 1944. S. 2 (»Wireless Programmes«). Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 561.

26. April (Mittwoch) • Kraal-Abend im »Alfred Berger Club« im Haus der HOGOA (Hitachduth Olej Germania we Olej Austria / Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland und Österreich), Mamilla-Straße (später umbenannt in Gershon-Agron-Straße), Ecke King-George-Straße. Gedenkfeier für Max Reinhardt: Es sprechen Else Lasker-Schüler, Gershon Swet und Hermann Vallentin (1872–1945).

15. August (Dienstag) • Else Lasker-Schüler hört im Radio die Übertragung einer Aufführung von Igor Strawinskis Bühnenwerk »Histoire du Soldat«. Vgl. The Palestine Post (Jerusalem). Jg. 19, Nr. 5565 vom 15. August 1944. S. 2 (»Wireless Programmes«). Quelle: KA, Bd. 11, Nr. 601.

26. Oktober (Donnerstag) • Lesung im Bezalel-Museum: »8.30 p. m.: Reading of her poems by Mrs. Else Lasker-Schueler; New Bezalel School.« (The Palestine Post [Jerusalem]. Jg. 19, Nr. 5622 vom 26. Oktober 1944. S. 2 [»Where to Go«].)

1945

16. Januar (Dienstag) • Nach einem Herzanfall Einlieferung in das Hadassa-Hospital auf dem Mount Scopus.

22. Januar (Montag) • Else Lasker-Schüler stirbt im Hadassa-Hospital.

23. Januar (Dienstag) • Beisetzung auf dem Ölberg.